Enorm, was ich heute auf der IAA erleben durfte:
Fast jede Autofirma wirbt heftigst mit Job-Ständen um neue Mitarbeiter.
Um den Nachwuchs ist besonders in den Ingenieurswissenschaften ein
regelrechter Krieg (O-Ton BMW) zwischen den Firmen entbrannt: Jeder will
der erste sein beim Nachwuchs. Hoffen wir, dass man den Bedarf wird
decken können.
Bemerkenswert auch der Aufwand, den die Kriegsexperten der deutschen
Bundeswehr treiben: Nebst "Nutzfahrzeugen" mit aufwändigen Radaranlagen
werden auch Lastenträger mit mittelschwerer Bewaffnung vorgeführt, wie
sie zur Abwehr dicht auffahrender Audifahrer bestens geeignet wären und
alles nur deshalb, um Nachwuchs für die Truppe zu interessieren. Hoffen
wir auch hier, dass man finden möge, was man sucht.
"Jeder will der erste sein" ist auch das Motto am Mazda-Stand, wo sich
wortwörtliche Kampfszenen abspielen: Um den neuen MX5 scharen sich
mehrere Personen und 2 davon sind sich nicht einig, wer denn der erste
in der Schlange war, so dass es minutenlang nicht weiter geht und gar
Blut zu fließen droht.
Was denkt sich dabei nun der geneigte Ingenieur, der dem munteren
Treiben Beiwohnen darf? Meine spontane Reaktion:
Das Lamento der schlecht zahlenden Autoindustrie wegen angeblichem
Nachwuchsmangel und dem Problem, aufgrund der Absatzprobleme nicht mehr
zahlen zu können, einerseits - sowie der schlecht besuchten
Freiwilligenarmee und ihrem Ruf, die es nicht schafft, die bräsigen
Jugendlichen zu animieren, welche lieber einfache Jobs machen oder
daheim bleiben, andererseits - entlocken mir keine Gesichtsregung mehr.
Interessant und erwähnenswert finde ich dagegen die Mazda-Szene:
Wir haben Krieg in Syrien, Hunger in Afrika und was weiss ich noch was
für Probleme im Land: Heute Nacht werden rund 100.000 Flüchtlinge in
Deutschland nur ein notdürftiges Dach über dem Kopf und das
Allernötigste an Nahrung im Bauch haben und in irgendeiner Halle in
Frankfurt zanken sich zwei satte deutsche Männer darum, wer zuerst in
einem Frauenauto probesitzen darf, ist das nicht geil?
Das Fazit: Uns Deutschen geht es gut! Sehr gut sogar! Vielleicht schon
zu gut?
Internationaler Beobachter schrieb:> (...)
Häh?
Ich kenne den in- oder ausländischen Beobachter,
der das internationale Geschehen beobachtet. ;-)
BTW Fragen sind willkommen, reine Statements jedoch weniger!
Internationaler Beobachter schrieb:> Allernötigste an Nahrung im Bauch haben und in irgendeiner Halle in> Frankfurt zanken sich zwei satte deutsche Männer darum, wer zuerst in> einem Frauenauto probesitzen darf, ist das nicht geil?>> Das Fazit: Uns Deutschen geht es gut! Sehr gut sogar! Vielleicht schon> zu gut?
Du schließt von ein paar Leuten auf der Messe auf den Rest von
Deutschland? Bist du BILD-Leser? Es geht einer Oberschicht hier
Deutschland eindeutig zu gut.
Internationaler Beobachter schrieb:> Das Fazit: Uns Deutschen geht es gut! Vielleicht schon zu gut?
Auch wenn du was anderes hören willst: Nein. Uns kann es nie gut genug
gehen.
Wirtschaft & Politik träumen vom endlosen Wachstum. Warum darf ich als
kleiner Mann, der ja letztlich an der endlosen Werkbank steht, nicht
auch endlosen Wohlstand wollen?
Warum soll ich mein Haus & Hof für jeden öffnen der die Wirtschaft in
seinem Land nicht in den Griff bekommt?
Ich habe weder die Kriegswaffen dahin exportiert noch die Großkonzerne
beim zerstören der Wirtschaft unterstützt.
Man sollte bei der Thematik eines nicht vergessen: Es gehören immer zwei
MENSCHEN dazu!
Auch wenn man sie oft mit "die" bezeichnet, so sind die Machthaber
dennoch keine gottgleichen Wesen die vom Himmel fahren und die Führung
übernehmen.
Jeder Terrorist, jeder Diktator, jede Bundesmutti stammt letztlich aus
unserer Mitte.
Wieso schaffen wir es einfach nicht, geschlossen als Menschheit, zu
agieren und die Probleme an der Wurzel zu packen?
Geld und Wohnraum auf das Problem zu werfen ist keine Lösung, dadurch
werden wir am Ende alle schlechter dastehen.
Tester schrieb:> dadurch> werden wir am Ende alle schlechter dastehen.
Stimmt, und die Definition von "schlechter" beginnt mit der Frage:"
Schlechter als was oder wer?"
Unsere westliche Wohlstandswelt schreit immer nach "Wachstum".
Wohin wollen wir denn noch wachsen?
Jeder kleine Sprung im Wohlstand ( auch in Deinem ) geschieht unter
Ausnutzung derjeniger, für die "Wohlstand" eh schon ein Fremdwort ist.
Das wir am Ende alle schlechter dastehen ist logisch, weil "Wohlstand"
nur das Ergebnis einer ungleichen Verteilung von Möglichkeiten und
Ressourcen ist.
Wenn ich aufhöre, den Schokoladenbrei zu meinem Teller zu schaufeln,
dann läuft er in die Breite.
Dann habe ich weniger, andere dafür wieder mehr.
So funktioniert Wohlstand. Einer freut sich, viele bluten dafür.
Tester schrieb:> Wieso schaffen wir es einfach nicht, geschlossen als Menschheit, zu> agieren und die Probleme an der Wurzel zu packen?
Weil der Westen gerne den Assad weg hätte und die Opposition dran kommen
lassen will während Putin den Assad beliefert.
> Geld und Wohnraum auf das Problem zu werfen ist keine Lösung, dadurch> werden wir am Ende alle schlechter dastehen.
Doch die Hausbesitzer können ihre Bruchbuden an die Gemeinden vermieten.
Internationaler Beobachter schrieb:> Freiwilligenarmee und ihrem Ruf, die es nicht schafft, die bräsigen> Jugendlichen zu animieren, welche lieber einfache Jobs machen oder> daheim bleiben,
Wer will sich denn für die den A aufreissen? Bundeswehr ist nur gut für
die, welche Armeeaufträge bekommen. Da kann man liefern, was man will
und es wird bezahlt.
Internationaler Beobachter schrieb:> um Nachwuchs für die Truppe zu interessieren. Hoffen> wir auch hier, dass man finden möge, was man sucht.
Ich hoffe ganz stark auf die Vernunft von den intelligenten Absolventen,
sich für sowas nicht her zu geben. Und ich hoffe, dass meine Hoffnung
nicht zu hoffnungslos ist.
Marek N. schrieb:> Die brauchen ganz dringend Leute, die ihnen jetzt die Motor-Steuergeräte> wieder umprogrammieren *g*
Vielleicht haben die Asiaten oder Rumänen, welche es wie gefordert
Programmiert haben, gemerkt dass sie jetzt bei der regelkonformen
Anpassung mehr rausholen können ;)