Entstörung Raspberry PI Audio

Gast #4284628
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Hallo *,
ich habe von einem Verstaerker die 9V angezapft und betreibe ueber eine 
LM7805 Spannungsregelung einen Raspberry Pi. Wenn ich nun den 
Audioausgang an den Verstaerker klemme habe ich starke Stergeraeusche. 
Kann mir jemand erklaeren wie ich das Stoersinal wegfiltern kann. Danke.
Gast #4284649
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Hi,
Leider wirst du da nichts entstören können. Das was du hörst ist die 
Soundqualität des Raspberry Pi. Der Pi hat keinen DAC, sondern macht 
Sound über einen PWM-Ausgang. Dementsprechend grausam hört sich das dann 
auch an :( Wenn du besseren Sound aus dem Pi haben möchtest, musst du 
dir einen I2S Dac besorgen. Da gibt es inzwischen einige um die 40€ auf 
dem Markt. Mit den Onboard Mitteln wird das leider nix mit qualitativ 
gutem Sound.
Oder DAC selber bauen. Ist nicht schwer und macht Spass :)
Wie sauber der Strom ist, den du an den Pi schickst, ist egal. Obwohl 
der 7805 für Sound natürlich auch Käse ist. Schau dir mal den TPS7A4700 
an. In verbindung mit einem RK Trafo sind die TI Chips sehr gut. Dann 
aber nur den DAC damit versorgen. Am besten eine Rail für analog und 
eine für Digital, schön getrennt. Den Pi mit sauberem Strom zu versorgen 
ist vergebene Mühe, der ist so schlecht designt, dass das garnix bringt.

Viel Erfolg
LinuxFan
#4284650
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Dann liegt es wohl an einer Masse-Schleife (Verkoppelung), die
Taktfrequenz schlägt auf die Betriebsspannung durch...

Darum nochmals: Ein gemeinsamer Massepunkt (sternförmig) für
Spannungsregler, Rasperry, Ausgangsverstärker...

Manchmal genügen wenige Zentimeter falsche Leiterführung der Masse...

Mit einem Scope findest Du sicher leichter die Ursache


Lieben Gruß
Mani
Gast #4284656
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Als ob der Pi ein sauberes USB Signal ausgeben würde. Dann musst du noch 
das USB Signal galvanisch trennen. Und USB Sound geht auf dem Pi 
tierisch auf die CPU Leistung. Teilweise kann man 192kHz garnicht 
ruckelfrei abspielen. Besser I2S, das hat der Pi als Ausgang.
Warum :
Pi->USB Sound->I2S->DAC
Wenn das hier besser funktioniert :
Pi->DAC über I2S

Ich baue DACs seit längerem und hab auch 4 für den Pi gebaut. USB ist 
bei dem kleinen Ding nicht der Weg.
Gast #4284657
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Mani W. schrieb:
> Linuxfan schrieb:
>> Das PWM Signal braucht keine Masseschleife um
>> grausam zu klingen ;)
>
> Schon klar, war ja nur eine Möglichkeit der Ursache...

Ja stimmt, in jedem anderen Fall hätte ich das auch gedacht, aber beim 
Pi ist das leider ein Designproblem. Der war nie für HiFi gedacht, 
sollte nur Grundfunktionen für Sound bereitstellen.
Gast #4284664
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Seltsam. Hmm. Ich hab die Störgeräusche immer am Raspi. Such mit 
Ultralinearen Labornetzteilen hatte ich das unsaubere Signal.
Deswegen isoliere ich sogar das I2S Signal sogar mit einem IL715. Erst 
dann war ich den Müll von den Spannungsreglern des Pi los.
Also wenn das so bei dir aussieht, dann Masse neu machen.
Wie Mani schon beschrieben hat Sternförmig und gute Kondensatoren am 
Spannungswandler (vor allem nahe an den Beinchen dran).
Gast #4285099
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Ein häufiger Fehler:
1
   +--------------------------------------+
2
   |                                      |
3
   +---------------+                      |
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   |               |                      |
5
+  |               |                      |
6
Netzteil         Raspi=============Verstärker-------Lautsprecher----+
7
-  |               |                      |                         |
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   |               |                      |                         |
9
   +---------------+                      +-------------------------+
10
   |           GND 2                      | GND 3 
11
   |                                      |                             
12
   +--------------------------------------+
13
   Erde = GND 1

Signalquelle und Verstärker werden mit einem gemeinsamen Netzteil 
betrieben. Ob da noch ein Spannungsregler zwischen liegt, ist für meine 
Betrachtung irrelevant.

Die GND Anschlüsse der Platinen sind sternförmig mit dem Netzteil 
verbunden. Die Signalleitung zwischen Raspberry Pi und Verstärker ist 
abgeschirmt und an beiden Enden dreipolig angeschlossen.

Diese Schaltung hat mehrere unterschiedliche GND Potentiale:

GND 1 ist der (eventuel geerdete) Minuspol der Stromversorgung. Sie ist 
unser Bezugspunkt, wir definieren dieses Potential daher al 0 Volt.

GND 2 führt eine kleine Wechselspannung, weil der Raspberyy Pi keine 
konstante Stromaufnahme hat. Wenn man an diesem Punkt einen 
Batteriegespeisten Kopfhörer mit Verstärker anschließen würde, würde man 
die CPU arbeiten hören.

GND 3 führt bei Stille keine Wechselspannung. Also ein anderes Potential 
als GND 2.

Der Ausgang vom Raspberry Pi liefert ein Audio Signal bezogen auf GND 2.

Aber das Massepotential des Verstärkers ist GND 3! Du verstärkst daher 
nicht nur das Audiosignal, sonder außerdem noch die differenz zwischen 
GND 2 und GND 3.

Jeman mag einwenden, dass die Signalleitung ja dreipolig angeschlossen 
ist und daher keine Differenz zwischen den beiden GND Potentialen 
bestehen kann. Aber das stimmt nicht. Denn sowohl die Leitung als auch 
der Stecker haben einen relativ hohen Innenwiderstand und außerdem noch 
eine bedeutende Induktivität. Diese Signalleitung vermag es nicht, beide 
Seiten auf gleiches GDN Potential zu zwingen.

Billige Lösung:
1
   +--------------------------------------+
2
   |                                      |
3
   +---------------+                      |
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   |               |                      |
5
+  |               |                      |
6
Netzteil         Raspi=============Verstärker-------Lautsprecher----+
7
-  |               |                      |                         |
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   |               |                      |                         |
9
   +---------------+                      +-------------------------+
Verzichte auf Steckverbindung. Löte die Abschirmung des Audiokabels 
direkt an die Massefläche der beiden Platinen. Diese Leitung dient 
gleichzeitig zur Stromversorgung. Sie sollte daher ausreichend dick 
sein. Die Platine des Raspberry Pi und die GND-Leitung zwischen Netzteil 
und Raspberry Pi muss natürlich auch den Stromverbrauch des Verstärker 
vertragen.

Nun hat der Verstärker genau das gleiche GND Potential, wie das 
Audio-Signal. Du wirst die CPU jetzt nicht mehr arbeiten hören - es sei 
denn, das Audio Signal selbst enthält diese Geräusche bereits. Das 
kannst du mit einem Kopfhörer oder einem Batteriebetriebenen Verstärker 
leicht überprüfen.

Saubere Lösung:
1
   +--------------------------------------+
2
   |                                      |
3
   +---------------+                      |
4
   |               |                      |
5
+  |               |                      |
6
Netzteil         Raspi=============Verstärker-------Lautsprecher----+
7
-  |               |                      |                         |
8
   |               |                      |                         |
9
   +---------------+                      +-------------------------+
10
   |                                      |
11
   +--------------------------------------+
Du verwendest einen Verstärker mit differentiellem Eingang. Im Detail:
1
      links--------------------links a
2
Raspi Schirm--------------+----links b   Verstärker
3
                          |
4
                          +----rechts b
5
      rechts-------------------rechts a
Solche Verstärker interessieren sich nur für die Differenz zwischen den 
Eingängen a versus b. Der Bezug zum GND Potential ist irrelevant.

Die allgemein übliche Lösung:
1
   +--------------------------------------+
2
   |                                      |
3
   +---------------+                      |
4
   |               |                      |
5
+  |               |                      |
6
Netzteil         Raspi=======X=====Verstärker-------Lautsprecher----+
7
-  |               |                      |                         |
8
   |               |                      |                         |
9
   +---------------+                      +-------------------------+
10
   |                                      |
11
   +--------------------------------------+
Du schleifst einen Audio-Übertrager in die Signal-Leitung ein. Das 
Signal wird magnetisch übertragen. Die Abschirmung wird dadurch an 
dieser Stelle unterbrochen. Daher dürfen beide Enden des Kabel 
unterschiedliches GND Potential haben.
Ein sehr Preisgünstiges Exemplar: 
http://www.conrad.de/ce/de/product/379234/Sinus-Live-Cinch-Entstoerfilter-GL-205/?ref=search&rt=search&rb=1


Lösung für Pragmatiker:
1
   
2
   +---------------+             +--------------------------------+
3
   |               |             |                                |
4
+  |               |             |                                | +
5
Netzteil1        Raspi======Verstärker----Lautsprecher-----+    Netzteil 2
6
-  |               |             |                         |      | -
7
   |               |             |                         |      |
8
   +---------------+             +-------------------------+      |
9
                                 |                                |
10
                                 +--------------------------------+
Du verwendest zwei unabhängige Netzteile, deren GND Leitungen nicht 
verbunden sind. Achtung: Manche Netzteile haben geerdete GND Leitungen. 
Zumondest das Netzteil für den Verstärker darf keine geerdete GND 
Leitung haben.

Die Stromaufnahme der CPU verursacht keine Störgeräusche, denn der 
Verstärker verstärkt die Differenz zwischen Signal-leitung und 
Abschirmung. Die GND Potentiale der beiden Seiten spiele keine Rolle 
mehr, da sie ausschließlich über die Signalleitung miteiander verbunden 
sind.

Letztendlich kommt es darauf an, zwischen Raspi und Verstärker nur eine 
GND Verbindung zu haben. Und die muss direkt vom Audio Ausgang zum Audio 
Eingang gehen.
Gast #4285105
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> Bringt es was, fuer die Masse einen hoeheren Leitungsquerschnitt
> zu waehlen?

Ja es bringt was. Und möglichst kurz halten, ohne Bögen oder gar 
Wicklungen.

Aber ob es das Problem ganz löst, ist Glückssache.
#7337789
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Der Thread ist zwar schon hundealt, aber das gleiche Problem taucht ja immer wieder auf. Ich bin nicht gerade eine Neuling, was den Aufbau von NF-Verstärkern betrifft, aber ich konnte durch die einfachen Lösungen kein befriedigendes Ergebnis erzielen. Einen Verstärker mit differentiellen Eingängen wollte ich aus Aufwandsgründen nicht einsetzen. Letztendlich konnte ich das Problem mit einem Trenntrafo zufriedenstellend und preiswert lösen (so wie auch bereits von @stefanus vorgeschlagen). Ich verwendete dafür einen NF-Übertrager 600 Ohm/1:1, die es bei den bekannten großen Versandhändlern für unter 1€/Stck. gibt und die nur einen Platzbedarf von ca. einem cm² haben. Jegliche Knack- und Bruzelgeräusche sind weg und man hört ohne NF-Signal nur noch das Eigenrauschen des Verstärkers (PAM8403), wenn man sein Ohr direkt an den Lautsprecher hält. Noch ein Hinweis: Wenn man Stereo haben will, braucht es natürlich 2 NF-Übertrager.

Angehängte Dateien:
#7338331
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Stefan F. schrieb:

Oder so ein steck-fertiges Teil für ca 12 Euro: https://www.amazon.de/FeinTech-ATG00101-Masse-Trennglied-Mantelstrom-Filter-beseitigt-schwarz/dp/B076JGVJGP

Kostet ja fast soviel wie der Raspberry Pi!

Es gibt noch eine weitere Lösung, die fast nix kostet aber funktioniert.

1
   +----------+----+----------------------+
2
   |          |    |                      |
3
+  |         ---   |                      |
4
Netzteil     --- Raspi ----------- Verstärker-------Lautsprecher----+
5
-  |          |    |                      |                         |
6
   |          |    |                      |                         |
7
   +----------+----+----------------------+-------------------------+

Man verbindet die Stromversogrung kettenförmig. Vom Netzteil zum Raspberry Pi, von dort zum Verstärker. Dabei fließet der pulsierende Betriebsstrom des Raspberry Pi in der ersten Schleife, das ist aber egal. In der Schleife zwischen Raspberry Pi und Verstärker fließt der definitiv NICHT. Dort fließt zwar der variable Betriebsstrom des Verstärkers, ABER

  • der ist nicht so stark gepulst wie der des Raspberry Pi
  • der entspricht EXAKT der Ansteuerung über das EIngangssignal, bestenfalls etwas phasenverschoben.

Damit entstehen auf der Masseleitung zwischen Raspberry PI und Verstärker nur kleine Spannungsabfälle, die außerdem noch eine phasenverschobene Kopie des Eingangssignal sind, so wie mehrere Stimmen im Chor. In den meisten Fällen erreicht man damit einen sehr störarmen Betrieb. GGf. packt man noch eien mittelgroßen Elko von irgendwas zwischen 100-1000uF direkt an den Raspberry PI, um die Strompulse in der 1. Versorgungsschleife weiter zu dämpfen, denn die können auch induktiv in die 2. koppeln. Dagegen hilft Abstand und eine enge Leitungsführung von VCC und GND mit minimaler Querschnittsfläche. Etwas dickeres Kabel für die Masse zwischen Raspberry Pi und Verstärker kann helfen, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die Spannungsabfälle sind nicht nur am ohmschen Widerstand, sondern auch an der Leitungsinduktivität. Und die wird vom Kupferquerschnitt nur sehr schwach beeinflußt, wohl aber der Länge sowie der Querausdehnung des Leiters. Theoretisch könnte man die Induktivität der Masseleitung durch ein 10mm breites Kupferband nochmal senken, das macht im Audiobereich aber keiner, da es albern ist und nicht viel bringt. Zum Schluß kann man auch einen Elko nah am Verstärker platzieren, um die schwankende Stromaufnahme weiter zu puffern. Aber meist haben die intern schon ausreichend Pufferkondensatoren.

Mit dem Aufbau hab ich mal vor Jahren eine Bastelschaltung eines Kollegen erfolgreich entstört, exakt auch mit Raspberry Pi und kleinem Verstärkermodul.

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