Hallo,
Ich möchte 16-18 LVDS Leitungen von einem Gerät zu einem anderen
übertragen. Das Kabel sollte ein Standard-Kabel sein. Eine Aufteilung
auf 2 Kabel wäre auch ok.
Folgende habe ich mir angeschaut:
SCSI:
Nachteil 120 Ohm, ich möchte die interne Terminierung des FPGA
verwenden.
Netzwerk Patch-Kabel:
Brauche 4-5 Kabel, Vertauschungsgefahr
DVI:
7 Paare, also brauche ich 3 Kabel
Hat jemand eine gute Idee ?
Lattice User schrieb:> Die entscheidende Fragem:>> welche Datenrate?
Es ist keine Datenverbindung, es handelt sich um die Ausgänge von
Komparatoren.
Die Frequenz ist <100 MHz, Flankensteilheit 600 ps.
> welche Distanz?
Harte Spezifikationen gibt es keine. Mindestens 2 m. Wenn es Kabel mit 5
oder 10 gäbe, dann wäre es ein deutliches Plus.
Die external PCIe Kabel wären übrigens perfekt. Aber ich habe "echte"
PCIe Stecker am Gerät, darum finde ich das nicht so elegant.
(Verwechslungsgefahr)
@ OnkelTom (Gast)
>Es ist keine Datenverbindung, es handelt sich um die Ausgänge von>Komparatoren.>Die Frequenz ist <100 MHz, Flankensteilheit 600 ps.
Ganz schön schnell.
>> welche Distanz?>Harte Spezifikationen gibt es keine. Mindestens 2 m. Wenn es Kabel mit 5>oder 10 gäbe, dann wäre es ein deutliches Plus.>Die external PCIe Kabel wären übrigens perfekt. Aber ich habe "echte">PCIe Stecker am Gerät, darum finde ich das nicht so elegant.>(Verwechslungsgefahr)
Die 120 Ohm beim SCSI sind DIFFERENTIELL. Single ended ca. die Hälfte.
Das könnte man schon an normale FPGAs incl. interner Terminierung
hinkriegen. Bei DEN kurzen Anstiegszeiten muss man das auch, erst recht
bei 10m! Da muss man eigentlich schon mit Equalizer arbeiten.
Naja 120 Ohm an die 100 Ohm vom FPGA und dann bei den Anstiegszeiten,
das wäre schon eine drastische Fehlanpassung mit jeder Menge
Reflexionen. 1...2m kriegt man vielleicht noch ohne Equalizer hin, aber
dann wirds schwierig. Haben wir bei unseren Versuchen mit Cabled PCIe
gemerkt.
Ich möchte 16-18 LVDS Leitungen von einem Gerät zu einem anderen
>übertragen. Das Kabel sollte ein Standard-Kabel sein. Eine Aufteilung>auf 2 Kabel wäre auch ok.
Bei bis zu 100 MHz/Leitung sind das um die 1,8 Gbit/s. Das könnte man
auch muxen und per Gigabittranceiver übertragen. Das hat den
Riesenvorteil, dass man nur eine Leitung braucht. Ein gutes Koaxkabel
sollte genügen. Im Zweifelsfall kann man auch auf einen optischen
Tranceiver (SFP) gehen, dann sind Dutzende km kein Thema.
Als Standard Kabel gibt es noch SAS/Inifiniband. Der SFF8470 Connector
hat 8 Paare.
Aber es ist ein Irrtum, zu glauben dass diese Kabel (SAS,PCIe,HDMI/DVI)
weil sie für hohe Datenraten ausgelgt sind, auch problemlos für
beliebige langsame Anwendungen taugen. Selbst die 600 ps sind im
Vergleich schnarchlagsam , HDMI/DVI spezifiziert 75 ps bei 1,65 GBit/s,
die anderen noch viel weniger.
Aber auch das DC gekoppelte HDMI/DVI (die anderen sind AC) verwendet
einen DC freien Code (TMDS). Und das hat seinen Grund, es verhindert
dass die die sehr geringe Dämpfung bei niedrigen Frequenzen das Signal
kaput macht.
Die Cabled PCIe Spec (GEN-1) erlaubt eine Dämpfung von 5 dB bei 625 MHz
(vom Transmitter -> Receiver). Die 5 dB versauen dir die 600 ps
Anstiegszeit gründlich.
Übrigens beim Lattice ECP3 kann man die LVDS Eingänge auch auf 120 OHm
konfigurieren, und ein Teil hat auch einen Equalizer mit 4
Einstellungen. Letzteres leider etwas arg mager documentiert.
OnkelTom schrieb:> Es ist keine Datenverbindung, es handelt sich um die Ausgänge von> Komparatoren.
Dann hängt es davon ab, mit welcher Auflösung Du die Auswertung
brauchts.
Die Laufzeiten auf einem Kabel sind ca. 20-30 cm/ns, also 5-3 ns/m.
Unterschiede in der Laufzeit auf den einzelnen Adern können bei 5 bis 20
m langen Kabels beträchtliche Fehler erzeugen.
> Die Frequenz ist <100 MHz, Flankensteilheit 600 ps.
Das sind 2 verschiedene Dinge. 100 MHz ist die nur die Grundfrequenz,
bei 600ps Anstiegzeit muüssen mindestens Frequenzen von 800-900 MHz
übertragen werden.
Christian R. schrieb:> Naja 120 Ohm an die 100 Ohm vom FPGA und dann bei den> Anstiegszeiten, das wäre schon eine drastische Fehlanpassung
Also Fehlanpassung ja, aber drastisch?
> mit jeder Menge Reflexionen.
Zunächst nur eine Reflexion am FPGA. Wenn der Sender korrekt mit 120 Ohm
an die Kabelimpedanz angepasst ist, gibt es dort gar keine Reflexion,
und das Signal am FPGA ist einwandfrei. Auch wenn er leicht
fehlangepasst ist, wird ein kleiner Teil des kleinen reflektierten Teils
wieder reflektiert. Ich hab's mal simuliert. Da muss man schon sehr
genau hinsehen, was da von "jede Menge Reflektionen" übrig bleibt
(weniger als 1%).
So schnell würde ich die Flinte nicht in's Korn werfen.
(PS: Fragt mich nicht, warum mein Simulator bei der 120-Ohm Variante
eine Masse an der Quelle braucht, bei der 100er am anderen Ende. Anders
'rum geht es nicht - "singular matrix"...)
Klaus F. schrieb:> Das sind 2 verschiedene Dinge. 100 MHz ist die nur die Grundfrequenz,> bei 600ps Anstiegzeit müssen mindestens Frequenzen von 800-900 MHz> übertragen werden.
Diese Überlegung ist richtig. Aber was passiert, wenn die Bandbreite zu
klein ist? Hauptsächlich wird die Flanke flacher. In Verbindung mit
Störungen erzeugen flache Flanken Jitter und dieser Jitter ist für meine
Anwendung störend.
Allerdings gibt es es eine große Bandbreite von Einsatzgebieten für
meine Geräte. Manche Quellen haben z.B. von Haus aus einen Jitter von
400 ns.
Folgendes wäre für meine Kunden gut:
-> Entweder 1 m mit super Qualität
-> Oder 10 m quer durchs Labor und immer noch brauchbar.
Danke übrigens allen, die bis jetzt geantwortet haben!
Besteht keine Möglichkeit, einer Jitterkorrektur durch die Senke? Die
100 MHz auf eine PLL, alles sampeln, resampeln und mit dem PLL-Ausgang
raustakten.