Micromatch hat keine Verriegelung.
Dir geht es auch sicher nicht darum, wie "kräftig" die Steckverbinder
sind, sondern wie vibrationsfest. Das kommt aufs Fahrzeug an, und auf
die Kräfte, die z.B. durch herumschwingende Kabel auf den Steckverbinder
ausgeübt werden. Wie lang soll das Flachbandkabel werden, das Du damit
verbinden willst? Und ist das Gegenstück am anderen Ende des Kabels
gegenüber der Platine irgendwie fixiert, oder zieht am Kabel auch noch
ein lose herumfliegender Stecker o.ä.?
Ich möchte kein Flachbandkabel nutzen, sondern direkt die PCBs
verbinden.
In dem Datenblatt heisst es "With locking function". Ist das keine
Verriegelung? Verpolungssicher ist es dann auch oder?
Ein typisches Deutsch-Englisch Problem.
Zwar lässt sich "locking" resp. "Lock" mit "verriegeln" bzw. "Riegel"
übersetzen aber die Zeichnung sagt eher, dass es sich um eine Art - hmm
- sagen wir, Rastung handelt. Der Unterschied ist, dass das Ding nicht
lose sitzt und sein Eigengewicht wohl tragen sollte. Vermutlich auch
einiges mehr. Jedenfalls aber ist das keine Sicherung in dem Sinne, dass
Vibrationen oder mit der Hand aufzubringender Zug die Verbindung nicht
lösen können. Du kannst ja den Stecker auch mit der Hand abziehen. Für
KFZ ist das auf die Dauer nicht ausreichend und nach einem halben Jahr
kann es dann reichen, wenn Du mal über eine Bordsteinkante holperst.
Wenn es wirklich nur um, wie in der Skizze gezeigt, ein IC auf einer
Winz-Platine geht, kannst Du mit den üblichen Massen und
Beschleunigungen rechnen.
Ist aber die Platine etwas größer, so kommen schnell mal unangenehme
Hebel ins Spiel. In dem Fall aber heißt es sichern oder verschrauben.
Kommerzielle und nichtkommerzielle Kunden haben es nicht so gerne, wenn
nach dem "normalen" Transport - da kann schon mal eine Fallhöhe
(verpackt) von mehr als einem Meter auftreten - es in dem Gehäuse
klappert und nichts geht. Nicht zu vergessen, dass Dir die dabei
entstehenden Unkosten, auch nicht behagen werden.
Torben schrieb:> In dem Datenblatt heisst es "With locking function". Ist das keine> Verriegelung?
Doch schon, die optionalen zusätzlichen Seitenlaschen haben Rast-Nasen
und damit wird der Stecker verriegelt.
Wie gross die Steckkraft damit wird musste ich aber noch nicht
herausfinden.
> Verpolungssicher ist es dann auch oder?
Nicht durch die Laschen, nein, Verdreh-geschützt werden die durch den
seitlichen Stift der durch ein zusätzliches Loch in der Platine gesteckt
wird.
Das Loch spare ich mir gerne.
Eine Aufsteck-Platine sollte sich aber doch leicht asymetrisch genug
konstruieren lassen das ein Verdrehen zumindest auffällt.
Sascha schrieb:> In Anwendungsbeispiel-Bildern vom Hersteller sind klar Platinen per> Micromatch-Streckverbinder allein auf anderen Platinen befestigt:
Hust.
Das ist kein "Anwendungsbeispiel", das zeigt, daß mit diesen Steckern
Platinen ohne weitere Unterstützung miteinander verbunden werden können,
das zeigt nur, daß es diese Steckverbinder in den verschiedensten
Bauformen für die verschiedensten Anwendungszwecke gibt.
Aber ganz definitiv sind sie nicht dafür gedacht, Platinen auch
mechanisch miteinander zu verbinden.
Du solltest also auf jeden Fall zusätzliche Stehbolzen o.ä. zur
Verschraubung vorsehen.
Torben schrieb:> Hi, ja ich werde vorsichtshalber ein 3mm Loch auf dem Piggyboard> einplanen.
hmm, ich weiß nicht ob eine Schraube eine gute Idee ist: wenn die bei
der Montage angezogen wird, werden die Micromatches schräg belastet. Das
kann nach ner Weile Kontaktprobleme geben. Lieber 2 Schrauben auf beiden
Seiten der Stecker so daß die Belastung gleichmäßig ist.
Ne andere Variante wäre diese Miniplatine mit nem Blob dauerelastischem
Kleber (z.B. Sikaflex) festzukleben.
Wie so oft, fehlt eine Beschreibung, wozu das Ganze dienen soll.
Warum überhaupt so eine Steckverbindung?
Und falls das nun unvermeidlich ist: Warum nun nicht gleich eine
Steckverbindung die dazu gedacht ist, eine mechanische, zuverlässige,
auch unter Vibration und Stoß sichere Verbindung herzustellen. (Offen
gesagt fällt mir da gerade kein Hersteller ein. Bin nicht so der
Auto-Bastler. Aber gesehen und damit herumgefummelt habe ich schon).
Klaus schrieb:> Warum überhaupt so eine Steckverbindung?
Weil sie einigermaßen klein ist, unterschiedlichste Pinzahlen im System
drin sind und weil sie verhältnismäßig billig ist. Vergleich das mal mit
den MICA/MICS-Verbindern. Die sind ein Stück besser, aber eben auch ein
Stück teurer - und folglich sind sie in den letzten 10 Jahren ins
Hintertreffen gekommen.
Aber ne Antwort an den TO: MicroMatch ist ganz gut, wenn man Bandkabel
von einem Board zum anderen verlegen will - UND! - wenn man dieses
Bandkabel gegen Schwingen sichert, also am Platinenrand 2 fette Löcher
und Bandkabel per Kabelstraps an Platine festgehalten. Das gilt für die
Steck-Variante.
Es gibt bei MicroMatch aber auch noch die Un-Steck Variante, also quasi
ein IDC-Konnektor am Bandkabel, der seinerseits fest eingelötet wird. Da
kann allenfalls beim Vibrieren ne Ader brechen.
Wenn du jedoch eine Tochterplatine aufstecken willst, dann darf der
Verbinder nicht zugleich der mechanische Halter sein. Also
Befestigungsstutzen an die Mutterplatine dran, (da gibt's von einigen
Herstellern welche zum Auflöten wie ein BE) und Tochterplatine dort
dranschrauben. Dann erledigt der Steck nur noch das Elektrische.
W.S.