Wago-222 nach Marderbesuch zulässig?

Gast #4337157
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Hallo,

mir hat ein Marder im Roller Kabel durchgeknabbert. Keine Lastkabel, nur 
Steuerung (Anlasserrelais, Blinker, Helmfachbeleuchtung).
Da ich das Fahrzeug oft brauche habe ich die Kabel kurzerhand mit 
Wago-222 (die mit den orangenen Hebeln) repariert. Funktioniert 
einwandfrei... aber kann mir der TÜV deswegen ans Bein pinkeln?

Wenn ja, wie wäre die korrekte Lösung aus Sicht des TÜV? Neuer 
Kabelbaum?!

Ansonsten ist das Fahrzeug völlig TÜV-konform, keine illegalen 
Anbauteile, kein aufgemotzter Motor (bei 300 ccm³ auch überflüssig)...


Kennt sich da jemand aus?
#4337170
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Das ist zwar keine belastbare Aussage, aber ich persönlich würde mir da 
keine Gedanken machen, solange die geflickten Leitungen nicht offen für 
den TÜV sichtbar sind.
Versteckte Kablebäume schaut der TÜV sich nicht an.
Der prüft nur die technische Sicherheit.
Wenn also alles ordnungsgemäss funktioniert sollte es ok sein.

Die ganz saubere Methode wäre natürlich löten und dann Schrumpfschlauch 
drüber.
Gast #4337264
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Danke soweit. Wago also kein Problem im Trockenen.
Ich könnte doch auch die Öffnungen mit Epoxid ausgießen?

Schrumpfschlauch und so weiter habe ich auch, allerdings habe ich 
Bedenken zu löten - vibriert ja doch ganz ordentlich so ein Einzylinder 
und die Kabel liegen direkt auf dem Motorraum.

Crimpen wäre wohl eine gute Idee, aber ich habe nur eine einfache 
Crimpzange (ok, mit Einrastung), die nur von zwei Seiten quetscht.
#4337356
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Schlumpf schrieb:
> Vom Löten würde ich die Finger lassen..
> Da hast du dir dann bei Vibrationen die Sollbruchstelle eingebaut.

Wenn man löten kann, dann nicht.

Ich löte auch in verbrennergetriebenen Modellflugzeugen meine Leitungen.
Ist noch nie eine gebrochen.
Wichtig ist der Schrumpfschlauch. Dann ist alles mindestens so stabil 
und haltbar wie die "unverletzte" Leitung.
Gast #4337397
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Schlumpf schrieb:
> Vom Löten würde ich die Finger lassen..
> Da hast du dir dann bei Vibrationen die Sollbruchstelle eingebaut.

Die Klemmen verändern auch das Schwingverhalten des Kabels. Nachdem ich 
3x Kontaktprobleme mit einer Zündleitung hatte, habe ich dann gelötet 
(allerdings nicht die Stirnflächen aneinander, sondern die Drähte 
parallel gelegt und mit einem dünnen Drähtchen umwickelt). Das hielt bis 
zur endgültigen Verschrottung.
#4337983
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Stefan M. schrieb:
> Ich löte auch in verbrennergetriebenen Modellflugzeugen meine Leitungen.
> Ist noch nie eine gebrochen.

Wie viele Betriebsstunden machen diese Flugzeuge pro Jahr? Vielleicht 
während 8 Monaten pro Jahr eine halbe Stunde pro Woche? Also weniger als 
20 Stunden im Jahr? Das ist einfach eine andere Liga, als ein Fahrzeug, 
das man täglich vielleicht 1 Stunde zum Pendeln benutzt...
(Firma: matzetronics) #4338334
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Stefan M. schrieb:
> Schlumpf schrieb:
>> Vom Löten würde ich die Finger lassen..
>> Da hast du dir dann bei Vibrationen die Sollbruchstelle eingebaut.
>
> Wenn man löten kann, dann nicht.

So sehe ich das auch. Auch die Autodoktoren im Vox und Eddy bei den 
Gebrauchtwagen Profis löten mit Schrumpfschlauch. Es gibt auch den 
richtig ekligen Schrumpfschlauch mit Klebstoff drin, der ist auch für 
nasse Umgebungen geeignet.
Meine Lambdasonde 2 (unterm Auto hinterm Kat, also im Dreck) habe ich so 
vor Jahren verkabelt und das läuft prima.
Gast #4338359
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Löten ist bei dauerhafter Vibration schlecht wenn es sehr lange halten 
soll. Bei ruhigen Umgebungen hingegen ist es sinnvoll. Wagos sind aber 
mit Abstand die schlechteste Wahl. Für einen Roller ist löten und danach 
schrumpfschlauch mit schmelzkleber eine akzeptable wahl. Solange es 
nicht auf Zug in einem Kabelkanal liegt (wie im Kfz) wird die variante 
Jahre halten.
Professionell wären Gasdichte Crimpverbinder mit entsprechender Zange 
angebracht und abschließend Schrumpfschlauch mit 
Schmelzkleber...allerdings kosten diese Zangen gerne mal 300€ und 
mehr... (Und ich meine jetzt nicht diese schrottverbinder aus dem Kfz 
Bereich...da ist löten die eindeutig bessere wahl!)
#4338368
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TestX schrieb:
> Für einen Roller ist löten und danach
> schrumpfschlauch mit schmelzkleber eine akzeptable wahl.

Das möchte ich nochmal betonen: Wenn gelötet wird, ist die Lötstelle 
unbedingt trocken zu halten. Einfacher Schrumpfschlauch ohne Kleber 
reicht da nicht, mir hat es am Motorrad solche Lötungen (nach 
zugegebenermaßen immerhin > 10 Jahren) einfach zerbröselt. Ich nehme an, 
daß das Wasser in Verbindung mit Kriechstrom das Lötzinn zersetzt, aber 
ich bin kein Chemiker.
#4339437
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oszi40 schrieb:
> Aber Schrumpfschlauch scheint
> praktikabler, da der Marder sicher noch weitere Stücke verspeisen
> möchte.

Am besten noch ein feines Drahtgitter (1-2 mm) darüber, dann vergeht
sich der Marder nicht am Rest...



J. L. schrieb:
> Ich nehme an,
> daß das Wasser in Verbindung mit Kriechstrom das Lötzinn zersetzt, aber
> ich bin kein Chemiker.


Feuchtigkeit und Gleichstrom frisst überall alles weg, darum ist das
kein Argument gegen Lötverbindungen...

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