Ich schau mir gerade mal das Thema Amateurfunk an, und finde es auf den
ersten Blick auch sehr spannend.
Nun liest man hier (
https://de.wikipedia.org/wiki/Notfunk#Beispiele_f.C3.BCr_Notfunkaktionen_der_Funkamateure
), das Funkamateure in der (nicht all zu fernen!) Vergangenheit immer
wider ein sehr wichtiges Bindeglied darstellten, und so die Bewältigung
einer Krise oftmals überhaupt erst möglich wurde.
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16. Februar 1962 – Sturmflut in Hamburg
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Während der Hamburger Sturmflut 1962 hatten Polizei, Rettungs- und
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Hilfsdienste ihre eigenen Frequenzbereiche und waren nicht in der Lage,
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direkt miteinander zu kommunizieren. Funkamateure mit ihren durchstimmbaren
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Geräten konnten hier einfach aushelfen. Am Sonntagmorgen wurde im 9.
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Stockwerk des am Hauptbahnhof gelegenen Bezirksamtes im City-Hochhaus eine
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Feststation eingerichtet, beim Ortsamt Finkenwerder kamen eine Feststation
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und bei den beiden anderen Ortsämtern bewegliche Stationen zum Einsatz.
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Über 400 Funksprüche weitgehend im 80-Meter-Band wurden im Laufe von 29
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Stunden bis zum Montagabend abgesetzt oder empfangen, Hilferufe nach
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Medikamenten, nach Essen und Ärzten angenommen und weitergeleitet,
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Telegramme an Angehörige aufgenommen und Nachrichten an andere Behörden und
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Privatpersonen vermittelt.
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28. Dezember 1978 – Schneekatastrophe in Norddeutschland
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Bei der Schneekatastrophe in Schleswig Holstein am 31. Dezember 1978,
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als es zum Ausfall von Strom- und Telefonnetzen kam und sich herausstellte,
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dass Hilfsorganisationen, Stromversorger, Bundeswehr und die damalige
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Bundespost aufgrund unterschiedlicher Funksysteme und Frequenzen nicht
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miteinander kommunizieren konnten. Funkamateure sprangen damals mit ihren
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zum Teil selbstgebauten Geräten in die Bresche und leiteten Nachrichten
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weiter, besetzten Leitstellen, Werkstattwagen, Hubschrauber und Panzer und
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ermöglichten die Koordinierung der Einsatzkräfte.
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...
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14. August 2002 – Elbehochwasser Deutschland
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Bei Evakuierungen im Bereich Bitterfeld wird der Betreuungszug vom DRK
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Bernburg angefordert. Mit im Team sind sechs Funkamateure, die ihre
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privaten Funkgeräte mit in den Einsatz bringen. Der BOS-Funk war komplett
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überlastet und die Handynetze nicht brauchbar. Zwischen den vier
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Evakuierungsstellen, die teilweise mehrere Kilometer auseinander liegen,
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wird die Kommunikation fast ausschließlich über das Amateurfunkrelais
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DB0WOF in Wolfen durchgeführt.
Neben der Überlastung von Funksystemen scheinen auch unterschiedliche
Funksysteme bzw. Frequenzen zu Problemen bei der Kommunikation zwischen
den Hilfsorganisationen geführt zu haben.
Hat sich das mittlerweile gebessert? Oder sind die immernoch Blind wie
ein Maulwurf, weil jeder sein eigenes Band hat?
In meinen Augen ist das Problem schlimmer geworden. Das neue Problemkind
heist in meinen Augen TETRA. Ich glaube das Analogfunk zur Not
wesentlich flexiebler ist....
Martin P. schrieb:> In meinen Augen ist das Problem schlimmer geworden. Das neue Problemkind> heist in meinen Augen TETRA. Ich glaube das Analogfunk zur Not> wesentlich flexiebler ist....
Warum schlimmer geworden? Es nutzen ja nun alle die gleiche Technik. Die
Kommunikation untereinander ist nur noch eine Sache von
Berechtigungen/Freigaben.
Das Problem der Überlastung wird man aber hier, genauso wie beim
Analogfunk bzw. Handynetz, im Katastrophenfall weiterhin haben.
Reinhard S. schrieb:> Warum schlimmer geworden? Es nutzen ja nun alle die gleiche Technik. Die> Kommunikation untereinander ist nur noch eine Sache von> Berechtigungen/Freigaben.
Meinst du direkt zwischen Endgerät(DMO)? Oder über Infrastruktur (TMO)?
TMO ist abhängig on Infrastruktur.
Was passiert im Fall von Überschwemmungen und Stromausfällen? Die
basisstationen für tetra wollen mit Strom versorgt werden.... die
Anbindung ans Netz muss auch noch irgendwie sicher gestellt
werden....wowerden Berechtigungen verwaltet? Was passiert wenn die
Hardware ausfällt?
4m Relais konnten einfach aufgestellt werden. ..mobile basisstationen
für tetra hab ich bis jetzt noch keine gesehen....für die Kommunikation
direkt zwischen Endgerät gibt's noch den repeater Modus den jedes Gerät
mit entsprechender Freischaltung kann. Meines Wissens nach geht mehr als
ein Repeater allerdings nicht.
Spektrum effizient ist tetra jedenfalls...
Beide Systeme haben ihre vor und ihre Nachteile. Ich glaube jedoch das
in kriesenfällen analog Funk ehr das ist was laufen wird. Funkdisziplin
ist dabei halt schon wichtig.
Im übrigen stimmt das mit der gleichen Technik auch nur eingeschränkt.
..die Bundeswehr hat wohl tetrapol angeschafft
Analoge Funkverbindungen benötigen keine Infrastruktur und sind daher
sehr unabhängig. Allerdings ist der Datendurchsatz sehr gering und jeder
kann mithören.
Bekannt ist z.B. Rügen Radio gewesen, womit sämtliche Schiffe der
DDR-Handelsflotte erreicht werden konnten.
Inzwischen dürften aber alle kommerziellen Anlagen verschrottet worden
sein und nur die Funkamateure haben noch welche.
Martin P. schrieb:> Reinhard S. schrieb:>> Warum schlimmer geworden? Es nutzen ja nun alle die gleiche Technik. Die>> Kommunikation untereinander ist nur noch eine Sache von>> Berechtigungen/Freigaben.>> Meinst du direkt zwischen Endgerät(DMO)? Oder über Infrastruktur (TMO)?
Ich rede von TMO.
> TMO ist abhängig on Infrastruktur.>> Was passiert im Fall von Überschwemmungen und Stromausfällen? Die> basisstationen für tetra wollen mit Strom versorgt werden....
Gleiches bei Analogfunk. Bei Digital allerdings verschärft durch die
höhere Anzahl an Stationen.
> die> Anbindung ans Netz muss auch noch irgendwie sicher gestellt> werden....
Gleiches bei Analogfunk. Bei Digitalfunk spielt halt noch die
Privatwirtschaft (z.B. Telekom) mit rein.
> wowerden Berechtigungen verwaltet?
Soweit ich weiß, hat jede Organisation da ihre Zentrale, die man per
Digitalfunk erreichen kann und die das einstellen.
> Was passiert wenn die Hardware ausfällt?
Dann ist sie ausgefallen. Gleiches bei Analogfunk...
> 4m Relais konnten einfach aufgestellt werden. ..mobile basisstationen> für tetra hab ich bis jetzt noch keine gesehen....für die Kommunikation> direkt zwischen Endgerät gibt's noch den repeater Modus den jedes Gerät> mit entsprechender Freischaltung kann. Meines Wissens nach geht mehr als> ein Repeater allerdings nicht
Könnte man mal ausprobieren.
> Spektrum effizient ist tetra jedenfalls...
Das wichtigste bei solchen Organisationen.
> Beide Systeme haben ihre vor und ihre Nachteile. Ich glaube jedoch das> in kriesenfällen analog Funk ehr das ist was laufen wird. Funkdisziplin> ist dabei halt schon wichtig.
Es nutzt aber die beste Funkdisziplin nichts, wenn einfach zu viele
Anfrage hereinstürmen.
> Im übrigen stimmt das mit der gleichen Technik auch nur eingeschränkt.> ..die Bundeswehr hat wohl tetrapol angeschafft
Gut, Bundeswehr hatte ich jetzt nicht im Kopf.
Peter D. schrieb:> Analoge Funkverbindungen benötigen keine Infrastruktur und sind daher> sehr unabhängig.
Wie kommst du darauf? Was hat die Unabhängigkeit mit analog/digital zu
tun? Auch analoge Verbindungen im BOS-Bereich laufen normal über eine
Relaisstation, genauso wie man auch im Digitalfunk direkt (ohne Infra)
miteinander kommunizieren kann. Halt im Rahmen der Reichweite.
Ein Katastrophenschutz ist nicht geplant und die vorhandenen Kapazitäten
werden weiter abgebaut. So werden die Funkamateure durch die
Frequenznutzungsgebühr abgeschreckt und in normalen Zeiten leerstehende
Krankenhausbetten abgebaut und Krankenhäuser zentralisiert.
Martin P. schrieb:> In meinen Augen ist das Problem schlimmer geworden. Das neue Problemkind> heist in meinen Augen TETRA. Ich glaube das Analogfunk zur Not> wesentlich flexiebler ist....
Digitaler Bündelfunk soll organisatorische Probleme lösen.
Als beispiel wird oft der Brand in der Lüneburger Heide von 1975
herangezogen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Brand_in_der_L%C3%BCneburger_Heide#Feuerwehrausstattung
Einsatzkräfte ereichte die Meldung über Richtungswechsel des Brandes
nicht da die Frequenzen überlastet waren oder das Funkgerät auf die
Frequenz des Orstverbandes aber nicht auf die der Einsatzgruppe
eingestellt war. Diese Problem kann durch digitalen Bündelfunk mit
zentraler Organisation der temporären adHoc Kommunikationsnetze
entschärft werden.
MfG,
Lutz H. schrieb:> Ein Katastrophenschutz ist nicht geplant und die vorhandenen Kapazitäten> werden weiter abgebaut.
Quelle? Belege?
> So werden die Funkamateure durch die> Frequenznutzungsgebühr abgeschreckt
Ich glaube nicht, das es nach Wegfall der Frequenznutzungsgebühr mehr
Funkamatuere werden.
MfG,
Reinhard S. schrieb:> Wie kommst du darauf? Was hat die Unabhängigkeit mit analog/digital zu> tun? Auch analoge Verbindungen im BOS-Bereich laufen normal über eine> Relaisstation,
Ein Analogrelais aufzubauen ist eine Sache von Minuten, das DRK hatte
Fernmeldezüge mit fertige eingerichteten Funkleitstellen in Fahrzeugen
die beu größeren Lagen sofort einsatzbereit waren.
In Eschede wurde mit einer Außenantenne und einem Schiebemast mal kurz
mit einem Fahrzeuggerät im VW-Bus ein Einsatzrelais geschaltet.
Das war mal.
Won K. schrieb:> In Eschede wurde mit einer Außenantenne und einem Schiebemast mal kurz> mit einem Fahrzeuggerät im VW-Bus ein Einsatzrelais geschaltet.> Das war mal.
Verfügst du über Wissen, das sowas mit Digital nicht mehr möglich ist?
Ich hab in einer Präsentation über Digitalfunk (kursiert im Internet)
zumindest gesehen, das es auch bei Digitalfunk mobile Stationen geben
soll. Nein, gesehen hab ich die auch noch nicht.
OK, Analogrelaise kann man mit zwei FuGs und einem Relaissteuergerät
mobil schnell an einen exponierten Ort bringen, dann wäre der Modus an
den Einsatzstellen Gegensprechen Unterband. Dann gibt es
Gleichwellenrelaise. Also Rufton 1 oder 2, um es zu aktivieren, Ton 2
für ein alternatives Relais.
Die sind dann aber in einem Funkkreis auf der selben Frequenz, was kein
Problem ist, aber im Katastrophenfall viel QRM bringt.
Da Kater, Florian, Rotkreuz und Pol aber dann verschiedene Frequenzen
nutzen, geht der Weg nur über die Leitstelle, die alle drei...vier
Kanäle hören und versorgen kann, also ein Umweg. Das war zu Analogzeiten
so normal. Mit TETRA ist die Kanalverteilung nicht mehr unbedingt an
Frequenzen gebunden. Da können alle Einheiten auf einem Kanal
theoretisch kommunizieren, angelehnt an das GSM-timesliceing, was aber
Wartezeiten bis zu 5 Sekunden im schlechtesten Fall bedeuten kann, wenn
der Kanal voll ist.
Ist aber doch wesentlich effektiver, als der Matsch im Analogband.
TETRA zwangsdiszipliniert den Funkverkehr, da gibt es kein
Funkmischmasch mehr, sondern nur der vom System eingeteilte Sprecher
kann auch wirklich sprechen, auch mehrere eben durch Multiplexing.
Solch ein Basisrelais kann auch durchaus mobil in einem
Einsatzleitfahrzeug verbaut sein.
Nichtsdestotrotz kann das Amateurfunknetz auch international Hilfe
koordinieren. Es ist immer sicherer, als die Funkinfrastruktur eines
katastrophenbetroffenen Gebietes/Landes.
Hi,
Fpga K. schrieb:> Digitaler Bündelfunk soll organisatorische Probleme lösen.> Als beispiel wird oft der Brand in der Lüneburger Heide von 1975> herangezogen.> https://de.wikipedia.org/wiki/Brand_in_der_L%C3%BCneburger_Heide#Feuerwehrausstattung
Nach dem Brand in der Lüneburger Heide, bei dem es ja leider zu
vermeidbaren Todesfällen unter den Feuerwehrlern gekommen ist hat sich
in der Tat einiges in der BOS Funklandschaft (zum besseren)geändert.
Aber als Begründung für Digitalfunk taugt er nicht im geringsten.
Denn das Problem was zu den Todesfälen geführt hat war SCHON LANGE
behoben.
>> Einsatzkräfte ereichte die Meldung über Richtungswechsel des Brandes> nicht da die Frequenzen überlastet waren oder das Funkgerät auf die> Frequenz des Orstverbandes aber nicht auf die der Einsatzgruppe> eingestellt war.
Das ist sehr Missverständlich geschrieben. Wohl mit Absicht, da
Digitalfunk im BOS Bereich zeitweise genauso stark die Lager gespalten
hat wie ein anderes Thema gerade ganz deutschland.
Tatsächlich war es bis zum Brnad in der Lüneburger Heide so, das es zwar
grundsätzlich den Analogen 4m BOS Funkbereich mit der Kanalzuteilung wie
heute auch (Gab ein paar geringe Änderung in den Späten siebziegern,
neun Kanäle am oberen Bandende wurden gesperrt um Platz für das
Euosignal Funkrufsystem zu schaffen, dafür kamen unten ein paar dazu)
ABER Technisch war in dieser ZEit die Frequenzeinstellung durch
Bequarzung der Standard. (VFO gab es natürlich von Anfang an auch, aber
nicht im BOS oder Betriebsfunk nach 1950, viel zu kompliziert zu
bedienen...)
Pro Kanal brauchte man da einen oder zwei speziell angefertigte Quarze.
Die üblichen Betriebsfunkgeräte dieser ZEit hatten die Möglichkeit mit
maximal 1, 2 fünf oder 10 Kanälen bestückt zu werden.
Diese mussten im Voraus ausgesucht werden und jeder Kanal hat richtig
Geld gekostet.
Es gab zwar auch schon seit einigen Jahren echte Vielkanalfunkgeräte die
das volle BOS schalten konnten. Ja, das teilweise bis heute noch im
Einsatz befindliche Modell FuG7b war schon seit 7 Jahren auf dem Markt.
(Und davor gab es schon das SEM27, noch mit Röhren in der Endstufe,
sowie die kpl. Röhrenbestücken FuG7a und das FuG 8(ohne Buchstabe) die
aber noch für das ältere 50khz Raster ausgelegt waren (Gab aber
umrüstsätze mit denen einige Behörden die auf 20KHz umgebaut haben)
Aber diese Geräte waren teilweise faktor 10 teurer als die "normalen"
Betriebsfunkgeräte.
(Randbemerkung: Das steckte eine geniale Technik dahinter. Es gab zwei
Quarzgruppen von einmal 12 und einmal 10 Quarzen wo jeweils einer
ausgewählt wurde. Die eine (12er) Quarzgruppe war mit 200KHz abgestuft
und den Dekadenschalter bei den Kanälen zugeordnet, die andere mit 20KHz
und mit der Einerstelle verbunden.
Durch Mischung mit weiteren Frequenzen konnten so alle Kanäle in allen
Bandlagen geschaltet werden. Fürchterlich kompliziert und deshalb teuer)
Bei der Polizei waren die Vielkanalgeräte üblich da diese ja einen
größeren Bewegungsraum hatte und es viel häufiger vorkam das Fahrzeuge
quer durchs LAnd fahren mussten. Da musste jeder Kanal einstellbar sein.
Deshalb wurden die FuG7b dort in großen Stückzahlen beschafft - Obwohl
die teilweise das dreifache eines Streifenwagens auf Käferbasis gekostet
haben in die diese dann verbaut wurden.
Bei den FEuerwehren war der GEdanke an weiter entfernte Einsätze aber
eher nicht gegeben. Wenn überhaupt mal in den NAchbarkreis, aber weiter
auch nicht. Also hat man in vielen Fällen sich das Geld für die
Vielkanalfunkgeräte gesparrt und auf normale Betriebsfunkgeräte
zurückgegrifen, die dann mit dem eigenen Kanal und je nach Lage der
Gemeinde evtl. noch mit ein oder zwei Kanälen der NAchbarlandkreise
bestückt wurden.
Als dann Feuerwehren beim HEidebrand praktisch aus der ganzen Republik
zusammengerufen wurden hatte ein großteil der KFZ, wenn überhaupt, nur
ein Wenigkanalgerät verbaut das mit einer Beliebigen Mischung von 1 bis
10 Kanälen aus der Gruppe der 12 4m Kanälen (IMHO damals 460-471) die
üblicherweise immer den Feuerwehren zugeteilt wurden bestückt waren.
Somit KONNTE überhaupt keine verlässliche Funkplanung gemacht werden,
die Fahrzeuge wurden dann Einsatzabschnitten Zugeteilt, in denen gab es
zugeteilte Kanäle aber im Fahrzeug konnten diese Kanäle gar nicht
geschaltet werden! Also ließ man das Funkgerät aus oder einach so wie es
ist. Aber selbst wenn das Funkgerät eingeschaltet war wusste ja nioemand
aussenstehendes auf welchen Kanal das bequarzt war so das selbst unter
missachtung der Vorgaben (im Notfall ja OK) ein Erreichen nicht möglich
war.
So war es dann als sich die tragische Lageänderung abzeichnete einfach
nicht möglich die Einsatzkäfte noch rechtzeitig zu warnen.
Zudem, aber da bin ich anders als in der Funkthematik nicht so sicher,
war es wohl so das damals auch das bemalen des Fahrzeugdaches mit der
Fahrzeugkennung zwecks identifizierung aus Hubschraubern heraus bei der
FW noch eher selten war. Aus der Luft war also ausser "das große rote
Auto ds dort in der Heide steht" keine genauere Identifizierung möglich.
Im Nachgang zum Heidebrand wurde dann die Situation der Wenigkanalgeräte
als eine der Mitursachen für die Todesfälle festgestellt und für ALLE
BOS Funkteilnehmer verbindlich vorgeschrieben das ab sofort nur noch
speziell für die BOS zugelassenen VIELKANALFUNKGERÄTE als Fahrzeuggeräte
für das 4m Band beschafft werden dürfen. Ausnahmen nur in begründeten
Fällen mit Einzelgenehmigung durch die Landesregierung...
Auf die Dackennungen wurde noch mehr Wert gelegt und einiges in der
Einsatzplanung /Ausbldung der Führungskräfte wurde getan.
Danach gab es in DL auch solche Situationen nicht mehr...
Wobei es in der ersten ZEit aber auch Glück war, denn bereits vorher
genehmigte und verbaute Wenigkanalgeräte durften bis zu ihrem Ausfall
(oder dem Ausfall des KFZ) in genau DIESEM KFZ weiterverwendet werden.
> Diese Problem kann durch digitalen Bündelfunk mit> zentraler Organisation der temporären adHoc Kommunikationsnetze> entschärft werden.
Gerade die adHoc Funknetze lösen solche Probleme NICHT!
Denn das bedeutet lediglich das die Wahl des "Funkverkehrskreis" durch
die Leitstelle an einem der wenigen dafür ausgerüsteten
Leitstellenplätze geschieht anstelle in jedem Fahrzeug mittels
KAnalschalter.
Wie gut eine solche Funknetzbildung -die mit viel Administrativer Arbeit
einhergeht bei einer Großschadenslage mit hochdynamischen Szenario in
einer Leitstelle mit vielleicht 8 Arbeitsplätzen die zudem auch noch den
normalen Alltagsbetrieb nebenherabwickeln muss funktioniert mag sich
jeder selbst aussrechen. Es geht nicht!
Diese AdHoc Netze sind ein nettes Gimmick bei Ereignissen mit begrenzter
Einsatzkräftezahl und überschaubarer größe.
So dinge wie die NAcheile bei flüchtigen Fahrzeugen über KReis und
(bundes-)Ländergrenzen hinweg. Da kann der Disponennt in der
Polizeileitstelle dann jeweils die neu hinzukommenden Fahrzeuge einfach
mit aufnehmen...
"Früher" konnte ich in einem dringenden Fall einach auf den KAnal der
anderen Gesprächsgruppen gehen und die Nachricht absetzen. Ich musste
nur wissen auf welchem Kanal die Sind. Auch zwischen den Organisationen.
Also Pol. zu FW wenn der Einsatzwagen der Feuerwehr auf der Autobahn
eine schnelle Reaktion vom Streifenwagen der Autobahnpol 30m weiter
brauchte beispielsweise- einfach umschalten und ansprechen...
(Ja, das habe ich einige (wenige) male auch tatsächlich so im Einsatz
gemacht)
Heute kann ich zwar theoretisch mit denen Sprechen, muss aber da ich ja
deren Gruppe gar nicht auf meinem Gerät habe erst einmal dafür sorgen
das wir durch die Leitstelle der Polizei in eine Gruppe geschaltet
werden.
Das ich aber dies auch erst kontaktieren muss, je nach Land ggf. erst
einmal über meine eigene Leitstelle, ansonsten über langes suchen in
meinen Gruppen, ist das sicherlich eher eine sache von Minuten statt von
Sekunden wie früher.
Gruß
Carsten
Kaj G. schrieb:> 14. August 2002 – Elbehochwasser Deutschland> Bei Evakuierungen im Bereich Bitterfeld wird der Betreuungszug vom DRK> Bernburg angefordert. Mit im Team sind sechs Funkamateure, die ihre> privaten Funkgeräte mit in den Einsatz bringen. Der BOS-Funk war> komplett> überlastet und die Handynetze nicht brauchbar. Zwischen den vier> Evakuierungsstellen, die teilweise mehrere Kilometer auseinander liegen,> wird die Kommunikation fast ausschließlich über das Amateurfunkrelais> DB0WOF in Wolfen durchgeführt.
Hierzu noch etwas:
Ich selbst war zu dieser Zeit als Sgl IuK dort (Wolfen / Bitterfeld)
auch im Einsatz. Nur halt für eine andere Farbe als das DRK.
Und ich muss sagen das es anfangs durchaus mit dem 4m Bereich Probleme
gab, die wir aber ganz schnell durch beantragung von neuen Kanälen und
Stellen von Relaisstellen behoben haben. Kapazitätsengpässe gab es dann
nicht mehr.
Und ich sage als jemand der räumlich und sachlich genau dort war, zu
genau dieser Zeit, wenn der Rückgriff auf Amateurfunk für eine
Organisation notwendig war, dann lag es nicht am System sondern entweder
an fehlender Ausbildung oder fehlender Technik. Vielleicht auch beides.
Oder aber, das halte ich für wahrscheinlicher, es haben sich diese sechs
Helfer wärend der Evakuierung untereinander mangels ausreichender Zahl
von BOS Handfunkgeräten mit Ihren GEräten etwas auf dem laufenden
gehalten - und das wurde dann wie bei mehreren solcher Berichte dann im
Nachgang einfach stark dramatisiert um den "Amateurfunk" als besonders
wichtig in dieser Situation darzustellen.
Es ist einfach so: Bei frei erreichbaren Flächenlagen bestand zu keinem
Zeitpunkt in den letzten vierzig Jahren ein sachlicher Grund für die
Inter-BOS Kommunikation auf Amateurfunk zurückzugreifen.
Die interne Nahbereichskommunikation bis auf Landkreisebene
bekommen(oder eher bekamen?) die BOS, sofern verünftig ausgebildet und
ausgestattet, jederzeit aus eigenen Mitteln vernünftig hin.
Wo funkamateure jedoch in mehreren Fällennachgewiesenermaßen eine Hilfe
waren und ich mir immer noch einen Sinnvollen Einsatz vorstellen kann,
das ist bei der Kommunikation zwischen den BOS und dritten. Mit dritten
meine ich in erster Linie normale Bürger, aber evtl. auch andere
nicht-BOS Behörden usw.
Als beispiel im Falle eines längeren großflächigen Ausfalls des Stromes
mit Ausfall des Telefonnetzes (Handy und Festnetz). Hier könnte ich mir
gut vorstelllen das man einen "AFU Meldekopf" nahe der Leitstelle (Im
Nebenraum/Nebengebäude) einrichtet der zu verschiedenen im Gebiet
verteilten Anlaufstellen Kontakt hält wo ebenfalls Funkamateure mit
Ihrer TEchnik sitzen. Braucht dann z.B. ein Bürger medizinische Hilfe
kann er/ein Verwandter zu dieser Anlaufstelle gehen und von dort wird
dann alles weitere in die WEge geleitet...
Wird ja teilweise von den BOS so gemacht das in einem solchen Fall die
nicht direkt benötigten Fahrzeuge mit Funk im Gebiet verteilt werden um
als Anlaufstelle zu fungieren.
Da gerade in Notfällen aber gilt: je schneller um so besser - und Weg ==
Zeit könnte man durch eine Sinnvolle Zusammenarbeit die Zahl dieser
Stellen rastisch erhöhen. (Und wenn die Planungen halbwegs verlässlich
sind diese Stellen vorher bekantgeben!)
Oder halt so fälle wo ganze Dörfer (im GEbirge) durch Lawinen usw. von
der Aussenwelt abgeschnitten sind. Strasse und Fernmeldeverbindung
gekappt.
Da ist eine Amateurfunkstation natülich ein hervorragendes Hilfsmittel!
Aber leider wollen viele Funkamateure die gerne Notfunk machen würden ja
(verständlicherweise) dahin wo sie die Aktion vermuten und machen die
tollsten Planspiele wie sie denn in der InnerBOS Kommunikation
mitmischen könnten. Völlig unnütz! Aber die Dinge wo sie einen
wirklichen Mehrwert bewirken könnten werden ganz weit abgeschoben. ISt
halt zu langweilig.
Gruß
Carsten
Wenn ich mir so die Betriebstechnik mancher Funkamateure anhöre, dann
ist das wirklich ein Katastrophenfall-
59-er Rapporte verteilen, aber drei Mal nach dem Rufzeichen fragen.
"Hier ist ... Whisky Tango Charlie"
"Roger 59, WCT..."
"negativ, W H I S K Y T A N G O C H A R L I E, World! Trade!
Center!..."
"Roger, roger, 59, 59 TWC, QSL! QRZ?"
" ... ach vergiss es!" und entnervt weiter gekurbelt.
Marek N. schrieb:> 59-er Rapporte verteilen, aber drei Mal nach dem Rufzeichen fragen.
Ja, und? Das zeigt höchstens, dass eine zwingende Rapportvergabe
ein Relikt aus alten Zeiten ist, und man diese Forderung eigentlich
weglassen kann. Wenn ein Rapport vergeben wird, dann sollte er
ehrlich sein, ansonsten ist er überflüssig. (Früher hatte er gewiss
mehr Bedeutung.)
Mangelnde Betriebstechnik sind eher unklare Übergaben am Ende des
Durchgangs, wenn dann „das Mikro in die Luft gehängt“ wird oder sowas.
Das passiert aber vergleichsweise selten, selbst größere Runden
(„Funknetz“) laufen im Großen und Ganzen recht gut koordiniert.
Mangelnde Betriebstechnik wäre es auch, wenn man den unklaren Teil
der Nachricht nicht gezielt erfragen kann oder der andere alles
Mögliche gleich noch mit wiederholt, obwohl es schon OK war.
Edit, Back to topic: Rapporte sind gewiss nicht das, was einen im
Katastrophenfall interessieren wird.
Reinhard S. schrieb:> Verfügst du über Wissen, das sowas mit Digital nicht mehr möglich ist?> Ich hab in einer Präsentation über Digitalfunk (kursiert im Internet)> zumindest gesehen, das es auch bei Digitalfunk mobile Stationen geben> soll.
Theorie und Praxis. In den ganzen Powerpoints zum Digitalfunk werden
alle Moglichkeiten gezeigt die das System bietet, was davon in der
Praxis umgesetzt ist sieht man von außen natürlich nicht.
Es gibt mobile Basisstationen und es gibt die Repeater- und
Gatewayfunktion für DMO aber erstere sind Mangelware (iirc hat
Niedersachsen eine mobile Station, ist aber ein alter Stand) und müssen
erstmal vor Ort sein und letztere muß man erstmal schalten können.
Thomas S. schrieb:> Mit TETRA ist die Kanalverteilung nicht mehr unbedingt an> Frequenzen gebunden. Da können alle Einheiten auf einem Kanal> theoretisch kommunizieren, angelehnt an das GSM-timesliceing, was aber> Wartezeiten bis zu 5 Sekunden im schlechtesten Fall bedeuten kann, wenn> der Kanal voll ist.
5 durchaus wichtige Sekunden.
> Ist aber doch wesentlich effektiver, als der Matsch im Analogband.
Ich glaube Effektivität ist beim BOS eher unwichtig. Und ob nun Matsch
im Analogfunkgerät oder Digitalfunkgerät ist auch egal.
Ein (kleinerer) Vorfall aus diesem Jahr, den ich selbst miterleben
durfte:
http://fm4.orf.at/stories/1761897/
Betrifft zwar (kabelgebundene) Feldtelefone, das Fazit bleibt aber das
gleiche.