Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM
eingesetzt wurde, um Projekte zu managen. Meinungen zu dem System sind
wilkommen. Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt
oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist> SCRUM eingesetzt wurde, um Projekte zu managen.
Ist mittlerweile fast schon wieder ein alter Hut in der
Software-Entwicklung, wurde bei uns schon vor über 5 Jahren eingeführt
und hat sich bewährt.
Danke für Deine Fragen, Reinhard,
die Antworten interessieren mich auch.
Ich kann aus meinem Wissen und Können nur dies beisteuern:
1. Seit dem Taylorismus hat das Wissen und Können der Fachkräfte in
ihrem Fach schneller und weiter zugenommen als das ihrer Manager in
Sachen Management. Folge: a) Das Treffende am Dilbert-Comic. b) Der
Vorschlag "ohne die dauernden Störmanöver unseres Deppen von Manager
kämen wir viel schneller voran - und sein Gehalt kann gespart werden!"
2. Ungeklärt ist aber der Widerspruch zwischen Delegation / Übernahme
der Verantwortung und der Forderung nach Gleichstellung aller im
SCRUM-Team. Entsprechend unsicher ist die Praxis. Denn wer Verantwortung
auf mehr als zwei Schultern verteilt, der erlebt, wie nachher immer der
andere schuld gewesen sein soll.
3. Mir scheint, dem SCRUM-Master wird eine verlogene Aufgabe gestellt -
einerseits soll er aus Sicht seines Teams eben keine
Vorgesetztenfunktion haben, andererseits erwartet das Management
Vorkalkulation, Zusagen und deren Einhaltung - spezifikationsgerecht,
termingerecht und kostengerecht.
Dieser Widerspruch ist prinzipiell unlösbar. Irgendwer muss leiden.
Meine bevorzugte Arbeitsweise in der Vergangenheit bis heute ist diese:
"Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu
regieren." (Abraham Lincoln)
Würde PHB, Dilberts Boss, lernen, wie er diese Zustimmung gewinnt, müßte
Dilbert nicht mehr wegen Burnout ausfallen. Ferner könnte PHB aus
sämtliche Führungskompetenzen / Manipulationstechniken verzichten.
Dann könnte er Dilbert + Kollegen eine echte Hilfe sein, das zu tun, was
diese wegen nicht dürfen oder auch nicht können.
Ciao
Wolfgang Horn
Reinhard S. schrieb:> Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Quasi jeder macht Scrum - oder was er dafür hält.
Die (katastrophalen) Ergebnisse siehst du z.B. bei eBay oder vielen
Onlineangeboten von Zeitungen: Ständige Änderungen und immer
funktioniert es nur halb, die Fassade wird ständig umgebaut, die Fehler
hinten bleiben.
Die optimale (resourcen- und kosten-) Form der Softwareentwicklung
(woanders auch) ist Wasserfall: Eine klare Aufgabenbeschreibung,
erfahrene Umsetzung "schon 1000 mal gemacht", fertiges fehlerfreies
Ergebnis (z.B. auch validiert durch kleinteilige Tests). Keine Arbeit
wird doppelt gemacht, man ist sich von vorneherein über den Aufwand im
Klaren.
Leider gibt es diese optimalen Bedingungen selten, daher kann es keine
optimale Arbeit geben, Software ist immer teurer und schlechter als
erhofft. Scrum ist der Weg, mit schlechten Vorgaben doch noch zurecht zu
kommen. Meiner Erfahrung nach werden durch die nun entfallende
Notwendigkeit klarer Gesamtvorgaben die Ergebnisse noch schlechter, der
Informationsstand der Entwickler ist noch schlechter als früher.
Inzwischen ist es üblich, mit Programmen (und WebSeiten) zu kämpfen so
daß sie doch noch irgendwie tun was man erreichen muss, an statt daß sie
so arbeiten, wie man es von fehlerfreier und durchdachter Software
erwarten würde.
Beispiel für ein real existierendes Softwareprodukt:
Realisierung nach Wasserfall, ausgehen von durchdachtem Pflichtenheft: 4
Mannjahre.
Realisierung desselben Produktes durch eine andere Firma nach Scrum:
bisher 80 Mannjahre, noch kein Ende in Sicht. Und das, obwohl hier das
Endergebnis "ersetzt das alte Produkt" klar vorgegeben ist.
>Die optimale (resourcen- und kosten-) Form der Softwareentwicklung>(woanders auch) ist Wasserfall:
Nein ist es nicht. Das wäre der Fall, wenn ein Entwicklungsprojekt
vollständig planbar wäre. Das trifft aber maximal auf den Hausbau zu,
wenn keine neuen Techniken verwendet werden und es auch sonst keine
Unbekannten gibt.
Die meisten Softwareprojekte bewegen sich aber im Bereich des Neuen.
Dort ist das Wasserfallmodell mit vollständiger Planbarkeit zwar der
Traum jedes Managers, funktioniert aber in der Praxis nie.
Wechselwirkungen und Zyklen gibt es dort immer, man kann die
Spezifikation nicht am Anfang hin schreiben und dann abarbeiten.
Also meiner Erfahrung nach spielt die Methodik keine große Rolle. Das
Problem sind meistens Entwickler, welche nicht in der Lage sind ein
Problem auf seinen Kern zu reduzieren um diesen Kern dann so zu
implementieren, dass man die benötigten Zusatzfeatures dann einfach dran
hängen kann.
Ohne diese Fähigkeit laufen Softwareprojekte in aller Regel ungefähr so
ab:
https://www.youtube.com/watch?v=OJsFj9exAlc
Ich arbeite seit 5 Jahren in SCRUM-Projekten mit unterschiedlichem
Erfolg.
Wenn jemand mit der Einstellung "Meine Kollegen sind meine Konkurrenten
bei der nächsten Gehaltsverhandlung" im Team ist, dann kann das nicht
klappen. Um solche Widersprüche zu lösen, ist eigentlich die
Retrospektive gedacht, aber manchmal sitzen da nur harmoniesüchtige und
reden nur Positives.
Es hat aber schon richtig gut funktioniert.
Es gibt sehr viele Tools für Scrum (also Methoden für die Retro usw.).
Die Versuchung ist echt groß, mit diesen Tools rumzuspielen, anstatt die
wirklichen Ursachen der Probleme anzugehen.
Kann man mit einem soliden kommt darauf an beantworten. Prozesse sind
immer nur so gut wie sie von den beteiligten Personen verstanden und
gelebt werden.
Habe sowohl schon gute als auch schlechte Ausprägungen gesehen.
Ich glaube, das Problem liegt weniger darin, dass man "egoistisch"
denkt, sprich seine Mitarbeiter ausstechen will, sondern darin, dass man
bestimmte Fehlannahmen ober Code und Werkzeuge hat.
Eine typische Fehlannahme ist, dass mehr Features einer
Programmiersprache sie besser machen. Deshalb gibt es auch eine ganze
Gruppe von Programmiersprachen, welche Version für Version neue Features
bekommen. Das Ergebnis sind Entwicklerteams die ständig mit den neuen
Features herum spielen, dann damit was machen, nur um später
festzustellen, dass das Feature ungeeignet ist, bzw man es vielleicht
nicht richtig verstanden hat. Das Team ist ständig damit beschäftigt
neue Features zu lernen und ist somit ständig auf Anfängerniveau.
Eine andere Fehlannahme ist, dass man Code schreibt und das Code lesen
durch Menschen nicht wichtig ist. Der Compiler kann den Code schon
lesen, wichtig ist, dass ihn der Mensch lesen kann.
Was scheinbar auch eine Menge Leute glauben, ist dass mehr Code besser
ist. Eine Lösung eines Problems in 1000 Zeilen scheint vielen Leuten
besser zu sein als das selbe Problem in 100 Zeilen zu lösen. Ja,
längerer Code kann lesbarer sein als extrem kurzer Code, jedoch muss
eine 100 Zeilenlösung schon sehr unlesbar sein, damit sie mit einer 1000
Zeilen Lösung konkurrieren kann.
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM> eingesetzt wurde, um Projekte zu managen. Meinungen zu dem System sind> wilkommen. Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Kenn ich nicht!
Oder anders gefragt:
Warum sollen Projekte mit einen SW-Tool oder einer Methode die keiner
versteht, besser laufen?
SCRUM (schon fast generell agil) ist einfach eine andere Kultur und eine
Kulturveränderung in etablierten Strukturen ist vor allem eines:
schmerzhaft "teuer"
konkret sehe ich oft fehlende Grundlagen um SCRUM überhaupt einsetzen zu
können:
* Auftraggeber kann nicht agil mitarbeiten
* Auftraggeber hat nicht die notwendige Vision und Fachexpertise
* Firmenkultur betrachtet "Scheitern" als lebenslanges Brandzeichen
* Firmenkultur bremst bei Entscheidungen, im Sinne von - streng
hierarchisch, wenige Entscheidungsträger die noch weniger Zeit haben,
wenig Vertrauen in die Mitarbeiter
* Firmenkultur kann selbst nicht agil, gerne wird mal ein Team mit Scrum
losgeschickt, dabei aber vergessen, dass das Umfeld mitziehen muss
* das System an dem gearbeitet wird, kann nicht agil weiterentwickelt
werden, im Sinne von - kleine Änderungen = große Ängste
wenn dann mal die groben Rahmenbedingungen stehen, tja dann sehe ich
Scrum in Verbindung mit Lean und einer angemessenen Portion Kritik zu
emergenten Architekturen als extrem kostensparenden
Softwareentwicklungsprozess
MaWin schrieb:> Beispiel für ein real existierendes Softwareprodukt:> Realisierung nach Wasserfall, ausgehen von durchdachtem Pflichtenheft: 4> Mannjahre.> Realisierung desselben Produktes durch eine andere Firma nach Scrum:> bisher 80 Mannjahre, noch kein Ende in Sicht. Und das, obwohl hier das> Endergebnis "ersetzt das alte Produkt" klar vorgegeben ist.
Gutes Beispiel. Es stellt sich nur die Frage warum das alte Produkt
ersetzt werden soll. Oder war das genau das Problem:
Lastenheft/Pflichtenheft gut durchdacht, aber in Wirklichkeit wollte der
Auftraggeber das gar nicht (da er nicht weiss was er eigentlich möchte)
Dumdi D. schrieb:> Auftraggeber das gar nicht (da er nicht weiss was er eigentlich möchte)
Das ist überhaupt DAS Problem. Hört sich bekloppt an, kommt aber ständig
vor. Man hat ein paar konkrete Punkte die geändert werden sollen aber
später "noch viel mehr" aber was genau weiss man noch nicht.
TEAM = Toll Ein Anderer Machts
Mein persönliches Fazit aus der Praxis:
Eine Gruppe von Leuten, die gute SW entwickeln kann, sich vertraut und
eine funktionierede Kommunikation aufgebaut hat, kann "klassisch" gute
Software entwickeln. und kann das auch in einem Scrum Prozess.
Wenn man einfach Leute zusammenwürfelt, die nicht miteinander können,
nützt auch scrum und agil nix.
Scrum ist spätestens da zuende, wo der Chef auf einzuhaltende Fristen
pocht und der Kunde mit Konventionalstrafe oder Abbsprung droht.
Und SCRUM-Tools mögen vieleicht ein bischen nützlich sein, aber wenn ich
mir die vielen Naivlinge anschaue die meinen man bräuchte nur das
richtige Tool, dann klappts, dann weiss ich dass die Arbeit nie ausgehen
wird.
Dumdi D. schrieb:> Es stellt sich nur die Frage warum das alte Produkt ersetzt werden soll.
Es gab die Hoffnung, daß ein Rewrite zu einem schneller ablaufenden
Programm führt. Phantasiezahlen wie "x20" oder gar "x1000" standen im
Raum, nicht mal "x2" wird derzeit erreicht (inzwischen bringt die
Hardware locker x20 auch beim alten), lediglich der Speicherbedarf ist
"x20" geworden.
Hauptsächlich war es das üblich Geschwätz verirrter Modejünger
"moderneres Aussehen" "moderne Technologien" "Abwerfen von Ballast"
"bunter blinkender und XML konform".
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM> eingesetzt wurde, um Projekte zu managen.
Vor SCRUM:
Wir müssen einen weiten weg gehen.
Bevor wir loslaufen planen wir jeden meter und wie wir um mögliche
Hindernisse herum kommen. Das was wir nach Abarbeitung des langen Planes
erreicht haben muss das Ziel sein.
Mit SCRUM:
wir müssen einen weiten weg gehen.
Wir laufen einfach los und nach ein paar Metern schauen wir ob das Ziel
näherrückt oder nicht. Dementsprachend halten wir die richtung bei oder
nicht. Näherrückende Hindernisse umlaufen wir nicht, sondern melden
diese dem SCRUM-Master. Der plant die nächsten Meter so das wir nicht
frontal gegen das Hinderniss knallen. Damit kommen wir zwar dem Ziel
nicht unbedingt näher aber immerhin treten wir nicht auf der stelle weil
uns der Plan fehlt ...
hart aber weise schrieb:> Vor SCRUM:>> Wir müssen einen weiten weg gehen.> Bevor wir loslaufen planen wir jeden meter und wie wir um mögliche> Hindernisse herum kommen.
In der Realität eher so: Wir machen eine Expedition in einen unbekannten
Dschungel. Wir wissen nicht, was uns erwarten wird. Damit wir uns nicht
verlaufen, setzen wir uns vorher zuhause 3 Monate an den Schreibtisch
und malen ausführliche Landkarten.
Tom schrieb:> Damit wir uns nicht> verlaufen, setzen wir uns vorher zuhause 3 Monate an den Schreibtisch> und malen ausführliche Landkarten.
Man könnte natürlich vorher ein Flugzeug oder Satellit bemühen um die
Landschaft zumindest grob vorzuerkunden. Das wäre der klassische Ansatz.
Die Scrum Ameisenmethode ist auch nicht der letzten Weisheit Schluß.
Im Prizip macht Scrum das was eine gut eingspielte Gruppe mit
funktionierender Kommunikation so oder so macht.
Nur ist es in Scrum streng schematisiert und ritualisiert, so daß man
nicht den eigenen Verstand benutzen muss.
Halt der typisch amerikanische Checklistenansatz, mit dem auch
Hilfsarbeiter klarkommen.
Der größte Fehler den man bei Scrum machen kann ist zu glauben, dass
Scrum einfach ist. Ein paar wenige Aktivitäten, ein paar wenige
Artefakte, was kann da schon schief gehen?
Scrum ist aufwändig, braucht Einsatz und ist besonders an den
Schnittellen, wie zu Kunden, Lieferanten oder der eigenen Buchhaltung,
schwer durchzuhalten. Da herrscht so eine Art Impedanzfehlanpassung.
Trotzdem, Scrum läuft, wenn alle am gleichen Strang ziehen, mitspielen
und Verantwortung übernehmen. Ein fauler Apfel und die Geschichte sieht
anders aus. Ganz schlimm wird es, wenn ein Team-Mitglied Scrum von innen
sabotiert.
Der theoretische Lösungsansatz für so ein Problem, das Team-Miglied zu
einem ex Team-Miglied zu machen funktioniert in deutschen Firmen nicht.
So einfach wird man kein Team-Mitglied los. Tauschen mit anderen Teams
geht selten. Dazu ist die Personaldecke zu dünn und die Personalplanung
zu straff. Von US-Verhältnissen nicht zu reden. Dort entscheiden
vielfach direkt Gruppenleiter über Einstellungen und Entlassungen in
ihren Teams.
Im Grunde wird Scrum von zwei Gruppen totgeredet. Den Fanboys, die Scrum
Heils- und Erweckungskräfte zuschreiben, die es nicht hat, und den
Hassern, die immer wieder neue Ausreden erfinden, warum Scrum nicht
funktionieren kann.
Das Wasserfall-Modell hingegen ist toll. Auf dem Papier. Es hat nur den
großen Nachteil, dass es häufig nicht funktioniert, weil sich die
Realität ums Verrecken nicht an das Modell anpassen möchte.
Ein Problem liegt auch darin das man meint man bräuchte nur SCRUM lernen
um projecte zu managen. SCRUM Zertifikat als Lizenz zum Projekt leiten.
IMHO ganz großes Trugschluss:
Man wird nicht zum 3 SterneKoch nur wenn man den Küchengeräte umgehen
kann.
Meines erachtens betrachten einige Absolventen die SCRUM-Zertifizierung
als Abkürzung in die Leitungsetage. So wie Gutenberg und Co: wer den
Titel hat ist Doktor, auch wenns völlig an Talent und Verständnis
mangelt.
Jay schrieb:> Trotzdem, Scrum läuft, wenn alle am gleichen Strang ziehen, mitspielen> und Verantwortung übernehmen. Ein fauler Apfel und die Geschichte sieht> anders aus. Ganz schlimm wird es, wenn ein Team-Mitglied Scrum von innen> sabotiert
Meiner Meinung nach kannst Du das Wort 'Scrum' in dem Ausschnitt durch
jedes andere Wort ersetzen. Alles läuft, wenn alle am gleichen Strang
ziehen, mitspielen und Verantwortung übernehmen.
Dumdi D. schrieb:> Jay schrieb:>> Trotzdem, Scrum läuft, wenn alle am gleichen Strang ziehen, mitspielen>> und Verantwortung übernehmen. Ein fauler Apfel und die Geschichte sieht>> anders aus. Ganz schlimm wird es, wenn ein Team-Mitglied Scrum von innen>> sabotiert>> Meiner Meinung nach kannst Du das Wort 'Scrum' in dem Ausschnitt durch> jedes andere Wort ersetzen. Alles läuft, wenn alle am gleichen Strang> ziehen, mitspielen und Verantwortung übernehmen.
Natürlich, aber ein Scrum-Fanboy muss ja in dem Kontext Scrum erwähnen.
Immer dran denken: Wenn 90% oder gar 99% der Projekte nicht
funktionieren, darf es niemals an der reinen Theorie der Methode liegen,
sondern immer an den Leuten.
Ist wie beim Sozialismus...
Jay schrieb:> Trotzdem, Scrum läuft, wenn alle am gleichen Strang ziehen, mitspielen> und Verantwortung übernehmen. Ein fauler Apfel und die Geschichte sieht> anders aus. Ganz schlimm wird es, wenn ein Team-Mitglied Scrum von innen> sabotiert.
Ja ja ein System, das nur funktioniert wenn alle innerer Elemente ideal
sind ist ein "Scheiß" System, nämlich nicht fehlertolerant.
Ein gutes System funktioniert auch dann wenn es nichtideale Bauelemente
hat.
Aber so schlecht will ich SCRUM und agile SW-Entwicklung gar nicht
machen.
Aber es ist kein Zaubermittel. In unserer Firma läuft derzeit beides
nebeneinander her, und ich kann bis jetzt kein Vorteil für SCRUM
feststellen, nur ein Haufen Ausreden wenn die Zeitabschätzungen trotz
SCRUM weit überschritten werden.
Dumdi D. schrieb:> Jay schrieb:>> Trotzdem, Scrum läuft, wenn alle am gleichen Strang ziehen, mitspielen>> und Verantwortung übernehmen. Ein fauler Apfel und die Geschichte sieht>> anders aus. Ganz schlimm wird es, wenn ein Team-Mitglied Scrum von innen>> sabotiert>> Meiner Meinung nach kannst Du das Wort 'Scrum' in dem Ausschnitt durch> jedes andere Wort ersetzen. Alles läuft, wenn alle am gleichen Strang> ziehen, mitspielen und Verantwortung übernehmen.
bei Scrum ist es IMHO eher schwierig in die richtige Richtung zu ziehen
da Ziele kurzfritig gesetzt werden (Sprints). So kann es bei Scrum
schnell passieren das zwar alle am gleichen strang ziehen aber die
entwicklungs im takt der Sprints hin und her irrt statt schnurrgerade
auf die milestones zurast.
Oder fröhlich auf der Stelle tritt und vom Hundersten ins Tausendste
inkrementiert.
Ach Leute, ihr habt ausführlich demonstriert, dass ihr an Erfahrungen
nicht interessiert seit, sondern nur dogmatisch auf etwas rumzuhacken
was ihr nicht versteht. Daher spare ich es mir mit euch zu diskutieren.
Jay schrieb:> Ach Leute, ihr habt ausführlich demonstriert, dass ihr an Erfahrungen> nicht interessiert seit, sondern nur dogmatisch auf etwas rumzuhacken> was ihr nicht versteht.
Ich glaube eher du bist ein SCRUM Fanboy, hast aber noch nie im Leben
ein reales Projekt mit Hilfe von SCRUM realisiert, mit einem Kunden der
geliefert haben möchte und einem Chef der mit dem Projekt auch Geld
verdienen will (und muss).
Ich habe hier in meiner Firma den Vergleich, mir persönlich wäre der
sehr formale Prozess aber zu doof.
Mein erstes SCRUM Projekt durchlebte ich 1992. Kleines motiviertes Team.
Morgendliche kurze Besprechung was jeder am Tag machen will und was er
von anderen dafür braucht und Abends kurze Besprechung was davon
gaklappt hat und warum nicht.
23 Jahre später hab ich dann erfahren, wie sich dieses Verfahren nennt.
Es funktioniert, wenn gewisse Randbedingungen eingehalten werden
(können) ganz gut, nur die Tatsache, daß jemand dieses Verfahren gegen
Geld und Zertifikat eingetrichtert bekommen hat, ist keine Garantie, daß
Projekte plötzlich wuppen. Karriere mäßig ist das natürlich toll, sich
als SCRUM Master/Instructor/... bezeichnen zu dürfen, nur was bringt's
sonst?
SCRUM formalisiert Dinge, die erfolgreiche Team von alleine richtig
machen, bringt vielleicht ein paar Leute auf den Trichter und
hinterlässt einige ratlos, die formal alles richtig gemacht haben, aber
trotzdem versagen. Und es sorgt für viel Umsatz bei den
Zertifikatsverteilern.
MaWin schrieb:> Die optimale (resourcen- und kosten-) Form der Softwareentwicklung> (woanders auch) ist Wasserfall: Eine klare Aufgabenbeschreibung
Von der Theorie her gebe ich Dir Recht.
Aber: Gab es denn in der Geschichte der Softwareentwicklung jemals ein
Projekt mit realen Kunden, wo das so funktioniert hat?
In realen Projekten passieren ständig die folgenden Dinge:
-Der Kunde will noch ein zusätzliches Feature eingebaut haben. Und noch
eins. Und noch eins.
-Der Kunde will eine bestimmte Funktionalität in der Software jetzt doch
nicht haben, weil z.B. das Geld auf einmal knapp ist oder weil jetzt auf
Kundenseite ein anderer für den Auftrag zuständig ist.
-Der Vertrieb hat den Vertrag mit dem Kunden nicht sauber aufgesetzt und
ein Feature vergessen, dass dem Kunden in den Verhandlungen mündlich
zugesagt worden war.
Alles schon erlebt.
Mark B. schrieb:> Aber: Gab es denn in der Geschichte der Softwareentwicklung jemals ein> Projekt mit realen Kunden, wo das so funktioniert hat?
Ja, bei uns mehrere. Kleine Projekte, wo ein Kunde ein Problem hat, das
schildert, gemeinsam ein Programmvorschlag zur Lösung erarbeitet wird (1
Tag), das umgesetzt wird (2 Tage) dokumentiert wird (1 Tag), und der
Kunde zufrieden mit der Lösung ist, also keine Nacharbeit. Das gab es
dann für 4000 DM. Auch grössere Projekte, wo man das Pflichtenheft
schreiben konnte, abgesegnet bekam, und in 1 Jahr umgesetzt hat, liefen
erfolgreich, aber kleine Abweichungen "wir hätten gerne nach 3 Monaten
einen Prototypen" verstiessen gegen das reine Wasserfallmodell (und
kosteten den Kunden zigtausende, denn ohne so einen Schwachsinn hätte
man anders effektiver programmiert). Das Produkt selbst wurde damit
verkauft und eingesetzt, Fehler waren aber drin und mussten bei
Entdeckung gefixt werden, das sollte ja bei reinem Wasserfall auch nicht
sein. Und noch ein paar weitere. Ein Kunde, der mit Wischiwaschi kommt,
und nicht mal ein Lastenheft liefern kann, fliegt gleich wieder raus.
Wichtig ist, daß der Kunde mit seinem Projekt zu den Erfahrungen des
Teams passt. Wer bei Aufträgen einschlägt, deren Kernaufgaben er noch
nie gemacht hat, bei denen er alles erst lernen muss, kann keinen
Wasserfall anbieten. Wer so was so ähnlich schon dutzendmal gemacht hat
"wieder eine Shopysystem, der Kunde ist mit Funktion und Aussehen des
vorherigen Kunden zufrieden", wird nicht nur rasend schnell, auch dank
Recykling von Code, sondern kann auch sehr genau sagen was es kostet und
wie lange es dauert.
Die Einführung von SCRUM setzt immer voraus dass der Vorgesetzte denkt
dass die Mitarbeiter Dölmchen drehen oder einfach schlafen. BWL-ler
lieben die Illusion mit „agilen Prozessen“ einen Entsafter einzuführen
der aus den Menschen noch mehr ausquetscht.
1. SCRUM macht überwiegend Sinn für jüngere Mitarbeiter die nicht wissen
wie man miteinander kommuniziert. Den Älteren/Erfahrenen Kollegen geht
das auf den Sack.
2. Wenn man eingespieltes und gut funktionierendes Team hat, ist SCRUM
eher ein Nachteil weil hier ein unflexibles und autoritäres System
eingeführt wird.
3. Durch SCRUM neigen viele nicht ganz bodenständige Menschen (Nerds
sind in der Regel so) sich selbst auszubeuten und sich in Meetings mit
kürzeren Fristen zu überbieten.
4. SCRUM ist ein fast religiöses System das auf gar keinem Fall
kritisiert werden darf, erinnert stark an Scientology, z.B. „Tools for
Life“ und ähnliche typisch amerikanische Bevormundung.
5. SCRUM deckt in der Regel auch interne Strukturprobleme (Schwächen)
des Unternehmens auf die aber kein BWL lösen wollen wird. Der Latein der
BWL-ler endet exakt hier, schließlich ist SCRUM nur dafür gedacht etwas
am Mitarbeiter zu „formen“.
6. Es ist viel billiger ein einfaches Tool einzusetzen wo Mitarbeiter
eingeben was sie gemacht haben und wie lange, und kurze tägliche
Gespräche abzuhalten. Stattdessen aber holen sich die Firmen teuere
SCRUM-Berater und tagelange SCRUM-Schulungen wo außer den dämlichen
denglischen Sprüchen kaum was Brauchbares erzählt wird.
7. SCRUM verschiebt einen Teil der Organisation (und Verantwortung) mit
voller Absicht auf Mitarbeiterebene ohne dass dafür eine angemessene
Entlohnung erhalten wird.
8. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden wo man flexibel reagieren
muss, kaum anwendbar wenn man andauernd die Sprints ändern muss.
Du sprichts mir aus der Seele. Ich bin seit 1976 in der Entwicklung
tätig und muss diesen "MURCS" auch noch über mich ergehen lassen.
Tätgliche Scrum Floor Metings und dieser ganze denglische Scheiss.
Täte die Firma die Entwicklung mit einer ordentlichen
Personalausstattung
betreiben bräuchte man diesen Mist nicht.
Christian B. schrieb:> Das Ergebnis sind Entwicklerteams die ständig mit den neuen> Features herum spielen, dann damit was machen, nur um später> festzustellen, dass das Feature ungeeignet ist, bzw man es vielleicht> nicht richtig verstanden hat
Oh, wie wahr. Einem großen Teil der Softwarepakete, die uns umgeben,
zeigen, dass die Entwickler sehr gerne einfach kritiklos nutzen, was da
ist, ohne, dass damit eine echte Anforderung verbunden gewesen wäre.
Viel Klickibunti ohne Wert. Das Fatale ist dann oft, dass wirklich
nötige Funktionen nicht da sind, nicht funktionieren, weil der Fokus auf
anderen Dingen lag.
Die Kommentare hier decken sich mit meiner Erfahrung:
-) Scrum hat nicht viele Regeln, verlangt aber, dass diese eingehalten
werden. Versteht man Scrum nicht und/oder setzt man es nur teilweise um,
dann funktioniert es nicht. Sieht man gut hier in diesem Thread: da
regen sich die Leute über Scrum auf mit Szenarien, die man bei Scrum
gerade verhindern möchte.
-) Scrum ist nicht für alle Projekte geeignet. Für die hier genannten
Projekte im Ausmaß von 4 Manntagen, oder wenn eh schon alles komplett
spezifiziert ist (dann kann man es gleich den Indern geben), braucht man
kein Scrum.
-) Scrum krempelt die Organisation stärker um als man denkt. Das klappt
oft nicht.
In der Firma, in der ich arbeite, setzen wir ein Subset von Scrum ein.
Das funktioniert nicht, ist aber auch logisch. Aber noch immer besser
als zuvor, wo wir gar keine Methode hatten. Unsere Kunden sind mindere
Qualität gewohnt, daher ist das leider kein Problem. "Richtige"
Scrum-Teams funktionieren meiner Beobachtung nach aber echt gut.
In der Regel ist das so dass Unternehmensberater die Chefs dazu
verführen diesen Blödsinn einzuführen weil sie ihm mehr Gewinn und
weniger Arbeit (für ihn selbst) versprechen, da (wie schon vorgemerkt
wurde) ein Teil der Organisation nach unten rutscht. Scrum und
Flexibilität passen nicht zueinander. Den Höherpunkt der Perversität
habe ich mal in einem Großkonzern erlebt, dort strömen morgen früh
Mitarbeiter in die Meetingsräume rein, in jedem Raum ca. 50 man. Es gibt
keine Stühle in diesem Raum, alle bleiben stehen für ca. 45min. In
dieser Zeit wirft man sich gegenseitig so ein kuscheliges Bällchen zu,
genannt Speechtoken, und erzählt was man gestern gemacht hat und was man
heute vor hat. Noch peinlicher und kindischer geht es kaum.
hal3000 schrieb:> Täte die Firma die Entwicklung mit einer ordentlichen> Personalausstattung> betreiben bräuchte man diesen Mist nicht.
Hm, kommt mir bekannt vor. Wir haben einen sehr, sehr guten
SW-Entwicklungsprozess über den wir qualitativ hochwertige Software
entwickeln könnten, allein die Mitarbeiter fehlen, bzw. es wird dem Team
mehr Arbeit aufgehalst als machbar ist.
Das Ergebnis ist dann, dass am Prozess vorbei gearbeitet wird, Fehler
passieren und Termine nicht eingehalten werden können. Als Reaktion
darauf wurden Projektleiter (Plural) ins Boot geholt, welche noch keine
Ahnung vom Thema oder dem Prozess haben, ihn aber verschlanken sollen.
Der Prozess funktioniert, hat sich bewährt und ist gut, es fehlen nur
die Leute. Aber statt Entwickler einzustellen werden Projektleiter
geholt, der Overhead aufgeblasen und die Qualität herabgesetzt. Und
gleichzeitig redet der Chef davon, dass wir unbedingt "agil" entwickeln
müssen.
progger schrieb:> da> regen sich die Leute über Scrum auf mit Szenarien, die man bei Scrum> gerade verhindern möchte.
Präzisiere das mal bitte. Was nützt mir ein in der Theorie toller
Prozess, der in der Praxis nicht funktionieren kann, weil es immer
Randbedingungen wie ein Budget und ein Abgabetermin gibt.
Sorry aber das ist doch dann reine Augenwischerei, genau wie eine tolle
Prinzipschaltung in Tieze Schenk, die aber nur funktioniert wenn die
Bauteile max. 0,001% Toleranz haben.
Carl hat es prima zusammengefasst:
Carl D. schrieb:> SCRUM formalisiert Dinge, die erfolgreiche Team von alleine richtig> machen, bringt vielleicht ein paar Leute auf den Trichter und> hinterlässt einige ratlos, die formal alles richtig gemacht haben, aber> trotzdem versagen. Und es sorgt für viel Umsatz bei den> Zertifikatsverteilern.
Was noch fehlt aber auch schon angesprochen wurde: SCUM ist ein schönes
Bullshit Bingo Buzzword für BWLer und Vertriebler.
Es gibt in der Softwareentwicklung keinen Königsweg, sondern immer
mehrere Varianten, welcher der Beste ist hängt vom Projekt, den
Rahmenbedingungen und den Menschen ab, die daran mitwirken.
Ich finde von SCRUM wird häufig geredet. In Wirklichkeit steht was ganz
anderes dahinter.
Selbst in Firmen die von fest definierten Aufträgen lebt wird intern
gesagt man verwendet SCRUM(erlebe ich selbst gerade -.-).
Das kann nicht funktionieren.
Ich hab die Erfahrung gemacht es wird viel und oft gesagt: "Wir machen
SCRUM", in Wirklichkeit ist es aber nicht so. Wenn ich ein Lastenheft
habe dann wird es einfach schwierig einen wirklichen SCRUM-Prozess zu
führen.
Das Problem ist vor allem das in DE viele Firmen einfach nicht agil
sind, sich aber selbst so sehen. Außerdem ist die SW-Entwicklung, gerade
in kleineren Industriefirmen, gespickt von Quereinsteigern die in der
Regel keine Ahnung von agiler SW Entwicklung haben. Dann kommt es
ziemlich schnell zu Missverständnissen was das überhaupt bedeutet, es
wird mit Begriffen um sich geschmissen die hinten und vorne nicht
stimmen und sich dann noch modern gefühlt.
SCRUM funktioniert dort wo ich eben keine starren Anforderungen habe und
mich als Kunde laufend beteilige.
VW geht ja auch nicht zu Bosch und sagt: "Schauts mal wie es läuft, 30
mille kriegts trotzdem.".
Die sagen ja auch:"Ich will eine Abgasabschalteinrichtung bis 31.1. für
10 mille und wennst es nicht schaffst, Vertragssstrafe".
verwundet schrieb:> Außerdem ist die SW-Entwicklung, gerade in kleineren Industriefirmen,> gespickt von Quereinsteigern die in der Regel keine Ahnung von agiler SW> Entwicklung haben.
Das ist leider genau das Problem,
Selber mitgemacht, in do nem kleinen KMU in der Industrie:
Auf 10 j. alter Legacysoftware ( in C geschrieben )
versucht, neue Komponenten mit Scrum zu entwickeln, die meisten
Entwickler abgehaut, ich war einer der Erfahreneren damals mit ca. 2
Dienstjahren bei der Firma.
Schlechte Qualität war der Kunde genauso gewöhnt.
Es gab nen Scrummaster wie sich das halt alles nennt, funktioniert hats
im Endeffekt nicht.
Jeder hat halt für sich seine Zettelchen und Tasks abgearbeitet, aber
am Schluss hat alles schnittstellenübergreifend nicht funktioniert.
klausi schrieb:> Jeder hat halt für sich seine Zettelchen und Tasks abgearbeitet, aber> am Schluss hat alles schnittstellenübergreifend nicht funktioniert.
Nicht funktionierende Kommunikation! Wenn jeder ein bischen über den
Tellerrand geschaut und das ganze Problem im Blick gehabt hätte wäre das
nicht passiert.
Klassisches Beispiel. dass der formale Prozess alleine keine Lösung ist.
Und wenn das Team gemeinsam über den Tellerrand schaut und konstruktiv
miteinander redet, dann brauchst du den formalen Prozess nicht mehr.
Der Andere schrieb:> Wenn jeder ein bischen über den> Tellerrand geschaut und das ganze Problem im Blick gehabt hätte wäre das> nicht passiert.
Ja wenn jeder den Gottgleichen IchStehÜberAllen Blick eines 5
Sterne-Projektmanager hat managed sich jedes problem wie von alleine und
zur universalen Zufriedenheit.
Aber wir sind nun man Menschen und keine Götter
und zerlegen deshalb Aufgaben zielführend in verdauungsgerechte Happen
daran ändert auch kein SCRUM etwas.
Ecce homo schrieb:> Der Andere schrieb:>> Wenn jeder ein bischen über den>> Tellerrand geschaut und das ganze Problem im Blick gehabt hätte wäre das>> nicht passiert.>> Ja wenn jeder den Gottgleichen IchStehÜberAllen Blick eines 5> Sterne-Projektmanager hat managed sich jedes problem wie von alleine und> zur universalen Zufriedenheit.
Ich sage "ein bischen über den Tellerrand blicken"
Du interpretierst: "Gottgleichen IchStehÜberAllen Blick"
Welches Problem hast du? Verstehendes Lesen? Kann man lernen...
Lu R. schrieb:> Der Prozess funktioniert, hat sich bewährt und ist gut, es fehlen nur> die Leute. Aber statt Entwickler einzustellen werden Projektleiter> geholt, der Overhead aufgeblasen und die Qualität herabgesetzt. Und> gleichzeitig redet der Chef davon, dass wir unbedingt "agil" entwickeln> müssen.
Genau das habe ich auch oft gesehen. Ich will noch genauer auf den Punkt
eingehen wo dabei noch groß geschummelt wird. Ein Prinzip in Scrum ist
dass man erst einen Sprint (ungestört!!!) beenden muss bevor die nächste
Aufgabe angegangen werden darf. In der Praxis funktioniert das selten,
es kommen immer Aufgaben dazu die "nebenbei" anfallen, selbst das
Führungspersonal das Scrum eingeführt hat, hält sich selbst nicht dran
und kommt immer wieder mit dem neuen Kramm. Dann heißt es aber, man
solle einen Sprint einführen der ca. 70% der Auslanstung entspricht,
dann kann man nebenbei noch Aufgaben machen.
In großen Firmen sehe ich immer BWL-ler die nur Scrum einführen können.
Die sitzen nur da und suchen z.B. keine neue Marktanteile oder neue
Möglichkeiten für die Firma. Sobald die Flaute kommt, rechnen sie um wie
viele sie entlassen müssen. Darin sehen sie schon ihre Aufgabe erfüllt.
Der Andere schrieb:> Ecce homo schrieb:>> Der Andere schrieb:>>> Wenn jeder ein bischen über den>>> Tellerrand geschaut und das ganze Problem im Blick gehabt hätte wäre das>>> nicht passiert.>>>> Ja wenn jeder den Gottgleichen IchStehÜberAllen Blick eines 5>> Sterne-Projektmanager hat managed sich jedes problem wie von alleine und>> zur universalen Zufriedenheit.>> Ich sage "ein bischen über den Tellerrand blicken"> Du interpretierst: "Gottgleichen IchStehÜberAllen Blick">> Welches Problem hast du? Verstehendes Lesen? Kann man lernen
Na dann hast Du ein problem mit "verständlichen Schreiben" den Du
schreibst:
"das ganze Problem im Blick gehabt"
den genau das geht beim Projekten die nicht von einem einzelnen
bearbeitet werden nicht mehr. Das ist die Aufgabe des PM der sich bei
SCRUM gern mit der bemerkung "Schaut über den tellerand" aus der
verantwortung schleicht.
Im im Bild zu bleiben Mit den Blick über den tellerrand erblickt man nur
den Tellarand des anderen aber nicht das Problem in Gänze.
Das kann nur der PM der nicht zu 110% vom Tagesgeschäft aufgefressen
wird wie der Coder in seinem Cubicle.
Ecce homo schrieb:> Das kann nur der PM der nicht zu 110% vom Tagesgeschäft aufgefressen> wird wie der Coder in seinem Cubicle.
Gehts nur mit Buzzwords? Und mir willst du nicht verständliches
Schreiben vorwerfen? ROFL!
Im Gegensatz zu dir bin ich schon über 20 Jahre im Geschäft und habe
genau solche funktionierende Projekte gesehen, genauso wie Projekte die
trotz oder wegen Wasserfall oder agilem Ansatz die vor die Wand gingen.
Ecce homo schrieb:> Das ist die Aufgabe des PM.
Der PM behält den kompletten Überblick. Aber wenn du an einer
Schnittstelle rumwurstelst ohne den anderen, der für die Gegenseite
verantwortlich ist, gefragt zu haben ob es so passt, dann bist du der
typische Scheuklappenprogrammierer, der die Hände in den Himmel streckt
und ruft "Ich wars nicht" wenn das Projekt gegen die Wand gefahren ist.
Der Andere schrieb:> Ecce homo schrieb:>> Das kann nur der PM der nicht zu 110% vom Tagesgeschäft aufgefressen>> wird wie der Coder in seinem Cubicle.>> Gehts nur mit Buzzwords? Und mir willst du nicht verständliches> Schreiben vorwerfen? ROFL!
Du weisst nicht was Buzzwords sind, in den zitierten Text findet sich
kein Einziges.
Das Kommunikation nicht die Lösung sondern nur Mittel zum Zweck sind
scheint dir auch nicht geläufig. Was das prinzip Divide et impera im
Team bedeudet hast Du offensichtlich auch nicht kapiert - Hinweis Über
den Tellerrand schauen und dabei kommunizieren ist kein "impera" - also
Beherrschung (des problems).
Der Andere schrieb:> Im Gegensatz zu dir bin ich schon über 20 Jahre im Geschäft und habe> genau solche funktionierende Projekte gesehen, genauso wie Projekte die> trotz oder wegen Wasserfall oder agilem Ansatz die vor die Wand gingen.
Der gegensatz zwischen uns besteht nicht in der berufserfahrung gleich)
sondern eher im Verantwortungsbewusstein und im Umgang mit
Bauernschlauen Weisheiten (übern Tellerrand ...)
MfG,
Ecce homo schrieb:> Der gegensatz zwischen uns besteht nicht in der berufserfahrung gleich)> sondern eher im Verantwortungsbewusstein
Der Unterschied besteht wohl eher darin, dass du BWLer bist und noch nie
entwickelt hast.
Ich beende die Diskussion hier ist völlig sinnlos geworden.
progger schrieb:> -) Scrum ist nicht für alle Projekte geeignet. Für die hier genannten> Projekte im Ausmaß von 4 Manntagen, oder wenn eh schon alles komplett> spezifiziert ist (dann kann man es gleich den Indern geben)
Ich habe noch nie ein SW-Projekt gesehen, in dem wirklich alles komplett
spezifiziert war. Gibt es sowas?
Mark B. schrieb:> progger schrieb:>> -) Scrum ist nicht für alle Projekte geeignet. Für die hier genannten>> Projekte im Ausmaß von 4 Manntagen, oder wenn eh schon alles komplett>> spezifiziert ist (dann kann man es gleich den Indern geben)>> Ich habe noch nie ein SW-Projekt gesehen, in dem wirklich alles komplett> spezifiziert war. Gibt es sowas?
Ja, und zwar bei Projekten, wo es gar nicht anders geht, weil sie
komplett nach Indien outgesourced werden.
Wir verwenden prinzipiell Scrum, jedoch wird das in seit einiger Zeit
ein wenig vernachlässigt.
Der hohe Zeitdruck im Projekt, die chronische Unterbesetzung und der
ständige Richtungswechsel vom Management machen es aktuell (und in den
letzten 6 Monaten) recht schwierig, Prioritäten zu setzen.
Die Tasks, die jeder bearbeitet, sind mittlerweile viel zu groß und bis
auf das tägliche Meeting ist nicht mehr viel von Scrum zu erkennen.
Aber 2016 wird alles besser ;-)
Gästchen schrieb:> In der Regel ist das so dass Unternehmensberater die Chefs dazu> verführen diesen Blödsinn einzuführen weil sie ihm mehr Gewinn und> weniger Arbeit (für ihn selbst) versprechen, da (wie schon vorgemerkt> wurde) ein Teil der Organisation nach unten rutscht. Scrum und> Flexibilität passen nicht zueinander. Den Höherpunkt der Perversität> habe ich mal in einem Großkonzern erlebt, dort strömen morgen früh> Mitarbeiter in die Meetingsräume rein, in jedem Raum ca. 50 man. Es gibt> keine Stühle in diesem Raum, alle bleiben stehen für ca. 45min. In> dieser Zeit wirft man sich gegenseitig so ein kuscheliges Bällchen zu,> genannt Speechtoken, und erzählt was man gestern gemacht hat und was man> heute vor hat. Noch peinlicher und kindischer geht es kaum.
Der Klassiker: "wir machen Scrum". Scrum setzt die Teamgröße auf 7+-2
Personen an. Hier sind es auf einmal 50 Personen. Das ist genau das
Gegenteil von dem, was Scrum sagt - trotzdem lautet das Fazit "Scrum
funktioniert nicht".
Der Andere schrieb:> Präzisiere das mal bitte. Was nützt mir ein in der Theorie toller> Prozess, der in der Praxis nicht funktionieren kann, weil es immer> Randbedingungen wie ein Budget und ein Abgabetermin gibt.> Sorry aber das ist doch dann reine Augenwischerei, genau wie eine tolle> Prinzipschaltung in Tieze Schenk, die aber nur funktioniert wenn die> Bauteile max. 0,001% Toleranz haben.
Klar kann der in der Praxis funktionieren, aber nicht immer. Scrum
möchte entweder den Scope oder das Budget festsetzen. Bei einem agilen
Prozess beides zu fixieren, und dann dem Kunden alle Änderungen
gestatten, weil agil, geht natürlich in die Hose. Das richtige Werkzeug
für die richtige Aufgabe, nicht für alles den Hammer benutzen!
Konrad schrieb:> Ja, und zwar bei Projekten, wo es gar nicht anders geht, weil sie> komplett nach Indien outgesourced werden.
Warum sollte man beim outsourcen nach Indien irgendetwas spezifizieren ?
Die machen doch sowieso alles wie sie gerade lustig sind. Selbst wenn du
ordentliches Englisch schreibst, wird es kulturell bedingt dort nicht
gelesen aber ständig betont daß sie alles verstehen und hochrangige
Experten alles detailgenau umsetzen und es kommt ein ganze anderes
Produkt zurück. BTDT.
Inder kannst du knicken, Ex-UdSSR ist deutlich besser.
MaWin schrieb:> Inder kannst du knicken, Ex-UdSSR ist deutlich besser.
Oder Polen. Oder andere europäische Länder. Fähige Entwickler mit einem
ähnlichen kulturellen Hintergrund gibt es auf unserem Kontinent nicht
ganz wenige.
Jan H. schrieb:> ei einem agilen Prozess beides zu fixieren, und dann dem Kunden alle> Änderungen gestatten, weil agil, geht natürlich in die Hose.
Ja klar!
Kommt mir bekannt vor!
Am liebsten alles dem Kunden gestatten, Anforderungen über Bord
schmeißen, wir sind ja agil. Kein Problem.
Die Verkäufer haben verkauft, wir Entwickler sind die blöden.
Bei uns war es am Schluss gar kein Scrum mehr.
Es wurden einfach Zettelchen auf ne Wand geklebt und dann wenn wer
fertig wurde hat der den Zettel auf fertig gehängt. Oder es wurden
welche Zettel (Tasks) vergessen ;-)
Am Schluss wars einfach eine mehr oder weniger vollständige Todo Liste
:-)
Gästchen schrieb:> in die Meetingsräume rein, in jedem Raum ca. 50 man. Es gibt> keine Stühle in diesem Raum, alle bleiben stehen für ca. 45min. In> dieser Zeit wirft man sich gegenseitig so ein kuscheliges Bällchen zu,> genannt Speechtoken
würd gerne wissen welche firma das war ;) würd mich über ne pn mit ort
und abteilungsangabe freuen
lg
Hi,
das wollte ich damit nicht sagen.
Für eine Krisensituation ist es ok.
Für eine Standard-Situation ist es aus den aufgeführten Gründen nicht
mein Fall.
klausi schrieb:> Können wir den Thread schließen und sagen, Scrum ist ein unnützes> neumodisches K*ck Zeug,> womit irgendwelche Bwler damit rumwerfen und es
Nö, damit beschuldigst du die Falschen. Nach meiner Erfahrung sind es
aufstrebende Ingenieure und Informatiker die per reverse MURCS versuchen
die Karrierleiter nach oben zu fallen.
> nur für Juniorentwickler entworfen wurde, um damit sinnloses> Micromanagement zu betreiben?
Das kommt der Wahrheit schon näher
MfG,
Das ist nicht nur für Projekte. bei meinem oem wird das als firmen
politik inklusive führung so eingeführt. Ihr könnt euch vorstellen, was
das bedeutet, wenn die ganze Organisation so ist.
Vielleicht muss ich doch nach anderen jobs woanders schauen..
Jay schrieb:> Das Wasserfall-Modell hingegen ist toll. Auf dem Papier. Es hat nur den> großen Nachteil, dass es häufig nicht funktioniert, weil sich die> Realität ums Verrecken nicht an das Modell anpassen möchte.
Scrum ist Wasserfall im Kleinen ohne einen Plan vom Ganzen zu haben...
Oder was soll das Sprint-Planning mit Backlog + Review sonst sein?
Oder zum Spaß mal in Pseudocode
Hallo Kollegen,
wenn ich das hier so lese, kommt mir der Eindruck, als ob 99 Prozent
aller Projekte baden gehen. Das entspricht überhaupt nicht meiner
Erfahrung. Ich hatte in zwanzig Jahren genau ein Projekt in dem es
kritisch war, und da hatte ein Kunde die Begriffe agil und Sprint falsch
verstanden. Es ist eben nicht Coden bis die Finger bluten.
Aber wie gesagt, es war für mich die Ausnahme. Ich hatte erfolgreiche
Projekte mit und ohne scrum. Kritisch wurde es immer dann, wenn Kollegen
sich bestimmte Technologien oder Vorgehensweisen in den Kopf gesetzt
hatten um sie im Projekt zu lernen anstatt mit dem, was sie konnten,
pünktlich eine solide Arbeit zu liefern. Aber das war unabhängig von der
Organisationsform.
Ich glaube, aus vielen Aussagen hier eine gewisse Unzufriedenheit mit
der eigenen Situation heraus klingen zu hören. Ist es denn wirklich so
schlimm? Ich bin auch seit zwanzig Jahren dabei, und ich wäre es nicht,
wenn es mir keinen Spaß machen würde.
klausi schrieb im Beitrag #4347180:
> Da gibts ja noch Kanban, Kaizen, Lean und wie sie alle heißen....
Oder im Sichherheitskritischen Bereich:
DO-178, V-Modell XT; mit Schwerpunkt auf den gesamten SW-life cycle IEEE
12207 ...
Sichherheit ensteht eben nur wenn alles aufeinanderpasst.
Der Ansatz von SCRUM widerspricht dem zum Teil. "Wir wissen nicht was
der Kunde will also zeigen wir ihm jede Woche was wir so gemacht haben
und er kann dann sagen was ihm daran gefällt." So was funktioniert bei
Wischi Waschi
Oberflächen und macht da auch bei Kunden mit geringer (visueller)
Vorstellungskraft Sinn.
IMHO kommt bei SCRUM die Team-Aufstellung, Einarbeitung und "Schaffen
des Environments"-Phase zu kurz bzw. wird komplett ignoriert. Deshalb
scheitern ja auchso viele zusammengewürfelte ANÜ-Teams vom
Dienstleister.
MfG,
Andreas E. schrieb:> und da hatte ein Kunde die Begriffe agil und Sprint falsch> verstanden.
IMHO ist das die schlechteste und dümmste Ausrede bei der
Projekt-Retrospective: " Der Kunde hat SCRUM falsch verstanden "
Warum hat man dann SCRUM angeboten bzw. durchgezogen wenn SCRUM und die
Vorstellungen des Kunden nicht zusammenpassen? Klar SCRUM verleitet dazu
utopische Vorstellung des kunden über kurze Lieferfristen ernst zu
nehmen, weil SCRUM ja auf vielen inkrementellen Lieferungen aufbaut:
Nach jedem Sprint kann man was präsentieren und den Kunden beruhigen.
Die Zeit bis zur Abschlußlieferung wird aber dadurch auch nicht mehr,
über Qualität kann zu schweigen.
MfG,
Andreas E. schrieb:> Ich glaube, aus vielen Aussagen hier eine gewisse Unzufriedenheit mit> der eigenen Situation heraus klingen zu hören. Ist es denn wirklich so> schlimm?
Und was soll falsch sein an der Unzufriedenheit? Jeder postet seine
Erfahrung dazu, ich glaube nicht dass SCRUM automatisch gute Laune
verursacht, dafür wurde es schließlich nicht erfunden.
PS: Übrigens ist bei SCRUM kein menschlicher Faktor drin. Kein einziger.
Gästchen schrieb:> Und was soll falsch sein an der Unzufriedenheit? Jeder postet seine> Erfahrung dazu, ich glaube nicht dass SCRUM automatisch gute Laune> verursacht
Das wollte ich auch gar nicht ausdrücken. Mir ist nur das Maß der
Unzufriedenheit aufgefallen, und das ist imho ziemlich hoch.
Überraschend für mich, denn aus meiner täglichen Arbeit kenne ich das
anders.
> PS: Übrigens ist bei SCRUM kein menschlicher Faktor drin. Kein einziger.
Es sind die Menschen, die Erfolg haben oder eben nicht. Nicht die
Methode. Es ist wie beim Fußball, man muss auch mal dem anderen die
Vorlage geben damit er das Tor machen kann, selbst wenn der dann auf dem
Podium steht und man selbst nur in der Mannschaft dahinter. Hauptsache
ist doch, dass das Spiel gewonnen wird.
Meine besten Projekte waren agil und mehr oder weniger scrum, sie lebten
von der Flexibilität, vom Team und den einzelnen Menschen, die - so
unterschiedlich sie auch waren - im Team mehr wert waren als die Summe
der Einzelnen. Dass für einige vorher ein Erkenntnisprozess notwendig
war, ist klar, aber ohne dieses Wir-Gefühl kann keine agile Methode
funktionieren.
Fpga K. schrieb:> Nach jedem Sprint kann man was präsentieren und den Kunden beruhigen.> Die Zeit bis zur Abschlußlieferung wird aber dadurch auch nicht mehr,> über Qualität kann zu schweigen.
Genau das ist falsch, man muss dem Kunden klar machen dass er erst ab
einer gewissen Vorarbeit etwas sehen kann, sonst wird gemockt dass die
Schwarte kracht, und der Aufwand steigt ins Unermessliche.
Wenn man die Cojones hat, dies zu tun, wird kein Kunde mit Unverständnis
reagieren. Wer das nicht versteht, der hat mich nicht verdient. Punkt.
Der nächste, bitte...
Ich bin doch kein Kindermädchen für ahnungslose Manager.
Andreas E. schrieb:> Mir ist nur das Maß der Unzufriedenheit aufgefallen,> und das ist imho ziemlich hoch. Überraschend für mich,> denn aus meiner täglichen Arbeit kenne ich das anders.
Ach naja, die Erklärung ist, glaube ich, nicht kompliziert:
1)
Wir sind hier in "Ausbildung, Studium & Beruf". Hier muss
aus Prinzip ALLES in Grund und Boden diffamiert werden.
2)
Offensichtlich wird von diversen Führungskräften viel
Schotter unter der Flagge "SCRUM" verkauft, der mit dem
ursprünglichen Geist der Methode wenig bis nichts gemeinsam
hat.
Wenn z.B. eine von SCRUM Betroffene klagt, dass "das
Vorbereiten der täglichen Präsentation unheimlich viel
Zeit kostet", dann fragt man sich schon ernsthaft, welches
Märchenbuch deren Chefs gelesen haben. Wo im agilen
Manifest steht etwas von täglichen Präsentationen?
> Meine besten Projekte waren agil und mehr oder weniger> scrum, sie lebten von der Flexibilität, vom Team und> den einzelnen Menschen, die - so unterschiedlich sie> auch waren - im Team mehr wert waren als die Summe> der Einzelnen. Dass für einige vorher ein Erkenntnisprozess> notwendig war, ist klar, aber ohne dieses Wir-Gefühl> kann keine agile Methode funktionieren.
Ja. Ich denke, der Schlüssel liegt in der Erkenntnis,
dass agile Methoden weder für alle Aufgabenstellungen
noch für alle Teams gleichermaßen geeignet sind.
> [...] sonst wird gemockt dass die Schwarte kracht,> und der Aufwand steigt ins Unermessliche.
Das ist wohl kein Privileg agiler Methoden. Nimm mal
an einem halbfertigen Wasserfall-Projekt eine halbwegs
tiefgreifende Änderung vor und beobachte den Aufwand...
Ach so, nochmal was anderes: Was sagst Du zu der Kritik,
SCRUM sei abzulehnen, weil es sich lediglich um einen
permanenten Krisenmodus handele?
Andreas E. schrieb:> Das wollte ich auch gar nicht ausdrücken. Mir ist nur das Maß der> Unzufriedenheit aufgefallen, und das ist imho ziemlich hoch.> Überraschend für mich, denn aus meiner täglichen Arbeit kenne ich das> anders.
Du verwechselst hier etwas. Die Postings über Scrum sagen gar nichts
über Zufriedenheit/Unzufriedenheit allgemein. Es kann sein dass man im
Allgemeinen zufrieden ist aber Scrum Scheisse findet weil man sich davon
gestört fühlt. Ich finde nicht dass es sich widerspricht.
Und zum Thema "agil", was soll das eigentlich sein? Jedes Projekt was in
guter Zusammenarbeit und unter Zeitdruck läuft, läuft agil. Man tut so
als hätte man vorher geschlafen und jetzt höchst offiziell ganz "agil"
und superschnell ist. So etwas kann doch nur ein BWL-ler glauben. Ohne
den Quatsch mit Rechtfertigungen was man getan hat, Floor-Meetings und
Zettelchen hatte man vorher mehr Zeit für eigentliche Arbeit.
Gästchen schrieb:> Und zum Thema "agil", was soll das eigentlich sein?
Moment. Verstehe ich das richtig: Du diskutierst über
agile Methoden, ohne zu wissen, was agile Methoden sind?
> Jedes Projekt was in guter Zusammenarbeit und unter> Zeitdruck läuft, läuft agil.
Quark.
Einer der wesentlichen Pfeiler agiler Methoden ist das
iterative Vorgehen.
Um es einfach und bildhaft zu machen:
"iterativ (agil)" - Heranwachsen eines Kindes
"klassisch (Wasserfall)" - Montage eine Lokomotive
> Man tut so als hätte man vorher geschlafen und jetzt> höchst offiziell ganz "agil" und superschnell ist.
Au Mann...
> So etwas kann doch nur ein BWL-ler glauben.
Also, wenn Deine Chefs (oder gar Du selbst?) nicht den
geringsten Schimmer haben, was die Kernidee agiler
Methoden ist, dann sollte man das nicht den agilen
Methoden anlasten...
Possetitjel schrieb:> Ach so, nochmal was anderes: Was sagst Du zu der Kritik,> SCRUM sei abzulehnen, weil es sich lediglich um einen> permanenten Krisenmodus handele?
Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, Scrum ist in der Lage,
das Aufkommen von Krisen wirksam zu vermeiden.
Gerade bei umfangreichen Projekten läßt sich der Ablauf weder
vorhersagen, noch vorher bestimmen, und die kurzen Intervalle
ermöglichen frühes Gegensteuern. Sei es, dass erkannt wird, dass ein
Teilnehmer mit einer Teilaufgabe nicht klar kommt, sei es dass
festgestellt wird, dass ein bestimmter Weg in dem speziellen Fall nicht
gangbar ist, eine Aufgabe länger dauert als geschätzt, oder in kürzerer
Zeit erledigt ist, im gleichberechtigten Team findet sich immer ein Weg
der das Projekt nach vorne bringt. Und - was auch ganz wichtig ist - es
findet sich für jede Teilaufgabe jemand, der sie gern übernimmt.
Dazu gehört natürlich ein Team, das dies auch lebt, demokratisch und
unambitioniert an die Sache heran geht. Wobei unambitioniert in dem Sinn
zu verstehen ist, dass Teilnehmer ihre Begeisterung für ihre Ideen nicht
in eine Hartnäckigkeit bei der Diskussion ausufern lassen. "Wenn ich
eine Idee habe, dann stelle ich sie zur Diskussion und lasse die anderen
entscheiden ob sie für das Projekt gut ist oder nicht" ist der einzige
heilsbringende Weg.
In dieser Weise gelebt ist scrum keine permanente Krise, sondern der
Nährboden für eine zielführende, pragmatische und kreative Durchführung
umfangreicher Entwicklungsprojekte.
Was heute mit scrum gemacht wird, ist allerdings oft auch nicht im Sinne
des Erfinders, die Instumentalisierung und Ideologisierung schadet dem
Begriff und führt viele Vorgehensweisen ad absurdum. Ich verstehe daher
auch die Ablehnung einiger. Die Vorgehensweise der Selbstorganisation
von Teams in einem Projekt war ja schon vorher gang und gäbe, ich habe
scrum gemacht lange vor dem agilen Manifest, weil es sich als Methode
der effizienten Softwareentwicklung in kleinen Teams quasi von alleine
ergab.
Nun hat das Kind einen Namen und die Sache läuft aus dem Ruder.
Es ist ein Schlagwort für Verkäufer geworden, das mit der Methodik - ob
nun durch Zufall und Pragmatismus entstanden oder durch eine allgemeine
Beschreibung einer Vorgehensweise - nich mehr wirklich viel zu tun hat.
Warum Scrum keine gute Idee ist, Projekt-Destruktor und
Motivations-Killer ist:
1. Agilität? -> :-) der Mensch kann gar nicht agil sein, der Mensch ist
keine Maschine, jede Person hat sein Charakter, unterschiedliche
Erfahrungen,
Gefühle usw. usw. Der Mensch wird krank.....
2. Die meisten Scrum Projekte scheitert, weil:
Man produktions/fertiguns-Methodiken 1:1 übernommen hat, bei denen ja
grundsätzlich Material/Grundlagen-Forschung, Produktionsplanung,
Rohstoffe usw. usw. komplett entwickelt und fertig sind, per Knopfdruck
passiert alles reibungslos("generell"). Aus dem Gründen die im 1. Punkt
genannt sind kann der Mensch all das garnicht realisieren, Krankheit,
keine kompletten Vorgehensweisen, falsche Implementierungen, Dokus sind
evtl. vorhanden aber nur Theorie geschweige denn praktisch 1:1
umsetzbar, große Abhängigkeiten die Zeitkosten verursachen.
3. Scrum wird vor allem vom bezogenem Management ausnahmslos missbraucht
und zwar von allen und in allen Projekten, Druck auszuüben und zu
kontrollieren.
4. Commitments werden ignoriert
usw.
usw..
usw...
zunächst mal Verzeihung, dass ich erst jetzt wieder zurückkehre. Das
Thema bleibt spannend. Wir haben uns in den letzen 6 Monaten schwer
getan, mit dem Thema etwas Sinnvoll an zufangen. Egal, was unterrichtet
und erklärt wird, das Verhalten ist eigentlich immer gleich:
Jeder weiß eigentlich, was gemeint ist, kann aber konkret nichts an
seiner Arbeitstechnik finden, die er anpassen oder ändern könnte, um dem
mehr gerecht zu werden.
Will meinen, die meisten denken, sie arbeiten bereits nach optimierten
Methoden.
Bis jetzt hat es noch nichts gebracht, außer Arbeitsunterbrechungen für
die Scrum-Schulungen. :-)
Mehr Meinungen erbeten.
Ist halt das übliche Modependel in der IT. Zuerst hat man einfach
drauflosentwickelt. Dann stellte man fest, daß das ins Chaos führt.
Daraufhin hat man Prozesse eingeführt, um festzustellen, daß man dann
nicht mehr flexibel ist und der Overhead wächst. Dann will man die
Prozesse wieder reduzieren und bemerkt, wieso man sie noch gleich
eingeführt hatte.
Kurzum: Der Wunsch, immer komplexere Projekte einfach und berechenbar zu
haben, ist einfach neben der Spur. Aber eine ganze Berater-Industrie
lebt davon, die Illusion der Wunscherfüllung in immer neuen, wenn auch
leeren Verpackungen zu verkaufen.
Nop schrieb:> Ist halt das übliche Modependel in der IT. Zuerst hat man einfach> drauflosentwickelt. Dann stellte man fest, daß das ins Chaos führt.> Daraufhin hat man Prozesse eingeführt, um festzustellen, daß man dann> nicht mehr flexibel ist und der Overhead wächst. Dann will man die> Prozesse wieder reduzieren und bemerkt, wieso man sie noch gleich> eingeführt hatte.
Richtig. Ohne Prozesse hat man Chaos und beliebige Arbeitsergebnisse.
Mit Prozessen hat man Verwaltungsaufwand, der einen davon abhält die
eigentliche Arbeit zu machen.
> Kurzum: Der Wunsch, immer komplexere Projekte einfach und berechenbar zu> haben, ist einfach neben der Spur.
So ist es. Es gibt keine Vorgehensweise, die immer und für jegliche Art
von Projekt passt. Sei es nun SCRUM oder irgend etwas anderes.
Reinhard S. schrieb:> Mehr Meinungen erbeten.
Eine clever agierende Firma wird sich anschauen, was für Möglichkeiten
es gibt um ein Softwareprojekt zu organisieren. Von diesen Möglichkeiten
wird man eine auswählen, die man für das aktuelle Projekt für geeignet
hält. Abhängig davon, welche Rückmeldungen die eigenen Leute geben, wird
man entsprechend nachjustieren.
Wenn eine Firma saudumm ist, wird sie die eigenen Leute ignorieren und
ihnen irgendeinen Prozess überstülpen, egal ob der nun passt oder nicht.
Meistens passt er dann nicht.
SCRUM kann für bestimmte Arten von Projekten gut geeignet sein. Wenn zum
Beispiel der Kunde selbst nicht so genau weiß, was er eigentlich will,
kann man ihm nach jedem Sprint eine Software ausliefern und seine
Rückmeldungen in den nächsten Sprint einfließen lassen. Das setzt
freilich voraus, dass der Kunde aktiv am Projekt mitarbeitet und
regelmäßig entsprechende Rückmeldungen gibt.
Für Projekte mit vertraglich klar festgelegtem Leistungsumfang, bei
denen etliche Normen und Zulassungsregeln für die Software einzuhalten
sind, ist SCRUM eher weniger geeignet.
Ich kenne übrigens sowohl prozeßlastige Arbeitsweisen wie auch eher lose
strukturierte. Letzteres hieß im Wesentlichen, daß die Entwickler sich
selber organisiert haben.
Witzigerweise war das Endergebnis genau andersrum, als man es glauben
würde. Aus strukturierten Prozessen wurde Chaos, weil Dinge nicht
rechtzeitig bedacht wurden und die Leute entweder nicht miteinander
geredet haben oder keiner wirklich den Weitblick hatte, die Spec auch
wirklich tauglich zu schreiben. Und dann waren die Prozesse im Weg, um
die Versehen schnell wieder geradezuziehen.
Das eigentlich unorganisierte Chaos wurde dagegen gut, weil die
Entwickler sich geeinigt haben, welcher Teilcode wem "gehörte", wodurch
man immer erst um Erlaubnis fragen mußte, wenn man da ranwollte. Das kam
eigentlich zunächst als Notbehelf gegen Mergekonflikte, wuchs sich dann
aber effektiv bis zu Designreviews aus. Völlig ungesteuert vom
Management wohlgemerkt, welches diese Entwicklung einfach nur mit
wöchentlichen abteilungsweiten Frühstücks"meetings" unterstützt hat, das
war Selbstorganisation. Nur, dazu braucht man halt auch die
entsprechenden Leute.
D. I. schrieb:> ann man mit einem soliden kommt darauf an beantworten. Prozesse sind> immer nur so gut wie sie von den beteiligten Personen verstanden und> gelebt werden.> Habe sowohl schon gute als auch schlechte Ausprägungen gesehen.
Je mehr die Prozesse den MAs nutzen um so mehr werden diese genutzt und
gelebt.
Agile Entwicklung ist durchaus weit verbreitet.
SCRUM ist eine Variante davon.
Meine Erfahrung ist, dass der Begriff "Agile Entwicklung" von Managern
vielschichtiger Konzerne gerne missbraucht wird, um geregelte Prozesse
zu umgehen und die Schuld für Versagen den Entwicklern am unteren Ende
der Hierarchie zuzuschieben.
Wenn Zeit oder Geld knapp werden, verfällt man plötzlich in flexible
"agile" Arbeitsweisen, wo man auf Projektleitung und Dokumentation
verzichtet. Wenn dann außenstehende erste Sorgen äußern, weist man
darauf hin, dass SCRUM doch eine bewährte Methode sei und wir machen
jetzt SCRUM. Was allerdings eine glatte Lüge ist.
> Mir scheint, dem SCRUM-Master wird eine verlogene Aufgabe gestellt
Allerdings, leider habe ich das häufig so erlebt.
Womit ich allerdings sehr gute Erfahrung gemacht habe, ist die
"Matrixorganisation", die bei Vodafone in der Technik eingeführt wurde.
Jeder Abteilungsleiter hatte für seine Abteilung spezifische Ziele für
deren Erreichung er belohnt wurde. Und die hat er auf seine Mitarbeiter
verteilt. Also hat sich jede Abteilung gewollt primär um die Erfüllung
dieser Ziele gekümmert. Damit waren Zeit und Budget in der Regel auch
schon ausgelastet.
Nun gab es technische Projekte, an denen Mitarbeiter zahlreiche
Abteilungen zusammen arbeiten mussten. Da aber die eigenen Interessen
Vorrang hatten, liefen diese Projekte immer schlecht. Und doch hat jeder
genau das getan, was man von ihm verlangte. Wer sich zu tief in ein
Projekt reinhängte, vernachlässigte zwangsläufig die Ziele seiner
Abteilung und brachte damit seinen Vorgesetzten um seinen Bonus.
In der danach neuen Matrixorganisation verdoppelte man quasi die
Führungskräfte. Die Abteilungsleiter unterschrieben Urlaubsanträge und
die neuen technischen Projektleiter waren nur jeweils 1-2 Projekte
zuständig. Zu hatten dazu Budget und Weisungsbefugnisse. Wenn mein
Abteilungsleiter mich für irgendeine Aufgabe haben wollte, musste er
sich mit dem Projektöleiter abstimmen. Bei Ressourcen-Konflikten mussten
sich die Projektleiter untereinander abstimmen - was wöchentlich
regelmäßig passierte.
Es gab damals viele starke Bedenken gegen diese Matrix-Organisation
(auch von mir), aber letztendich hat sie sich bewährt.
Warum ich das schreibe: In einer Matrix Organisation kann der technische
Projektleiter den SCRUM Master spielen, denn er hat die dazu nötigen
Mittel.
Meine Erfahrung mit Scrum, wie auch mit Prince und PMI sind leider eher
mittelgut. Wenn im Change-Management auf einmal ein riesiges Fass
aufgemacht wird, es zwanzig Beteiligte gibt, das Kick-In schon 2 Wochen
dauert und es eigentlich nur einen Tag "Extreme Programming" durch einen
der Treiberentwickler oder GUI-Leute benötigt hätte, dann besteht der
Hund zu 95% nur noch aus Schwanz.
Die echt guten Projekte mit solchen Managementsystemen (in Reinform)
waren große Projekte die irgendwas aus dem Nichts erschaffen haben und
wo der Projektleiter ein Externer war, der echt nur das Projekt fair
geleitet hat.
Oft werden in echten Firmen und echten Projekten eigene
Middleware-Frameworks und hauseigene Standardtechniken eingesetzt, die
dann zu Produkten führen. Wenn man sowas zu sehr in die Prozesse einer
Projektleitung durch den Kunden zwingt wird einfach nur Geld verbraten.
Auch ITIL und andere Servicemanagementsysteme können übertrieben
eingesetzt werden.
>> Ich habe noch nie ein SW-Projekt gesehen, in dem wirklich alles komplett>> spezifiziert war. Gibt es sowas?> Ja, und zwar bei Projekten, wo es gar nicht anders geht, weil> sie komplett nach Indien outgesourced werden.
Habe ich erlebt. Da wurde eine tabellarische Ansicht von Datensätzen
skizziert, mit Buttons für Löschen und Ändern. Nur hatte man vergessen,
zu erklären, dass der "Löschen" Button den Datensatz daneben löschen
soll.
Die "Inder" Lieferten also ein Web-Interface mit Löschbutton, der keine
Funktion hatte. War ja so bestellt.
Wenn das die einzige Macke dieser Art gewesen wären, könnte man ja noch
drüber lachen. Aber leider lief es so, dass nach Ablieferung ein Team in
DE noch weitere 2 Jahre an dem Programm arbeiten musste, um es überhaupt
benutzbar zu machen. 2 Jahre Zeit und Geld über dem Ziel - ein Desaster!
Und als wir dann fertig waren, guckten wir in 20 Enttäuschte Gesichter
bei den Anwendern, da sich die Prozesse im Unternehmen inzwischen
geändert haben und das neue Programm ist nun (mangels Anpassung) gar
nicht besser, als das alte.
> SCRUM kann für bestimmte Arten von Projekten gut geeignet sein. Wenn zum> Beispiel der Kunde selbst nicht so genau weiß, was er eigentlich will,> kann man ihm nach jedem Sprint eine Software ausliefern und seine> Rückmeldungen in den nächsten Sprint einfließen lassen. Das setzt> freilich voraus, dass der Kunde aktiv am Projekt mitarbeitet und> regelmäßig entsprechende Rückmeldungen gibt.
Sehr gut, das müsste man in jede Ausgabe des Manager Magazins schreiben.
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM> eingesetzt wurde, um Projekte zu managen.
Ich kennen keinen Laden mehr der das NICHT einsetzt, jede kleine
Klitsche nutzt das inzwischen.
> Meinungen zu dem System sind wilkommen.
Hatten wir das nicht erst.
> Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Ich kenne keinen Laden wo das wieder abgeschafft wurde. Vielleicht etwas
in den Details ewtwas angepasst aber im Prinzip immer noch SCRUM.
Rasenmäher schrieb:>> Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt>> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.> Ich kenne keinen Laden wo das wieder abgeschafft wurde. Vielleicht etwas> in den Details ewtwas angepasst aber im Prinzip immer noch SCRUM.
Das halte ich für ein Gerücht. Nicht überall kann man irgendetwas
lauffähiges ständig verbesserbares herstellen und alle sind gleichgut
auch in der Lage eine Software zu Testen oder deren Architektur zu
überblicken.
Sowas setzt man eher in kleineren "Läden" ein um eine bestimmte Sache zu
erledigen zu der es ein fertiges Pflichtenheft gibt. Bei steigender
Teamgröße und Komplexität und bei steigender Spezialisierung der
Projektteilnehmer bremst das reine SCRUM enorm aus.
Mir kommt es vor, als wäre SCRUM von und für Entwickler ausgedacht
worden, aber die ganze Firma und der Kunde sollen mitspielen. Denn sonst
funktioniert SCRUM nicht.
Nur: In welcher Welt bestimmen die Entwickler, wie es läuft?
In meiner nicht. Also beschränkt man sich bei der Anwendung von SCRUM
auf den Bereich der Entwickler, und genau deswegen funktioniert es
nicht.
Agile Entwicklung ist Ok, aber nach SCRUM Methode hatte ich leider noch
kein Erfolgreiches Projekt miterleben dürfen.
Stefan U. schrieb:> Mir kommt es vor, als wäre SCRUM von und für Entwickler ausgedacht> worden
Nein, es ist vor allem so bliebt, um die Leistung der
Programmiererschaft in betriebswirtschaftlichen Zahlen messen zu können,
"Velocity" ist wichtig, die Richtung in die es geht eher nicht.
Stefan U. schrieb:> Agile Entwicklung ist Ok
Nicht wirklich. Jede Änderung der Aufgabenstellung kann ggf. zur
zunichtemachung aller bisherigen Arbeit führen, bedeutet also deutliche
Mehrarbeit, verlängerte Projektlaufzeit, mehr Kosten, Arbeit für die
Katz. Mit einer Entwicklung anzufangen, obwohl Kunden und Architekten
nicht klar ist was das Projekt enthalten soll, ist halt voreilig. Agil
ist nur nötig, wenn man es mit Leuten zu tun hat die nicht wissen was
sie wollen oder können, (das hat man natürlich oft genug).
Mark B. schrieb:> SCRUM kann für bestimmte Arten von Projekten gut geeignet sein. Wenn zum> Beispiel der Kunde selbst nicht so genau weiß, was er eigentlich will,> kann man ihm nach jedem Sprint eine Software ausliefern und seine> Rückmeldungen in den nächsten Sprint einfließen lassen.
Jein. Wer regelmässig etwas vorzeigbares abliefern soll, baut keine
Strukturen die einen guten Unterbau liefern, sondern baut schnell in die
Höhe. Auch wenn ihm dann die Hilfsmittel fehlen, um den zeiten Turn
daneben mit weniger Aufwand setzen zu können. Typischer Fall sind
Dialoge oder Datenbanken: Da wird Dialog für Dialog gebaut, oder
Datenbanktabelle für Datenbanktabelle, bloss mit den Hilfsmitteln die
sowieso schon vorlagen also vom Softwarehersteller (ob Microsoft oder
SAP, ..) , weil das ja vorzeigbarer Fortschritt ist, an statt erst mal
Strukturen zu schaffen, die dann Dialoge und Datenbanktabellen im
Idealfall automatisch generieren, zumidnest aber deren Daten automatisch
hinein und hinaustransportieren. Weil dieser Unterbau ja für sich nicht
lauffähig und vorzeigbar ist.
MaWin schrieb:> Weil dieser Unterbau ja für sich nicht lauffähig und vorzeigbar ist.
Vor allem nicht vorzeigbar. Hauptsache man hat jede Woche etwas was man
dem Chef, dem Vertriebler, dem Kunden oder sonstigen Personen für die
ein Taschenmesser schon high tech ist "zeigen" kann.
MaWin schrieb:> Mark B. schrieb:>> SCRUM kann für bestimmte Arten von Projekten gut geeignet sein. Wenn zum>> Beispiel der Kunde selbst nicht so genau weiß, was er eigentlich will,>> kann man ihm nach jedem Sprint eine Software ausliefern und seine>> Rückmeldungen in den nächsten Sprint einfließen lassen.>> Jein. Wer regelmässig etwas vorzeigbares abliefern soll, baut keine> Strukturen die einen guten Unterbau liefern, sondern baut schnell in die> Höhe. Auch wenn ihm dann die Hilfsmittel fehlen, um den zeiten Turn> daneben mit weniger Aufwand setzen zu können. Typischer Fall sind> Dialoge oder Datenbanken: Da wird Dialog für Dialog gebaut, oder> Datenbanktabelle für Datenbanktabelle, bloss mit den Hilfsmitteln die> sowieso schon vorlagen also vom Softwarehersteller (ob Microsoft oder> SAP, ..) , weil das ja vorzeigbarer Fortschritt ist, an statt erst mal> Strukturen zu schaffen, die dann Dialoge und Datenbanktabellen im> Idealfall automatisch generieren, zumidnest aber deren Daten automatisch> hinein und hinaustransportieren. Weil dieser Unterbau ja für sich nicht> lauffähig und vorzeigbar ist.
Man könnte wohl argumentieren, dass das Problem "Kunde weiß nicht so
genau was er will" auch anders gelöst werden kann. Indem fähige
Entwickler, die keine Vollnerds sind sondern die mit Menschen sprechen
können :-) mit dem Kunden reden und ihm Vorschläge für seine
Aufgabenstellung machen.
Wenn in großen Firmen Leute im Vetrieb sitzen, die von Software keine
Ahnung haben, dann wird das natürlich schwierig.
> Agil ist nur nötig, wenn man es mit Leuten zu tun hat> die nicht wissen was sie wollen
Ist das nicht fast immer der Fall? Deswegen meine ich ja, dass agile
Entwicklung Ok ist. Denn wer nicht mit macht, sitzt draußen vor der
Türe.
> Weil dieser Unterbau ja für sich nicht lauffähig und vorzeigbar ist.
Die wichtigen Personen interessieren sich ohnehin eher für Powerpoints,
die super komplex und doch nachvollziehbar wirken. Ich sage nur SAP
Hybris...
> Indem fähige Entwickler, die keine Vollnerds sind sondern die> mit Menschen sprechen können :-) mit dem Kunden reden und ihm> Vorschläge für seine Aufgabenstellung machen.
Ich bin immer dankbar, wenn es solche Menschen im Projekt gibt, die mir
(kommunikationsmuffel, nerd, programmierer) den Rücken frei halten.
Rasenmäher schrieb:> Ich kenne keinen Laden wo das wieder abgeschafft wurde. Vielleicht etwas> in den Details ewtwas angepasst aber im Prinzip immer noch SCRUM.
Meine Erfahrung ist eine andere. Viele behaupten sie würden nach SCRUM
arbeiten. In Wirklichkeit wursteln sie einfach dahin, und Leute wie
Mawin glauben dann der Schrott wäre SCRUM.
Jan H. schrieb:> Leute wie Mawin glauben dann der Schrott wäre SCRUM.
Hallo Trottel.
Hättest du meine Beiträge gelesen
MaWin schrieb:> Quasi jeder macht Scrum - oder was er dafür hält.
würdest fu meinen Namen hier nicht nennen.
Aber Trottel wie du sondern ja meist auch nur einen Sstz ab:
"Wenn Scrum schief geht, liegt es nur daran, dass ihr nicht 100% Scrum
nach der reinrn Lehre gemacht habt - denn Scrum ist per Definition
unfehlbar, nur die Mitarbeiter unfähig"
Das ist dann so wie mit dem Sozialismus dem du noch nachweinst...
Man hat schon des öfteren gehört, dass Firmen behaupten sie würden
nach SCRUM entwickeln. In Wahrheit haben sie ihrer chaotischen und
planlosen Vorgehensweise einfach nur einen neuen Namen gegeben. ;-)
MaWin schrieb:> Hallo Trottel.
Ui, da habe ich ja einen wunden Punkt erwischt :)
> Aber Trottel wie du sondern ja meist auch nur einen Sstz ab:> "Wenn Scrum schief geht, liegt es nur daran, dass ihr nicht 100% Scrum> nach der reinrn Lehre gemacht habt - denn Scrum ist per Definition> unfehlbar, nur die Mitarbeiter unfähig"
Nein, ich sage wenn man irgendetwas macht, SCRUM draufschreibt, und dann
geht es in die Hose, dann ist nicht SCRUM schuld.
Meiner Erfahrung nach machen nur die wenigsten, die es behaupten,
wirklich SCRUM. Diejenigen, die es ordentlich durchziehen, fahren sehr
gut damit. Aber wir drehen uns in diesem Thread eh im Kreis, alles wurde
schon mehrmals geschrieben.
> Das ist dann so wie mit dem Sozialismus dem du noch nachweinst...
Was soll denn das mit dem Thema zu tun haben, hast du schon das Alter
erreicht in dem bei Stress die Russenangst aufkommt?
Reinhard S. schrieb:> Meinungen zu dem System sind> wilkommen. Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Hallo Reinhard,
in der Regel wird Scrum dort eingeführt (wenn man es überhaupt richtig
aufsetzt) wo gleichwertige wiederkehrende Tätigkeiten anfallen, z.B. im
Softwarebereich. Scrum macht eher Sinn für unerfahrene Mitarbeiter die
richtige Kommunikation noch nicht drauf haben, Erfahrene brauchen Scrum
nicht und ihre Arbeitsergebnisse sind sogar ohne Scrum besser da Scrum
hier eher Grundlast ist. Bei enger Zusammenarbeit mit Kunden mit hoher
Flexibilität ist Scrum nicht möglich, so viel muss gesagt werden.
Es gibt auch Härtefälle mit Scrum: oft fallen die Chefs auf das
Versprechen der Unternehmensberater rein dass der Gewinn größer wird und
dass sie und die Führungskräfte weniger arbeiten werden (die
Organisation rutscht in Scrum nach unten ab) und Scrum wird als
universelle neoliberale Wunderreligion verstanden die alle Probleme
löst, und wird dort eingeführt wo sie nichts zu suchen hat. Scrum hat
keinen menschlichen Faktor drin und sieht eher einen Akkord-Ablauf vor,
auch jegliche Kritik für Scrum ist nicht zugelassen. (Diktat)
Fazit: bei Scrum wird typischerweise aus einer Mücke ein Elephant
gemacht. Für effizientes Arbeiten mit nachvollziehbaren Tätigkeiten und
angemessener Kommunikation reichen schon ein Paar einfache Tools, die
Pseudoreligion der Basarwirtschaft ist hier kein Muss.
Liebe Mitarbeiter,
heute stellen wir unsere Entwicklung auf SCRUM, UML und NoSQL
Datenbanken um. Sie werden alle drei Wochen geschult und danach werden
wir das Vorbild für die Industrie 5.0 im internationalen Markt sein.
Die Kosten für die Schulungen werden Ihnen vom nächsten Leistungsbonus
abgezogen - Wirtschaftliche Rahmenbedingungen zwingen uns leider zu
diesem Schritt.
James, bitte fahren Sie den Jaguar vor und lassen sie den Schneider
kommen, ich möchte heute Abend beim Meeting auf den Seychellen
angemessen erscheinen. Ach und Frau Meier, stornieren Sie das Essen im
Steigenberger, ich muss noch den Heli für die Benefizgala auswählen.
Nun denn, liebe Mitarbeiter: Frohes schaffen!
Jan H. schrieb:>> "Wenn Scrum schief geht, liegt es nur daran, dass ihr nicht 100% Scrum>> nach der reinrn Lehre gemacht habt - denn Scrum ist per Definition>> unfehlbar, nur die Mitarbeiter unfähig">> Nein, ich sage wenn man irgendetwas macht, SCRUM draufschreibt, und dann> geht es in die Hose, dann ist nicht SCRUM schuld.> Meiner Erfahrung nach machen nur die wenigsten, die es behaupten,> wirklich SCRUM. Diejenigen, die es ordentlich durchziehen, fahren sehr> gut damit.
Vielen Dank für die Bestätigung meiner Vermutung.
Hier im Forum können die wesentlichen Probleme, die man mit Scrum
Projekten (oder agil im Allgemeinen) so haben kann und die zu negativen
Denken darüber führen, ziemlich genau beobachtet werden :).
Wir entwickeln embedded Projekte nach Scrum, und auch hier kann man
relativ gut damit arbeiten.
Zu den Problemen, die meiner Meinung nach hier implizit geäußert wurden,
und die zu einem eher negativen Meinung führen:
1) Scrum wird (von unwissendenden) gerne als Allheilmittel gesehen. Das
ist es aber nicht. Auch eignet sich Scrum nicht für jedes Projekt
(Projekte die ein festes Pflichten-/Lastenheft mit festen Zeitpunkten
haben sind eher nicht geeignet). Da das hier aber eher ein Forum für
Ingenieure ist, ist tendentiell IMHO die falsche Zielgruppe betroffen
(es soll möglichst viel planbar sein, deswegen auch
Pflichten-/Lastenheft). Scrum ist ein Vorgehensmodell das, richtig
angewendet, sehr zielstrebig funktioniert. Leider soll aber nicht der
Kunde sagen können, ich will das xy bis zum 10.12. fertig ist. Das ist
eher eine Entscheidung des Teams, was für viele Softwareprodukte
überhaupt kein Problem ist (z.B. Officeprogramme: Feature xy gibts
vielleicht in Release 1.2, wenns aber erst in 1.21 kommt ist das auch
nicht schlimm), aber für typische Embeddedprodukte einfach nicht
funktioniert.
2) Scrum wird gerne als "Unorganisiert" dargestellt, das einem Planung
abnimmt. Meiner Meinung nach (ich habe sowohl positive als auch in
Firmen negative Erfahrungen gemacht), ist es eher umgekehrt. Scrum
braucht unglaublich viel Disziplin und Planung, aber nicht alles in
einer Hand. Der Product Owner muss sich darum kümmern um mit dem Kunden
auszumachen, welche Features er haben will (inkl. Priorisierung). Aber
das Team entscheidet, bei welchem Sprint was mit reinkommt. D.h. der
Kunde hat keinen direkten Einfluss darauf, was gemacht wird. Durch die
kurzen Zyklen muss gleichzeitig das ganze Team sehr strukturiert
arbeiten, weil schwere Fehler in max. 4 Wochen quasi nicht behebbar
sind. Scrum verlangt viel Planung, aber diese ist in kürzen Abständen
(eigentlich leichter planbar). Gleichzeitig braucht man auch einen
groben Gesamtplan.
3) Gruppengröße. Kurz und Knapp. Ein Scrum Master + Product Owner ist
Pflicht, dazu noch 4- 7 Entwickler. Mehr macht keinen Sinn. Hier wollen
Firmen gerne sparen und machen größere Gruppen oder wollen sich den
Scrum Master (der ja effektiv nicht direkt für die Firma was erbringt)
sparen. Das ist Bullshit. Oder der Scrum Master ist ein Entwickler. Auch
das ist nicht förderlich, sondern macht das Ding kaputt.
4) Managment: In größeren Firmen geben Vorgesetzte ungern Verantwortung
nach unten ab. Geht da nämlich was schief, rollen Köpfe. Das ist ein
weiteres Problem. Mangelndes Vertrauen, jeder will sich immer nur
absichern (kommt auch schon mal innerhalb des Teams vor). Dann
funktioniert sowas natürlich nicht. Leitende Angestellte mischen sich
dann ein, erteilen "Befehle" (Feature xy muss noch rein, wenn das nicht
passiert, dann gibts aufn Latz). Sowas ist scheiße und zeugt davon, dass
derjenige von Scrum keine Ahnung hat. Dann braucht man sich nicht
wundern wenn was schiefgeht.
5) Erfahrung: Bei meiner BA haben die Abteilungen auch nach "Scrum"
gearbeitet. Natürlich nur so halb... Nach meiner Frage, wer den der
Scrum Master ist: "Den brauchen wir nicht. Bei Problemen geh doch zu
deinem Vorgesetzten". Genau das macht Scrum kaputt.
ui schrieb:> Wir entwickeln embedded Projekte nach Scrum, und auch hier kann man> relativ gut damit arbeiten.> Das ist> eher eine Entscheidung des Teams, was für viele Softwareprodukte> überhaupt kein Problem ist (z.B. Officeprogramme: Feature xy gibts> vielleicht in Release 1.2, wenns aber erst in 1.21 kommt ist das auch> nicht schlimm), aber für typische Embeddedprodukte einfach nicht> funktioniert.
Sehe ich da einen leichten Widerspruch? ;-)
Ansonsten stimmt es was Du sagst. SCRUM kann man für manche Arten von
Projekt einsetzen, aber eben nicht für alle. Die typische PC-Software
wie etwa Office, Browser, Bildbearbeitung usw. kann man nach SCRUM
entwickeln.
Bei Software, die Sicherheitsanforderungen genügen muss und die einen
langwierigen Zulassungsprozess hat, ergibt SCRUM keinen Sinn.
Mark B. schrieb:> Man hat schon des öfteren gehört, dass Firmen behaupten sie würden> nach SCRUM entwickeln. In Wahrheit haben sie ihrer chaotischen und> planlosen Vorgehensweise einfach nur einen neuen Namen gegeben. ;-)
kommt mir bisweilen auch so vor.
Hauptsache man klingt international - Englisch.
Stefan U. schrieb:> Liebe Mitarbeiter,>> heute stellen wir unsere Entwicklung auf SCRUM, UML und NoSQL> Datenbanken um. Sie werden alle drei Wochen geschult und danach werden> wir das Vorbild für die Industrie 5.0 im internationalen Markt sein.
Hallo,
vielleicht als Tipp für einen angehenden "Scrummer": stelle sicher dass
eure Sprints für 100% Auslastung ausgelegt werden. Wenn das nicht so
ist, werdet ihr neben eure Sprints noch Nebenaufgaben erledigen müssen,
wenn beispielsweise euer Gescrumme auf 70% Auslastung ausgelegt ist. So
guckt manch ein "Scrummer" ganz schön erstaunt aus der Wäsche wenn er
zum Sprint noch eine schöne Aufgabe bekommt. Schöner Trick, was?
Gruß.
Gästchen schrieb:> vielleicht als Tipp für einen angehenden "Scrummer":
Vielleicht als Tipp für Profi-Scummer: Der zitierte Beitrag war Ironie.
Kann man natürlich während eines "Sprints" mal übersehen.
Mark B. schrieb:> ui schrieb:>> Wir entwickeln embedded Projekte nach Scrum, und auch hier kann man>> relativ gut damit arbeiten.>>> Das ist>> eher eine Entscheidung des Teams, was für viele Softwareprodukte>> überhaupt kein Problem ist (z.B. Officeprogramme: Feature xy gibts>> vielleicht in Release 1.2, wenns aber erst in 1.21 kommt ist das auch>> nicht schlimm), aber für typische Embeddedprodukte einfach nicht>> funktioniert.>> Sehe ich da einen leichten Widerspruch? ;-)
Schon leicht. Da wir aber (als Team) von Anfang an die Dinge richtig
geregelt haben (auch nach "oben" hin), funktioniert das bei uns (bis
jetzt, ca. 9 Monate) richtig gut.
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM> eingesetzt wurde, um Projekte zu managen. Meinungen zu dem System sind> wilkommen. Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
SCRUM ist doch nur eine weiterer schwachsinniger Hype, von Consultants,
Fachzeitschreiften, Buchverlagen und Softwareherstellern inszenizert,
weil die ständig eine neue Sau durchs Dorf treiben müssen, um Geld zu
verdienen.
Bei uns wurde SCRUM eingeführt und dann wieder abgeschafft, weil es
nicht funktioniert hat. Später nach einem Projektleiterwechsel wurde es
erneut eingeführt. Aber ich musste Gott sei Dank nicht mehr an diesen
schwachsinnigen Meetings teilnehmen, wo sowieso immer nur dieselben
zwei, drei Leute ihr Maul aufgerissen haben. Aber da ich nicht mehr
teilnehme, weiß auch nicht, ob es diese Meetings überhaupt noch gibt
oder ob das schon wieder abgeschafft wurde.
Alles halb so wild, man muss nicht einmal wissen, dass man daran
teilnimmt.
Mein liebstes Scrumerlebnis war als jemand bei einer Abschlusssitzung
(Kick-Off-Meeting, g) voll von höchstem Lob über mich äußerte, dass
ich ein guter "Product Owner" war und das "Backlog" total super, wobei
ich nicht einmal wusste, dass die Scrum einsetzen und dass es ein
Backlog gibt.
Es gab nur ein detailliertes Lastenheft, welches ich mit dem Endkunden
erfasst und denen weitergegeben hatte.
Wenn ich das so lese, kann ich nur sagen, dass jeder offenbar ein völlig
anderes Bild von SCRUM hat und es überall unterschiedlich gelegt wird.
Und: Ich sehe, dass wieder viel bullshit bingo betrieben wird.
Neue Begriffe für alte Fakten in neuen Schläuchen!
Reinhard S. schrieb:> Wenn ich das so lese, kann ich nur sagen, dass jeder offenbar ein völlig> anderes Bild von SCRUM hat und es überall unterschiedlich gelegt wird.
SCRUM ist sehr eng definiert. Meiner Beobachtung nach gibt es einerseits
die Leute, die das verstehen und beachten, und die haben dann auch ein
sehr ähnliches Bild davon.
Und dann gibt es viele, die SCRUM auf ihre bisherige Wurstelei
draufschreiben und sich dann darüber beschweren, dass es nicht
funktioniert.
Jan H. schrieb:> SCRUM ist sehr eng definiert. Meiner Beobachtung nach gibt es einerseits> die Leute, die das verstehen und beachten, und die haben dann auch ein> sehr ähnliches Bild davon.
Gibt es vielleicht ein/zwei gute Bücher als Empfehlung.
Bücher kann Ich Dir da keine empfehlen, wenngleich es etliche gibt, aber
eine Latte an Erfahrungen mit dem Thema habe Ich, die Ich Dir gerne
weitergebe:
SCRUM ist für mich nichts anderes, als dem unorganisierten Chaos in
vielen Firmen einen Namen zu geben, damit es besser klingt. Die Methoden
sind oft nicht wirklich "agil" oder gar "schnell", sondern es ist
oftmals langsamer und weniger effektiv.
Von den ständigen und vor allem täglichen Abstimmungen halte Ich
überhaupt nichts. Da stehen nur alle passiv in der Gegend herum und
erzählen, was sie gerade gemacht haben und was sie tun wollen. Richtig
in die Tiefe geht das nicht und nutzen tut es auch keinem wirklich, weil
es nur der Aufgabendeklaration und -Verfolgung dient. Kaum einer hat
wirklich Überblick, was der andere wirklich tut und kann ihm auch nicht
helfen oder gar Tipps geben. Meist kommen nur kluge Kommentare und
allseitiges Kopfnicken, was aber oberflächlich und oft falsch ist. Nur
fundiertes Wissen über Details befähigt zur Stellungnahme. Alle anderen
halten bei dem detaillierten Vorgehen besser die Klappe und kümmern sich
um ihr Arbeitspaket. Sinn macht es im Grunde nur für den Projektleiter,
damit er die Infos beitreiben kann, um die Koordination zu leisten, aber
das könnte er auch anders tun. Viele "Scrum Master" machen es so, dass
sie ganze Wände mit bunten Zetteln vollkleben, auf denen die Aufgaben
und Stati notiert sind, damit es schön dynamisch aussieht. Ausser in den
Meetings kuckt da aber keiner drauf, um Fortschritte an Projektaufgaben
zu erkennen und sich darauf takten zu können, daher ist der Wert Null.
Real meldet man das Ende eines Tasks dann doch, wenn er fertig ist,
damit der andere es direkt erfährt und nicht erst am nächsten Tag im
Meeting.
Vor allem ist es zeitlich sehr ineffektiv: Während einer redet, hören
die anderen zu, können aber mit der Info nichts rechtes anfangen, weil
sie die Details nicht kennen und von dem lediglichen Beschluss einer
Aufgabenstarts nichts haben. Stattdessen unterhalten sie sich privat,
schaukeln auf dem Stuhl herum, bis sie dann sind und überlegen sich bis
dahin, wie sie am intelligentesten ihre Defizite an ihrem Vorankommen
verstecken können und sich trotzdem toll präsentieren können, um
eventuelle Rückfragen zu vermeiden. Kritisches Nachfragen zu Lösungen
wird ohnehin abgewimmelt, teils zu Recht - teils zu unrecht.
Egal wie, am Ende wurschtelt doch wieder jeder vor sich hin und
organisiert sich selber, weil irgendwas anders läuft, er es nicht
geplant hat, nicht voraussehen können oder weil ihm was fehlt. Besser
ist es, man organisiert die Arbeitspakete so, dass die Leute mal 3 Tage
arbeiten können, ohne sich synchen zu müssen. Nur das ist effektiv. Dann
kann jeder ungebremst durch SCRUM seine eigenen Planänderungen lokal
durchziehen ohne andere mit abzubremsen.
SRUM ist daher mit der Art der Durchführung eine Methode, die ihrem
eigenen Anspruch im Wege steht! Statt grobe short- und long-Task in
"sprints" und "claims" zu organisieren und diese stündlich zu überwachen
um ständig die Orga anzupassen, wäre es besser, die Tasks genauer zu
beschreiben, diese länger aufzuziehen und eine Person gleichzeitig auf 3
Tasks zu setzen, die sie mit den jeweiligen members lokal organisiert,
um auf deren Schwankungen einzugehen.
Ich als Selbständiger habe dann auch nicht das Problem, ständig anwesend
zu sein, um dann doch nichts vom Meeting zu haben, ausser irgendwo
eingeplant zu werden, was dann doch nicht funktioniert, weil das team
member überzieht, nicht anwesend ist und mir dann schnell was anderes
zugewiesen wird, damit ich keinen Leerlauf habe. 30% der Zeit geht so
fürs Planen drauf und fürs Umplanen und Ändern oder das Wegwerfen
nutzloser Vorausarbeit oder Vorausdenken oder Absprachen eines Tasks,
der schon einen Tag später wieder verworfen wird. Die Task selber sind
dabei aber so überflächlich definiert, dass die formelle Darstellung am
Tableau eher verwirrt und Chaos verursacht, z.T. zu Fehlschlussfolgerung
führt.
Was hingegen nötig wäre, ist eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit in
kleine abgeschlossene Blöcke, die aber ausreichend lang sind umd dann
selbständig und alleine ohne andere geleistet werden können, damit die
Anzahl der Schnittstellen und Absprachen klein bleibt. Das eigentliche
Ziel einer Projektleitung muss daher sein, das Projekt zu "entscummen",
d.h. die Notwendigkeit der Absprachen zu reduzieren.
Innerhalb einer solchen long term Aufgabe muss sich dann jeder selber
organisieren und sich ad hoc mit den anderen absprechen. Das geht aber
nicht im daily scrum meeting. Das nimmt den Leuten nur Arbeitszeit weg
und mindert die Leistung. Es blockiert auch die Terminoptionen für
gegenseitige Absprachen untereinander.
Diese sind aber die wichtigen und sie müssen dann geführt werden, wenn
sie anfallen. Wenn Ich aber sehe, wie oft die Leute (vor allem der PL
und der TL) in den standardisierten meetings sitzen, hat kaum einer die
Chance, irgendwas zu planen oder zu organisieren. Die rennen dann alle
schnell zurück zum Arbeitspaket und machen dann dort weiter, wo es
gerade geht und versuchen dabei krampfhaft den nächsten Termin zu
schaffen. Je mehr Orga-meetings es gibt, desto weniger gut ist die Orga
und desto unorganisierter ist das Projekt.
Am Ende hängt es nämlich einzig daran, wie effektiv die Einzelnen sich
Ausserhalb des Meetings absprechen und das geht nicht so, dass man alle
halbe Stunde quatscht! Das geht nur so, dass man sich mal eine halbe
Stunde zusammensetzt, ein Ziel dfiniert und dann die nächsten Tage
gezielt drauf hingearbeitet wird.
Für die wirklich wichtigen Dinge gibt es nämlich schrifltiche Doku wie
Lasten-, Pflichten- und Designhefte, in denen die Anforderungen
hineingeschrieben werden und zwar bitte detailliert und richtig. So hat
es dort nur oberflächliche und falsche Darstellungen, die einem nicht
helfen. Weder bei der täglichen Arbeit noch bei deren Organisation. Die
Themen Integration und IB, welche traditionell die Loops aufwerfen,
fordern sowie ein bug tracking System, wo die Tester was reinspielen
können. Das alles geht online, über Datenbanken und gleichzeitigen
Zugriff!
Bin genau deiner Meinung. Und würde noch folgendes hinzufügen.
Selbständiger schrieb:> SRUM ist daher mit der Art der Durchführung eine Methode, die ihrem> eigenen Anspruch im Wege steht! Statt grobe short- und long-Task in> "sprints" und "claims" zu organisieren und diese stündlich zu überwachen> um ständig die Orga anzupassen, wäre es besser, die Tasks genauer zu> beschreiben, diese länger aufzuziehen und eine Person gleichzeitig auf 3> Tasks zu setzen, die sie mit den jeweiligen members lokal organisiert,> um auf deren Schwankungen einzugehen.>> Was hingegen nötig wäre, ist eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit in> kleine abgeschlossene Blöcke, die aber ausreichend lang sind umd dann> selbständig und alleine ohne andere geleistet werden können, damit die> Anzahl der Schnittstellen und Absprachen klein bleibt. Das eigentliche> Ziel einer Projektleitung muss daher sein, das Projekt zu "entscummen",> d.h. die Notwendigkeit der Absprachen zu reduzieren.
Ich finde, dass Scrum lediglich die Inkompetenz bzw. Faulheit derjenigen
kaschiert, die eigentlich für die Anforderungserstellung und die
Definition der Aufgaben zuständig sind. Das betrifft sowohl den
Auftraggeber als auch den Bearbeiter/Auftragnehmer. Anstatt sich mal
länger hinzusetzen und zu überlegen, was man denn haben möchte, wird
damit argumentiert, dass man es selber (also der Kunde selbst) nicht
genau weiß und somit die Arbeit umgeht, sich mit dem System/Produkt/Ziel
auseinanderzusetzen und zu sagen, xyz möchte ich haben.
So flattern nach jedem Treffen mit dem Auftraggeber/Kunde immer wieder
neue Anforderungen/Features rein oder Änderungen, die man umsetzen soll.
Diese sind dann aber wieder nicht genau definiert, weil man (Kunde und
Auftragnehmer/Product Owner etc) seine Arbeit, also sich mal mit seinem
System auseinaderzusetzen, nicht erledigt hat.
> Für die wirklich wichtigen Dinge gibt es nämlich schrifltiche Doku wie> Lasten-, Pflichten- und Designhefte, in denen die Anforderungen> hineingeschrieben werden und zwar bitte detailliert und richtig. So hat> es dort nur oberflächliche und falsche Darstellungen, die einem nicht> helfen. Weder bei der täglichen Arbeit noch bei deren Organisation.
Genau das is doch das Problem. Diejenigen, deren Aufgabe es ist,
Anforderungen, Designs, Architekturen zu erstellen, machen ihre Aufgabe
nicht richtig aus verschiedensten Gründen (Inkompetenz, Faulheit, keine
Erfahrung etc). Aber auch der Kunde ist zu faul - anstatt zu sagen, was
er denn haben möchte, lässt er den Auftragnehmer mal machen und schiebt
dann seine Wünsche nach.
Nicht falsch verstehen: Es ist mir klar, dass man nciht von Anfang an
eine komplette Spezifikation abgeben kann und dass es zu Änderungen
kommt. Aber ich finde, dass es gerade wegen Scrum/agiler Entwicklung,
dies immer mehr dazu führt, dass man sich immer weniger Gedanken über
sein System/Produkt macht.
Ich habe mehrfach die Erfahrung gemacht, daß Agile Entwicklung zu guten
Ergebnissen führen kann. Auch dann, wenn das Produkt erst während der
Entwicklung definiert oder gar geändert wird.
Kompliziert wird es, wenn vor dem Beginn der Entwicklung schon der
Zieltermin und Preis festgelegt werden, aber noch keiner so richtig
weiß, was er eigentlich bauen soll.
Für die Entwickler ist es in solchen Fällen wichtig klar zu stellen, was
man bis wann zu welchem Preis erledigen kann. Häufig hat man dann auch
recht lange Listebn von Unsicherheiten, die man klar kommunizieren
sollte. Denn wenn es am Ende länger dauert und teurer wird, sollte dem
Auftraggeber klar sein, daß er es selbst Schuld ist.
Agile Entwicklung ist für mich das mehr oder weniger organisierte
alltägliche Chaos. Oder wie ich zu sagen Pflege: Der ganz normale
Wahnsinn. Nicht wirklich erquickend, aber man wird dafür bezahlt.
Scrum lehne ich in einigen Punkten ab. Die täglichen Meetings sind zu
kruz, um Sinn zu ergeben und zu häufig um nicht von der Arbeits
abzuhalten. Ein vernünftiger Projektleiter wird dann Meetings
einberufen, wann sie angebracht sind. Die richtige Dauer und Häufigkeit
will ich mir nicht von einem Buch vorgeben lassen. Ebensowenig die
Anzahl der Tage pro Sprint.
Scrum ist mir viel zu starr. Zugleicht verlangt Scrum aber 100%
Einhaltung der Regeln weil es sonst angeblich nicht funktioniert. Eine
selbsterfüllende Prophezeiung.
Es erinnert mich an die viele Gesetze der Juden. Sie dienen
hauptsächlich dem Zweck, den Menschen ihre Unvollkommenheit vor Augen zu
führen. Nach dem Motto: Alle Juden sind unvollkommen, wiel sie Gesetze
brechen.
Alle Scrum Projekte laufen schlecht, weil sie die Regeln mißachten.
Wirklich flexible Entwickler hängen sich nicht an so ein striktes
Regelwerk. Und Flexibilität ist gefragt. Scrum ist nur ein Buzzword. Es
reicht, ein Scrum Buch gelesen zu haben. Richtig anwenden kann man es
danach zwar nicht, aber das erwartet auch niemand. Man soll ja auch gar
nicht 100% Scrum machen.
Ich habe mich im vorigen Post unklar ausgedrückt:
Ich glaube daß Scrum absichtlich so starre und kaum einzuhaltende regeln
festlegt, damit man sie nicht einhalten kann. So kann der Erfinder von
Scrum sehr einfach sagen "Dein Projekt ist gescheitert, weil du die
Regeln von Scrum nicht eingehalten hast". An Scrum selbst kann es nicht
gelegen haben.
So wie das Judentum nicht Schuld an unvolkommenen Menschen sein will,
zugleich jedoch Vorschriften macht, die kein mensch vollständig
einhalten kann.
Das meinte ich mit dem Juden-Vergleich.
Vielleicht funktioniert Scrum auch nur in USA gut, wo die Leute kaum
Fehltage haben und von 7 bis 7 die halbe Stunde täglich eher als Warm-up
zu sehen ist.
Stefan U. schrieb:> Ich glaube daß Scrum absichtlich so starre und kaum einzuhaltende regeln> festlegt, damit man sie nicht einhalten kann. So kann der Erfinder von> Scrum sehr einfach sagen "Dein Projekt ist gescheitert, weil du die> Regeln von Scrum nicht eingehalten hast". An Scrum selbst kann es nicht> gelegen haben.
Genau das ist eben nicht der Sinn von SCRUM. Wenn du es so kennst, hast
du es nicht verstanden, wenn du Leute kennst, die es so praktizieren,
haben sie es ebenfalls nicht verstanden und machen es falsch.
Stefan U. schrieb:> So wie das Judentum nicht Schuld an unvolkommenen Menschen sein will,> zugleich jedoch Vorschriften macht, die kein mensch vollständig> einhalten kann.
Was für ein dämlicher Vergleich. Viel dir wirklich nichts Besseres ein?
Achim S. schrieb:> Vielleicht funktioniert Scrum auch nur in USA gut, wo die Leute> kaum> Fehltage haben und von 7 bis 7 die halbe Stunde täglich eher als Warm-up> zu sehen ist.
Nö. Wenn man SCRUM richtig praktiziert, führt es eben zu einer
entspannten Arbeitsumgebung. Verschiebungen sind durchaus erlaubt. Wir
arbeiten mit mehr als 40 Leuten in 3 Teams an vielen Requirements, die
auf die Sprints so verteilt werden, dass es eben nicht zu dieser
Überbelastung kommt. Chaotisches Projektmanagement und Umsetzung der
Anforderungen, wo am Ende erst auffällt, dass wichtige Dinge fehlen und
zum Chaos und Panik führen, bleibt so aus.
Voraussetzung: Man hält sich an die Regeln, die SCRUM definiert. Und
natürlich, dass man weiß, wovon man spricht, und eben nicht am Ende doch
ein paar Begriffe mitbekommen hat, ohne zu verstehen, worum es geht.
Unsere Teams arbeiten ziemlich erfolgreich, die Fa. nimmt es auch in
anderen Abteilungen an. Und ich bin weiß Gott kein Verfechter von
solchen Dingen, nur muss ich als einfacher Entwickler nach vielen Jahren
Berufserfahrungen in diversen Firmen doch anerkennen, dass es viele
Projekte besser laufen lässt, als dort, wo es dies nicht gab. Meine
anfängliche Skepsis und gewisse Vorurteile, die ich hatte, habe ich nach
reichlicher Beobachtung doch zurückgefahren, und kann dem Ganzen einige
gute Eigenschaften abgewinnen.
Dazu muss man allerdings sagen, dass die bei uns damit betrauten Leute
dies auch mit Herzblut umsetzen und dies als kein "nice to have"
betrachten.
Zu guter Letzt: die Stimmung unter den Leuten in diesen 3 Teams habe ich
noch nie so gesehen: sie ist so gut, dass man gerne zur Arbeit geht.
So, und bevor hier mal wieder rumgetrollt wird: nein, ich verfolge keine
kommerziellen Ziele, nur weil ich mal optimistischere Töne anschlage.
Wir haben im letzten Projekt ebenfalls SCRUM eingeführt und Ich muss
sagen, Ich erlebe da zweierlei:
1) Viele sind enthusiastisch, weil sie ihre formellen Prozesse beiseite
lassen können, die eh nie richtig gelebt wurden. Alle sind entspannt und
haben endlich eine Begründung, so arbeiten zu können wie sie wollen.
Quasi die Erlaubnis zum Spontanarbeiten.
2) Es wird versucht, irgendwie die formellen Prozesse von SCRUM
einzuhalten und alle machen mit, versuchen aber trotzdem irgendwie zu
arbeiten, wie sie es gewohnt sind. So richtig kapiert, was SCRUM sein
soll, hat offenbar keiner.
Damit wurde der formelle Prozess ALT gegen einen neuen Prozess SCRUM
ausgetauscht. Geändert hat sich aber garnichts. Die Probleme sind
dieselben, die Lösungen auch und das eigentlich Wichtige, nämlich die
Festlegung von gemeinsamen Zielen geschieht immer noch nicht in
ausreichender Weise, weil dafür keiner Zeit hat. Er muss ja SCRUM
machen, Reports schreiben und ins meeting.
Ich sehe in Scrum nichts anders, als eine feinere Planung mit kürzeren
Laufzeiten. Ob die sinnvoll sind, hängt von der Aufgabe und Situation
ab. Entscheidend ist, dass es klare Absprachen gibt an die man sich
hält.
SCRUM verführt leider dazu, alles aus dem Stehgreif zu machen und
weniger niederzulegen und verbindlich aufzuplanen.
Für die hemdsärmelige U30-Franktion sicher die richtige Arbeitstechnik.
Reinhard S. schrieb:> Mich würde interessieren, wo bei euch (und ob überhaupt) bereist SCRUM> eingesetzt wurde, um Projekte zu managen. Meinungen zu dem System sind> wilkommen. Vor allem würde mich interessieren, wo das System eingeführt> oder angedacht - und dann wiede abgeschafft wurde.
Hier! Bei uns wurde es zwei Mal eingeführt und dann wieder abgeschafft.
Beim ersten Mal wurde sogar extra ein völlig überbezahlter "Consultant"
dafür eingestellt. Das Geld hätte man sich sparen können. Am Ende ist
die Firma haarscharf an der Pleite vorbei geschrammt. Jetzt, nachdem
alle Consultants und Freelancer rausgeschmissen wurden, macht die Firma
nach Jahren das erste Mal Gewinn. Ich glaube aber nicht, dass HR und
Geschäftsführung daraus etwas gelernt haben.
Am effektivsten war die Zusammenarbeit im direkten Vier-Augen-Gespräche
zwischen Entwicklern, Projektleitern und Kunden. Und nicht durch
irgendwelche schwachsinnigen vorgegebenen Meetings, Sprints etc., wo
sowieso immer nur dieselben Schaumschläger am Labern sind. Aber die
unerfahrenen Grünschnäbel halten sich halt für besonders modern, wenn
sie sich sklavisch an irgendwelche Vorgaben halten, die ihnen von
narzisstischen Consultants und sogenannten "Speakern" eingetrichtert
wurden, die nur Geld verdienen wollen, indem sie regelmäßig eine neue
Sau durchs Dorf treiben.
Scrum-Teilnehmer schrieb:> Genau das ist eben nicht der Sinn von SCRUM. Wenn du es so kennst, hast> du es nicht verstanden, wenn du Leute kennst, die es so praktizieren,> haben sie es ebenfalls nicht verstanden und machen es falsch.
Wenn das so ist, kannst Du doch bestimmt die (schon laenger offene)
Frage nach guter Literatur beantworten. Hilft die Diskussion zu
versachlichen und verhindert das 10 Leute 15 verschiedene Sachen unter
scrumm verstehen.
Scrum-Teilnehmer schrieb:> Dazu muss man allerdings sagen, dass die bei uns damit betrauten Leute> dies auch mit Herzblut umsetzen
Das ist genau der Schlüssel. Aber wenn die Leute mit Herzblut dabei
wären, bräuchte man nicht unbedingt Scrum, welches meiner Meinung nach
die Faulheit, Inkompetenz, Unerfahrenheit der Leute
kaschiert/rechtfertigt und gerade auch verstärkt.
Denn ein Team, welches nach Prozess X erfolgreich entwickelt, wird auch
nach Prozess Y erfolgreich entwickeln.
Scrummer schrieb:> Das ist genau der Schlüssel. Aber wenn die Leute mit Herzblut dabei> wären, bräuchte man nicht unbedingt Scrum, welches meiner Meinung nach> die Faulheit, Inkompetenz, Unerfahrenheit der Leute> kaschiert/rechtfertigt und gerade auch verstärkt.> Denn ein Team, welches nach Prozess X erfolgreich entwickelt, wird auch> nach Prozess Y erfolgreich entwickeln.
Was daran liegt dass Scrum bzw. die gesamte Agile Entwicklung kein
Prozess sondern eine Art Geisteshaltung ist. Eine grundlegende
Einstellung zum Thema SW-Entwicklung.
Cyblord -. schrieb:> Was daran liegt dass Scrum bzw. die gesamte Agile Entwicklung kein> Prozess sondern eine Art Geisteshaltung ist. Eine grundlegende> Einstellung zum Thema SW-Entwicklung.
Und? Auch keine Literaturempfehlung, die das bestaetigen wuerde?
Wichtig finde ich, daß nicht einfach ein manager im laufenden Projekt
sagt "So liebe Leute, hier ist das Buch über SCRUM, ab Montag machen wir
das so". Denn die Methode setzt voraus, daß andere Abteilungen dabei mit
machen.
Leider musste ich mehrfach erleben, daß Manager meineten, SCRUM sei eine
Arbeitsmethode für die Softwareentwickler, aber alle anderen können
drauen bleiben.
Was für romantische, verträumte und unrealistische Vorstellungen hier
über sog. "agiles SCRUM-" Projektmanagement herrscht. In großen Firmen
und großen gruppenweiten Projekten kann garnicht alles und jede
Abteilung dabei sein.
Auch das jeder in jeder Kleingruppe bei jedem Sprint zum Architekt wird
ist eine Träumerei. Es gibt bei ganz vielen Vorgängen in der
Produktentwicklung Leute die etwas beitragen aber ganz genaue Vorgaben
brauchen und immer nur einen gleichartigen Prozess ausführen. Es muss
nach jedem Abschnitt ein Prototyp verfügbar sein? Na dann :)
"Daily Scrum" und "Produkt-Backlog" klappt auch nur bei sehr ähnlich
ausgebildeten Leuten die gleichberechtigt in einer Kleingruppe an einem
gemeinsamen Thema arbeiten.
Chris F. schrieb:> In großen Firmen
Richtig, den Konzernbeamten ist das alles zuwider. Die wollen gefälligst
in Ruhe die Jahre bis zur Rente überstehen und nicht so neumodischen
Schnickschnack lernen, geschweige denn auch noch seine Geisteshaltung
ändern.
Damit Scrum funktioniert braucht man ziemlich homogene Teams. Die findet
man halt im Konzernumfeld nicht.
djm schrieb:> [...] Geisteshaltung ändern. [...]>> Damit Scrum funktioniert braucht man ziemlich homogene Teams.
Damit bestätigst Du ja meine Ansichten und setzt noch obendrauf, dass es
sich um eine "Geisteshaltung" handelt. Das habe ich nicht geschrieben.
Es ist aber offensichtlich für einige eine Ideologie und nicht nur eine
Vorgehensweise beim Projektmanagement die vor allem bei der
Softwareentwicklung eingesetzt wird.
Mir ist das, auch als vermeintlicher Beamter ;-P, übrigens schnurz ob
ein Teilprojekt das Software erstellt nun SCRUM, Domain-Driven, Kanban,
XP-Yagni oder sonstwas einsetzt oder ob bei denen die Sourcen auf SVN,
Git oder Mercurial liegen. Hauptsache die liefern.
Ich wollte deine Aussage ja nicht widerlegen, sondern eher untermauern.
Das Problem an der Verwendung von Scrum ist, dass (gerade vom Management
aus) immer alles Heil im Agilen gesucht wird. Dabei ist eher das
Gegenteil der Fall. Wenn agil nicht richtig umgesetzt wird (oder werden
kann), wird es eher zu ner Effizienz-Bremse.
Und in Konzernstrukturen rennen einfach zu viele Beamte (natürlich nicht
nur) rum, sodass agil dort nicht funktionieren kann. Das was
"Selbstständiger" oben beschreibt sind eben nicht die Schwachpunkte von
Scrum, sondern die Fehlverwendung von Scrum. Wenn jemand vor mir auf der
Autobahn schleicht ist in den meisten Fällen auch nicht das Auto Schuld,
sondern der Fahrer.
Dumdidum schrieb:> Wenn das so ist, kannst Du doch bestimmt die (schon laenger offene)> Frage nach guter Literatur beantworten. Hilft die Diskussion zu> versachlichen und verhindert das 10 Leute 15 verschiedene Sachen unter> scrumm verstehen.
Ein lobenswürdiger Beitrag. Ich hatte die Frage tasächlich schon
gestellt, aber die Antwort ist offen!
Chris F. schrieb:> "Daily Scrum" und "Produkt-Backlog" klappt auch nur bei sehr ähnlich> ausgebildeten Leuten die gleichberechtigt in einer Kleingruppe an einem> gemeinsamen Thema arbeiten.
Das ist auch meine Beobachtung. Ich habe es schon gesehen, daß die halbe
Abteilung im Halbkreis stand und jeder seine Ideen vortrug, am Ende
gingen die 2 SW-Entwickler raus und haben sich nochmal extra
zusammengesetzt und alles wieder überworfen.
Mini-SCRUM!
djm schrieb:> Ich wollte deine Aussage ja nicht widerlegen, sondern eher untermauern.> Das Problem an der Verwendung von Scrum ist, dass (gerade vom Management> aus) immer alles Heil im Agilen gesucht wird. Dabei ist eher das> Gegenteil der Fall. Wenn agil nicht richtig umgesetzt wird (oder werden> kann), wird es eher zu ner Effizienz-Bremse.
Dann würde Ich Dir hiermit bitten, einige Regeln aufzustellen, wie man
das handhaben sollte und was man unterlassen sollte.
?
Reinhard S. schrieb:> Dann würde Ich Dir hiermit bitten, einige Regeln aufzustellen, wie man> das handhaben sollte und was man unterlassen sollte.
Warum soll ich da Regeln aufstellen? Das Vorgehen gemäß Scrum ist
definiert. Da gibt's sogar deine heiß geliebte Literatur dazu.
Danach muss man leben. Und wenn dann zwei SW-Entwickler meinen, im
Privaten alles über den Haufen werfen zu müssen, gibt's halt
Klassenkeile. Das ist genau das was ich mit Geisteshaltung gemeint hab.
Entweder ich will Scrum machen, dann klappt das auch. Oder ich hab da
keinen Bock drauf, dann kann man es vergessen.
Und zum Thema Literatur:
http://www.scrumguides.org/
SCRUM ist extreme Programming fuer arme, aber immer noch besser als
Wasserfallmodelle, letzteres war urspruenglich ein Negativbeispiel wie
man es NICHT machen sollte.
Wasserfall ist eben sehr unflexibel, kann man nur erfolgreich machen
wenn man nicht innovativ ist und eben nicht auf Aenderungen regiert weil
man seit Jahren dasselbe macht, viel Papier, wenn etwas falsch laeuft
merkt man das viel zu spaet, passt eben super zum "OEM Modell", wie es
oft in den "sterbenden Industrien" zu finden ist.
Selbst Auswuechse wie das V-Modell XT, ein verkapptes Wasserfall Modell,
musste einen alternativen agilen Prozess einfuehren um nicht komplett
unterzugehen.
Das scheint ein Kernpunkt in der SCRUM Lehre zu sein: "Wasserfall ist
der Teufel". Und deswegen ist SCRUM auch garantiert 100% anders. Bloss
nichts wie beim Wasserfall Modell machen, denn sonst müsste man ja
eingestehen, daß dieses "feindliche" Modell auch positive Seiten hat.
Das Wasserfall Modell wird häufig von Auftraggebern verlangt. Es gibt
dem Auftraggeber die Sicherheit, daß er zum Zieltermin im Rahmen der
kalkulierten Kosten das erwartete Produkt erhält. Außerdem ist es so
möglich, das Personal für QA und Betrieb erst später am Ende des
Entwicklungsprozesses zu belegen.
So weit die Theorie. In der Praxis habe ich in jedem Projekt erlebt, daß
während der Entwicklung wesentliche Änderungen angefordert werden (oder
sich als Notwendig ergeben, weil der Plan fehlerhaft war). An diesem
Punkt verhandelt man über Vereinfachungen, was man weg lassen kann oder
später nach dem Zieltermin (gegen Aufpreis) nachliefern kann.
Hier soll man bitte nicht den Fehler machen, an der Dokumentation zu
sparen! Wenn diese nicht von Anfang an VOR oder WÄHREND der Entwicklung
erstellt wird, dann endet es sonst oft damit, die Dokumentation einfach
weg zu lassen. Zugleich wird dann aber erwartet, daß man künftige
Änderungen ohne Mehraufwand umsetzen kann und daß man die Funktionsweise
des Produktes OHNE Dokumentation jederzeit vollständig mündlich erklären
kann. Das ist jedoch nicht Möglich.
Ich halte es für äußerst hilfreich, wenn man während der
Software-Entwicklung alle paar Wochen (aber nicht wöchentlich) den
aktuellen Stand abliefert. So können die Benutzer das Produkt
ausprobieren und Änderungswünsche äußern, die letztendlich der Qualität
dienen. Man erkennt frühzeitig viele Fehler, noch bevor der
Test/Abnahmeprozess beginnt. Wenn man schonmal etwas zum "anfassen"
vorliegen hat, kommen meistens die besten Ideen.
Ich halte es auch für wichtig, dass ein technisch versierter
Projektleiter oder Architekt (oder beide) die Verhandlungen mit dem
Auftraggeber durchführen, damit sie den Entwicklern den Rücken frei
halten. Es wäre ein Unding, wenn einzelne Entwickler mit dem
Auftraggeber Details aushandeln müssten.
SCRUM geht einfach davon aus, daß alle Entwickler gleiches KnowHow und
gleiche Talente haben. Jeder Entwickler müsste zugleich Programmierer,
Tester, Dokumentierer, Händler und Betriebler sein. Das ist in der
Praxis jedoch selten der Fall. Deswegen ist der Personalaufwand sehr
viel größer, wenn man sich an die Regeln von SCRUM hält.
Bezüglich der Dokumentation möchte ich empfehlen, diese als Wiki
anzulegen. Die Möglichkeit, alles kreuz und quer zu verlinken, erspart
eine Menge Tipparbeit. Man sollte sich nicht mit einer starren
Formatvorlage behindern. Wichtig ist doch, DASS alles irgendwo
dokumentiert und durchsuchbar ist, nicht WIE. Ich habe in 25 Jahren noch
keinen einzigen Kunden erlebt, der eine lockere Form reklamiert hatte.
Das heisst zum Beispiel, daß man keine endlos großen Diagramme von DB
Strukturen aufmalt, sondern einfach die "create table" Statements in die
Doku kopiert. Dazu noch ein paar Zeilen Text, was man sich dabei gedacht
hat, falls das überhaupt nötig ist.
Normalerweise sollte sich der Programmcode selbst erklären. Ich muss bei
der Funktion Customer.blockLoginUntil(Date) nicht erklären, was sie
macht. Ich muss aber irgendwo zusammenhängend erklären, wann und warum
wir Kunden blocken und wie man sie ent-blocken kann. Eben die
Geschäftslogik, und die kann man in der Regel nicht 1:1 aus dem
Quelltext heraus lesen. Dementsprechend sehe ich DoxyGen und JavaDoc als
mittlerweilen fast überflüssiges* Hilfsmittel für die Programmierer an,
jedoch nicht als Tool, die Dokumentation für die nicht-Programmierer zu
erstellen.
* fast Überflüssig deswegen, weil jede IDE diese eingebetteten
Dokumentationen irgendwie schön anzeigt, so daß man sie nicht mehr als
HTML, PDF oder was auch immer separat vorhalten muss. Die eingebettete
Doku ist natürlich weiterhin nötig. Und selbst da würde ich auf die
Dokumentation von völlig offensichtlichen Funktionen und Parametern
verzichten.
Stefan U. schrieb:> SCRUM geht einfach davon aus, daß alle Entwickler gleiches KnowHow und> gleiche Talente haben. Jeder Entwickler müsste zugleich Programmierer,> Tester, Dokumentierer, Händler und Betriebler sein. Das ist in der> Praxis jedoch selten der Fall. Deswegen ist der Personalaufwand sehr> viel größer, wenn man sich an die Regeln von SCRUM hält.
Nein, davon geht Scrum eben nicht aus:
Development Teams are cross-functional, with all of the skills as a team
necessary to create a product Increment;
Scrum recognizes no titles for Development Team members other than
Developer, regardless of the work being performed by the person; there
are no exceptions to this rule;
Warum sollte der Personalaufwand von Scrum dadurch höher sein als bei
anderen Vorgehen? Ob ich jetzt im Wasserfall oder Scrum nen Betriebler
oder Tester braucht, ändert nix an meinem Personalbedarf. Mit Scrum kann
man tendenziell sogar mit geringeren PErsonalkosten arbeiten, da man die
einzelnen Leute präziser "buchen" kann.
Wasserfall ist in der Theorie super und in der Praxis untauglich weil:
- Schätzungen am Anfang sowieso vollkommen fürn Arsch sind
- Die Kundenrückkopplungsschleife viel zu lange ist
- Entweder nicht alle Anforderungen von vornherein klar sind oder sie
sich im Laufe ändern
Wir im Konzern in unserem Projekt fahren SCRUM (so gut es halt in den
Strukturen geht) und meiner Beobachtung nach hängt vieles am Product
Owner, ohne ein vernünftig priorisiertes Backlog (was im Wesentlichen
den Anforderungen entspricht) ist das alles Scheiße. Egal ob SCRUM oder
Wasserfall.
Wenn es aber ein vernünftiges Backlog gibt, dann läuft das wunderbar.
Die Schätzungen für einzelne Pakete sind viel feingranularer und damit
präziser. Der Kunde / Product Owner hat damit die Möglichkeit gut zu
steuern, was er unbedingt haben möchte oder was nice-to-have is wenns
noch ins Budget passt. Feedback kann frequenter eingeholt werden, nicht
selten ist die erste Idee die man hatte ein Scheiß in der Praxis (kann
man den Button nicht lieber so und so machen, weil ich habe
festgestallt, dass ...).
Wenns normal läuft, kann man sagen, der Kunde kriegt das was ins
vorgegebene Budget passt und hätte mit Wasserfall auch nicht mehr
bekommen, das zeigt die Praxis.
Wir im Team und auch die anderen Teams im Projekt haben SCRUM an ihre
Modalitäten angepasst (gesunder Menschenverstand!) und es funktioniert
doch recht ordentlich. Dailies machen wir nicht daily, dafür häufiger
Backlog Refinement, dadurch schrumpft das Planungsmeeting nur noch zu
einem "was machen wir als nächstes, Herr Product Owner". Unser Team ist
bunt gemischt, sowohl vom Alter (30-60), als auch vom Erfahrungsstand
innerhalb des Projekts (manche sind schon Jahre dabei und haben
entsprechendes Domänenwissen, manche erst ein paar Monate). Wie schon
gesagt wurde, der Erfolg hängt auch im Wesentlichen davon ab, ob man
einen sturen Stinkstiefel im Team hat (den es bei uns glücklicherweise
nicht gibt) oder nicht, aber es ist dann Aufgabe der Führungskraft so
jemand ordentlich zu polen. Aber meiner Beobachtung nach, sind die
fähigsten Leute auch mit die, die offen für Neues sind und nicht nach
Schema F immer wieder auf ihrem alten Scheiß beharren ohne dabei jedem
Hype hinterherzulaufen oder sich für Weltenretter halten.
Selbständiger schrieb:> SCRUM ist für mich nichts anderes, als dem unorganisierten Chaos in> vielen Firmen einen Namen zu geben, damit es besser klingt.
Ja, so wird es meistens gemacht. Aber was kann die Methode dafür?
Selbständiger schrieb:> Von den ständigen und vor allem täglichen Abstimmungen halte Ich> überhaupt nichts. Da stehen nur alle passiv in der Gegend herum und> erzählen, was sie gerade gemacht haben und was sie tun wollen. Richtig> in die Tiefe geht das nicht und nutzen tut es auch keinem wirklich, weil> es nur der Aufgabendeklaration und -Verfolgung dient.
Es soll ja auch nicht in die Tiefe gehen. Das ist nur eine kurze
Abstimmung. Ein paar Minuten täglich. Wenn man etwas konkretes genauer
besprechen muss, dann macht man das separat, da müssen nicht alle
Teammitglieder dabei sein.
Selbständiger schrieb:> Sinn macht es im Grunde nur für den Projektleiter
Bei SCRUM gibt es keinen Projektleiter. Aber das ist halt der Klassiker:
auf die bestehende Organisation wird SCRUM geschrieben. Um die Methode
wirklich einzusetzen, muss man schon bei der Organisation ansetzen, aber
in einem Großteil der Fälle will man das ja gar nicht.
Selbständiger schrieb:> Real meldet man das Ende eines Tasks dann doch, wenn er fertig ist,> damit der andere es direkt erfährt und nicht erst am nächsten Tag im> Meeting.
Sowieso, warum sollte man damit warten?
Selbständiger schrieb:> SRUM ist daher mit der Art der Durchführung eine Methode, die ihrem> eigenen Anspruch im Wege steht! Statt grobe short- und long-Task in> "sprints" und "claims" zu organisieren und diese stündlich zu überwachen> um ständig die Orga anzupassen, wäre es besser, die Tasks genauer zu> beschreiben, diese länger aufzuziehen und eine Person gleichzeitig auf 3> Tasks zu setzen, die sie mit den jeweiligen members lokal organisiert,> um auf deren Schwankungen einzugehen.
Du scheinst nicht viel über SCRUM zu wissen.
Selbständiger schrieb:> Was hingegen nötig wäre, ist eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit in> kleine abgeschlossene Blöcke, die aber ausreichend lang sind umd dann> selbständig und alleine ohne andere geleistet werden können
Genau das macht man doch vor jedem Sprint.
Selbständiger schrieb:> sie anfallen. Wenn Ich aber sehe, wie oft die Leute (vor allem der PL> und der TL) in den standardisierten meetings sitzen
Bei SCRUM gibt es weder Projektleiter noch Teamleiter - siehe oben.
Selbständiger schrieb:> Am Ende hängt es nämlich einzig daran, wie effektiv die Einzelnen sich> Ausserhalb des Meetings absprechen und das geht nicht so, dass man alle> halbe Stunde quatscht! Das geht nur so, dass man sich mal eine halbe> Stunde zusammensetzt, ein Ziel dfiniert und dann die nächsten Tage> gezielt drauf hingearbeitet wird.
Das kann man doch eh machen.
Selbständiger schrieb:> Für die wirklich wichtigen Dinge gibt es nämlich schrifltiche Doku wie> Lasten-, Pflichten- und Designhefte, in denen die Anforderungen> hineingeschrieben werden und zwar bitte detailliert und richtig. So hat> es dort nur oberflächliche und falsche Darstellungen, die einem nicht> helfen. Weder bei der täglichen Arbeit noch bei deren Organisation. Die> Themen Integration und IB, welche traditionell die Loops aufwerfen,> fordern sowie ein bug tracking System, wo die Tester was reinspielen> können. Das alles geht online, über Datenbanken und gleichzeitigen> Zugriff!
Was hat das denn mit SCRUM zu tun?
Wasserfall oder V-Modell hat seine Berechtigung. Nämlich genau da, wo
von Anfang an feststeht, was am Ende rauskommen soll. Die 61508
("SIL-Norm") verlangt es daher für sicherheitsgerichtete Funktionen. Zu
Recht.
Denn a) kann man dafür nur bekannte Funktionalität verwenden (nichts
neues, kreatives),
und b) ist die zu erfüllende Funktion am Anfang bekannt.
Für ein neues Produkt oder eine Weiterentwicklung ist Wasserfall
natürlich Quatsch und war es auch schon immer. Scrum wurde erst
notwendig, als die Manager ohne Programmierkenntnisse mitspielen wollten
und auf Wasserfall, Ablaufdiagramme oder UML-Design ansprangen.
Abradolf L. schrieb:> Wasserfall ist in der Theorie super und in der Praxis untauglich weil:
So so.
> - Schätzungen am Anfang sowieso vollkommen fürn Arsch sind
Welche Schätzung ? Kosten ? Gehört nicht ins Pflichten/Lastenheft.
> - Die Kundenrückkopplungsschleife viel zu lange ist
Wozu braucht man die ? Wenn ich ein Zaungitter bestelle, möchte ich ein
Zaungitter bekommen, und ich wähle vorher welche Farbe bzw. wie es
aussehen soll. Dann will ich es nur noch geliefert bekommen. So ist das
auch bei Software, die einen wirklichen Zweck erfüllen soll.
> - Entweder nicht alle Anforderungen von vornherein klar sind oder sie> sich im Laufe ändern
Du meinst, wenn Dumm und Dümmer zsuammen ein Projekt stemmen wollen ?
Klar, dann ist das so.
Wie schon geschrieben wurde: Dort, wo es wichtig ist, ist SCRUM sowieso
unzulässig. Die Firmen, die es nutzen, wie eBay, Onlineportale und viele
Tageszeitungen, haben normalerweise kaputte untaugliche Software. Schau
mal, wie viele Sachen bei eBay im Argen liegen, z.B. Inkonsistenten
zwischen WEB und Mobilangebot, Inkonsistenzen zwischen ständig
geänderten Seiten vorne und den nicht mehr dazu passenden Seiten weiter
hinten dort wo es ans Eingemachte geht.
Michael B. schrieb:>> - Schätzungen am Anfang sowieso vollkommen fürn Arsch sind>> Welche Schätzung ? Kosten ? Gehört nicht ins Pflichten/Lastenheft.
In der echten Welt liegt jedem Projekt ein Budget zugrunde und das
Pflichten/Lastenheft sollte dazu passen. Und ob es passt oder nicht, ist
eine Schätzung am Anfang. Und die liegt oft genug meilenweit daneben.
Michael B. schrieb:> Wozu braucht man die ? Wenn ich ein Zaungitter bestelle, möchte ich ein> Zaungitter bekommen, und ich wähle vorher welche Farbe bzw. wie es> aussehen soll. Dann will ich es nur noch geliefert bekommen. So ist das> auch bei Software, die einen wirklichen Zweck erfüllen soll.
Da du offensichtlich nur mit Software mit der Komplexität eines
Zaungitters zu tun hast, übersteigt die Realität wohl dein
Auffassungsvermögen was Software betrifft. Und "was ein wirklicher
Zweck" einer Software ist oder nicht, bestimmst auch nicht du alleine.
Michael B. schrieb:> Wie schon geschrieben wurde: Dort, wo es wichtig ist, ist SCRUM sowieso> unzulässig.
Was für ein Unsinn. Was ist denn "wichtig"? FuSi gibt es halt
Vorschriften, aber ist nicht das einzig "wichtige".
Michael B. schrieb:> Die Firmen, die es nutzen, wie eBay, Onlineportale und viele> Tageszeitungen, haben normalerweise kaputte untaugliche Software. Schau> mal, wie viele Sachen bei eBay im Argen liegen, z.B. Inkonsistenten> zwischen WEB und Mobilangebot, Inkonsistenzen zwischen ständig> geänderten Seiten vorne und den nicht mehr dazu passenden Seiten weiter> hinten dort wo es ans Eingemachte geht.
Und als ausgewiesener Software- und Prozessexperte kannst du natürlich
vollumfassend beurteilen, dass es am Entwicklungsprozess gelegen hat,
...
Du solltest halt nur über Dinge labern von denen du was zu verstehen
scheinst wie Elektroinstallationen.
Das Gefetzte zwischen Michael und der Person, die sich "Abr-adolf" nennt
ist wieder mal ein schönes Beispiel, das bei den "Diskussionen" zwischen
Entwicklern sehr schnell ins Persönlich abgedriftet wird, statt die
Inhalte anzugehen.
Und genau dasselbe erleben wir aucg mit scrum:
Die wird das Aufweichen bestehender Normen in den Himmel gehoben, so als
seien damit alle Probleme gelöst und sogleich durch neue normierte
Vorgehensweisen ersetzt. Das Ergebnis sind endlose Diskussionen, in die
sich jeder unvorbereitet einschaltet und dabei Meinungen vertritt. Was
dann am Ende gemacht wird, ist davon abhängig, wer gerade am Meeting
teilnimmt und wer nicht. Sind zwei Vertreter der Meinung X im Urlaub,
wird auf Y umgeschwnkt, um es dann Wochen später wieder anders zu
entscheiden, weil sich die Diskutanten geändert haben und es nicht mehr
gelingt, eine temporäre Meinung durchzusetzen.
Also haben wir einen gewaltigen Eiertanz und Zickzackkurs und jeder
nutzt scrum als Entschuldigung dafür, nicht geradeaus zu arbeiten,
nichts hinzuschreiben und sich ja nicht festzulegen.
So weiss jeder alles und nichts und es ist niemand da, der
Entscheidungen mal verbindlich fällt und Festlegungen trifft, die eine
Weile halten.
Meine persönliche Erfahrung am eigenen Leib ist: Wer mit anderen
menschen nicht gut zurecht kommt, hat gute Chancen, sich mit Maschinen
anzufreunden. Also auch Computer. Ich glaube, daß daher auch der Begriff
"Computer-Freak" stammt. Viele Computer Fachleute sind Freaks. Seit ich
mich damit abfinde, fühle ich mich besser.
Im übrigen sind die schlimmsten Straftäter häufig Normalos, die wo alle
Nachbarn sagen "Ich bin fassungslos, er war doch immer so ein ruhiger
unauffäliger Typ".
Die Freaks sind die, vor denen man sich am wenigsten fürchten muss.
Allerdings sind sie dennoch schwierige Menschen, was den Umgang angeht.
Das will ich gar nicht abstreiten. Jedenfalls gilt das für mich.
Äh, ja - schön, dass Du mal darüber gesprochen hast. Aber wo ist der
Bezug zum Thema SCRUM? Sollte dies eine Antwort auf meinen Beitrag
gewesen sein, so lege Ich wert auf die Feststellung, dass Ich ein sehr
kommunikationsfreudiger Computerfreak bin.
Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, daß bei SCRUM (um wieder
zum Thema zu kommen) ein EFfekt auftritt, bei dem sich speziell gute
Redenschwinger mit ihren Ideen und Vorschlägen durchsetzen können. Das
sind dann oft Leute, die sonst wenig Tiefgang haben und ihre Zeit nur
die Präparation ihres MINI-Vortrags bei SCRUM verwenden und hinerher
abschlaffen. So können sie glänzen, andere an die Wand reden und ins
Hintertreffen bringen. Leute die mehr Denken, als Reden.
Und es ist so, daß dort eben oft ad hoc unsauber, oberflächlich und
ungenau diskutiert wird, Vieles aus dem Stand kommt und unausgereift
ist.
Abradolf L. schrieb:> Michael B. schrieb:>>> - Schätzungen am Anfang sowieso vollkommen fürn Arsch sind>>>> Welche Schätzung ? Kosten ? Gehört nicht ins Pflichten/Lastenheft.>> In der echten Welt liegt jedem Projekt ein Budget zugrunde und das> Pflichten/Lastenheft sollte dazu passen. Und ob es passt oder nicht, ist> eine Schätzung am Anfang. Und die liegt oft genug meilenweit daneben.
Die Schätzungen passen meist schon, zumindest solange keine
Sonderwünsche nachgeschoben werden.
Michael B. schrieb:> Wozu braucht man die ? Wenn ich ein Zaungitter bestelle, möchte ich ein> Zaungitter bekommen, und ich wähle vorher welche Farbe bzw. wie es> aussehen soll. Dann will ich es nur noch geliefert bekommen. So ist das> auch bei Software, die einen wirklichen Zweck erfüllen soll.Michael B. schrieb:>> - Entweder nicht alle Anforderungen von vornherein klar sind oder sie>> sich im Laufe ändern>> Du meinst, wenn Dumm und Dümmer zsuammen ein Projekt stemmen wollen ?> Klar, dann ist das so.
Naja, grau ist halt jede Theorie.
Sobald man den Elfenbeinturm mal kurz verlässt und reale Projekte
bearbeitet sollte man aufhören, auf die Lehrbuchmeinung zu pochen. Man
könnte sonst enttäuscht sein.
Anderer Punkt: Was z.B: soll man tun, wenn man in einer
Entwicklungsabteilung sitzt, Aufträge von Draußen bekommt, sei es das
eigene Produktmanagement oder eine externer Abnehmer und die nicht in
der Lage sind, ihre Anforderungen zu formulieren?
Da kommt allenthalben einen neue Idee, eine Änderung oder etwas wird
weggelassen, weil jemand merkt, dass er sich verzettelt hat oder einfach
etwas vergessen hat.
Michael B. schrieb:> Wozu braucht man die ? Wenn ich ein Zaungitter bestelle, möchte ich ein> Zaungitter bekommen, und ich wähle vorher welche Farbe bzw. wie es> aussehen soll. Dann will ich es nur noch geliefert bekommen. So ist das> auch bei Software, die einen wirklichen Zweck erfüllen soll.
Yo, bis die Frau um die Ecke kommt und sagt "Du Schatz, ich hab mir das
mit dem Zaungitter nochmal überlegt...".
Michael B. schrieb:> Wozu braucht man die ? Wenn ich ein Zaungitter bestelle, möchte ich ein> Zaungitter bekommen, und ich wähle vorher welche Farbe bzw. wie es> aussehen soll. Dann will ich es nur noch geliefert bekommen. So ist das> auch bei Software, die einen wirklichen Zweck erfüllen soll.
Deine Zaungitter sind aber schon entwickelt und mehrfach produziert. Da
brauchst du keine Entwicklung mehr sondern Produktion. In der
Softwarewelt entspricht das dem Kauf einer Office-Version. Da brauche
ich keine Programmierer und kein SCRUM.
WS schrieb:> Anderer Punkt: Was z.B: soll man tun, wenn man in einer> Entwicklungsabteilung sitzt, Aufträge von Draußen bekommt, sei es das> eigene Produktmanagement oder eine externer Abnehmer und die nicht in> der Lage sind, ihre Anforderungen zu formulieren?
Im Idealfall nachfragen und genauer spezifizieren. Oft ist das nur
eingeschränkt möglich, dann bleibt eh nur noch ein Ansatz mit vielen
Zwischenversionen zum Ansehen (z.B. SCRUM). Oder man verweigert den
Auftrag einfach - gerade konzernintern geht das ab und zu, wenn die
Entwicklungsabteilung stark ist.
Jan H. schrieb:> wenn die> Entwicklungsabteilung stark ist.
Das machst Du aber auch nur ein- oder zweimal, dann kriegst Du gar keine
Aufträge mehr, weil es an den BU-Manager eskaliert wurde, der die
Freigabe erteilt, extern zu bestellen, wovon der Geprellte dann auch
eifrig Gebrauch macht. Ergebnis ist dann die Reduktion der Entwicklung.
Jan H. schrieb:> Im Idealfall nachfragen und genauer spezifizieren. Oft ist das nur> eingeschränkt möglich, dann bleibt eh nur noch ein Ansatz mit vielen> Zwischenversionen zum Ansehen (z.B. SCRUM).
Das Problem daran ist, daß die Abnehmer zwar jede Menge Zeit verbrennen
mit solchen Anguckversionen, weil sie nicht wissen, was sie wollen, dann
aber nur die finale Version und deren Aufwand bezahlen wollen.
Allen beteiligten sollte klar sein, daß die Entwicklung nicht weiter
arbeiten kann, wenn die Arbeit nicht bezahlt wird. Das bezahlen fällt
dem Auftraggeber leichter, wenn er versteht, warum die kosten gestiegen
sind.
Deswegen sollte man zu Projektbeginn klar machen, welche Leistungen in
der Kostenabschätzung enthalten sind und daß warscheinlich unschätzbare
Mehraufwände wegen Plan-Änderungen dazu kommen werden. Die muss man
natürlich sauber dokumentieren.
Das ist zwar lästig, aber kein Problem.
Software-Entwicklung besteht meiner Erfahrung nach ungefähr zu 50% aus
Testen und 40% Arbeiten an anderen Dingen als dem Programm-Quelltext.
Stefan U. schrieb:> Software-Entwicklung besteht meiner Erfahrung nach ungefähr zu 50% aus> Testen und 40% Arbeiten an anderen Dingen als dem Programm-Quelltext.
Bei mir ist das bei vielen Projekten eher so:
70% Gerede das nichts mit dem Thema zu tun hat,
28% Erklärungen, Beschwichtigungen (projektbezogen),
1% Architekturplan und Aufgabenverteilung,
1% Code-Revision.
Chris F. schrieb:> Bei mir ist das bei vielen Projekten eher so:> 70% Gerede das nichts mit dem Thema zu tun hat,
Dann musst Du eben die privaten Sachen mal weglassen. :-)
Das ist schon eher realistisch:
Stefan U. schrieb:> oftware-Entwicklung besteht meiner Erfahrung nach ungefähr zu 50% aus> Testen und 40% Arbeiten an anderen Dingen als dem Programm-Quelltext.
Nur wenn man ein echtes Projekt-Managment mit Planung und
Nachbetrachtung hat, lernen die Entwickler, ihre Aufwände richtig
einzuschätzen. Wer das nicht genau protokolliert, hat meist kein Gefühl
oder ein falsches.
Viele kleine Sachen werden weggelassen oder runtergeredet.
Im ersten Umlauf wird meistens:
10% geplant, 50% programmiert, 20% getestet und 20% inbetriebgenommen
Dann kommen nochmal Änderungen für die Fehler hinzu und viele
Änderungen, wiel die Planung nicht gestimmt hat. Im zweiten Umlauf sind
es dann mehr Planungsstunden, als Programmierstunden und eine Menge
Test.
40% geplant, 60% programmiert, 70% getestet, 60% inbetriebgenommen
Dann kommen die Änderungen durch das PM und alle Positionen müssen
nochmal überarbeitet werden.
100% Planung, 70% Programmierung, 110% Test, 150% Inbetriebgenommen.
Programmierung inklusive Doku sind also nicht einmal ein Viertel.
E. M. schrieb:> Das machst Du aber auch nur ein- oder zweimal, dann kriegst Du gar keine> Aufträge mehr, weil es an den BU-Manager eskaliert wurde, der die> Freigabe erteilt, extern zu bestellen, wovon der Geprellte dann auch> eifrig Gebrauch macht.
Dann ist die IT-Abteilung nicht stark. So einfach geht das nicht
überall. Wenn die IT die Hand auf den SAP-Systemen hat oder Richtlinien
einzuhalten sind, dann kommt man mit der Brechstange nicht weit.
Nop schrieb:> Das Problem daran ist, daß die Abnehmer zwar jede Menge Zeit verbrennen> mit solchen Anguckversionen, weil sie nicht wissen, was sie wollen, dann> aber nur die finale Version und deren Aufwand bezahlen wollen.
Ein agiles Projekt zum Fixpreis ist fast immer eine Katastrophe. So
etwas würde ich nur nach Aufwand machen. Klar, das akzeptiert nicht
jeder Kunde.
Agile Prozesse funktionieren genau so lange wie Abgabetermin und Kosten
genauso variabel sind wie das Pflichtenheft. Praktisch will der Kunde
aber irgendwann das Produkt auch mal verkaufen und muss dann auch wissen
wieviel Entwicklungsumlage man auf den Endpreis legen muss. Außer an
Unis, Förderprojekten und Berliner Flughäfen funktioniert sowas selten
und endet meistens im Streit oder damit das eine Partei drauf zahlt
nnn schrieb:> Bei rewe digital wird scrum eingesetzt.
Entwickelt ihr denn dann wirklich für einen Auftraggeber? Also, legt ein
anderer fest, was genau ihr machen sollt? Oder sind die Stakeholder
innerhalb Eurer Organisation?
Die Stakeholder sind innerhalb der Organisation, was natürlich ein
Vorteil gegenüber einem "echten" Kunden ist.
Trotzdem war es zu den Anfangszeiten schwierig zu vermitteln, dass das
ganze anders als Wasserfalls funktioniert. Auch heute noch sind IT und
Stakeholder teilweise zwei unterschiedliche Welten.
Trotzdem kann und darf es auch bei Scrum feste Termine geben, das muss
sich nicht widersprechen.
Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Bei internen Projekten wo man nicht
unbedingt in Stein gemeiselte Erwartungen hinsichtlich Features und
Preis hat und man notfalls nach einiger Zeit einfach einstampfen kann
hat man agil den wenigsten Streß. Wenn's dann vorbei ist kann man aufs
unfähige Managements schimpfen das kurz vorm großen Durchbruch immer
abbricht ;-)
nnn schrieb:> Trotzdem kann und darf es auch bei Scrum feste Termine geben, das muss> sich nicht widersprechen.
Naja, schon wenn nur drei oder vier Sprints dazwischen liegen wird's
schwierig das erwartete pünktlich zu liefern weil es eingangs an irgend
einer wichtigen Anforderung fehlte.
Das passiert nicht, wenn die grobplanung passt und Abhängigkeiten
zwischen Teams vorher geklärt sind. Zu dem Zeitpunkt gibt es nur eine
grobe Schätzung aus dem refinement an der Story (welche n mal, bei jedem
Team) vorkommen kann. Die endgültige Schätzung kommt im Sprintplanning
dran.
michl42 schrieb:> ein aus meiner Sicht lesenswerter Artikel zu Scrum&Agile:>> https://michaelochurch.wordpress.com/2015/06/06/why-agile-and-especially-scrum-are-terrible/>> Kurzzusammenfassung: Es setzt die falschen Anreize, löst die falschen> Probleme und macht Programmierung und Programmierer zu einem notwendigen> vehikel. Es ist im Prinzip ein permanenter Kriesenmodus.
Endlich mal ein Betrag der die Fakten bennent! Den habe Ich mal direkt
weitergeleitet, an gewisse Personen. Mal schauen, wie sie sich dazu
stellen!
Ich bin etwas erstaunt, dass der thread eingeschlafen ist, zumal das
Thema doch recht interessant ist.
In der jüngeren Vergangenheit wurde bei uns SCRUM sehr stark
intensiviert. Eine kritische Reaktion auf meine Hinterfragung, wie ich
sie o.a. angekündigt hatte, erfolgte kaum. Hinter vorgehaltener Hand
meckern zwar Viele und hinterfragen den Sinn, weil sie das Management
sehen, das bei rauskommt, trauen sich aber nicht, es offen zu äußern.
Scrum scheint sich auszubreiten wie ein Virus.
Und befallen werden in erster Linie Firmen, die wissen, dass sie im
Chaos arbeiten und sich diesen Strohhalm greifen, um sich aus dem Sumpf
zu ziehen.
Gott Sei Dank, habe ich das in Kürze hinter mir!
> Und befallen werden in erster Linie Firmen, die wissen, dass sie im> Chaos arbeiten und sich diesen Strohhalm greifen, um sich aus dem Sumpf> zu ziehen.> Gott Sei Dank, habe ich das in Kürze hinter mir!
Viel besser kan man es nicht zusammenfassen !!!
SEHR GUT !!!
Hi-Tech-Progger S. schrieb:> SCRUM
SCRUM? Taylorismus?
Gewachsene Strukturen sag ich!
Nach dem Strohfeuer der ungeregelten technischen Entwicklung hat sie
sich nun der Lichtgeschwindigkeit angenähert. Immer kleinere Schritte
erfordern einen immer größeren Aufwand.
Zu Organisation eines teams finde ich es gar nicht schlecht. Es erzeugt
Transparenz und 2Wochen Sprints kann man einigermaßen
planen(theoretisch)
Die Gründe für das scheitern liegen mMn nicht unbedingt an scrumm selbst
sondern an den Menschen die es benutzen. Je nach Team gibt's da immer
queer schiessende die es geil finden möglichst tief zu schätzen, in
retros wird sich nur Honig ums maul geschmiert, aus Fehlern nicht
gelernt usw. Scrumm erfordert viel zwischenmenschliche Kommunikation und
das in Bereichen wo IT asberger Nerd Autisten arbeiten. Ziemlich
schlechte voraussetzungen
Wer sowas wie Scrum verwendet ist nur zu blöd um seine eigene Methode zu
entwickeln
Schon mal darüber nachgedacht weshalb es in Bereichen wie Maschinenbau
und Elektro-Konstruktion keine derartigen Vorgehensmodelle gibt. Na,
klingelt es schon langsam. Aber die IT Fuzzis fallen auf so etwas gerne
herein...
Einfach unverbesserlich schrieb:> Schon mal darüber nachgedacht weshalb es in Bereichen> wie Maschinenbau und Elektro-Konstruktion keine> derartigen Vorgehensmodelle gibt.
Natürlich:
1. Maschinenbau und Elektro-Konstruktion haben beiweitem nicht das Innovationstempo, das die
angewandte Informatik hat. Nach Moores Gesetz ist die
Rechenleistung seit meiner Jugend (also in den letzten
30 Jahren) um den Faktor 1'000'000 gewachsen. Die
Kenntnisse über Arbeitsteilung und Arbeitsorganisation
haben schlicht nicht mit der technischen Entwicklung
mitgehalten.
2. Die Komplexität selbst relativ einfacher Software ist
viel größer als die von Maschinen oder elektrischen
Anlagen. Es ist völlig klar, dass das auch andere
Methoden der Arbeitsorganisation erfordert.
Für Dinge, wie extreme programming z.B. ist SCRUM sehr gut. Man muss
sich aber immer vor Augen führen, dass es eine Art Notlösung ist, um im
chaotischen, nicht geplanten stil etwas zusammenzuschrauben und sich
dabei zu synchronisieren. Ob dabei starre 2 Wochen Perioden sinnvoll
sind, muss aber bereits bezweifelt werden.
Hinzu kommt, dass SCRUM oft auf alle Softwareprojekte ausgeweitet wird,
also fehlerhafterweise auch auf solche, die man gut planen hätte können.
Damit wird alles an Projekten, egal, wie gross, wie lang und wie komplex
auf ein und dasselbe Raster gepresst. Es liegt auf der Hand, dass das
nicht stimmig sein KANN!
Vielmehr müssen komplexere und anspruchsvollere Projekte in kleineren
Zeiträumen einem Monitoring unterzogen werden und brauchen eine lange
vorgeschaltete Vorlaufphase der Gesamtplanung.
Nur flache, gleichmäßig in der Komplexität verlaufende Projekte wie
längere Software, kann mit solchen gleichmäßigen Perioden getaktet
werden und man kann recht schnell starten.
Komplett unsinnig ist es, das nun auch auf das gesamte Projekt ausweiten
zu wollen, weil die Entwicklung von Mechanik, Hardware und dem
Gesamtprojekt einen völlig anderen Komplexitätsverlauf hat, als
Softwareentwicklung.
Bei Mechanik z.B. aber auch ASICs, muss sehr früh sehr genau gedacht
werden, weil hintendrein fast nichts mehr zu reparieren oder zu ändern
ist, während man bei SW bis zum Schluss noch ändern kann (auch wenn es
nicht klug ist, zu viel offen zu lassen.)
Genau das passiert aber:
Wie bei der Software wird an alles drangesprungen, um es mit SCRUM zu
starten und zu managen, so als wäre es Software.
Die meisten Projektteile, wie z.B. Resourenplanung vertragen aber keine
Vorgehensweise wie bei SCRUM!
Ich habe SCRUM in mehreren Firmen negativ erlebt, weil es von oben herab
einer einzigen Abteilung (der Softwareentwicklung) auf diktiert wurde.
Das Problem dabei war stets, dass alle anderen um uns herum nicht
wirklich agil arbeiten wollten:
- Es gab einen festen Liefertermin.
- Die Kosten standen vor Projektbeginn fest.
- Der Auftraggeber stand nicht zur Klärung von Detail-Fragen zur
Verfügung (z.B. ob man etwas anders machen darf, weil es einfacher ist).
- Getestet wurde nur einmal nach der Abgabe am Liefertermin, vorher
stand dazu weder Personal noch Infrastruktur zur Verfügung.
- Die Benutzer wurden bereits vor dem Liefertermin an einer Alpha
Version geschult.
- Aber die Anforderungen wurden nach und nach vervollständigt.
Der letzte Punkt spiegelt wieder, was diese Unternehmen von SCRUM
erwarten:
- Die Softwareentwicklung kann schon bei Projektstart beginnen.
- Anforderungen können Schrittweise bis zum letzten Liefertermin
formuliert werden.
- Anforderungen können beliebig oft geändert werden.
- Für die Einhaltung des Zieltermins und der Kosten ist die
Softwareentwicklung ganz alleine verantwortlich.
- Für die Dokumentation ist die Softwareentwicklung ganz alleine
zuständig.
Irgendwer zieht offenbar durch dieses Land und erzählt den Managern,
dass SCRUM das Unmögliche möglich macht und dass es eine Arbeitsmethode
für die Softwareentwickler sei.
So wie ich SCRUM erlebt habe, funktioniert es nicht. So wie es im Buch
steht könnte es klappen. Aber die Manager (die ich erlebt habe)
übersehen offenbar, das SCRUM weit mehr Personen involviert, als nur die
Softwareentwickler. Vielleicht wurden sie schlecht beraten.
Egon D. schrieb:> 1. Maschinenbau und Elektro-Konstruktion haben bei> weitem nicht das Innovationstempo, das die> angewandte Informatik hat.Egon D. schrieb:> Die Komplexität selbst relativ einfacher Software ist> viel größer als die von Maschinen oder elektrischen> Anlagen.
Man tendiert immer dazu das eigene Fachgebiet höher zu bewerten als das
was man nicht so gut kennt.
Wenn du dir einen modernen Prozessor anschaust dann ist die Hardware
genauso komplex wie ein Betriebssystem, mindestens.
Von einem Gesamtsystem "Auto" gar nicht zu reden. Da ist die Software
von dutzenden von µCs oder auch dickeren Prozessoren nur ein Teil der
Gesamtkomplexität.
Wenn du dir auf ein modernes Flugzeug anschaust, oder dem bau eines
Wolkenkratzers gilt das noch mehr.
Und dort arbeiten (oder entwickeln) z.T 1000de von Personen zusammen.
Also überschätze mal Software nicht so maßlos.
Udo S. schrieb:> Wenn du dir auf ein modernes Flugzeug anschaust, oder dem bau eines> Wolkenkratzers gilt das noch mehr.> Und dort arbeiten (oder entwickeln) z.T 1000de von Personen zusammen.
Ja, das Argument der Komplexität war falsch, bzw. nicht ganz richtig.
Der Unterschied ist nicht die Höhe der Komplexität, sondern die fehlende
(bzw. kostenlose) Produktion. Da wo der Maschinenbauer einen
Handwerker für Prototypen braucht, der Architekt Referenzprojekte,
drückt der SW-Entwickler auf den Compile-button und hat direkt die
neuste Version vor sich.
Wo Erstellungs-Kosten (haus, Auto, HW) in Entwicklung oder Produktion
hoch sind, gibt es mehr Planung, weniger Iterationen, weniger
Komplexität pro Entwicklerstunde.
Und komm bitte niemand mehr, die eigentliche Entwicklung seien die paar
UML-Skizzen des Architekten, und Codemonkeys nur Handwerker. Das galt
vielleicht Mal zu Lochkarten-zeiten oder datentypisten heute.
...wir wurden vor 3 Jahren bei der Entwicklung des "applikativen
(kundenrelevanten) Anteils einer größeren Softwarearchitektur im
automotive Bereich" (OEM - ja, wir entwickeln den Code SELBST) auch dazu
gezwungen, SCRUM einzuführen. Mein Ziel war es dabei, sich die
sinnvollen Aspekte rauszugreifen und den Rest "wie immer" zu machen.
Zumal wir vorher eigentlich schon agiler (nicht unbedingt chaotischer)
unterwegs waren, als SCRUM es ermöglicht. Fazit ist, das hat gut
funktioniert, ich sehe folgende Vorteile bei der Fusion beider Welten:
+ deutlich strukturierteres Projekt
+ feste Taktung durch Sprints (aktuell noch 6 Wochen, weil es gut zu
anderen Artefakten passte - ist aber eigentlich etwas zu lang)
+ Zwang zu besserer doku & Abstimmung
+ Schätzung der Karten gibt bessere Planbarkeit
+ wir wissen schon jetzt dass wir nachweislich nicht fertig werden :)
- SCRUM per se ist ein akademischer Ansatz der mit der Realität in
großen, gewachsenen Konzernen nichts zu tun hat
- man muss das Mgmt so hinbiegen, dass sie zufrieden sind mit dem was
man aus SCRUM nutzt und immer schön alles loben ;)
- deutlich mehr Orga (was aber letztendlich in positiven Effekten endet)
Das dazu von meiner Seite, freue mich über weitere Erfahrungsberichte!
Euer PO.
PO schrieb:> Mein Ziel war es dabei, sich die> sinnvollen Aspekte rauszugreifen und den Rest "wie immer" zu machen.
Das ist eigentlich schon falsch, denn genau das verbietet SCRUM
ausdrücklich.
Zumindest sollte man danach nicht behaupten, man würde SCRUM anwenden.
Egon D. schrieb:> Maschinenbau und Elektro-Konstruktion haben bei> weitem nicht das Innovationstempo, das die> angewandte Informatik hat. Nach Moores Gesetz ist die> Rechenleistung seit meiner Jugend (also in den letzten> 30 Jahren) um den Faktor 1'000'000 gewachsen. Die> Kenntnisse über Arbeitsteilung und Arbeitsorganisation> haben schlicht nicht mit der technischen Entwicklung> mitgehalten
Maschinenbauer oder Elektrotechniker verdienen aber in der Regel
deutlich mehr als IT Fuzzis in Softwareklitschen
Wenn aber die IT Arbeit deutlich anspruchsvoller wäre dann müsste das
Gegenteil der Fall sein. von daher stimmt dieses Argument nicht
Außerdem kopieren doch die meisten Softwerker nur Code aus aus Google
zusammen
Einfach unverbesserlich schrieb:> Außerdem kopieren doch die meisten Softwerker nur Code aus aus Google> zusammen
Und die Maschinenbauer schrauben Teile zusammen, die ihnen fertig
geliefert werden.
Sorry Mann, du hast keine Ahnung, was gute Softwareentwickler alles
leisten müssen.
A. S. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Wenn du dir auf ein modernes Flugzeug anschaust, oder>> dem bau eines Wolkenkratzers gilt das noch mehr.>> Und dort arbeiten (oder entwickeln) z.T 1000de von>> Personen zusammen.>> Ja, das Argument der Komplexität war falsch, bzw. nicht> ganz richtig.
Das stimmt.
Das kommt halt heraus, wenn ich mich mal kurzfassen und
nicht ewig schwafeln will.
> Der Unterschied ist nicht die Höhe der Komplexität, sondern> die fehlende (bzw. kostenlose) Produktion.
Das stimmt -- aber das eine bedingt das andere.
Je produktiver die Produktion ist, desto größer ist die
Komplexität, die ein einzelner Entwickler beherrschen muss.
Das geht schon im Sondermaschinenbau los, wo heute eben
komplizierte Einzelteile auf der CNC-Fräse hergestellt
werden, was in dieser Weise von 50 Jahren schlicht unmöglich
war.
In der Softwerkerei ist das noch schlimmer; dort ist die
"Produktion" mit dem Ende des Compilerlaufes (nahezu)
abgeschlossen.
> Da wo der Maschinenbauer einen Handwerker für Prototypen> braucht, der Architekt Referenzprojekte, drückt der> SW-Entwickler auf den Compile-button und hat direkt die> neuste Version vor sich.
Genau.
> Wo Erstellungs-Kosten (haus, Auto, HW) in Entwicklung> oder Produktion hoch sind, gibt es mehr Planung, weniger> Iterationen, weniger Komplexität pro Entwicklerstunde.
Nicht nur das -- es gibt dort auch mehr Kommunikation,
mehr technische Dokumentation, mehr Bewusstsein für
Qualität.
Udo S. schrieb:> Man tendiert immer dazu das eigene Fachgebiet höher zu> bewerten als das was man nicht so gut kennt.
???
Ich habe Mechatronik gelernt und Elektrotechnik studiert.
Einfach unverbesserlich schrieb:> Maschinenbauer oder Elektrotechniker verdienen aber in der Regel> deutlich mehr als IT Fuzzis in Softwareklitschen
Informatiker arbeiten halt meistens in kleinen Klitschen und nicht in
IGM-Konzernen. Viele IGM-Konzerne lagern ihre Softwareentwicklung in
Tockterfirmen aus, damit sie keinen IGM-Tarif zahlen müssen.
> Wenn aber die IT Arbeit deutlich anspruchsvoller wäre dann müsste das> Gegenteil der Fall sein. von daher stimmt dieses Argument nicht
Bist du denn in der Lage, einen Investment-Bot zu schreiben, der dich
reich macht?
Franko S. schrieb:> F. B. schrieb:>> Bist du denn in der Lage, einen Investment-Bot zu schreiben, der dich>> reich macht?>> Er nun wieder mit seinem Aktienscheiss....
Ja. Mein Investment-Bot war heute wieder sehr erfolgreich. Wer noch
täglich zur Arbeit gehen muss, um sich seinen Lebensunterhalt zu
verdienen, der hat es nicht weit gebracht im Leben.
> Autor: F. B. (finanzberater)> Datum: 03.10.2019 12:10
Da bist du Quatschkopp ja.
Habe dich schon vermisst, dachte dieses Wochenende gibt es keinen
Freigang für dich.
Was mich an Finanzberatern mal interessiert, wenn sie so tolle
Geldanlagetips haben müssten sie doch durch Umsetzen dieser soviel
Schmodder gemacht haben, daß sie ganzjährig auf den Bahamas Urlaub
machen und nicht als Finanzberater arbeiten.
Und die Scrum-Consultants müssten doch auch alle eine sehr gut laufende
Softwarefirma haben und die Methoden derer Organisation mehr oder
weniger für sich behalten ;-)
Die warten noch auf den großen Durchbruch. Das Geschäft der allermeisten
Finanzberater ist sicher genau so unerfreulich wie das von Schauspielern
und Models.