Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Arietta G25: apt-get verursacht Kernel panic


von mascottchen (Gast)


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Hallo,

Ich habe ein gewaltiges Problem mit dem Arietta G25:

Egal ob mit Kernel 3.1 oder 4.2.5 und ob die Internetverbindung per 
USB/NDIS oder per WLAN besteht führt praktisch jede Aktion von apt-get 
zu einem Kernel panic.

Schon apt-get update führt nach einigen Minuten (manchmal auch nur 
Sekunden) zu:
1
Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b
2
3
---[ end Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b

Ich habe schon sehr viel zu dem Problem gesucht. Einige schreiben, es 
läge am WLAN-Treiber. Also Habe ich die Internetverbindung via USB/NDIS 
+ Windows Netzwerkfreigabe hergestellt. Gleiches Ergebnis.

Habe auch verschiedene Versionen auf verschiedenen SD Karten probiert, 
immer wieder das selbe.

Es handelt sich um ein Arietta G25 mit 256MB Ram und aufgelötetem WLAN 
Modul.
http://www.acmesystems.it/arietta

Installiert ist das Linux von hier:
http://www.acmesystems.it/binary_repository

Das Problem besteht bei allen 3 Versionen, egal ob 128 oder 256MB zur 
Verfügung stehen.

Bin für jeden Hinweis dankbar, auch Hinweise, welche Informationen ich 
sinnvollerweise bereitstellen sollte, wären erstmal hilfreich!

Gibt es hier ein paar Linuxer, die mir auf die Sprünge helfen können?
Vielen Dank!

von S. R. (svenska)


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Die Fehlermeldung deutet darauf hin, dass init (PID 1) endet oder 
stirbt, also gerade kein Treiberfehler oder ähnliches.

Kann es sein, dass der OOM-Killer kommt und init abschießt, oder 
irgendein anderes Programm?

Poste mal den gesamten Panic, nicht nur die letzte Zeile.

von mascottchen (Gast)


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Hier, mehr kommt leider nicht.
OOM ist ein Hinweis... ich versuche mal, eine swap partition 
einzurichten.
Wobei 256MB ja nicht sooo knapp sind, oder?
1
root@arietta:~# apt-get update
2
.
3
.
4
.
5
Hit http://cdn.debian.net jessie/non-free armel Packages
6
100% [3 Translation-en bzip2 0 B] [4 Sources xz 0 B]Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b
7
8
---[ end Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b

von S. R. (svenska)


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mascottchen schrieb:
> Hier, mehr kommt leider nicht.

Doch, aber nicht auf diesem Terminal. :-)
Schaue mal ins Log unter /var/log/syslog (oder was immer systemd da 
jetzt hat), ob du dort etwas zum letzten Boot findest. Wenn es knallt, 
warte auch mal 10 Sekunden oder so, bis (hoffentlich) der Plattencache 
geflusht wurde.

> OOM ist ein Hinweis... ich versuche mal, eine swap partition
> einzurichten.

Ich habe vor langer Zeit mal einen 486er mit 4 MB RAM extrem 
beschleunigt, indem ich den Swap auf ein NBD (Network Block Device) 
gelegt hatte. Das Netzwerk war deutlich schneller als die eingebaute 
Festplatte. War zwar nur Spielerei, aber lief erstaunlich gut.

Fuer Systeme mit modernem Linux und so wenig RAM ist auch zram eine gute 
Idee.

> Wobei 256MB ja nicht sooo knapp sind, oder?

Sind sie, insbesondere bei xz.
Du kannst auch versuchen, mit "init=/bin/sh" zu booten, alle 
Dateisysteme per Hand zu mounten und dann "exec apt-get update" 
aufzurufen. Das ist der absolut minimale Speicherverbrauch dann, endet 
aber garantiert mit der gleichen Panic. Mit ein bisschen Glueck läuft 
das Programm aber vorher durch.

von mascottchen (Gast)


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Hm, leider finde ich in keinem der log Ordner irgendwas erhellendes. Nur 
leere files oder <nothing has been logged yet> o.ä.

Sicher suche ich nur an der falschen Stelle...

von Planlos (Gast)


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Lass syslog über netzwerk loggen.

Oder, quick&dirty:
Log dich zweimal ein, in einem Fenster machst du ein
# watch "dmesg|tail"
oder
# while sleep 1; do dmesg -c ; done

im anderen dein apt-get.

mit etwas Glück kriegst du so mehr von der letzten Fehlermeldung zu 
sehen.

von mascottchen (Gast)


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Planlos schrieb:
> Oder, quick&dirty:
> Log dich zweimal ein, in einem Fenster machst du ein
> # watch "dmesg|tail"

Vielen Dank für den Tipp, leider wieder nur:

Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b

---[ end Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! 
exitcode=0x0000000b

von Sheeva P. (sheevaplug)


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mascottchen schrieb:
> Planlos schrieb:
>> Oder, quick&dirty:
>> Log dich zweimal ein, in einem Fenster machst du ein
>> # watch "dmesg|tail"
>
> Vielen Dank für den Tipp, leider wieder nur:
>
> Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init! exitcode=0x0000000b
>
> ---[ end Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init!
> exitcode=0x0000000b

Hm. Ich kenne Deinen SBC nicht, aber irgendwas ist da komisch...

Ein Linux ohne Swap-Partition zu betreiben, ist immer ein schlechte 
Idee.

Du schreibst, Du hast verschiedene SD-Karten ausprobiert. Sind die alle 
vom selben Hersteller und / oder sogar dasselbe Modell?

Hat ein SBC eine Systemkonsole, zum Beispiel eine serielle 
Schnittstelle? Dann könnte es sich lohnen, da einmal drauf zu schauen. 
Du könntest auch einmal versuchen, Crashdumps zu aktivieren (Paket 
linux-crashdump).

Hast Du einmal versucht, das Netzwerk mit etwas anderem als apt-get zu 
benutzen? Etwa mit ping, traceroute, wget, netcat, ftp und SSH?

Was für eine Linux-Distribution benutzt Du genau? Bist Du sicher, daß 
die zur Hardware des SBC paßt?

Was geben die Befehle "uname -a", "lsb_release -a" und "cat 
/proc/cpuinfo" aus? Was sagt der Befehl "dmesg" bevor Du apt-get 
aufrufst?

von Markus F. (mfro)


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Was Du da hast ist ein Kernel-Panic (hat mit apt-get und init nur höchst 
indirekt zu tun, das löst ihn "nur" aus).

Genaueres wird man erst sagen können, wenn mehr Infos verfügbar sind. 
Dazu mußt Du erst mal rausfinden, wo dein Kernel sein Log hinschreibt. 
Das dürfte wahrscheinlich irgendwo auf einer seriellen Konsole landen.

Hast Du so was? Angeschlossen?

von Blinky (Gast)


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Hast Du Schreibzugriff auf das root Filesystem und ist da auch noch 
Platz für eben diese Logs?

von mascottchen (Gast)


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Die SD Karten wurden alle strikt nach Vorgabe 
(http://www.acmesystems.it/microsd_format) vorbereitet, Filesystem etc. 
sollte also Ok sein.

Andere Netzwerksachen wie SSH, Ping, NTP, wget etc. laufen, es hat also 
vermutlich nichts mit den Netzwerktreibern zu tun.

Ich habe inzwischen Kontakt mit dem Entwickler aufgenommen, er vermutet 
dass es etwas mit "sd card corruption" zu tun hat, da es mit der 
Knfiguration "eigentlich" laufen sollte...

Ich bedanke mich soweit für die Vorschläge und werde berichten, wenn es 
eine Lösung gibt.

Derweil werde ich mich mal mit dem Logfiles beschäftigen.

von Nils S. (kruemeltee) Benutzerseite


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mascottchen schrieb:
> Filesystem etc.
> sollte also Ok sein.

1. Sollte heisst nicht wissen, lass fsck drüber laufen.

2. Swap einrichten.

3. Auch mal apt-get download statt install versuchen.

Wenn das immer noch nicht geht, versuche die Pakete woanders 
herunterzuladen und schiebe sie nach /var/cache/apt/archives.
Jetzt deaktivierst du das Netzwerk komplett (ifconfig <jedes 
interface> down) und versuchst nochmal apt-get install.

von foobar (Gast)


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Wie ist das Board denn versorgt?

von Guido L. (guidol1970)


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Nur zur Dokumentation nach 4 Jahren - eine Idee:

https://www.acmesystems.it/WIFI-2

WIFI-2-IA - WiFi USB module (Internal Antenna):
Don't use the WIFI-2-IA model with Arietta G25 board because it hangs 
the CPU. Use the WIFI-2 instead

WIFI-2 - WiFi USB module:
This model requires an external antenna model AN-WIFI-01 or AN-WIFI-02.

D.h. bei einem z.B. apt.get geht viel WLAN Leistung in die CPU (wenn man 
keine externe Antenne nutzt) und kann so die CPU stoeren/ aufhaengen.

Das WiFi Modul stoert evtl. auch, wenn man es nicht runterfaehrt und 
Netzwerk per MicroUSB nutzt - nur so als Idee :)

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