Auf diese Frage bin ich gestoßen, weil ich heute feststellen musste, dass bei einem Realgewicht von 48 g meine digitale Küchenwaage über einen Temperaturbereich von 16°C bis 22 °C um +12/-1 g abweicht. Die Masse eines zu wiegenden Gegenstandes verändert sich mit der Temperatur ja nicht, sondern nur die Leitfähigkeit und der Widerstand der Elektronik. Das müsste man also irgendwie kompensieren können. Wie könnte man das machen? Ein Temperatursensor bringt selbst ja wieder eine neue Fehlerquelle in die Messung, geht das also irgendwie geschickter? Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich meine Waage immer zuerst temperieren muss, ehe diese halbwegs genau misst.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
üblicherweise durch eine Brückenschaltung mit einem weiteren DMS, der die selbe Temperatur sieht, aber die Dehnung nicht mitmacht (oder noch besser: sie mit umgekehrten Vorzeichen mitmacht).
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Waage schrieb: > Das müsste man also irgendwie kompensieren können. https://de.wikipedia.org/wiki/Dehnungsmessstreifen Weiter unten im Artikel: Störgröße Temperatur.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
DMS in Vollbückenschaltung , also 4 DMS auf den Messkörper aufgeklebt, 2 davon werden gedehnt. Damit ist die Brücke temperaturkomensiert. Jetzt fehlt noch eine anständige Elektronik dahinter.... LG Dirk
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Waage schrieb: > Wie könnte man das machen? In dem man 4 DMS als Brückenschaltung auf den Wägebalken klebt. Einer wird gedehnt, einer gestaucht. Die anderen sind quer aufgeklebt und haben damit die gleiche Temperatur wie die beiden aktiven. Dehnt sich der Wägebalken durch Erhöhung der Temperatur dehnen sich alle. So habe ich es schon oft gesehen.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Ah, das klingt einleuchtend. Wie würde man vorgehen, wenn man einen Drucksensor anstatt einem Dehnmessstreifen verwenden würde?
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Dirk F schrieb: > DMS in Vollbückenschaltung , also 4 DMS auf den Messkörper aufgeklebt, 2 > davon werden gedehnt. Reinhard #. schrieb: > 4 DMS als Brückenschaltung > auf den Wägebalken klebt. > Einer wird gedehnt, einer gestaucht. > Die anderen sind quer aufgeklebt Im Idealfall werden all 4 DMS einer Brückenschaltung benutzt. 2 auf Zug und 2 auf Druck.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Waage schrieb: > einen Drucksensor anstatt einem > Dehnmessstreifen verwenden würde? Und nach welchem physikalischen Prinzip soll der "Drucksensor" arbeiten?
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Gemeint ist wahrscheinlich so ein "Drucksensor" http://www.watterott.com/de/Drucksensor-4mm Jau, mit so einem Teil haste keine Temperaturkompensationsprobleme mehr wie beim DMS, oder besser gesagt, die sind bei einer mit diesen Teilen gebastelten "Waage" nicht mehr relevant.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Wenn es genau sein soll, sind DMS als Brücke ausgeführt. Da hat man dann relativ wenig Temperaturdrift. Es bleibt die geringe Drift durch etwa den Temperatureffekt auf dem Federkörper. Sofern die restlche Drift noch stört, kann man die etwa mit Temperatursensor und Software bei der Anzeige kompensieren. Wer mag könnte die Waage auch auf konstante Temperatur bringen - ist dann aber langsam und Stromhungrig.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Waage schrieb: > Auf diese Frage bin ich gestoßen, weil ich heute feststellen musste, > dass bei einem Realgewicht von 48 g meine digitale Küchenwaage über > einen Temperaturbereich von 16°C bis 22 °C um +12/-1 g abweicht. Da ist halt als Messprinzip ein ungeeignetes Verfahren angewendet, zum Beispiel wird kapazitiv die Bewegung der Waageplatte gemessen. Oder die noch analoge Verarbeitung der DMS-Brücken-Ausgangsspannung ist nicht driftfrei. Oder der Verarbeitungsbereich der Brücken-Ausgangsspannung wird überfordert, weil schon beim Einschalten und austarieren des Nullpunkts die Grenze des Messbereichs erreicht wird. Was Murks ist soll Murks bleiben. Da tauchen bei der Arbeit immer mehr Mängel auf bzw. eine Maßnahme lässt gleich einen weiteren Mangel auftauchen. Zum Beispiel wird das angezeigte Gewicht plötzlich positionsabhängig Außer die Waage hat einen echten Defekt. Wenn der klar eingegrenzt werden kann, lohnt sich die Arbeit. Waage schrieb: > Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich meine Waage immer zuerst > temperieren muss, ehe diese halbwegs genau misst. Vielleicht ist aber nur die Batterie der Waage so an der Grenze, dass ihre Spannung temperaturabhängig ist, der Innenwiderstand zu hoch ist und für exaktes Arbeiten der Waage nicht mehr ausreicht. das gehört aber auch in die Kategorie Fehler eingrenzen und beheben.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Max M. schrieb: >> einen Drucksensor anstatt einem >> Dehnmessstreifen verwenden würde? > > Und nach welchem physikalischen Prinzip soll der "Drucksensor" arbeiten? Mit Dehnungsmessstreifen? :-)
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Peter R. schrieb: > Vielleicht ist aber nur die Batterie der Waage so an der Grenze, dass > ihre Spannung temperaturabhängig ist, der Innenwiderstand zu hoch ist > und für exaktes Arbeiten der Waage nicht mehr ausreicht. das gehört aber > auch in die Kategorie Fehler eingrenzen und beheben. Ja, das trifft sogar zu. Als ich die Waage aus einem kalten Raum holte (ca. 16 °C) und mit Messen anfangen wollte ging die Waage erst gar nicht an. Also habe ich die CR2032 Batterie raus genommen und gemessen. Deren Spannung war schon grenzwertig, also habe ich sie etwas in der Hand aufgewärmt und wieder in die Waage gesteckt. Mit aufgewärmter Batterie ging die Waage dann an und ich konnte messen. Ich habe allerdings nicht gedacht, dass dies zu einem Messfehler führen könnte. Ob das auch wirklich zutrifft weiß ich allerdings erst wenn ich eine neue Batterie kaufe, momentan habe ich keine parat und auf Basteln mit anderer Energiequelle und angeklemmtem Kabel habe ich keine Lust.
Re: Wie kompensiert man Temperaturschwankungen bei einem Dehnmesstreifen (z.b. für eine Grammwaage)?
Waage schrieb: > mit anderer Energiequelle und angeklemmtem Kabel habe ich keine Lust. Zum Danke sagen offensichtlich auch nicht. Waage schrieb: > Also habe ich die CR2032 Batterie raus genommen und gemessen. > Deren Spannung war schon grenzwertig, Und welche Spannung (Zahlenwert) war es? Das wäre vielleicht auch interessant. Mancher würde gern wissen, ab welcher Spannung eine CR2032 leer ist.
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