Forum: Offtopic Hausdämmung: Unterschiedliches Dämmmaterial? Dämmung erweitern?


von Hans W. (hans_wurst)


Lesenswert?

Hallo,

bei mir im Haus (Bj. 87) bei dem das Steildach mit Styropor gedämmt 
wurde. Wie auf dem Foto zu sehen, wurde auch die Dachgaube mit Styropor 
gedämmt, welches jedoch sehr dünn ist und locker noch 20cm Platz bis zur 
Innenwand hat.

Auf jedem Fall soll nun eine Damfbremse hinzu kommen. Ich überlege mir 
allerdings auch, ob ich in der Dachgaube noch etwas mehr Dämmung 
einfügen sollte.

Macht das Sinn? Oder bekomme ich dann Probleme mit Kondenswasser? 
Welchen Dämmwert die alte Dämmung hat, wei keiner mehr. (was war denn 
damals Standard?)

http://www.bilder-upload.eu/upload/0d8f16-1447834459.jpg

http://www.bilder-upload.eu/upload/5e980f-1447834469.jpg

von Claus M. (energy)


Lesenswert?

Hans W. schrieb:
>
> Auf jedem Fall soll nun eine Damfbremse hinzu kommen. Ich überlege mir
> allerdings auch, ob ich in der Dachgaube noch etwas mehr Dämmung
> einfügen sollte.

Würde ich machen, mit Steinwolle auffüllen und dann Dampfbremse davor.

> Macht das Sinn? Oder bekomme ich dann Probleme mit Kondenswasser?

Nicht wenn die Dampfsperre gut gemacht ist.

> Welchen Dämmwert die alte Dämmung hat, wei keiner mehr. (was war denn
> damals Standard?)

Styropor ca. Wäremeleitfähigkeit 0,040 W/(m*K). Mit der Dicke kannst du 
das nun berechnen. Sind ca. 10cm?

Außer der Gaube würde ich nichts machen, ist immer noch absolut ok. Erst 
wenn das Dach mal ganz saniert werden muss würde ich an der Dämmung was 
ändern.

von Peter D. (peda)


Lesenswert?

Ich würde auf jeden Fall das Styropor durch ein Material ersetzen, was 
kein Brandbeschleuniger ist.

http://www.rockwool.de/d%C3%A4mmstoff+steinwolle/brandschutz


Ich hab das selbst erlebt, wie schnell die Flammen vom Müllkontainer bis 
zum 4.Stock angekommen waren. Die Feuerwehr kam gleich 6 Fahrzeuge stark 
angebraust.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Hans W. schrieb:
> Oder bekomme ich dann Probleme mit Kondenswasser?

Du bekommst eher Probleme bei der aktuellen Form. Es muss überall mit 
der gleichen Dicke gedämmt werden, und die innen drübergelegte 
Dampfbremse muss dicht sein, auch in 30 Jahren, also nur mit 
Butylklebeband verkleben.

Peter D. schrieb:
> Ich würde auf jeden Fall das Styropor durch ein Material ersetzen, was
> kein Brandbeschleuniger ist.

Ich auch.

Allerdings ist Mineralwolle bei unserem Entsorger teurer zu entsorgen 
als Asbest. Daher lieber Holzfaserdämmstoffe wie Pavatex.

von Claus M. (energy)


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Es muss überall mit
> der gleichen Dicke gedämmt werden,

Nö.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

> Michael B. schrieb:
>> Es muss überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden,
>
Claus M. schrieb:
> Nö.

Na Dummchen, hast du den Satz nicht verstanden ?

Richtig, es gibt kein Gesetz, daß überall mit derselben Dicke gedämmt 
werden muss.

Extra für dich also noch mal ausführlich erklärt damit es auch die 
Einfältigeren begreifen können:

Es gibt Naturgesetze der Physik.

In einem Raum wird Luftfeuchtigkeit zuerst an dem Punkt auskondensieren, 
der am kältesten ist, und dort wird es schimmeln, weil es feucht ist.

Also ist es schlau, innerhalb der Dampfsperre überall ähnliche 
Oberflächentemperaturen zu haben, am niedrigsten dort, wo Feuchte zuerst 
auffällt und sich gut abwischen lässt, an den Fensterscheiben.

Hans Wurst mit seinem mit 16cm Styropor gedämmtes Dach, die Gaube aber 
nur mit lose reingelegten 5cm die quasi nicht effektiv dämmen, hat er 
das Schimmelrisiko in der Dachgaube.

Wenn er nun die Dämmung dort verstärkt, z.B. auf dieselben 16cm, oder 
zumindest auf denselben Dämmwert (möglichst sogar etwas besser, weil die 
Dachgaube vom Wind umspült mehr gekühlt wird), dann braucht er nicht zu 
befürchten, sich ein Schimmelproblem einzufangen, sondern er verbessert 
die Situation dort.

Richtig, es muss nicht überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden. 
Aber es ist schlau, das bei Verwendung demselben Dämmmaterials so zu 
tun.

von Martin L. (maveric00)


Lesenswert?

Hallo,

die Dicke der Dämmung ist vollkommen egal, sobald der Taupunkt an der 
Oberfläche überschritten wird. Damit ist Deine Aussage, die Dämmung 
überall gleich zu gestalten nur für den (schlechten) Fall halbwegs 
gültig, dass die Dämmung gerade soeben das Zimmer warm hält.

In diesem Fall allerdings sollte die Dämmung entsprechend der 
geometrischen und materiellen Wärmebrücken doch wieder unterschiedlich 
dick sein, also in den Ecken dicker als in der Fläche.

Ob jetzt die Gaube nur auf einen ähnlichen Dämmstandard gebracht wird 
wie das Dach, oder ob die ganzen 20 cm mit Steinwolle gefüllt werden, 
ist für das Ausfallen von Feuchtigkeit ziemlich schnuppe - entweder 
wurde der Taupunkt in der Dachfläche schon vorher unterschritten oder 
eben nicht.

Was aber berücksichtigt werden sollte, ist die Frage, inwieweit der 
aktuelle Zustand luftdicht ist. Da dies anscheinend aktuell nicht der 
Fall ist, kann das Anbringen einer luftdichten Dampfbremse tatsächlich 
möglicherweise zu Problemen führen, da der bisherige Luftaustausch zu 
einer trockeneren Raumluft und damit zu einer Absenkung des Taupunktes 
geführt hat.

Dabei braucht dieser Luftaustausch keine sichtbaren Spuren hinterlassen 
zu haben (die Feuchtigkeit der ausströmenden Luft wird irgendwo 
kondensiert sein, allerdings schimmelt Styropor nicht so leicht). Wird 
der Austausch jetzt unterbunden, so kann es tatsächlich zu feuchten 
Fenstern (falls diese die kälteste Stelle darstellen) oder zu Schimmel 
in den Ecken (geometrische Wärmebrücke) führen. Das ist eine der 
klassischen Fallen, in die Sanierer hereinlaufen, wenn sie z.B. nur die 
Fenster austauschen und diese dabei (wie normativ gefordert) luftdicht 
einbinden.

Insofern kann es Sinn machen, den Dachaufbau einmal bezüglich der 
Feuchteverteilung durchzurechnen (z.B. bei u-wert.net), bevor einzelne 
Maßnahmen durchgeführt werden, die den Feuchtehaushalt signifikant 
ändern können.

Schöne Grüße,
Martin

P.S.: Einfach die Dampfbremse weglassen ist auch keine Lösung, da sich 
in Steinwolle sehr wohl Schimmel ansiedelt. Die Wolle selbst schimmelt 
zwar nicht, aber der Schmutz, der mit der Raumluft hinaustransportiert 
wird. Und der setzt sich in Steinwolle nun einmal leichter fest als auf 
Styropor.

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
>> Michael B. schrieb:
>>> Es muss überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden,
>>
> In einem Raum wird Luftfeuchtigkeit zuerst an dem Punkt auskondensieren,
> der am kältesten ist, und dort wird es schimmeln, weil es feucht ist.

Die Luftfeuchtigkeit ist vorgegeben abhängig von diversen Faktoren, von 
denen aber keiner die Dämmdicke ist.

>
> Also ist es schlau, innerhalb der Dampfsperre überall ähnliche
> Oberflächentemperaturen zu haben, am niedrigsten dort, wo Feuchte zuerst
> auffällt und sich gut abwischen lässt, an den Fensterscheiben.

Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Aber davon, dass an der 
Fensterscheibe Wasser kondensiert, reduziert sich die Luftfeuchtigkeit 
nicht merklich. Es spielt für die Schimmelwahrscheinlichkeit im Raum 
keine Rolle, ob Wasser am Fenster kondensiert.

>
> Hans Wurst mit seinem mit 16cm Styropor gedämmtes Dach, die Gaube aber
> nur mit lose reingelegten 5cm die quasi nicht effektiv dämmen, hat er
> das Schimmelrisiko in der Dachgaube.

WENN er ein Schimmelproblem hätte, wäre das richtig. Wenn er aber keines 
hat, weil er regelmässig lüftet und die Luftfeuchtigkeit nicht hoch 
genug ist, dann wird das durch die 5 cm auch nicht höher.

>
> Wenn er nun die Dämmung dort verstärkt, z.B. auf dieselben 16cm, oder
> zumindest auf denselben Dämmwert (möglichst sogar etwas besser, weil die
> Dachgaube vom Wind umspült mehr gekühlt wird), dann braucht er nicht zu
> befürchten, sich ein Schimmelproblem einzufangen, sondern er verbessert
> die Situation dort.

Sicher, schaden tut das nicht.

>
> Richtig, es muss nicht überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden.
> Aber es ist schlau, das bei Verwendung demselben Dämmmaterials so zu
> tun.
Ja, aber wer bei 5cm Dämmung Schimmel hat, hat ein grundsätzliches 
Problem, welches mit der Dämmdicke nichts zu tun hat. Dann ist die 
Luftfeuchtigkeit drundsätzlich zu hoch.

Ich würde das aber auch alles rausschmeissen und mit Mineralwolle oder 
Thermohanf dämmen. Dann innen OSB Platten zum sommerlichen Hitzeschutz, 
die wirken dann auch als Dampfsperre, wenn man die Nuten abklebt. 
Alternativ Styropor lassen und innen OSB Platten als Dampfsperre und 
Gipsfaserplatten als Feuerbremse.

Gruss
Axel

von Claus M. (energy)


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
>> Michael B. schrieb:
>>> Es muss überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden,
>>
> Claus M. schrieb:
>> Nö.
>
> Na Dummchen, hast du den Satz nicht verstanden ?

Mit dem Verstehen ist es bei dir nicht weit her.

Michael B. schrieb:
> Es gibt Naturgesetze der Physik.
>
> In einem Raum wird Luftfeuchtigkeit zuerst an dem Punkt auskondensieren,
> der am kältesten ist,

Nur wenn er so kalt ist, dass was kondensiert. Die anderen haben es dir 
ja schon ausführlich erklärt.

von J. A. (gajk)


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
>> Michael B. schrieb:
>>> Es muss überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden,
>>
> Claus M. schrieb:
>> Nö.
>
> Na Dummchen, hast du den Satz nicht verstanden ?

Warum diese Arroganz?

> Extra für dich also noch mal ausführlich erklärt damit es auch die
> Einfältigeren begreifen können:

...schon wieder!

> Es gibt Naturgesetze der Physik.

Aha!
>
> Richtig, es muss nicht überall mit der gleichen Dicke gedämmt werden.
> Aber es ist schlau, das bei Verwendung demselben Dämmmaterials so zu
> tun.

Grau lieber Freund ist alle Theorie - und grün des Lebens güldner 
Baum...

Klar, du hast völlig recht - theoretisch! Doch die amateurhafte Dämmung 
auf den Bildern zeigt, dass die gleichmäßige Dicke da bestimmt NICHT das 
Problem ist. Sondern vielmehr, dass es keine Ritzen und Undichtigkeiten 
gibt.

Nem Flüchtling würde man ja auch keine Winterjacke vorenthalten nur weil 
die Hose zu dünn ist...

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.