Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Verjüngungskur für Smartphonehardware


von Simon S. (-schumi-)


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Hallo,

mein Smartphone (Galaxy S2) ist inzwischen 4 volle Jahre alt, und 
mangels eines würdigen Nachfolgers muss es noch ein bisschen 
durchhalten.. Softwareseitig ist das kein Problem, Updates gibt es am 
laufenden Band. Allerdings ist zu merken, dass die Hardware etwas 
schwächelt, vor allem die Akkulaufzeit. Im Standby geht es sogar immer 
noch recht gut, doch sobald Musik abgespielt wird oder das Display an 
ist purzelt der Ladestand dahin.

Was mir dazu so eingefallen ist:

Akku tauschen
Dass die Kapazität über die Zeit dramatisch fällt weis hier wohl jeder. 
Hab ich auch schon mehrmals gemacht, was jedes mal deutlich zu spüren 
war.

Korrosion an Kontaktstellen
Selbige (etwa am Akku) sind zu reinigen, was ich auch schon öfter 
gemacht habe. Zusätzlich hat das Gerät neulich ein neues USB Modul 
spendiert bekommen, um den Kontakt beim Laden wieder besser zu machen.

Alterung von Keramikkondensatoren
Dazu folgender Wiki-Auszug: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Keramikkondensator#Alterung
(Anhaltspunkt fürs Diagramm: Das Smartphone ist jetzt bei etwa 35000 
Betriebsstunden)

Um die ursprüngliche Kapazität herzustellen sollte es also reichen mal 
alle größeren Kerkos nachzulöten. Ich vermute, dass das die Effizienz 
der DC/DC Wandler wieder ein gutes Stück nach oben heben dürfte und 
somit hoffentlich den Energiehunger bei Benutzung des Smartphones etwas 
eindämmt. (?)

Haarrisse in Lötstellen
In seinem Smartphoneleben ist das Gerät natürlich schon etliche male 
heruntergefallen und hat damit schon viel starte Beschleunigung und 
Erschütterung mitmachen müssen. Die Lötstellen werden sich wohl wenig 
gefreut haben (grade da Bleifrei). Wie große diese Auswirkungen auf den 
Energieverbrauch sind kann ich aber nicht einschätzen. Meinungen dazu?

Als Lösung könnte man das Board soweit erhitzen bis das Lötzinn grade zu 
schmelzen anfängt (wie es viele Leute ja auch mit Laptopboards etc 
machen). Die Frage ist, wie gut etwa die filigranen Plastikstecker das 
mitmachen und ob es das Risiko wert ist. Hier sind Bilder von der 
Platine: 
http://www.anandtech.com/show/4686/samsung-galaxy-s-2-international-review-the-best-redefined/10

Elektromigration
https://de.wikibooks.org/wiki/Computerhardware:_Alterung#Elektromigration
Dagegen kann man wohl mit Bastlermitteln nichts machen. Allerdings 
sollte der Effekt bei einem kleinen (relativ kühlem) Smartphoneprozessor 
auch nicht sehr stark sein denke ich, oder?

Weitere Ideen?
Habt ihr noch Ideen was man machen könnte? Kann man bei 
Leistungsbauteilen wie den DC/DC Wandler-ICs Verschleiß feststellen, der 
einen Tausch rechtfertigen würde?

Viele Grüße & Danke im Voraus :)

von Kai S. (kai1986)


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Hallo,

der erste Hauptpunkt ist der Akku, hier hilft ein Neuer. Der zweite 
Hauptpunkt ist die Software. Da wird von Herstellerseite bei den alten 
Geräten nämlich geziehlt die Akkulaufzeit verkürzt, um Anreize zu 
schaffen ein neues Gerät zu kaufen.
Hab das bei meinem Bruder seinem direkt miterlebt. Den neuen günstigen 
Akku hatte ich zum Test vor dem einsetzen einmal gezykelt, um die 
tatsächliche Kapazität zu ermitteln (war nämlich auch ein billiger) und 
war positiv überrascht, das er sogar die nominale Kapazität überstiegen 
hat. Dann eingebaut, Handy lief ca. 3 Wochen wieder mit ca. 2 Tagen 
Akkulaufzeit. Dann Softwareupdate und auf einmal war die Laufzeit wieder 
kaum ein Tag. Die Vermutung, das der Billigakku in der Kapazität 
eingebrochen ist hat sich bei einem weiteren mal zykeln nicht bestätigt, 
der hatte noch fast die gleiche Kapazität. Somit liegt die 
Schlussfolgerung nahe, dass das Update zum Kauf des kurz zuvor 
erschienen S4 motivieren sollte.

Gruß Kai

PS: Windowsphones habe im Vergleich zu Apple uns Samsung eine bessere 
Akkulaufzeit, wenn die Geräte nicht ununterbrochen genutzt werden, 
sondern nur gelegentlich mal was gemacht wird.

von Simon S. (-schumi-)


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Kai S. schrieb:
> Hallo,
>
> der erste Hauptpunkt ist der Akku, hier hilft ein Neuer. Der zweite
> Hauptpunkt ist die Software. Da wird von Herstellerseite bei den alten
> Geräten nämlich geziehlt die Akkulaufzeit verkürzt, um Anreize zu
> schaffen ein neues Gerät zu kaufen.

Die Stock ROM ist schon zwei Wochen nach dem Kauf des Geräts 
runtergeflogen und durch Cyanogenmod ersetzt worden ;)

Zur Zeit läuft CM12.1 (Lollipop 5.1.1) drauf. Ganz sauber mit neuer 
Partitionierung und ausschließlich ext4 Dateisystemen installiert. 
Entsprechend flüssig läuft auch das Gerät, ich denke also nicht dass es 
sich um ein Softwareproblem handelt.

btw: soeben habe ich gesehen, dass es sogar schon eine Alpha für Android 
M (6.0 / Cyanogenmod 13) gibt! Ich müsste mal recherchieren, aber ich 
glaube in Sachen Supportzeitraum dürfte das ein Rekord sein (Das nach 
dem S2 wenig später releaste Nexus Prime hat schon bei Android 4.4.4 
aufgehört)
http://forum.xda-developers.com/galaxy-s2/development-derivatives/rom-cyanogenmod-13-t3223808


> PS: Windowsphones habe im Vergleich zu Apple uns Samsung eine bessere
> Akkulaufzeit, wenn die Geräte nicht ununterbrochen genutzt werden,
> sondern nur gelegentlich mal was gemacht wird.
Windows und IOS sind aber für mich beide nicht zu gebrauchen, mal 
abgesehen von der fragwürdigen Firmenphilosophie. Custom ROMs um sich 
der Willkürlichkeit der Hersteller zu entziehen gibt es ebenfalls nicht, 
denn vor allem Apple drosselt alte Geräte besonders massiv. (Samsung ist 
im übrigen auch in ziemlicher Drecksladen, vor allem was Kernelsupport 
für den SOC und veröffentlichen von Dokumentation angeht. Da wird sehr 
aktiv versucht die Community die Updates produziert an ebenjenem zu 
hindern)

von Noobs (Gast)


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Simon S. schrieb:
> Alterung von Keramikkondensatoren
> Dazu folgender Wiki-Auszug:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Keramikkondensator#Alterung
> (Anhaltspunkt fürs Diagramm: Das Smartphone ist jetzt bei etwa 35000
> Betriebsstunden)
>


Das sind bei Schaltreglern allerdings X5R oder X7R. Alles schlechtere 
taugt eh nicht für solche Schaltregler. Daher wird sich die Wirkung doch 
sehr in Grenzen halten.
Vor allem was heisst 35k "Betriebsstunden" - CPU ständig 100% Volllast 
sicher nicht? Das hängt ja ziemlich sicher auch von Belastung, Spannung 
und Temperatur ab.

Glaube kaum, dass da mehr als 5% Kapazität verloren gegangen sind.

von Hermann K. (r2d2)


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Simon S. schrieb:
> Um die ursprüngliche Kapazität herzustellen sollte es also reichen mal
> alle größeren Kerkos nachzulöten. Ich vermute, dass das die Effizienz
> der DC/DC Wandler wieder ein gutes Stück nach oben heben dürfte und
> somit hoffentlich den Energiehunger bei Benutzung des Smartphones etwas
> eindämmt. (?)

Die Effizienz des Schaltreglers sollte allenfalls minimal von der 
Kapazität abhängen. Die ist viel mehr für die Welligkeit der 
Ausgangsspannung wichtig. Wäre die aber zu hoch würdest du das merken 
(z.B. durch häufige Abstürze).

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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M.E. lohnt sich ein Eingriff in die Hardware so eines Telefons nicht. 
Erstens ist es eine ganz schöne Fummelei mit hohem Risiko und zweitens 
ist der Effekt vermutlich nur marginal.
Wenn mit den Energiesparoptionen nicht viel rauszuholen ist, hol dir 
doch einen dicken Akku mit neuer Rückwand. So habe ich das für mein LG 
gemacht. Gut, das Telefon ist jetzt 1 cm dick, hält dafür aber 
mindestens 4 Tage ohne nachzuladen und passt trotzdem immer noch in die 
Tasche.

Simon S. schrieb:
> Windows und IOS sind aber für mich beide nicht zu gebrauchen, mal
> abgesehen von der fragwürdigen Firmenphilosophie.

Der bist du bei Android allerdings genauso ausgeliefert.

von Ulrich P. (uprinz)


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Ein Samsung Handy...

1) Du kannst an der Hardware nichts verändern, was den Stromverbrauch 
senken würde.

2) Eventuell kannst Du an Android oder seinen Clonen noch Änderungen 
machen, die den Stromverbrauch senken, oder den Kernel dazu überreden 
früher runter zu takten. Das macht aber das Bediengefühl nicht wirklich 
besser.

3) Akku? Keine Chance! Es gibt, trotz aller Aufdeckungs-Skandale und 
regelmäßiger Testkäufe und Messungen wohl kaum bis garkeine offiziellen 
echten ungefälschten Akkus von Samsung auf den üblichen Vertriebswegen. 
Selbst wenn Du ein neues S4 kaufts, lag das, zusammen mit seinem Akku 
nun schon ein paar Jahre irgendwo im Regal.

Nachdem ich mich regelmäßig um Samsungs und HTCs aus der Familie kümmern 
musste, gehe ich davon aus, dass diese Firmen 130% Interesse in 
Unternehmensgewinn haben und -30% in Kundensupport, Garantieeinhaltung 
und Laufzeit der hergestellten Geräte.

Ich bin auf ordentlich produzierte China Geräte umgestiegen, die nach 
Möglichkeit lange mit Akkus versorgt werden, ein paar Inner-Europäische 
Arbeitsplätze sichern und um die 200€ kosten. Die haben bei mir immer 
über 3 Jahre durch gehalten, bzw. tun das immer noch.

800€ Zuzahlung bei 60€/Monat Vertrag um ein Logo auf einen Gerät tragen 
zu dürfen, dass irgendeiner mal als Kult erklärt hat... Äh... Nee!

von W.S. (Gast)


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Simon S. schrieb:
>> PS: Windowsphones habe im Vergleich zu Apple uns Samsung eine bessere
>> Akkulaufzeit, wenn die Geräte nicht ununterbrochen genutzt werden,
>> sondern nur gelegentlich mal was gemacht wird.
> Windows und IOS sind aber für mich beide nicht zu gebrauchen, mal
> abgesehen von der fragwürdigen Firmenphilosophie.

Nun, zumindest zu älteren Windows-Phones kann man sagen, daß dort 
durchaus keine fragwürdige Firmenphilosophie dabei ist, selbst bei 
Samsung-Windows-Phones nicht. Habe selber eines (Omnia) seit Jahren und 
bislang noch keinerlei Probleme mit dem Akku gehabt. Allerdings benutze 
ich es nicht zum Fernsehen oder MP3 hören, sondern zum Telefonieren und 
gelegentlich Navigieren. Letzteres ist das Einzige, was wirklich Strom 
schluckt. Ansonsten darf das Phone jeden Tag mit mir 2x quer durch 
Berlin fahren und sich alle paar Minuten neu umloggen und der Akku hält 
ne ganze Woche dabei. Dasselbe mit nem Android-Phone wäre undenkbar, 
meine Kollegen, die sowas haben, müssen es eigentlich jeden Abend 
aufladen.

Der Hintergrund der ganzen Geschichte ist das Betriebssystem. Sowohl bei 
IOS als auch bei Android steckt ein Unix/Linux unter der Haube und dort 
ist die ganze Grafik-Oberfläche strikt vom eigentlichen OS-Kern 
getrennt, was bei Windows nicht der Fall ist. Deshalb gibt es bei den 
"..ix/..ux" Phones einen wesentlich größeren Organisationsaufwand 
innerhalb des OS, was das Userinterface betrifft - ganz abgesehen davon, 
daß bei Android eine Menge von Funktionalität nicht nativ abläuft, 
sondern interpretiert wird.

Das schlägt sich im erforderlichen Hardware-Aufwand nieder. Deutlich 
sieht man das bei den Navis, wo ein WinCe-Navi mit 128 MB RAM und ohne 
GPU auskommt, wohingegen ein Android-Navi wenigstens 512 MB und ne 
MALI-GPU braucht, um überhaupt flott zu kommen. Gleiches gilt für die 
Taktraten und CPU-Kerne.

Tja, das Dumme an der Geschichte ist, daß auch Chips selbst altern - und 
zwar umso mehr, je höher belastet das Silizium ist. Mit der Zeit nehmen 
die Verlustströme quer durch den Chip zu, selbst im statischen Falle, 
wenn das ganze System heruntergefahren ist. Dazu kommt natürlich auch, 
daß hochgetaktete CPU's und GPU's und mehr RAM von hause aus im Betrieb 
mehr Strom schlucken als ihre kleineren Brüder.

Ich schätze, daß es wohl keinen Weg gibt, ein 4 Jahre altes 
Android-Phone wieder auf Neuzustand bzgl. Akkulaufzeit zu bringen, weder 
mit einem neuen Akku (ok, vielleicht hilft das EIN WENIG) noch mit 
irgend welchen Firmware-Updates.

W.S.

von ?!? (Gast)


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W.S. schrieb:
> Dasselbe mit nem Android-Phone wäre undenkbar,
> meine Kollegen, die sowas haben, müssen es eigentlich jeden Abend
> aufladen.

Weil sie es vermutlich nicht (wie du) nur zum Telefonieren nutzen.

Ich selbst habe ein Galaxy S. Und ich nutze es auch nur zum 
Telefonieren. Der Rest ist deaktiviert und wird nur eingeschaltet, wenn 
ich es wirklich mal brauche (eMail holen z.B.) und darum hält mein Akku 
auch mehr als eine Woche. Es kommt eben immer auf die Verwendung an.

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