Hallo,
ich liebäugel mit einer Office 2011 Home and Business Lizenz und habe
bei Ebay sehr günstige Angebote gefunden, die allerdings wohl nur den
Download und einen Product Key beinhalten (z.B. eBay-Artikelnummer:
221953581815).
Der Verkäufer hat 100 % positive Bewertungen und ist seit 2004
angemeldet, immerhin...weiß jemand, ob diese Lizenzen legal sind? Oder
kann man das irgendwie vor dem Kauf rausbekommen?
Hallo Rufus!
In dem Schreiben steht:
"Bei einer Lizenzprüfung seitens Microsoft kann somit kein Besitz einer
Lizenz nachgewiesen werden und man selbst ist als Käufer der Dumme, da
man eine Urheberrechtsverletzung begeht."
Wie sieht so eine Prüfung aus? Hackt sich Microsoft auf dem Rechner ein,
oder bekommt man nur keine Updates?
Gruß
Michael
Rufus Τ. F. schrieb:> Solange "Dein" Händler nicht die "PKC" herausrückt, dürfte das keine> legale Lizenz sein.
Es gibt auch online gekaufte Versionen (ESD), wo der Key ausschließlich
per Mail an das zugehörige Microsoftkonto übermittelt wird. Deren
Weiterverkauf bewegt sich zumindest in einer juristischen Grauzone, aber
das ist gar nicht der Punkt. Beim Kauf von einem nicht autorisierten
Händler kann man nämlich gar nicht feststellen, ob der Schlüssel
tatsächlich aus einer nicht mehr genutzten ESD-Lizenz stammt oder ob er
nur irgendwo abgeschrieben wurde oder mehrfach verkauft wird. Das merkt
man spätestens, wenn die Aktivierung scheitert oder die Meldung
erscheint "Sie wurden möglicherweise Opfer einer Softwarefälschung."
unwissender schrieb:> Wie sieht so eine Prüfung aus?
Eine Prüfung bei dir vor Ort findet nicht statt. Der juristische Aufwand
wäre viel zu hoch. Aber MS kann den Schlüssel blacklisten und so die
Aktivierung verhindern.
Ich sach mal so: Die Lizenzkeys stammen im allerbesten Fall von
verschrotteten Business-Rechnern, wobei aber auch da ein Weiterverkauf
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer wirklich
offiziell gültigen Lizenz führt. Die Keys selber wären in diesem Fall
allerdings "echt". Sehr wahrscheinlich sind die Key aber einfach frei
erfunden. Erkennbar an druckfrischen Aufklebern ;)
Funktionieren werden die Keys. Im Falle einer Lizenzprüfung ... siehe
oben.
Nur sach ich aber auch mal so: MS wird bei Einzelpersonen (sehr
wahrscheinlich) keine Lizenzprüfungen durchführen, schon gar nicht bei
Privatpersonen.
Oliver
seit wann gibt es ein 2011'er Office?
kenne nur 2010, 2013, 365
das muss dann das 2010er für den Mac sein, aufpassen!
und: ESD Office-Lizenzen werden wie Windows-Lizenzen beim Hardware-Umbau
geprüft, und dann ist da ganz schnell Ebbe mit Office-Lizenz!
Der Verkäufer schreibt ja:
Lizenzzustand: unbenutzer Product-Key Code, Volumenlizenz
;-)
Gibt es bei M$ keine Liste der zertifizierten Händler?
Sonst ist es wohl das Gleiche als ob man diese Lizenz irgendwo "findet".
hp-freund schrieb:> Der Verkäufer schreibt ja:> ... Volumenlizenz
Wenn es sich tatsächlich um den Key einer Volumenlizenz handelt, ist es
zweifelsfrei illegal.
Ja das ist mir auch nicht ganz klar, deshalb hatte ich nach dem
zertifizierten Händler gefragt der dann auch Rechenschaft bei M$ ablegt.
Die Sache mit der Anzahl müsste ja irgendwo festgelegt sein.
Sonst kaufe ich eine von diesen Volumenlizenzen und mache mal schnell
10000 Kopien davon.
Icke ®. schrieb:> unwissender schrieb:>> Wie sieht so eine Prüfung aus?>> Eine Prüfung bei dir vor Ort findet nicht statt. Der juristische Aufwand> wäre viel zu hoch. Aber MS kann den Schlüssel blacklisten und so die> Aktivierung verhindern.
Solche Prüfungen finden sehr wohl statt, allerdings nur bei Kunden mit
Volumenlizenzen:
z.B.: http://www.heise.de/ct/artikel/Winquisition-285348.html
Zur Zeit sind viele Universitäten und Schulen davon betroffen, vorher
waren die Mittelständischen Unternehmen dran.
Arc N. schrieb:> Das ist mittlerweile legal. Siehe Adobe vs. UsedSoft
mmkay, dann hat der BGH nun "Meff" gesagt. Die Streiterei ging ja schon
ewig mit ständig wechselnden Urteilen.
Das Urteil könnte sich jedoch als Bumerang erweisen. Die
Softwareschmieden werden sich darauf einstellen und ihre Lizenzmodelle
anpassen. Ganz sicher nicht zum Vorteil der Anwender. Bald heißt es dann
jährlich löhnen, wie jetzt schon bei Office365.
Thomas Z. schrieb:> Solche Prüfungen finden sehr wohl statt, allerdings nur bei Kunden mit> Volumenlizenzen
Ja, das ist aber ein ganz anderes Paar Schuhe. Mit Abschluß des
Volumenvertrages räumt man MS explizit das Recht auf Kontrollen ein. Bei
einem Privatanwender geht das jedoch nur mit gerichtlicher Anordnung.
Icke ®. schrieb:> Bei> einem Privatanwender geht das jedoch nur mit gerichtlicher Anordnung
Noch hat MS keine eigenen bewaffneten Sondereinsatzkommandos. Noch.
Georg
Das hier ist ein interessanter Artikel dazu:
https://www.heidoc.net/joomla/technology-science/microsoft/77-fake-oder-f%C3%A4lschung-das-experiment
Natürlich besteht für den Privatanwender da kaum eine Gefahr erwischt zu
werden und ein illegal erzeugte Volumenlizenzen wird wahrscheinlich auch
nie gesperrt. Das macht es aber noch lange nicht zur richtigen
Vorgehensweise.
Aber das interessiert scheinbar die wenigsten. Ich sehe das bei uns in
der Firma auch des öfteren und witzigerweise sind gerade die
Informatikstudenten da oft am schmerzfreisten. Da wird sich einen Dreck
um Lizenzen oder "non-commercial use only" geschert und einfach alles
installiert. Tolle Einstellung für einen angehenden
"Softwareentwickler".
Tek schrieb:> und ein illegal erzeugte Volumenlizenzen wird wahrscheinlich auch nie> gesperrt.
MS zählt, wie oft mit einer Volumenlizenz "aktiviert" wird und lässt nur
eine bestimmte Anzahl von "Aktivierungen" zu. Wird die Zahl
überschritten, muss man sich telephonisch an MS wenden - und damit ist
nicht die telephonische "Aktivierung" gemeint, sondern tatsächlich ein
Mensch, der sich dann anhört, wieso man die Volumenlizenz so nutzt, wie
man das tut.
In meiner Firma gibt es durch ein MSDN-Abo u.a. Volumenlizenzen für
Windows, und wenn man die für Testinstallationen "verballert", dann
geht's irgendwann nicht mehr. Den Fall haben ein paar Kollegen
hinbekommen (ohne es mitzubekommen), und die erste überzählige
"Aktivierung" erwischte dann mich. Mit Microsoft telephonieren. Oooh ja.
Das macht Spaß.
Rufus Τ. F. schrieb:> MS zählt, wie oft mit einer Volumenlizenz "aktiviert" wird und lässt nur> eine bestimmte Anzahl von "Aktivierungen" zu.
Aber nur, wenn per MAK-Key aktiviert wird. Läuft im Netzwerk ein
KMS-Server, kann man soviele Rechner aktivieren, wie man will. Da gibt
es eher Ärger, wenn die Mindestanzahl nicht erreicht wird, z.B. 25
Clients für Windows und 5 für Office. Das hat sich mittlerweile wohl
auch bei MS herumgesprochen, denn der KMS-Schlüssel wird nicht mehr
standardmäßig mitgeliefert, sondern muß extra per Anfrage geordert
werden.
Oliver S. schrieb:> Es ist zwar legal, eine Lizenz weiterzuverkaufen. Aber dafür muß alles> im Original dessen, was diese Lizenz definiert, an den Käufer> weitergegeben werden.
Dies ist bei Volumenlizenzen schwierig bis unmöglich. Zum einen wird
schon lange alles elektronisch abgewickelt und zum anderen ist der
Vertrag an eine juristische Person gebunden. In der Praxis läuft das
bspw. so:
Du kaufst bei einem autorisierten Händler ein Paket Open Licence. Dabei
mußt du den Namen und die Adresse des Lizenznehmers angeben. Nachdem der
Händler die Daten an MS übermittelt hat und die Lizenz erteilt wurde,
bekommst du ein PDF mit den Lizenz- und Autorisierungsnummern (das sind
noch NICHT die Keys). Damit (und einem Microsoft-Konto) kannst du dich
im VLSC (Volume Licensing Service Center) anmelden und die
Produktschlüssel einsehen. Installatonsdatenträger werden in Form von
ISOs zum Download bereitgestellt. Das wars, du erhältst weder ein Stück
Papier, noch eine CD/DVD und auch keinen Aufkleber. Dementsprechend
kompliziert ist der Verkauf einer solchen Lizenz. Die Registrierung im
VLSC ist an deine Person bzw. Firma gebunden und wird von MS auch nicht
übertragen. Es sei denn, es handelt sich um Spezialfälle wie die
Aufgliederung einer Firma in mehrere eigenständige Teilfirmen. Was also
willst du nun weitergeben? Es bleibt lediglich der elektronisch
übermittelte Key übrig. Das ist für beide Seiten suboptimal. Der Käufer
kann nicht sicher sein, daß die Schlüssel nicht doch noch anderweitig
genutzt werden und der Verkäufer bekommt Ärger, wenn der Käufer
Illegales damit treibt (z.B. bei Ebay verscherbelt), denn er ist nach
wie vor Microsofts Vertragspartner.
Hallo,
vielen Dank für die rege Beteiligung, das scheint ja mal echt
kompliziert zu sein...ich werfe mal eine weitere eBay-Artikelnummer in
den Raum, da die Formulierung für mein Verständnis dort schon deutlich
anders ist: 381468726737
"Mit diesem Product Key können Sie die Installationsdateien direkt
downloaden."
"!Downloadversionen sind vom Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen, da
diese auf Ihren Namen registriert werden!"
"Rechnungsstellung:
ordentliche Rechnung mit ausgewiesener MwSt. auf Ihren Namen"
Das liest sich für mich zumindest auf den ersten Blick so, als würde das
etwas offizieller ablaufen...es klingt fast so, als würde man den
Download nach Verifizierung des Product Keys erhalten, Microsoft hatte
da zumindest früher entsprechende URLs, mit denen das möglich war. Keine
Ahnung ob die das in Zeiten der kundenfeindlichen Entfernung der
DigitalRiver-Inhalte immer noch anbieten.
Das mit der Registrierung könnte auch darauf hindeuten, dass Microsoft
dieses Geschäftsmodell duldet.
Ordentliche Rechnung ist zumindest ein Indiz dafür, dass der Händler
davon ausgeht, selbst nichts illegales zu tun.
Kann natürlich auch alles komplett anders sein, also z.B. Download von
unbekanntem FTP-Server des Verkäufers (nach Eingabe des Keys),
interessant wäre es aber, mal mehr über die Registrierung zu erfahren.
Ehrlich gesagt wundert es mich, dass gefühlt 100% dieser günstigen
Software-Verkäufe bei Ebay illegal sein sollen. So wie das Urheberrecht
in Deutschland gewahrt wird, sollte es für Microsoft ein Leichtes sein,
bei Ebay nach diesen Verkäufern zu suchen und diese anzuzeigen (die
Verkäufer beider Artikel sind schon viele Jahre bei Ebay angemeldet).
Meiner Meinung nach ist Microsoft aber auch selber Schuld an dieser
Situation. Ich hatte beim Lesen entsprechender Nachrichten stets das
Gefühl, dass Microsoft wohl auch nicht immer den deutschen rechtlichen
Maßstab anwendet und z.B. auf EULAs beharrt, die für deutsche Kunden
nicht in jedem Fall verbindlich sein müssen. Wenn Microsoft es nicht so
derbe übertreiben würde mit seinem Lizenz-Wahnsinn (da steigt doch echt
keiner mehr durch) und die nicht diese unverschämten Wucher-Preise
aufrufen würden, hätten die wahrscheinlich gar keine so großen Probleme
mit Produkt-Piraterie. Ich suche aber nach wie vor eine möglichst
günstige Möglichkeit, die Software auf legale Weise zu erwerben und zu
nutzen.
Albert schrieb:> Ehrlich gesagt wundert es mich, dass gefühlt 100% dieser günstigen> Software-Verkäufe bei Ebay illegal sein sollen.
Microsoft selber bietet Office schon immer als Testversion zum download
an, und den Lizenzkey zum dauerhaften freischalten dazu gibt's (oder gab
es) auch per email direkt vom Microsoft-Shop (nennt sich wohl
ESD-Lizenz). Es kann also alles seine Richtigkeit haben. Ob es bei dem
Angebot tatsächlich so ist, keine Ahnung.
Aus naheliegenden Gründen ist MS selber natürlich nicht interessiert,
klare Verhältnisse beim Handel mit Gebrauchtlizenzen zu schaffen. Und
mit der Koppelung an die Hardware bei Windows und Office365-Abos
versuchen die ja eh, weiterverkaufbare Lizenzen möglichst ganz zu
vermeiden.
Oliver
Nachtrag, beim googlen aufgefallen:
Office 2011 H&B ESD-Lizenzen für unter 50 Euro neu finden sich zu Hauf
im Netz, von gewerblichen Verkäufern mit deutschem Impressum. Da hätte
ich jetzt keine Bedenken, selbst bei Business-Nutzung.
Oliver