Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Controller im Automotive-Bereich


von H. R. (hacker_r)


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Hi
weiss wer bescheid?
für die Einsatz im
1. lin bus slave
2. lin bus master
3. CAN bus Controller
(eher sehr einfache nicht safety relevante Aufgaben: 
Sitzverstellung/Klima)
braucht man da unbedingt einen Controller mit Automotive zulassung? Oder 
kann man einen x beliebigen nehmen?

Für die 3 genannten Anwendungen, welche Controller kommen am häufigsten 
zum Einsatz?

Danke

von Thomas V. (thomas_v70)


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Also mal ehrlich, lese verdammt nochmal das Lastenheft deines Kunden.
Da steht sowas drin und wen nicht dann nicht gefordert.

von mh (Gast)


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Hacker R. schrieb:
> (eher sehr einfache nicht safety relevante Aufgaben:
> Sitzverstellung/Klima)

Naja, eine Sitzverstellung kann sehr wohl Safetyrelevant sein... Wenn 
das Produkt fast fertig ist, wird es richtig teuer, da nachträglich noch 
"Safety einzubauen".

Du musst halt einfach Controller raussuchen, die die Anforderungen 
Deines Kunden erfüllen. Dann bleibt eh nur noch der 
Automotive-qualifizierte Kram übrig.
Wenn das Ding am CAN hängt, wird vom Hersteller wahrscheinlich diverses 
an Funktionalität gefordert sein (Diagnose, Netzwerkmanagement, etc.). 
Also musst Du erst mal einen Softwarestack aussuchen, der Deine 
Safety-Anforderungen und die Anforderungen des Kunden befriedigen und 
dann den dazu passenden Controller wählen.

von Volle (Gast)


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wenn durch eine Fehlfunktion eine Gefahr für Menschen entstehen kann ist 
es
ein Fall für safety
für Fahrzeuge ist dann ISO26262-1 anzuwenden.

von mh (Gast)


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Die Sitze in meinen Autos kann man durchaus in Positionen bringen, bei 
denen ein Fahren unmöglich ist. Durch einen HW oder SW Fehler könnte der 
Sitz jederzeit in so eine Position fahren. Man stelle sich das nun bei 
250 Sachen auf der Autobahn vor...
Wenn der Sitz auf einmal anfängt sich zu bewegen, ist das zudem eine 
gehörige Ablenkung des Fahrers. Der passt kurz nicht auf und rauscht 
z.B. in eine Bushaltestelle.
Man kann noch ein paar mehr solche Beispiele konstruieren und schon bist 
Du bei einem ASIL-Level > 0 (vielleicht sogar bei C oder D).

von Max S. (maximus-minimus)


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tja..dann würde ich ganz eindeutig den Hersteller des Fahrzeug in 
Regress nehmen :-9
Wieso verhindern das System nicht die Sitzverstellung während der Fahrt 
:-)
Ganz einfach ;-) Wird so ständig gemacht...nenne sich den schwarzen 
Peter weiterschieben haha dadurch werden viele Firmen riesig :-)

Das ist ganz eidneutig eine Sicherheitslücke, gerade heutzutage wo per 
Fernwartung auf Funktionen des CAN Buss zugegriffenw erden kann, hat 
schlickt der Hersteller des Fahrzeug versqgt..der nächste große Skandal 
:-)

Und was soll die erste Antwort mit dem Lastenheft?! Woher willst Du 
wissen des es eine Auftragsarbeit ist?!
Woher will hier überhaupt schon wieder jeder gleich wissen was sache 
ist..
Er fragt lediglich nach gängigen Controllern für dieses Einsatzbereich.

Ob man den Controller dafür braucht oder nicht ist natürlich ebenfalls 
klar formuliert.

von mh (Gast)


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Max S. schrieb:
> Das ist ganz eidneutig eine Sicherheitslücke, gerade heutzutage wo per
> Fernwartung auf Funktionen des CAN Buss zugegriffenw erden kann, hat
> schlickt der Hersteller des Fahrzeug versqgt

Hä? Also dafür, dass in der HW oder SW der Sitzverstellung ein Fehler 
ist, der durch mangelnde Safety-Betrachtungen bei der Entwicklung 
selbiger entstanden ist, ist der Fahrzeughersteller verantwortlich, da 
er angeblich Fernwartungsfunktionen einbaut?

Die Frage "welcher Controller" ist einfach abhängig von vielen Faktoren, 
die unbeantwortet sind. Man kann ja mal ein paar in die Runde werfen, 
aber bringen wird dem OP das nichts.
Ihn aber auf mögliche Kriterien einer Controllerauswahl hinzuweisen 
bringt deutlich mehr.

Mir ist noch ein wichtiges Argument für "Automotive-qualifizierte" 
Controller eingefallen. Für diese Controller geben die Hersteller 
"Mindestverfügbarkeitszeiträume" an. Ein Feld-Wald-und-Wiesen-Controller 
kann von heute auf morgen aus dem Portfolio verschwinden. Die Automotive 
Controller sind meist 10-15 Jahre ab Veröffentlichung verfügbar.

Um aber auf die sinnlose Ursprungsfrage doch noch zu antworten. In dem 
Bereich werden (zumindest hierzulande) gerne die Automotive-Controller 
von Freescale (neuerdings NXP), Infineon, Renesas und Fujitsu 
(inzwischen Spansion). Aus dem Portfolio jeweils der kleinste, der
 a) die gewünschte Verfügbarkeit hat
 b) genug Ressourcen für die Applikation und den Softwarestack hat
 c) die erforderlichen Peripherien (Busse, ADC, etc.) hat.
Der einzige, mit dem ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe, wenn es 
um kleine Stückzahlen (unter 100.000/a) ging, war Freescale.

von Susanne S. (Gast)


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"da er angeblich Fernwartungsfunktionen einbaut?" jup, jetzt hast Du es 
verstanden :-)
Es fehlt der Schutz das fehlerhafte Hardware dramatische Folgen haben 
kann...Du musst das Rechtssystem nur richtig anwenden haha
"aber bringen wird dem OP das nichts." es währe aber ein Anhaltspunkt

An der Frage des Threatstarter kann man erkennen das es kein Vollprofi 
ist, daher sind Hinweise wie Freescale FSC23P128N etc hiflreich

von Soul E. (Gast)


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Hacker R. schrieb:

> 1. lin bus slave
> 2. lin bus master

Renesas R8C, RL78, FSC S12, IFX XC22xx, ...

> 3. CAN bus Controller

Renesas RH850, FSC S32, ...

CAN bedeutet meist AUTOSAR, daher 32 bit.


> braucht man da unbedingt einen Controller mit Automotive zulassung? Oder
> kann man einen x beliebigen nehmen?

Wenn Du damit in Serie willst, fordert das Dein Kunde. Ende der 
Diskussion.

von H. R. (hacker_r)


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Hi
Das klingt doch interessant.
Juup bin absolut neu in dem Bereich.
Joop es soll in Serie gehen!

Weietere Fragen:
Ist ein Lin master auch immer an CAN angeschlossen?

> CAN bedeutet meist AUTOSAR, daher 32 bit.
Was muss gegeben sein dass ein CAN Controller AUTOSAR einhalten muss?

Was kosten typischerweise Lin/Can Libraries wie die von Vektor?

Thx

soul e. schrieb:
> Hacker R. schrieb:
>
>> 1. lin bus slave
>> 2. lin bus master
>
> Renesas R8C, RL78, FSC S12, IFX XC22xx, ...
>
>> 3. CAN bus Controller
>
> Renesas RH850, FSC S32, ...
>
> CAN bedeutet meist AUTOSAR, daher 32 bit.
>
>
>> braucht man da unbedingt einen Controller mit Automotive zulassung? Oder
>> kann man einen x beliebigen nehmen?
>
> Wenn Du damit in Serie willst, fordert das Dein Kunde. Ende der
> Diskussion.

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Popcorn! Leider wirst du vermutlich still und leise aufgeben, bevor es 
wirklich interessant wird. Deine Fragen lassen erahnen, dass du viel 
Ambitionen und wenig Ahnung hast. Was hast du eigentlich vor?

Wenn du an den Fahrzeug-CAN willst und dort kommunizieren, musst du erst 
mal die CAN-Matrix haben, in der steht, wer welche Botschaften sendet 
und senden darf. Aber das ist nur eines von vielen Themen, die vor dir 
liegen. Bzw. lägen, wenn das was würde.

Destruktiv? Nein, realistisch.

Max

von BWL-Manager (Gast)


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Als Controller funktionieren BWLer am besten.

von BWL-Manager (Gast)


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von Susanne S. (Gast)


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cool fände ich, wenn man als Threatstarter solche völlig holen 
Kommentare wie die von  Max G. und Threatstörende wie meine löschen 
könnte!!

Was kümmert es Dich ob es klappt, wenn nciht bei diesem PRojekt dann 
vielleicht beim nächsten..Opfer!!

von Martin L. (maveric00)


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Hallo,

zur Sache:

Grundsätzlich unterschieden werden muss, ob es eine Auftragsarbeit von 
einem OEM / Supplier ist, oder ob es ein After-Sales-Item sein soll.

Auftragsarbeit bedeutet IMMER ein Lastenheft, in dem in der Regel ganz 
genau festgelegt ist, welche Eigenschaften das E/E-System haben soll. In 
der Regel wird eine Liste von zulässigen Tranceivern angegeben, 
festgeschrieben, welches Kommunikations-Stacks verwendet werden sollen, 
häufig auch welches Betriebssystem (z.B. AutoSAR). Desweiteren auch 
Minimalforderungen bezüglich Rechenleistung, Speicherkapazität etc. 
(zumindest relativ, d.h. dass z.B. maximal 80% des Speichers ausgelastet 
werden darf). Dementsprechend ist auch die Kommunikations-Matrix und das 
Busverhalten genau vorgegeben.

Weiterhin natürlich die erwartete Lebensdauer sowie die 
Umweltbedingungen. Durch diese scheiden in der Regel 
Non-Automotive-Bauteile direkt aus, da der Temperaturbereich in der 
Regel mindestens von -40°C bis 125°C geht (je nach Steuergerät auch bis 
150°C).

Bei einem eigenen After-Sales-Item ist man freier, übernimmt aber auch 
alle Risiken; eine E-Zulassung zu bekommen ist nicht ganz trivial, da 
man unter anderem auch die Nicht-Beeinflussung von sicherheitsrelevanten 
Fahrzeugelementen nachweisen muss.

Im Automobil-Serieneinsatz von µ-Controllern muss übrigens IMMER die ISO 
26262 berücksichtigt werden, da zumindest eine Item-Definition, ein 
Safety-Plan sowie eine Gefahren- und Risikoanalyse benötigt wird. Erst 
diese kann einem ja Auskunft geben, ob durch das Gerät ein 
Sicherheitsrisiko entstehen kann.

Der Catch-22: Nach ISO arbeiten darf nur einer, der dafür qualifiziert 
ist. Da Du das sicher nicht bist, darfst Du Dir externe Hilfe einkaufen, 
liegt aktuell bei ~160 € pro Stunde. Oder Du bekommst die 
Risikoeinstufung vom Auftraggeber, dann hast Du aber auch alles andere 
vorgegeben (s.o.).

Auch die Kommunikations-Stacks sind nicht ganz billig, so zwischen 
30.000 und 50.000 Euro für eine Anwendung kann man rechnen.

Die Erfahrung sagt, dass ein Serien-Steuergerät, welches mit einem 
Fahrzeugbus verbunden ist (also kein intelligenter Sensor an einem 
privaten Bus) Entwicklungskosten weit jenseits der 1 Millionen Euro 
verbraucht. Zentral-Steuergeräte wie z.B. Motor, Automatikgetriebe, ESP 
liegen so bei 3 bis 10 Mio Euro (Hardware + 
Basis-Software/Kommunikations-Stack, Funktionssoftware kommt oben 
'drauf).

Nicht umsonst werden bei Kleinserien (Ferrari etc.) soweit es geht 
bestehende Steuergeräte von anderen Fahrzeugen verwendet. Zweite Wahl 
sind dann modulare Steuergeräte (z.B. Motor-Steuergerät), und nur im 
Notfall eine Eigenentwicklung.

After-Sales bei einem kleinen Entwickler wird deutlich billiger, aber 
unter 250.000 Euro externe Entwicklungskosten für ein ganz einfaches 
Steuergerät wird sehr schwer.

Schöne Grüße,
Martin

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