Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Gezielter Verschleiss bei Speichermedien ?


von Michael P. (Firma: n.a.) (micha1102)


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Hallo,

in diesem Beitrag "Völlig neue Beschriftungsmethode für IC ?"

hatte ich von einem merkwürdigen Verfahren zur Entfernung bzw. Änderung 
von Beschriftungen an ICs berichtet.

Nach einigem Probieren mit den betroffenen Audioboards kommt mir nun ein 
Verdacht auf, bei dem ich nicht weiss, ob es einen direkten Zusammenhang 
mit dem "Etikettenschwindel" bei den Chips geben könnte. Ein gesondertes 
Thema dazu ist jedoch wohl angebracht.

Wie berichtet, funktionieren die Boards alle einwandfrei. Es scheint mir 
nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk 
gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und 
SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile 
anzukurbeln.

Die Audioboards speichern beim Ausschalten die Einstellungen 
(Dateinummer, Lautstärke) ab. Das ist grundsätzlich sehr sinnvoll und 
auch praktisch. Da die Boards aber nicht mit EEPROM bestückt sind, 
werden die wenigen Bytes irgendwo auf den Speichermedien versteckt 
außerhalb ihres FAT-Filesystems abgelegt.
Das ist ohne Zweifel so, da nach einem Wechsel vom Speichermedium zu 
einem anderen, baugleichen Board dort mit den selben Einstellungen 
weiter abgespielt wird. Deshalb ist auch ein interner EEPROM im 
MP3-Decoder selbst auszuschließen.

Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir 
verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im 
FAT-Filesystem finden.

Zwei Bilder zum Board und dem MP3-Decoder habe ich mal beigefügt.

Nun meine eigentliche Frage dazu:

Der Decoder-Chip wird ohne Spannungsregler und mit nur 10uF gestützt 
direkt von der 5-Volt miniUSB-Buchse versorgt. Elkos sind auf der 
Platine nicht vorhanden. Ist es so möglich, beim Abschalten der 
Stromversorgung noch schnell und zuverlässig die Einstellungs-Bytes 
einmalig auf das externe Speichermedium zu übertragen?

Wenn nicht, dann bedeutet das wohl folgendes:
Da der Decoder-Chip ja nicht "wissen" kann, bei welcher Sounddatei
irgendwann mal die Spannung abgeschaltet wird, müsste er bei jedem 
einzelnen der automatisch nacheinander abgespielten Songs die 
Einstellungswerte dazu vorsorglich auf die Speicherkarte schreiben. Bei 
2 Stunden Musikhören wären das im Schnitt so 50 Schreibzugriffe, dazu 
sicher auch immer auf die selben Speicherzellen der SD-Karte oder des 
USB-Sticks.
Beim Abspielen würde sicher kaum jemand derartig viele Schreibzugriffe 
und den damit verbundenen hohen Verschleiß erwarten.

Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein?

Gruß

Micha

von Klaus (Gast)


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Michael P. schrieb:
> Es scheint mir
> nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk
> gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und
> SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile
> anzukurbeln.

Das wäre sehr kurzfristig gedacht und dumm.
Aber wer weiss: Die Welt ist schlecht.

Michael P. schrieb:
> Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir
> verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im
> FAT-Filesystem finden.

Hast Du auch wirklich jedes Byte betrachtet?

Michael P. schrieb:
> Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein?

Normalerweise macht man das so:
https://de.wikipedia.org/wiki/Solid-State-Drive#Wear-leveling

von Markus F. (mfro)


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Michael P. schrieb:
>
>
> Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir
> verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im
> FAT-Filesystem finden.
>
>

Wenn das nur ein paar Bytes sind, gibt es bei FAT-formatierten Medien 
allerhand ungenutzten Platz, um die (beispielsweise in den Bootsektor) 
irgendwo zu verstecken. Das ist höchstens bezüglich der Einhaltung von 
Standards fragwürdig.
Selbst wenn immer "auf die gleiche Stelle" im oder außerhalb des 
Filesystems geschrieben wird, geht das nicht notwendigerweise immer auf 
die gleiche Speicherzelle. Die Medien machen "Wear Leveling" - wird die 
gleiche Zelle zu oft beschrieben, wird sie automatisch ausgetauscht.

Bei ausreichend kleinen Medien reichen zwei dd-Befehle und ein 
anschließender binary diff, um dem "Geheimnis" auf die Spur zu kommen.

von Kaj (Gast)


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Michael P. schrieb:
> Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein?
Man könnte die Daten als ADS (Alternativer Datenstrom / Alternate Data 
Stream) an die jeweilige Musikdatei anhängen... allerdings scheint das 
unter Windows auf NTFS beschränkt zu sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alternativer_Datenstrom#Windows

von Michael P. (Firma: n.a.) (micha1102)


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Klaus schrieb:
> Das wäre sehr kurzfristig gedacht und dumm.
> Aber wer weiss: Die Welt ist schlecht.

Das stimmt schon, ganz fies und hinterhältig ist bei diesen Boards eben 
nur, das jeder Nutzer, der nur eines dieser Teile besitzt oder die 
Speicherkarte niemals zu einem  baugleichen wechselt und sich dazu auch 
noch den zuletzt gespielten Song merkt, immer davon ausgehen wird, das 
die Einstellungen irgendwo auf dem Board gespeichert sind und nicht auch 
seine Speicherkarte laufend unbemerkt beschrieben wird.

Den Schuldigen für einen Ausfall der Speicherkarte würden somit wohl die 
wenigsten beim Hersteller der Abspiel-Platine vermuten.

Gruß

Micha

von tmomas (Gast)


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Michael P. schrieb:
> Es scheint mir
> nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk
> gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und
> SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile
> anzukurbeln.

Die Un-Sinnhaftigkeit dieser Aussage kannst du erkennen, wenn du die 
Absatzzahlen der genannten Speichermedien mit denen des genannten Boards 
vergleichst.

Wieviele Millionen (!) dieser Boards werden hergestellt, so daß ein 
merklicher Einfluß auf die Absatzzahlen entsteht?

Flash-Speicher: "In 2012, the market was estimated at $26.8 billion"
(https://en.wikipedia.org/wiki/Flash_memory#Industry)

von Carl D. (jcw2)


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Sicher daß die versteckte Information nicht einfach nur ein HIDDEN-Flag 
gesetzt hat? (Sowas hat FAT schon von CP/M geerbt)
Oder Unix-like einen Punkt an erste Stelle des Namens hat?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Michael P. schrieb:
> Bei 2 Stunden Musikhören wären das im Schnitt so 50 Schreibzugriffe,
> dazu sicher auch immer auf die selben Speicherzellen der SD-Karte oder
> des USB-Sticks.

Das macht nichts, denn sowohl SD-Karten als auch USB-Sticks verwenden 
ein internes Wear-Leveling, um das sich der die Karten/Sticks nutzende 
Host nicht kümmern muss.

Anders sieht das bei "nacktem Flash" aus, was in Form von Speicherkarten 
wie SmartMedia und deren Nachfolger xD-Karte glücklicherweise als 
ausgestorben angesehen werden kann.

von Markus F. (mfro)


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Das hab' ich oben schon geschrieben. Interessiert den Michael aber 
nicht, weil er lieber an eine Verschwörung glauben mag ;)

von Michael P. (Firma: n.a.) (micha1102)


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Markus F. schrieb:
> weil er lieber an eine Verschwörung glauben mag ;)

Hallo,

ich glaube an keine Verschwörungstheorie, allerdings sehe ich das alles 
in einem etwas weiteren Zusammenhang.

Ein Beispiel dazu:

Da es bei einem Preis von umgerechnet weniger als 10 Euro Clients für 
WhatsApp, Twitter und Facebook und Skype und sogar einen Browser sowie 
Stereo-Bluetooth an Bord hatte, habe ich mir rein interessehalber vor 
ein paar Monaten ein chinesisches Billighandy mitgebracht, das in 
verschiedenen Bauformen in Afrika und Asien zur Zeit millionenfach 
verkauft und dort auch intensivst genutzt wird.
Es ist einfach gebaut und wenig robust, aber exakt zugeschnitten für den 
dortigen Bedarf, also mit LED-Leuchte, Radio, Audioplayer, simpler 
Kamera, Spielen, Dual-SIM u.a.m. (jedoch hauseigenes GUI, mit Tasten, 
winziges Farb-LCD)

Ich habe beim Ausprobieren des Telefons nun kürzlich zufällig entdeckt, 
das es automatisch jedes Telefonat aufzeichnet. Die erzeugten 
AMR-Dateien werden inkl. Datum, Zeit und Anrufdauer kaum auffindbar in 
einem tief verschachtelten Unterverzeichnis auf der Speicherkarte 
abgelegt. Irgendeinen Signalton oder visuellen Hinweis auf die Aufnahme 
gibt es nicht.
Diese Anruf-Aufzeichnung ist ab Werk aktiviert. Sie ist nur in einem 
tief verstecken Untermenü, falls man denn Englisch lesen kann umd es 
überhaupt zufällig einmal dort findet, auch abschaltbar.

Auf der Verpackung oder in der Dokumentation fehlt jeglicher Hinweis auf 
diese Funktion. Der normale Nutzer hat also absolut keine Ahnung davon 
(und auch keinerlei Mehrwert), das beim Telefonieren langsam aber sicher 
seine Speicherkarte voll geschrieben wird.

Warum dann also überhaupt die Funktion?

Auf diesen SD-Karten haben zahlreiche Nutzer auch ihre Hits gespeichert, 
die sie im Handy mit dem Audioplayer abspielen. Wenn man die Millionen 
dieser verkauften Geräte nimmt, kommt da schon einiges an eigentlich 
unnötigem Mehrbedarf von Speicherkarten zusammen. Die Hersteller wird es 
ganz sicher freuen.

Gruß und ein Frohes Fest

Micha

von holger (Gast)


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>allerdings sehe ich das alles in einem etwas weiteren Zusammenhang.

Wickel dir mal Alufolie um den Kopf.
Dann geht es dir wieder besser;)

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