Hallo, in diesem Beitrag "Völlig neue Beschriftungsmethode für IC ?" hatte ich von einem merkwürdigen Verfahren zur Entfernung bzw. Änderung von Beschriftungen an ICs berichtet. Nach einigem Probieren mit den betroffenen Audioboards kommt mir nun ein Verdacht auf, bei dem ich nicht weiss, ob es einen direkten Zusammenhang mit dem "Etikettenschwindel" bei den Chips geben könnte. Ein gesondertes Thema dazu ist jedoch wohl angebracht. Wie berichtet, funktionieren die Boards alle einwandfrei. Es scheint mir nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile anzukurbeln. Die Audioboards speichern beim Ausschalten die Einstellungen (Dateinummer, Lautstärke) ab. Das ist grundsätzlich sehr sinnvoll und auch praktisch. Da die Boards aber nicht mit EEPROM bestückt sind, werden die wenigen Bytes irgendwo auf den Speichermedien versteckt außerhalb ihres FAT-Filesystems abgelegt. Das ist ohne Zweifel so, da nach einem Wechsel vom Speichermedium zu einem anderen, baugleichen Board dort mit den selben Einstellungen weiter abgespielt wird. Deshalb ist auch ein interner EEPROM im MP3-Decoder selbst auszuschließen. Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im FAT-Filesystem finden. Zwei Bilder zum Board und dem MP3-Decoder habe ich mal beigefügt. Nun meine eigentliche Frage dazu: Der Decoder-Chip wird ohne Spannungsregler und mit nur 10uF gestützt direkt von der 5-Volt miniUSB-Buchse versorgt. Elkos sind auf der Platine nicht vorhanden. Ist es so möglich, beim Abschalten der Stromversorgung noch schnell und zuverlässig die Einstellungs-Bytes einmalig auf das externe Speichermedium zu übertragen? Wenn nicht, dann bedeutet das wohl folgendes: Da der Decoder-Chip ja nicht "wissen" kann, bei welcher Sounddatei irgendwann mal die Spannung abgeschaltet wird, müsste er bei jedem einzelnen der automatisch nacheinander abgespielten Songs die Einstellungswerte dazu vorsorglich auf die Speicherkarte schreiben. Bei 2 Stunden Musikhören wären das im Schnitt so 50 Schreibzugriffe, dazu sicher auch immer auf die selben Speicherzellen der SD-Karte oder des USB-Sticks. Beim Abspielen würde sicher kaum jemand derartig viele Schreibzugriffe und den damit verbundenen hohen Verschleiß erwarten. Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein? Gruß Micha
Michael P. schrieb: > Es scheint mir > nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk > gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und > SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile > anzukurbeln. Das wäre sehr kurzfristig gedacht und dumm. Aber wer weiss: Die Welt ist schlecht. Michael P. schrieb: > Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir > verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im > FAT-Filesystem finden. Hast Du auch wirklich jedes Byte betrachtet? Michael P. schrieb: > Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein? Normalerweise macht man das so: https://de.wikipedia.org/wiki/Solid-State-Drive#Wear-leveling
Michael P. schrieb: > > > Am PC kann ich jedoch auf der benutzten Speicherkarte mit den mir > verfügbaren Tools keine versteckte Datei oder einen Ordner im > FAT-Filesystem finden. > > Wenn das nur ein paar Bytes sind, gibt es bei FAT-formatierten Medien allerhand ungenutzten Platz, um die (beispielsweise in den Bootsektor) irgendwo zu verstecken. Das ist höchstens bezüglich der Einhaltung von Standards fragwürdig. Selbst wenn immer "auf die gleiche Stelle" im oder außerhalb des Filesystems geschrieben wird, geht das nicht notwendigerweise immer auf die gleiche Speicherzelle. Die Medien machen "Wear Leveling" - wird die gleiche Zelle zu oft beschrieben, wird sie automatisch ausgetauscht. Bei ausreichend kleinen Medien reichen zwei dd-Befehle und ein anschließender binary diff, um dem "Geheimnis" auf die Spur zu kommen.
Michael P. schrieb: > Oder kann das Speichern auch noch irgendwie anders gelöst worden sein? Man könnte die Daten als ADS (Alternativer Datenstrom / Alternate Data Stream) an die jeweilige Musikdatei anhängen... allerdings scheint das unter Windows auf NTFS beschränkt zu sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Alternativer_Datenstrom#Windows
Klaus schrieb: > Das wäre sehr kurzfristig gedacht und dumm. > Aber wer weiss: Die Welt ist schlecht. Das stimmt schon, ganz fies und hinterhältig ist bei diesen Boards eben nur, das jeder Nutzer, der nur eines dieser Teile besitzt oder die Speicherkarte niemals zu einem baugleichen wechselt und sich dazu auch noch den zuletzt gespielten Song merkt, immer davon ausgehen wird, das die Einstellungen irgendwo auf dem Board gespeichert sind und nicht auch seine Speicherkarte laufend unbemerkt beschrieben wird. Den Schuldigen für einen Ausfall der Speicherkarte würden somit wohl die wenigsten beim Hersteller der Abspiel-Platine vermuten. Gruß Micha
Michael P. schrieb: > Es scheint mir > nach Lage der Dinge aber fast so, als ob sie gezielt billig unters Volk > gebracht werden, um unbemerkt den Verchleiß von USB-Speichersticks und > SD-Karten merklich zu erhöhen und somit den Absatz dieser Teile > anzukurbeln. Die Un-Sinnhaftigkeit dieser Aussage kannst du erkennen, wenn du die Absatzzahlen der genannten Speichermedien mit denen des genannten Boards vergleichst. Wieviele Millionen (!) dieser Boards werden hergestellt, so daß ein merklicher Einfluß auf die Absatzzahlen entsteht? Flash-Speicher: "In 2012, the market was estimated at $26.8 billion" (https://en.wikipedia.org/wiki/Flash_memory#Industry)
Sicher daß die versteckte Information nicht einfach nur ein HIDDEN-Flag gesetzt hat? (Sowas hat FAT schon von CP/M geerbt) Oder Unix-like einen Punkt an erste Stelle des Namens hat?
Michael P. schrieb: > Bei 2 Stunden Musikhören wären das im Schnitt so 50 Schreibzugriffe, > dazu sicher auch immer auf die selben Speicherzellen der SD-Karte oder > des USB-Sticks. Das macht nichts, denn sowohl SD-Karten als auch USB-Sticks verwenden ein internes Wear-Leveling, um das sich der die Karten/Sticks nutzende Host nicht kümmern muss. Anders sieht das bei "nacktem Flash" aus, was in Form von Speicherkarten wie SmartMedia und deren Nachfolger xD-Karte glücklicherweise als ausgestorben angesehen werden kann.
Das hab' ich oben schon geschrieben. Interessiert den Michael aber nicht, weil er lieber an eine Verschwörung glauben mag ;)
Markus F. schrieb: > weil er lieber an eine Verschwörung glauben mag ;) Hallo, ich glaube an keine Verschwörungstheorie, allerdings sehe ich das alles in einem etwas weiteren Zusammenhang. Ein Beispiel dazu: Da es bei einem Preis von umgerechnet weniger als 10 Euro Clients für WhatsApp, Twitter und Facebook und Skype und sogar einen Browser sowie Stereo-Bluetooth an Bord hatte, habe ich mir rein interessehalber vor ein paar Monaten ein chinesisches Billighandy mitgebracht, das in verschiedenen Bauformen in Afrika und Asien zur Zeit millionenfach verkauft und dort auch intensivst genutzt wird. Es ist einfach gebaut und wenig robust, aber exakt zugeschnitten für den dortigen Bedarf, also mit LED-Leuchte, Radio, Audioplayer, simpler Kamera, Spielen, Dual-SIM u.a.m. (jedoch hauseigenes GUI, mit Tasten, winziges Farb-LCD) Ich habe beim Ausprobieren des Telefons nun kürzlich zufällig entdeckt, das es automatisch jedes Telefonat aufzeichnet. Die erzeugten AMR-Dateien werden inkl. Datum, Zeit und Anrufdauer kaum auffindbar in einem tief verschachtelten Unterverzeichnis auf der Speicherkarte abgelegt. Irgendeinen Signalton oder visuellen Hinweis auf die Aufnahme gibt es nicht. Diese Anruf-Aufzeichnung ist ab Werk aktiviert. Sie ist nur in einem tief verstecken Untermenü, falls man denn Englisch lesen kann umd es überhaupt zufällig einmal dort findet, auch abschaltbar. Auf der Verpackung oder in der Dokumentation fehlt jeglicher Hinweis auf diese Funktion. Der normale Nutzer hat also absolut keine Ahnung davon (und auch keinerlei Mehrwert), das beim Telefonieren langsam aber sicher seine Speicherkarte voll geschrieben wird. Warum dann also überhaupt die Funktion? Auf diesen SD-Karten haben zahlreiche Nutzer auch ihre Hits gespeichert, die sie im Handy mit dem Audioplayer abspielen. Wenn man die Millionen dieser verkauften Geräte nimmt, kommt da schon einiges an eigentlich unnötigem Mehrbedarf von Speicherkarten zusammen. Die Hersteller wird es ganz sicher freuen. Gruß und ein Frohes Fest Micha
>allerdings sehe ich das alles in einem etwas weiteren Zusammenhang.
Wickel dir mal Alufolie um den Kopf.
Dann geht es dir wieder besser;)
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