Ich bin im Laufe der Jahre sehr deutlich von Entlötpumpen auf
Entlötlitze umgestiegen, insbesondere bei SMD-Bauteilen. Je nach
federbetätigtem Pumpenmodell hat man nämlich einen mehr oder minder
starken Rückstoß. Bei elektrischen Entlötpumpen ist es oft
problematisch, dass sie direkt an der Spitze nicht beheizt sind, da sich
dort die Absaugöffnung befindet.
Aber wie schon von den Vorrednern erwähnt, kommt es auf den jeweiligen
Einsatzzweck an, so dass ich alle drei Varianten verwende.
Das wichtigste bei Entlötlitze ist jedoch, dass man sich immer nur ein
kleines Stück von der Rolle abschneidet und es vermeidet, die restliche
Entlötlitze mit den Fingern zu berühren, um deren Korrosion zu
verhindern. Außerdem lässt sich ein kurzes Stück wesentlich besser
erwärmen, selbst wenn man es mit der Pinzette festhält. Schlechte
Entlötlitze enthält kein Flussmittel und funktioniert nicht allzu gut.
Entlötlitze mit zu viel Flussmittel verdreckt die Leiterplatte. Sehr
hochwertige Entlötlitze hingewgen hat ein gut ausgewogenes Verhältnis,
ist zudem aus sehr feinen Kupferfäden gewoben und saugt das Lot viel
besser auf als eine Entlötpumpe. Manch überlagerte, korrodierte
Entlötlitze ist hingegen lotabweisend wie ein Stück PTFE.
Wenn ich SMD-Bauteile entlöte, reinige ich anschließend die Pads mit
einem kleinen "Entlötlitzenschwamm", den ich mit dem Lötkolben auf den
Pads herumschiebe.