Subton CTCSS günstig nachrüsten

Gast #4419804
Lesenswert?

Hallo liebe YLs und OMs

Bin auf der Suche nach einer Möglichkeit, ein älteres Funkgerät mit 
CTCSS nachzurüsten. Das Original-Modul würde 150 Euro kosten, das ist 
mir aus Prinzip zuviel. Aber ich hänge an meiner alten "Kiste" und würde 
damit auch gerne weiterhin aktiv sein.
Subton-Geber würde reichen, für´n Empfang ist nichts weiter 
erforderlich.
Über google habe ich diese Seite hier gefunden.

http://www.afug-info.de/Schaltungen-Eigenbau/CTCSS-Subton-Geber/

Hat das schon jemand nachgebaut?
Gast #4421595
Lesenswert?

Hallo,
also für ein original Modul, was gleich mit dem Menü des Gerätes geht 
ist doch 150€ nicht zu viel.

Aber ich habe Dir einen kleinen Tip: Das Yaesu FT-2900 kostet neu nur 
ca. 139€ und da ist alles drin.
Gut wenn du Monologe auf den Relais machen willst brauchst du noch einen 
Lüfter.

Ich habe vor kurzem zwei solcher Geräte gekauft, sind echt klasse, vor 
allem die Menüführung ist mal wieder besser.

Gruß Sascha
Gast #4421912
Lesenswert?

Hallo Sascha, Danke für den Tipp.
Mir geht´s hier um ein mit drei Bändern bestücktes Stationsgerät, das 
einmal sehr teuer war. Damit mach ich auch Satellitenbetrieb und vieles 
mehr. Mit einem Mobilfunkgerät wie dem FT-2900 kann ich es daher leider 
nicht ersetzen. Aber ich werde Dein Gerät im Auge behalten für´s Auto. 
Dafür gefällts mir sehr gut.
Bei einer 150 Euro Investition muss man auch bedenken, dass das Gerät 
morgen defekt sein kann (alles µC gesteuert, da kann man nicht mehr viel 
selbst reparieren) und deshalb möchte ich da nicht mehr allzu viel 
investieren.
Oskar
Gast #4422637
Lesenswert?

Hallo Yaesu Plus,
O.K. dann kann ich das gut nachvollziehen. Ich habe vor einem halben 
Jahr ein CTCSS Tone Decoder und Encoder Modul mit einem ATxmega16 
aufgebaut geht super auch sehr schneller Decoder. Ich arbeite mit dem 
integrierten 12-Bit DAC mit einer Samplefrequenz von ca. 26,xxx KHz. Der 
Sinus ist extrem sauber und es reicht ein einfacher Tiefpassfilter. Beim 
Decoder wird sogar nocheinmal vom Discriminator der Squelch digital 
bearbeitet um falsches ansprechen des CTCSS Squelchs zu vermeiden. Ich 
habe auch ein Modul nur für die Tonerzeugung gemacht, ist mit einem 
Mäuseklavier für die einstellung der Töne. Ich könnte es aber auch zu 
den alten MNxxx Chipsätzen zu Yaesu anpassen.

Anbei mal ein paar Bilder.

Das Yaesu FT-2900 habe ich mir nur zum zerlegen und umbauen auf digital 
Modulation für Sprache gekauft. Ich entwickle derzeit auch noch ein 
neues Modulationsverfahren für sehr robuste digitale Sprache. Mal sehen 
ob ich D-Star und C4FM toppen kann?

Wenn Interesse am Modul besteht kurz melden.
Gruß Sascha
DG6SCE
Angehängte Dateien:
Gast #4422645
Lesenswert?

Sorry, habe vergessen, die Toneerzeugung wird nach dem DDS Prinzip 
gemacht und der Dargestellte Sinus ist 123Hz auf einem analogen 
Tektronix Oszi.
An dem Potie lässt sich der Pegel anpassen.

73
Sascha
#4424550
Lesenswert?

Hallo Yaesu Plus,

ich habe einen CTCSS Generator auf Basis eines attiny85 mit 8 frei 
wählbaren CTCSS Tönen entwickelt.
Natürlich können alle CTCSS Töne vorher im Programm ausgewählt und 
einprogrammiert werden.
Über einem PWM Signal, mit entsprechender Filterung und Treiber wird ein 
Sinussignal ausgegeben.

PN für weitere Infos.
Angehängte Dateien:
Gast #4425941
Lesenswert?

Hallo Sascha
schönes Projekt. Ich hätte evtl. Interesse. Wie ist denn der maximale 
Ausgangspegel (zwischen kleinster und größter Frequenz) und wie sieht es 
mit der Frequenzgenauigkeit aus. Sind Ober-/Nebenwellenaussendungen 
vorhanden?

An: Uwe S. (de0508)
Der Schaltplan ist jetzt aber für einen 1750-Hz-Rufton. habe ich das was 
verpasst? Ich dachte es geht um Subtöne (67-250 Hz).

73 Charly
#4425993
Lesenswert?

Charly,

genau das ist das Schaltbild mit TP-Filter für den 1750Hz Generator.
Für CTCSS wird das TP-Filter einfach nach unten verschoben und das AVR 
µC Programm ist ein anderes.

Ja ich habe am Oszi mir per FFT mögliche Oberwellen angesehen und das 
Ausgabesignal über einen Schalwandler und Studiomikrofon wieder 
aufgenommen. Per FFT dann das Spektrum beurteilt.

Und zu den PWM Generatoren in einem ATtiny85, das PWM Signal kann bis 
64MHz betragen ! Und der AVR µC Takt lieget per PLL bei 16MHz!

Somit ist der Abstand PWM-Takt zu Sinussignal doch sehr groß und 
mögliche "Oberwellen"/Mischprodukte kann man gut Filtern.
Gast #4426076
Lesenswert?

danke für die schnelle Antwort.
Wie bekommst Du denn die Frequenz stabil ohne externes Quarz? Die 
internen Oszillatoren von µCs sind doch eigentlich recht 
temperaturabhängig. Ich würde vermuten, dass bei +5° und +20°C eine 
merkliche Differenz vorhanden ist. Der Pegel Spitze-Spitze oder Effektiv 
wäre auch noch interessant.
#4426085
Lesenswert?

Karl,
und dann was willst Du daraus ableiten ?

Im Datenblatt ist das Thema RC Oszillator beschrieben und ausreichend 
dokumentiert und wenn überhaupt sind +/-1Hz kein Problem.
Aber wie kommst Du auf 5°C-20°C ? Das ist doch nicht die Realität für 
unseren Einsatz. In einem TRX kann man von einer "konstanten" Temp. 
ausgehen.

Die reale Schaltung sieht dann doch noch etwas "feiner" aus.
A) Sie gestattet es einen ext. Schallwandler direkt an zu steuern, dabei 
ist der Pegel am Schallwandler so gewählt, dass Mikrofon eines TRX damit 
klar kommt und sich das Relai öffnet.

B) In der anderen Beschaltung führen wir das Signal noch über einen 
Spannungsteiler (Trimmer) und koppeln das Signal direkt an das Mikrofon 
eines TRX an.

Für andere Anwendungen schaltete man einen Klasse A/B Verstärker oder 
einen integrierten Kleinleistungsverstärker nach.

Das wäre aber eine andere Anforderung die zu einem anderen Design 
geführt hätte.
Gast #4426123
Lesenswert?

Uwe S. schrieb:
> Die reale Schaltung sieht dann doch noch etwas "feiner" aus.
> A) Sie gestattet es einen ext. Schallwandler direkt an zu steuern, dabei
> ist der Pegel am Schallwandler so gewählt, dass Mikrofon eines TRX damit
> klar kommt und sich das Relai öffnet.
>
> B) In der anderen Beschaltung führen wir das Signal noch über einen
> Spannungsteiler (Trimmer) und koppeln das Signal direkt an das Mikrofon
> eines TRX an.

Bessere Funkgeräte besitzen im Modulationszweig Hoch- und Tiefpass-
filter, die das NF-Spektrum auf (meist) etwa 300Hz..3.400Hz begrenzen. 
Deshalb darf man die Subaudio-Töne erst dahinter einspeisen.

Damit scheidet auch die Ausgabe über einen Schallwandler aus. (Das halte
ich übrigens für eine völlig praxisuntaugliche Methode im Funkbetrieb.)

NB Vielfach kann man Subaudio-Module aus alten Betriebsfunkgeräten
   füe Afu-Zwecke modifizieren und nutzen.
Gast #4426767
Lesenswert?

Hallo,
also bei der Lösung mit dem Xmega sind die Oberwellen mit -60dB bei 
einem einfachen RC-Filter messbar. Schaltung wie auf dem Bild 
(Leiterplatte).
Die Amplitude schwankt etwas von 60Hz bis 250Hz. Es sind alle Subtöne 
einstellbar. Die Frequenzgenauigkeit liegt bei ca. 0.001Hz.
Wenn die Amplitude konstant sein soll kann man einen OP-Filter benutzen, 
oder man macht eine Kompensation des Ausgangsfilters in der Software, 
was bei einem Xmega keine Probleme mit der Rechenleistung sein sollte.
Ich habe den Xmega16A4 deshalb ausgewählt, weil er noch lötbar ist und 
gut zu beschaffen ist. Man kann auch den Xmega8E5 nehmen.
Mit PWM würde ich nichts machen, da immer irgend welche HF-Reste 
entstehen.
Der Ausgangspegel liegt so bei ca. 0.8Vss, je nach Filter.
Der DAC im Xmega wird durch die interne Bandgab von 1V betrieben.
Der Subtone kommt ja eh nur mit einem sehr kleinen Hub auf den Träger, 
deshalb das Potie.

Anbei mal ein Bild des Encoder und Decoders sogar mit getrennt 
arbeitendem RX und TX Kreis, weil ich damit ein 2m Relais ausgestattet 
habe. Der Decoder hat eine gute ansprechzeit von ca. 80ms bis max. 160ms 
bei 123Hz. Die Frequenztoleranz des Decoders liegt bei ca. 6Hz. Die 
software arbeitet sogar mit Floating Point, damit die Tonerkennung noch 
preziser funktioniert.
Der Decoder wird direkt an den Diskriminator angeschlossen und arbeitet 
auch nochmals als Squelch. Der AD-Wandler arbeitet mit 32KHz und kann 
das Rauschen messen, um falsche Tonerkennung zu vermeiden.
Die LEDs sind überwiegend als Einstellhilfen der Poties gedachet, Pegel 
O.K. usw.

Gruß Sascha
Angehängte Dateien:
Gast #4426777
Lesenswert?

Nachtrag, die Schaltungen arbeiten von 3,5 bis 14 Volt ohne Probleme, da 
Spannungsregler mit Bandgap und Transistor aufgebaut. Die 
Spannungsregler für 3 Volt gehen meist nur bis max. 5.5 Volt und in den 
Funkgeräten sind meist nur 5V oder 8V zum Anschließen wie an der 
Mikrofonbusche vorhanden.

Gruß Sascha
Gast #4429515
Lesenswert?

Zum nachrüsten meiner Geräte habe ich mir auch allerhand Möglichkeiten 
angesehen und mich dann letztlich für die Lösung von www.afug-info.de 
entschieden bzw. dort eine Platine bestellt und zwar die mit 2 Tönen mit 
"eleganter Umschaltung". Die funktioniert einwandfrei und ich könnte mir 
- für mich - nichts besseres vorstellen. Jetzt kann ich die zwei Relais 
hier wieder problemlos nutzen.

Der Grund ist einfach: Was nützen mir Nachrüst-Platinen mit 
Dip-Schaltern? Ich will nicht jedes Mal das Funkgerät aufschrauben, wenn 
ich mal einen anderen Ton brauche. Und ein Kabel rauslegen ist auch 
nicht gerade praktikal, da HF-Einstrahlung in die längeren Kabel nach 
außen Probleme verursachen kann und es obendrein auch nicht besonders 
schön aussieht.
afug-info hat da eine schöne lösung gefunden - zumindest für mich.

@Sascha, ich find dein Projekt trotzdem toll. Es ist immer schön zu 
sehen, wenn noch jemand was selber baut und aktiv ist. Mach weiter so!
Gast #4453692
Lesenswert?

Hallo Yaesu Plus
Die Subton-Geber von www.afug-info.de funktioniert tadellos. ich hab 
zwei gekauft, auch die mit zwei Frequenzen zum Umschalten. Die Platinen 
sehen sehr ordentlich aus und für den Preis mag ich das nicht selbst 
bauen.
Schreib doch mal, aus welcher Stadt du kommst. Wenn Du in der Nähe 
wohnst, dann kannst Du dir das gerne bei mir ansehen.
73 de Christian
#7780933
Lesenswert?

Ja dieses Modul funktioniert perfekt Ich habe damit alle meine Geräte wie zb. Icom IC-4e, Kenwood TR-851,Yaesu FT-790 etc. Tadellos nachgerüstet. Auf Anfrage habe ich auch das passende File für 2Töne (162,2 und 97,4 HZ ) erhalten . Hier bei mir in OE1 ist es wichtig diese beiden Töne zu haben da es bei uns fast keine Repeater auf 70cm mehr gibt die keinen Subton benötigen.Der Vorteil dieser Schaltung ist das Schalterlose umschalten der 2Tönen . Es ist wirklich ratsam wie in der Beschreibung angegeben ist den schalttransistor zu verwenden wenn die beiden Töne relativ weit auseinander liegen. Perfekte Schaltung. Danke liebes AFU TEAM. 73 OE1WBC

Angehängte Dateien:
#7781582
Lesenswert?

Mir geht´s hier um ein mit drei Bändern bestücktes Stationsgerät, das einmal sehr teuer war. Damit mach ich auch Satellitenbetrieb und vieles mehr.

CTCSS braucht man doch nur für FM-Relaisbetrieb? Umso mehr macht es Sinn sich ein extra Funkgerät anzuschaffen um es auf der örtlichen Relaisfrequenz nebenher laufen zu lassen, währen das Hauptfunkgerät die wichtigen QSOs macht. Vor allem wenn das CTCSS Modul ähnlich viel kostet wie das FT-2900

#7782574
Lesenswert?

Moin,

mich betrifft dieses Thema zur Zeit auch, da ich einen TM3530A Kenwood Transceiver nachrüsten möchte, mir aber die gängigen Kosten für Original Module zu hoch sind. Es gibt natuerlich allerhand Module, leider keines was mit der TM3530A direkt kompatibel ist. Beim 3530A kann man die Tonfrequenzen natuerlich in Hz einstellen.

Da im Service Manual das Schaltbild des TU-7 dokumentiert ist, sah ich mir das Konzept mit Interesse näher an. Kenwood verwendete damals den SEIKO S-7116A Tongenerator Schaltkreis. Die Beschaltung ist sehr einfach und als Taktgeber dient entweder ein Quarz oder 3.58MHz Keramikresonator. Die Ausgangsfrequenz folgt dem Binär-Code direkt ohne Sprünge, was bei mir sehr angenehm ist. Der zweite IC ist nur ein Seriell- auf Parallel-Wandler.

Interessiert, wie ich war, suchte ich nach diesem SEIKO IC und es stellte sich heraus, daß der noch leicht erhältlich und billig ist. Ich bestellte mir ein paar und mal sehen was herauskommt, wenn sie bei mir eintrudeln. Hier ist der Link zum Datenblatt:

https://gatagataradio.web.fc2.com/models/files/S7116A.pdf

Die verschiedenen MX Typen sind teils nur noch mit Schwierigkeiten oder sehr überteuert zu bekommen. Feuer einen TR7950 suche ich nach einen MX315 der aber scheinbar leider nicht mehr auffindbar ist.

Ich werde berichten, sobald der S-7116 bei mir ist. Beim TM-3530A ist man damit im Vorteil, weil er binär mit dem TM3530A kompatibel ist.

Im Anhang die Informationen.

Gerhard

Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren