Hallo,
ich habe ein Problem mit meiner Mikrowelle (Panasonic Dimension 4):
Gestern Abend habe ich bemerkt - Läuft nicht, kein Strom, auch die
anderen Geräte an derselben Steckdose nicht. Sicherungsautomat geprüft -
war raus. Wieder eingeschaltet, erstmal alles gut, Display der
Mikrowelle scheint korrekt zu arbeiten.
Ich stelle einen Becher Wasser in die MW und starte sie. Nach 2 Sekunden
wieder tot. Diesmal aber nur die Mikrowelle, Sicherung ist
dringeblieben.
Nach geraumer Wartezeit (Kondensatoren entladen etc.) habe ich das Teil
geöffnet und habe festgestellt das eine interne 250V/10A Sicherung durch
ist.
Also... Alufolie sei Dank die Sicherung wieder "gängig" gemacht (Habe
gerade keine passenden Sicherungen, ...und es gibt ja noch den 16A
Sicherungsautomaten).
Test wiederholt - Alles läuft. Ein 2ter Durchgang - geht immer noch.
Nun, erstmal gut, aber suspekt ist mir das immer noch. Hat jemand ggf.
eine Idee was die Ursache (gewesen) sein könnte? Optisch scheint alles
OK zu sein - nun, abgesehen von den altersgemäßen "Gebrauchsspuren
(Reinigung werde ich bei der Gelegenheit aber noch durchführen...).
Nur weil sie mit überbrückter Sicherung läuft muss das noch nicht
bedeuten das sie technisch in Ordnung ist, ich würde erst noch mal ne
korrekte Sicherung einsetzen und dann schauen ob sie durchbrennt. Wenn
nicht dann sehe es als göttliche Fügung.
Überbrücken ist keine gute Idee. Nicht ungewöhnlich, wenn in MWs
Sicherungen durchbrennen. Der Sinn einer Sicherung ist ja, (evtl.
weitere) ernsthafte Schäden zu vermeiden. Und es gibt ja auch
vorübergehende Fehlerkonditionen.
Ich kann zwar die Entstehung des Gedankens: "Überbrücken? Warum nicht?
Die nächste Sicherung könnte ja auch gleich wieder durchbrennen..."
irgendwo entfernt nachvollziehen, aber beim nächsten Fehlerzustand ist
halt die Sterbewahrscheinlichkeit hoch - natürlich hauptsächlich bei der
Mikrowelle. Der Automat in/an der Wand ist nur ein Leitungs- und kaum
ein Geräteschutzschalter...
Je schneller man ne neue reinmacht, je besser. Ich würde die so nicht
betreiben.
Hi,
die Ersatzsicherung ist auch schon bestellt.
Das Überbrücken diente erstmal nur dem Test, ob da überhaupt noch was
läuft.
Aber das es erst den "Leitungsschutzschalter", und dann im zweiten
Anlauf die interne Sicherung erwischt hat, jetzt aber läuft finde ich
schon merkwürdig. Hardware eben...
Ich habe auch nochmal mit einem einfachen Verbrauchsmessgerät den
Verbrauch im Betrieb gemessen - da scheint auch alles im Rahmen und weit
unter den 10A der internen Sicherung zu liegen. Hoffen wir mal das es
ein Einzelfall war, sonst muss da wahrscheinlich mal was neues her.
> Das Überbrücken diente erstmal nur dem Test, ob da überhaupt noch> was läuft.
Na du bist ja mutig. Hast du keine Angst, dass das Gerät in Flammen
aufgeht oder explodiert?
Pizzafan schrieb:> Aber das es erst den "Leitungsschutzschalter", und dann im zweiten> Anlauf die interne Sicherung erwischt hat, j... finde ich> schon merkwürdig. Hardware eben...
Ein Blick in die sqr(I)t Diagramme der Sicherungshersteller zeigt Dir
auf eine Blick, warum der LSS vor der Schmelzsicherung auslösen muß.
Es ist nicht merkwürdig, es ist schlicht systembedingt und vollkommen
korrekt in dieser Reihenfolge.
Durch einen übermäßigen Sicherungswert kann man den Fehler besser
"verfolgen". Wenn da ein brauner Strich an der Wand zu sehen sein
sollte, könnte es auch die Zuleitung zu Deiner Mikrowelle sein? Spaß
beiseite! Manche Fehler sieht man nicht gleich und ich würde mich hüten
eine geöffnete Mikrowelle unter Spannung zu setzen um besser die Funken
am Hochspannungstrafo zu sehen!!! Strahlung sieht man nicht!
http://www.strahlung-gratis.de/Krebs%20durch%20Radar.htm
Pizzafan schrieb:> Hat jemand ggf. eine Idee was die Ursache (gewesen) sein könnte?
Könnte ein Kondensator im Eingangsfilter gewesen sein. Bei den ersten
Überschlägen löst die Sicherung aus, anschließend ist die Fehlerstelle
freigebrannt und damit hochohmig.
Eventuell käme auch ein VDR als Ursache in Frage.
> Optisch scheint alles OK zu sein
Bilder?
Hi,
danke für die Unterstützung soweit.
Ich habe ein paar Fotos von dem, was ich als "Eingangsfilter"
identifiziere angehängt. Dort befand sich auch die Sicherung (auf dem
Foto herausgenommen)
Ich kann keine offensichtlichen Schäden erkennen bzw. messen.
Kondensatoren sind nicht niederohmig. Kapazität kann ich nicht prüfen.
Ich habe aber noch ein paar weitere Tests gemacht, und folgendes
beobachtet:
Wenn ich die Mikrowelle im Betrieb gehabt habe, und dann die Tür öffne (
=> Türschalter wird unterbrochen) dann löst manchmal (jedoch nicht
immer) der LSS aus (Die interne SI fängt da jetzt ja nichts mehr ab).
Öffne ich die Tür ohne dass die Mikrowelle in Betrieb war, dann passiert
nichts (OK, Licht geht an...).
Hat da noch jemand eine Idee?
Pizzafan schrieb:> Türschalter wird unterbrochen) dann löst manchmal
Wenn zufällig Last am Hochspannungstrafo fehlt, wird die Spannung höher.
Evtl. gibt es eine Überschlag, den man natürlich nicht mit dem
Multimeter an der strahlenden Mikrowelle messen oder sehen kann.
Vorsicht ungesunde Stahlung! Folge könnte dann irgendwann ein
Windungsschluss im MWT sein. Durchgeschlagene STörschutzkondensatoren
od. ä. sind natürlich auch möglich...
> Wenn ich die Mikrowelle im Betrieb gehabt habe, und dann die Tür öffne (> => Türschalter wird unterbrochen) dann löst manchmal (jedoch nicht> immer) der LSS aus (Die interne SI fängt da jetzt ja nichts mehr ab).
Sag das doch gleich ;) Das ist ABSICHT! Das bedeutet nämlich, dass die
beiden Türkontakte nicht mehr oder nicht in der richtigen Reihenfolge
aufmachen. Damit könnte die automatische Abschaltung der Mikrowelle bei
offener Türe nicht mehr funktionieren, was für blöd reinglotzende Augen
sehr unerfreulich würde.
Aus dem Grund wird absichtlich ein Kurzschluss (AFAIR über einen sehr
niederohmigen Widerstand) herbeigeführt, der die interne Sicherung
zerfetzt. Dann kommt hoffentlich der Kundendienst und sorgt dafür, dass
die Schalter ersetzt werden bzw. die Türmechanik überprüft wird.
Falls du es nicht glaubst: Auf dem Blechgehäuse, das man abnimmt, ist
ein Schaltplan.
Georg A. schrieb:> Falls du es nicht glaubst: Auf dem Blechgehäuse, das man abnimmt, ist> ein Schaltplan.
Geanu, da ist ein Schaltplan.
Der liefert aber keinen Hinweis auf eine irgendwie geartete Schaltung
die das hier realisiert:
> Aus dem Grund wird absichtlich ein Kurzschluss (AFAIR über einen sehr> niederohmigen Widerstand) herbeigeführt, der die interne Sicherung> zerfetzt.
Georg A. schrieb:> Aus dem Grund wird absichtlich ein Kurzschluss (AFAIR über einen sehr> niederohmigen Widerstand) herbeigeführt, der die interne Sicherung> zerfetzt. Dann kommt hoffentlich der Kundendienst und sorgt dafür, dass> die Schalter ersetzt werden bzw. die Türmechanik überprüft wird.> Falls du es nicht glaubst: Auf dem Blechgehäuse, das man abnimmt, ist> ein Schaltplan.
Soweit ich mich erinnere gibt es da keinen Plan (Ich schaue aber heute
nochmal nach und werde berichten ;). Es gibt aber Google und die Pläne
bzw. der grobe Aufbau scheint bei den ganzen Geräten recht ähnlich zu
sein.
Das Beschriebene scheint über einem (im selben Schalter integrierten) in
Reihe geschalteten Latch Switch und Monitor Switch (Wechselschalter der
bei geöffneten Latch den weiteren Stromkreis "kurzschliesst" realisiert
zu sein. Hört sich nachvollziehbar an.
Das werde ich heute mal genauer prüfen... Danke für den Hinweis!
> Der liefert aber keinen Hinweis auf eine irgendwie geartete Schaltung> die das hier realisiert:
Tja, nachdem ich die Kiste jahrelang hatte und mehrfach reanimiert habe
(neuer HV-Kondensator, Ersatz der Folientastatur durch Eigenbau-Matrix),
bin ich mir dieser Kamikaze-Schaltung sehr sicher. Sowas hatte schon ein
älteres Nur-Mikrowellengerät von Panasonic. Da habe ich nur mal im
Standby einen der beiden Türkontakte mit dem Schraubenzieher
reingedrückt. Das war noch vor meiner Alles-Reparierphase, daher war
dann der Kundendienst fällig.
Das Dimension 4 war ein schönes Gerät. Leider hat sie bei mir mal
kurzeitig ganz laut gebrummt und dann war der Trafo kaputt. Jetzt habe
ich so ein LG-Ding, das trotz nominal mehr Watt bei Umluft und Grill für
eine Pizza deutlich länger braucht.
> Soweit ich mich erinnere gibt es da keinen Plan
Interessant, bei mir war der noch innen auf den Deckel gepappt.
Andrew T. schrieb:> Geanu, da ist ein Schaltplan.> Der liefert aber keinen Hinweis auf eine irgendwie geartete Schaltung> die das hier realisiert:>...
Nach dem Hinweis von "Georg A" habe ich im Internet ein paar Pläne
gefunden und verstehe es so:
Ein Sicherheitsschalter besteht intern aus 2 Schaltern - ein normaler
("Latch") und ein Wechselschalter ("Monitor"). Diese Schalter sind in
Reihe geschaltet.
Wenn der Sicherheitsschalter geschlossen wird, dann ist der "Latch"
geschlossen, leitet den Strom an den "Monitor" welcher den Strom an die
"Mikrowellenelektrik" weiterleitet.
Wird der Sicherheitsschalter geöffnet, dann wechselt der "Monitor" und
schließt den Stromkreis kurz - es passiert aber nichts, da der "Latch"
geöffnet wird. So, und wenn einer der internen Schalter nicht korrekt
arbeitet, dann schaltet die Mikrowelle nicht ein, oder es kommt zum
Kurzschluss.
Übrigens Danke nochmal für die hilfreichen Anregungen.
Ich denke, der Hinweis von Georg hat mich auf die richtige Spur gebracht
- an solch eine "Kamikaze" -Schaltung habe ich garnicht gedacht.
Die Schalter funktionieren, deshalb habe ich mal die Mechanik gereinigt
und jetzt arbeitet das Gerät wieder wie gewünscht :-).
@Georg - wenn du die Mikrowelle kennst - dann verstehst du sicher auch
warum ich sie gerne noch eine Zeit lang verwenden möchte ;-)
@Michael M.
Intervallsteuerung: Der Powerswitch ist dafür verantwortlich.
Das Ein und Aus des Intervalls wird mechanisch gesteuert,
je nach vorgegebenem Leistungswunsch. Der Powerswitch und der
Timerswitch sitzen üblicherweise in einem gemeinsamen Gehäuse.
Der Antrieb der Mechanik wird durch den Timermotor erreicht,
der mit der Zeitvorwahl angesteuert wird (Timerswitch schliesst).
Die Uhr läuft rückwärts. Bei Timerzeit 0 öffnet der Timerswitch wieder.
Mit dem Schliessen der Gehäusetür wird der Gesamt-Vorgang gestartet.