Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Ethernet Abschlusswiderstände bei Rx und Tx


von Michael W. (Gast)


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Hallo !

ich möchte verstehen, wozu man bei Ethernet den sendeseitigen 
Abschlusswiderstand 100 Ohm (=Zw) benötigt (in Wirklichkeit nimmt man ja 
2x50 Ohm symmetrisch gegen Masse, aber nur zum Verständnis...).

An der Empfängerseite (rechts) wäre es mir klar, da der Verstärker 
hochohmig ist und eine Leitung ja abgeschlossen sein sollte.

Bei der Sendeseite (links) verstehe ich das jedoch nicht so ganz: Da 
müsste ja eigentlich die Quellimpedanz dem Zw entsprechen, was bringt es 
da, einen 100Ohm parallel zu schalten? Es kommt ja dennoch zu 
Reflexionen, da es eine Fehlanpassung bleibt...Wäre nett, wenn mir das 
jemand erläutern könnte.

Es würde für mich nur Sinn machen, wenn die Sendeimpedanz der Quelle 
50Oghm beträgt - aber das ist es ja nicht.

Danke
Michael

von Stefan F. (Gast)


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In der Praxis sorgt man dafür, dass die Quellimpedanz 100 Ohm beträgt. 
Den von Dir gezeichneten Widerstand habe ich bisher in keinem Schaltplan 
gesehen.

von Stefan F. (Gast)


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Zum Beispiel kannst du das im angehängten Auszug aus dem Datenblatt des 
Silabs CP2201 sehen.

Da siehst du 2x 8 Ohm in Reihe an eine 1:2.5 Übertrager. Dazu kommt noch 
die Ausgangsimpedanz des Mikrochips.

von Stefan F. (Gast)


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Ich sehe gerade, dass die Schaltung bei Wiznet und dem EN28J60 
tatsächlich so ist, wie du oben gezeigt hast. Da kann man aber auch 
sehen, dass die Leitungen über die Widerstände nach VCC gezogen werden. 
Ich nehme an, dass die Ausgangsstufen dieser IC's kein Push/Pull können, 
sondern nur einfache Open-Collector Transistoren haben. In diesem Fall 
wäre der externe Widerstand zugleich die Ausgangsimpedanz.

1
     +3,3V                      +3,3V
2
      o                           o
3
      |                           |
4
     |~| 50 Ohm                  |~|
5
     |_|                         |_|
6
      |                           |
7
      +---------Übertrager--------+
8
      |                           |
9
      |                           |
10
    |/                             \|
11
----|                               |---
12
    |\>                           </|
13
      |                           |
14
      |                           |
15
     Gnd                         GND

von Michael W. (Gast)


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Ich habe jemanden gefragt: Der hat gemeint, dass die Treiberstufe für Tx 
oft eine Stromquelle ist, die dann natürlich mit einem Innenwiderstand 
versehen werden muss. Ich verwende einen Broadcom Switch als Phy.

von Eberhard H. (sepic) Benutzerseite


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Michael W. schrieb:
> Ich habe jemanden gefragt: Der hat gemeint, dass die Treiberstufe für Tx
> oft eine Stromquelle ist, die dann natürlich mit einem Innenwiderstand
> versehen werden muss. Ich verwende einen Broadcom Switch als Phy.

Bei aktuellen 100Base-TX-PHYs (auch bei solchen von Switches, falls mit 
integrierten PHYs) sind RX und TX immer symmetrisch beschaltet und es 
sind immer 1:1-Übertrager.

Bei der Beschaltung der Abschluss-Widerstände und der chipseitigen 
Mittenanzapfungen der Übertrager gibt es viele Varianten, die 
bauteilspezifisch sind.

Bei modernen PHYs sind die Abschlusswiderstände meist integriert.

Deshalb chipseitig immer die Applikationsvorschläge des jeweiligen 
PHY-Herstellers verwenden.

Ansonsten riskiert man Fehlanpassung (geringe Reichweite, viele 
Übertragungsfehler) oder das Senden funktioniert überhaupt nicht.

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