Forum: Offtopic Heizkosten: gelieferte Energie geringer als verbrauchte Energie?


von Werner S. (werner46)


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Liebes Forum,

während andere sich über hohe Wärmeverluste beklagen, habe ich 
(anscheinend?) das umgekehrte Problem.

Wir wohnen in einem 2-Familienhaus. Laut Gasversorger hatten wir im 
vergangenen Jahr einen Verbrauch von rund 10.500 kWh.

Insgesamt wurden im Haus rund 46 m³ Warmwasser verbraucht. Um diese zu 
erhitzen werden nach anerkannter Rechnung (also 2,5x 46m³ x 50) rund 
5.700kWh benötigt.

Der Wärmemengenzähler für unsere Heizungen zeigt weitere 8.300 kWh an.

Das verstehe ich nun nicht: 5.700 kWh für Warmwasser + 8.300 kWh für 
Heizung ergibt in Summe 14.000 kWh. Wir haben aber nur die erwähnten 
15.000 kWh bezogen.
Kann das so sein?
Vielen Dank schon einmal im Voraus für Eure Unterstützung

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Werner S. schrieb:
> werden nach anerkannter Rechnung (also 2,5x 46m³ x 50)

Welche Temperaturdifferenz? Immer die gleiche?

von Kai S. (kai1986)


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Hallo,

Gasbrennwertkessel haben einen "Wirkungsgrad" von über 100%. Vom 
Gasversorger wird nämlich die Energiemenge nach dem Heizwert abgerechnet 
(Wieviel Energie wird frei, wenn es einfach verbrannt wird). Ein 
Brennwertkessel kondensiert aber das Wasser im Abgas wieder aus und 
nutzt diese Energiemenge auch. Ihr habt nach deiner Rechnung einen 
Wirkungsgrad von 133% (hab deine Zahlen jetzt aber nicht nachgerechnet), 
was höher ist als der Wirkungsgrad eines Brennwertkessels. Wenn aber 
dein kaltes Wasser für die Warmwasserbereitung wärmer ist als bei deiner 
Berechnung bist du schnell in einem realistischen Wirkungsgradbereich.

Gruß Kai

von J.-u. G. (juwe)


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Was sagt denn der Gaszähler? Der sollte deutlich zuverlässiger sein als 
ein Heizungswärmemengenzähler. Ganz zu schweigen von der "anerkannten 
Rechnung", bei der nicht mal die Einheit kWh herauskommt (von der 
bereits angemerkten fehlenden Temperaturdifferenz ganz zu schweigen).

von Werner S. (werner46)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Werner S. schrieb:
>> werden nach anerkannter Rechnung (also 2,5x 46m³ x 50)
>
> Welche Temperaturdifferenz? Immer die gleiche?

mmh - ich bin
- von der Standardberechnungsformel laut Heizkostenverordnung 
(Wärmeverbrauch für Warmwasser= 2,5*Warmwasserverbrauch * (mittl. 
WW-temperatur - mittlere Kaltwassertemperatur))
- und einer mittleren Warmwassertemperatur von 50°C und einer mittleren 
Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Dann wird irgend etwas von deinen annahmen abgewichen sein?

Namaste

von J.-u. G. (juwe)


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Winfried J. schrieb:
> Dann wird irgend etwas von deinen annahmen abgewichen sein?

Das denke ich auch. Ausserdem passt das hier:

Werner S. schrieb:
> und einer mittleren Warmwassertemperatur von 50°C und einer mittleren
> Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen.

nicht zur oben aufgeführten Rechnung.

von Werner S. (werner46)


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J.-u. G. schrieb:
> Winfried J. schrieb:
>> Dann wird irgend etwas von deinen annahmen abgewichen sein?
>
> Das denke ich auch. Ausserdem passt das hier:
>
> Werner S. schrieb:
>> und einer mittleren Warmwassertemperatur von 50°C und einer mittleren
>> Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen.
>
> nicht zur oben aufgeführten Rechnung.

Ja, mein Tippffehler:
Ich bin von einer mittleren Warmwassertemperatur von 60°C und einer 
mittleren
Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen =>
Energieverbrauch zur Warmwasseraufbereitung
2,5 kWh/(m³K) * 46m³ *(60°C-10°C) =  5.750 kWh

von J.-u. G. (juwe)


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Werner S. schrieb:
> Ich bin von einer mittleren Warmwassertemperatur von 60°C und einer
> mittleren Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen

Woher stammen diese Annahmen? Messungen?

> 2,5 kWh/(m³K) * 46m³ *(60°C-10°C) =  5.750 kWh

Dieser Formel liegt ein angenommener Wirkungsgrad für die 
Warmwasseraufbereitung von knapp 47% zugrunde. Kai hat bereits 
geschrieben, dass moderne Anlagen in der Beziehung wesentlich besser 
sind.

von Werner S. (werner46)


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J.-u. G. schrieb:
> Werner S. schrieb:
>> Ich bin von einer mittleren Warmwassertemperatur von 60°C und einer
>> mittleren Kaltwassertemperatur von 10°C ausgegangen
>
> Woher stammen diese Annahmen? Messungen?
>
>> 2,5 kWh/(m³K) * 46m³ *(60°C-10°C) =  5.750 kWh
>
> Dieser Formel liegt ein angenommener Wirkungsgrad für die
> Warmwasseraufbereitung von knapp 47% zugrunde. Kai hat bereits
> geschrieben, dass moderne Anlagen in der Beziehung wesentlich besser
> sind.

Nein, bei meinen Annahmen handelt es sich wirklich um Annahmen, bzw. um 
Richtwerte, die ich in Kommentaren zur heizkostenverordnung gefunden 
habe.
Unsere Anlage ist 5 Jahre alt. Würde mich natürlich freuen, wenn deren 
Wirkungsgrad schon so gut ist und die Lösung für beim Problem wäre.

von Timm T. (Gast)


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Werner S. schrieb:
>>> 2,5 kWh/(m³K) * 46m³ *(60°C-10°C) =  5.750 kWh
> Nein, bei meinen Annahmen handelt es sich wirklich um Annahmen, bzw. um
> Richtwerte, die ich in Kommentaren zur heizkostenverordnung gefunden
> habe.

Dann würd ich an Deiner Stelle mal die Physik verklagen, weil sie sich 
nicht an die Heizkostenverordnung hält.

Um 46m³ Wasser um 50K zu erwärmen, sind erstmal

Q = m x cw x dt = V x rho x cw x dt
Q = 46000L x 0,998kg/L x 4186 J/kgK x 50K
Q = 9.6GJ
Q = 2670kWh nötig

Wenn die Heizkostenverordnung dafür nur einen Wirkungsgrad von 50% 
annimmt - ihr Problem.

von J.-u. G. (juwe)


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Timm T. schrieb:
> Wenn die Heizkostenverordnung dafür nur einen Wirkungsgrad von 50%
> annimmt - ihr Problem.

Vor allem ein Problem derjenigen, welchen auf Grundlage dieser 
Verordnung ihre Energiekosten berechnet werden.

von Kai S. (kai1986)


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Timm T. schrieb:
> Dann würd ich an Deiner Stelle mal die Physik verklagen, weil sie sich
> nicht an die Heizkostenverordnung hält.

Timm T. schrieb:
> Wenn die Heizkostenverordnung dafür nur einen Wirkungsgrad von 50%
> annimmt - ihr Problem.

An der Stelle liegt sowohl die Physik als auch die Heizkostenverordnung 
richtig. Die Heizkostenverordnung denkt nur etwas weiter bzw. beruht auf 
Erfahrungswerten. Zu der Wärmemenge zur Erwärmung des Wassers kommt noch 
die Wärmemenge, die zur Bereithaltung benötigt wird hinzu. Das sind die 
Wärmeverluste des Boilers und der Leitungen, die nach Verordnung mit 
einer Zirkulationsleitung auf Temperatur gehalten werden müssen. In nem 
Zweifamilienhaus kommen da schnell 6 kWh pro Tag rein für die 
Bereithaltung zustande. Mit einer etwas niedrigeren Energiemenge für die 
Warmwasserbereitung und den üblichen 110% Wirkungsgrad von 
Brennwertkesseln sind die Daten in sich konsistent.

Gruß Kai

von Da D. (dieter)


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Frage: Habt ihr wirklich "Wärmemengenzähler" für die Heizungen? Oder 
habt ihr nur Schätzeisen, aka "Heizkostenverteiler"?

Wenn es Heizkostenverteiler sind kann das auch noch eine große 
Abweichung zwischen Messung und Realität erklären.

von Claus M. (energy)


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Kai S. schrieb:
> Vom
> Gasversorger wird nämlich die Energiemenge nach dem Heizwert abgerechnet
> (Wieviel Energie wird frei, wenn es einfach verbrannt wird).

Nö, Gasversorger rechnen immer nach Brennwert ab. Soll ja nach möglichst 
viel aussehen, was du für dein Geld bekommst.

von Claus M. (energy)


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Da D. schrieb:
> Frage: Habt ihr wirklich "Wärmemengenzähler" für die Heizungen? Oder
> habt ihr nur Schätzeisen, aka "Heizkostenverteiler"?

Wird er wohl haben, sonst hätte er keine Angabe in kwh.

P.S.: Der Verbrauch ist sehr gut für ein 2-Familienhaus. Wieviel qm 
insgesamt?

von Uhu U. (uhu)


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Kai S. schrieb:
> Gasbrennwertkessel haben einen "Wirkungsgrad" von über 100%. Vom
> Gasversorger wird nämlich die Energiemenge nach dem Heizwert abgerechnet
> (Wieviel Energie wird frei, wenn es einfach verbrannt wird). Ein
> Brennwertkessel kondensiert aber das Wasser im Abgas wieder aus und
> nutzt diese Energiemenge auch.

Schön wärs...

Du bringst da einiges durcheinander: Brennwertkessel haben einen 
Wirkungsgrad < 100%, du verwechselst das mit der Wärmepumpe. Und die 
Energieversorger rechnen die gelieferte Energiemenge ab, nicht das, was 
übrig bleibt, wenn man das Gas verbrannt hat.

von Claus M. (energy)


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Uhu U. schrieb:
> Schön wärs...
>
> Du bringst da einiges durcheinander: Brennwertkessel haben einen
> Wirkungsgrad < 100%, du verwechselst das mit der Wärmepumpe.

Nein, verwechselt er nicht. Weil Hersteller von Brennwertkesseln bei der 
Angabe des Wirkungsgrades sich auf den Heizwert und nicht den Brennwert 
beziehen kommen wirklich Wirkungsgrade >100% raus. Ist natürlich 
Blödsinn, ist aber so.

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Du bringst da einiges durcheinander: Brennwertkessel haben einen
> Wirkungsgrad < 100%,

Nein, er hat recht. Die korrekte Wirkungsgradrechnung des genutzten 
Prozesses müsste zwar auf dem Brennwert des Brennstoffs basieren. Die 
branchenübliche Wirkungsgradrechnung zwecks Vergleichbarkeit der 
Anlagen mit Prozessen von vor 100 Jahren basiert aber auf dem geringeren 
Heizwert, der keine Kondensationsenergie enthält.

Rechnerisch kommt man damit auf über 100%, aber das ist natürlich eine 
Milchmädchenrechnung. Sowas stört Grundlagenwissenschaftler und 
Branchenfremde, die HLK-Ings sehen das jedoch gelassener. Er hatte 
deshalb den "Wirkungsgrad" extra mit Gänsefüsschen verziert.

von Timm T. (Gast)


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Kai S. schrieb:
> Die Heizkostenverordnung denkt nur etwas weiter bzw. beruht auf
> Erfahrungswerten.

Die HKV nimmt einfach dämliche und nach unten gerechnete 
Durchschnittswerte.

Wenn ich bei einer Boilerlösung mit Zirkulation 50% 
Bereitsstellungsverluste hätte, würde ich mir mal Gedanken über die 
Leitungsisolierung und über eine intelligente Steuerung der 
Zirkulationspumpe machen.

Meine Omma hatte schon 1980 einen Gas-Durchlauferhitzer. 
Bereitstellungsverlust war das kleine Zündflämmchen, welches immer 
brannte.

Ohne Angabe des Anlagenaufbaus ist die HKV nur ein absolut grober 
Schätzwert.

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