Hi Leute,
wie der Betreff es schon sagt, suche ich eine Speicherdrossel für einen
LC Filter mit den folgenden Daten:
Spitzenstrom = 10A
Schaltfrequenz = 200kHz
Benötigte Induktivität bei 10A = 200uH
Ich würde gerne eine fertige Lösung wählen, da die Drossel nur als
Mittel zum Zweck dient.
Bei den gewöhnlichen Herstellern wie Coilcraft und Würth werde ich
leider nicht fündig, es sei denn ich bin blind :(
Kennt jemand eine andere Quelle, die ich bezüglich meines Anliegens
beziehen kann?
Vielen Dank,
Alex
Hi,
und vielen Dank an euch alle.
ArnoR schrieb:> http://www.fastrongroup.com/series/81/findProducts
Die Drossel sieht sehr interessant aus, aber eine Frage hätte ich noch:
Das Material ist Iron Dust, und meiner Recherche nach sind Pulverkerne
sehr verlustbehaftet, sobald man in höhere Schaltfrequenzen geht. Weißt
du, ob 200kHz bereits zu viel sein könnten, wenn man von einem 20%igen
(+-1A Ripple bei 10A) Rippel ausgeht?
Ansonsten hätte ich an einen Ferritkern gedacht - kann die Verluste
zwischen Ferrit und Pulverkern allerdings schwer abschätzen (DC Kupfer
vs. AC Kupfer vs. Kernverluste)
Vielen Dank,
Alex
Alex schrieb:> Weißt> du, ob 200kHz bereits zu viel sein könnten, wenn man von einem 20%igen> (+-1A Ripple bei 10A) Rippel ausgeht?
Ich weiß auch nicht welche Kernmaterialien da verbaut werden. Aber mit
Drahtdurchmesser, Wicklungswiderstand und Kernmaßen (Amidon-Tabelle)
kann man die Windungszahl berechenen und damit den AL-Wert bzw. µ, und
so auf das Material schließen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pulverkern#Eisenpulverkernehttp://www.amidon.de/contents/de/d491.html
Alex schrieb:> meiner Recherche nach sind Pulverkerne> sehr verlustbehaftet, sobald man in höhere Schaltfrequenzen geht. Weißt> du, ob 200kHz bereits zu viel sein könnten, wenn man von einem 20%igen> (+-1A Ripple bei 10A) Rippel ausgeht?>> Ansonsten hätte ich an einen Ferritkern gedacht - kann die Verluste> zwischen Ferrit und Pulverkern allerdings schwer abschätzen (DC Kupfer> vs. AC Kupfer vs. Kernverluste)
200kHz / DeltaI +-1A zuviel? Das kommt auf Deine Wünsche bezüglich
Verlusten an. Zuviel (thermisch) für die Drossel selbst ist das wohl
kaum, aber natürlich sind Ferritkerne allgemein viel effizienter bei
höheren Frequenzen.
Da kommt´s auf mehreres an: Geht es um´s Volumen? Eisenpulver ergibt
allgemein kleinere Bauform. Aber je kleiner man das will, um so
wichtiger wird die Anbindung an den Kühlkörper. Oder willst Du möglichst
wenig Verluste? Dann wären Ferrite die Wahl.
Selbst wickeln ist übrigens schon eine gute Idee, vor allem bei der
Verwendung von Ferrit: Man kann HF-Litze benutzen, auch, weil man mehr
andere Kernformen zur Auswahl hat. Das senkt die Verluste weiter, und
man findet trotz des höheren Volumens oftmals eine gut in beengtere
Verhältnisse zu integrierende Kernform. Mal ganz davon abgesehen, daß
man bei einer selbstgewickelten Drossel auch die Wicklung an die
Bedürfnisse anpassen kann.
Nachtrag: Bei Pulverkernen ist der Übergang zur Sättigung "weicher" -
denn sie haben statt eines einzelnen Luftspaltes überall im Material
kleinste Zwischenräume, das kann man nutzen, um im niedrigen Lastbereich
den (Strom-)lückenden Betrieb zu vermeiden.
Siehst Du - ein Roman. Alles hat immer Vor- und Nachteile. Deshalb heißt
es immer, man soll auch bei scheinbar simpelsten Fragen die ganzen
Spezifikationen dazuschreiben... ;-)
MfG
> Die ist für 6A bei 10kHz spezifiziert. Bei 200kHz liegt der ESR schon in> der Gegend von 40Ohm - als Anhaltspunkt, was du an Verlusten erwarten> darfst.
Mag ja korrekt sein, aber diese Spule hat 0,4mH bei 6.3A
Geht das jetzt hier um Entstördrosseln oder Speicherdrosseln
als Ripplefilter?
Der TO schrieb was von 200kHz Taktfrequenz, dann denke ich eher an
Ripplefilter.
Oder habe ich jetzt den ganzen Thread falsch verstanden?
Thomas B. schrieb:> Mag ja korrekt sein, aber diese Spule hat 0,4mH bei 6.3A
Und? der TO sucht 0,2mH bei 10A. Diesen genauen Wert hatte ich leider
nicht in der Bastelkiste.
Alex hat in Beitrag "Re: Fertige AC Spule gesucht, 10A, 200kHz, 200uH"
gefragt, ob der von Arno vorgeschlagene Eisenpuverkern bei 200kHz nicht
zu viele Verluste macht. Genau darauf dient meine Messung als Antwort.
Thomas B. schrieb:> Der TO schrieb was von 200kHz Taktfrequenz, dann denke ich eher an> Ripplefilter.
Ich auch. Dich hat der Begriff "ESR" daran zweifeln lassen, vermute ich.
Hi Leute,
vielen Dank für eure Beiträge und sorry, dass ich die Tage abwesend war.
Nun möchte ich gerne auf eure Beiträge näher eingehen:
Alfred B. schrieb:> 200kHz / DeltaI +-1A zuviel? Das kommt auf Deine Wünsche bezüglich> Verlusten an. Zuviel (thermisch) für die Drossel selbst ist das wohl> kaum, aber natürlich sind Ferritkerne allgemein viel effizienter bei> höheren Frequenzen.
"Zu viel" ist natürlich relativ und persönlich. Ein Bekannter von mir
arbeitet mit einem Wechselrichter, der einen KoolMu Kern für sein LC
Filter verwendet - Schaltfrequenz beträgt 50kHz. Seiner Berechnung nach
tragen die Kernverluste maßgebend zu den Gesamtverlusten im Filter dazu
bei. Auch lese ich aus App Notes, dass Pulverkerne eine kostenattraktive
Lösung sind, allerdings größere Kernverluste aufweisen als z.B. Ferrite.
Wie stark sich die Kernverluste bei +-1A Rippel bei 10A Spitzenstrom auf
die Gesamtverluste auswirken, kann ich aufgrund mangelnder Erfahrung
nicht beantworten.
> Da kommt´s auf mehreres an: Geht es um´s Volumen? Eisenpulver ergibt> allgemein kleinere Bauform. Aber je kleiner man das will, um so> wichtiger wird die Anbindung an den Kühlkörper. Oder willst Du möglichst> wenig Verluste? Dann wären Ferrite die Wahl.
Idealerweise möglichst wenige Verluste, um einen höhen
Gesamtwirkungsgrad zu haben.
> Selbst wickeln ist übrigens schon eine gute Idee, vor allem bei der> Verwendung von Ferrit: Man kann HF-Litze benutzen, auch, weil man mehr> andere Kernformen zur Auswahl hat. Das senkt die Verluste weiter, und> man findet trotz des höheren Volumens oftmals eine gut in beengtere> Verhältnisse zu integrierende Kernform. Mal ganz davon abgesehen, daß> man bei einer selbstgewickelten Drossel auch die Wicklung an die> Bedürfnisse anpassen kann.
Das stimmt. Und grundsätzlich hätte ich auch Lust, eine Drossel selbst
zu wickeln. Allerdings würde ich im ersten Schritt aus Zeitgründen auf
eine fertige Lösung ausweichen.
> Siehst Du - ein Roman. Alles hat immer Vor- und Nachteile. Deshalb heißt> es immer, man soll auch bei scheinbar simpelsten Fragen die ganzen> Spezifikationen dazuschreiben... ;-)
Okay, hier die ganzen Spezifikationen:
Ein dreiphasiger Wechselrichter, 230V/50Jz und 1.5kW am Ausgang. Bei
sowohl 16kHz und 32kHz Schaltfrequenz läuft alles wunderbar. Jetzt geht
es darum, die Leistungshalbleiter mit 200kHz zu takten, und zu
verifizieren, dass sie selbst bei diesen (hohen) Schaltfrequenzen nicht
zu heiß werden. Bei 200kHz kann das LC Filter natürlich wesentlich
kleiner ausgelegt werden - meiner Berechnung nach eben 200uH, die ich
suche.
Achim S. schrieb:> die Frage ist zwar schon ein paar Tage alt, aber vielleicht schaut Alex> ja doch nochmal rein. Ich hab noch eine ähnliche Eisenpulver-Spule in> meiner Bastelkiste gefunden und mal über die Frequenz vermessen.> (x-Achse ist Frequenz in kHz.)>> konkret geht es um diese Spule hier:> https://www.buerklin.com/default.asp?event=ShowArt...)>> Die ist für 6A bei 10kHz spezifiziert. Bei 200kHz liegt der ESR schon in> der Gegend von 40Ohm - als Anhaltspunkt, was du an Verlusten erwarten> darfst.
Vielen Dank für deinen Beitrag und das Teilen deiner Ergebnisse. Ich
nehme an, dass du die Spule mit einem Impedanz-Analyzer vermessen hast?
Wäre interessant zu erörtern, was genau die Messung aussagt (nicht, dass
ich deine Ergebnisse in Frage stellen möchte, aber bezieht sich ESR auf
Kernverluste oder die AC Verluste, die mit dem Quadrat des AC-Anteil des
Stromes multipliziert werden?).
Falls letzteres zutrifft, sind die 40Ohm grundsätzlich nicht slimm, weil
nur der AC Anteil des Stromes mit den 40Ohm verrechnet wird. Ne FFT hat
ergeben, dass der AC Anteil des Stromes lediglich 0.2A beträgt. Insofern
wäre das locker verkraftbar.
Ich finde die von dir vorgeschlagene Drossel ziemlich interessant,
sofern meine obige Argumentation gültig ist. Single layer Toroids
gefallen mir gut, damit die AC Kupferverluste niedrig bleiben.
Thomas B. schrieb:> Geht das jetzt hier um Entstördrosseln oder Speicherdrosseln> als Ripplefilter?> Der TO schrieb was von 200kHz Taktfrequenz, dann denke ich eher an> Ripplefilter.
Es geht um eine Speicherdrossel als Rippelfilter.
> Oder habe ich jetzt den ganzen Thread falsch verstanden?
Sorry, falls ich mich zu ungenau ausgedrückt habe. Ich werde versuchen,
in Zukunft klarer zu schreiben.
Gruß,
Alex
Alex schrieb:> Ich> nehme an, dass du die Spule mit einem Impedanz-Analyzer vermessen hast?
sowas in der Art.
Alex schrieb:> aber bezieht sich ESR auf> Kernverluste oder die AC Verluste, die mit dem Quadrat des AC-Anteil des> Stromes multipliziert werden?).
Es ist der Realteil des komplexen Widerstands bei der jeweiligen
Frequenz. Wie sich sich der Wirkwiderstand in Kupfer- und Kernverluste
aufteilt sieht man dem gemessenen Z nicht an. Aber aufgrund der
Impedanz bei niedrigeren Frequenzen würde ich mal darauf tippen, dass
die Verlustleistung der 200kHz-Komponente im wesentlichen den
Eisenpulverkern betrifft.
Und ja: du musst die 40Ohm mit dem Quadrat von I_rms des Ripples
multiplizieren, um die Verlustleistung zu erhalten. (Plus die 10A
mittlerem Strom zu Quadrat am DC-Widerstand).
Bei Eisenpulverkernen überwiegen bei 200kHz die Kernverluste. Als
Speicherdrosseln habe ich die früher in solchen Anwendungen regelmäßig
zum Kochen gebracht - und es waren definitiv die Kerne - nicht die
Wicklungen.
Als Entstörer prima - als Speicher Fehlanzeige.
just my 2c!