Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Fehler beim Oszilloskop Tektronix TDS420


von Kai S. (luxell)


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Hallo,

habe von einem Freund ein etwas älteres Oszilloskop (Tektronix TDS420) 
bekommen. Leider funktioniert es nicht mehr so richtig. Beim Einschalten 
wird automatisch ein Selbsttest durchgeführt. Dabei werden zwei Fehler 
angezeigt, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Scheinbar muss ein defekt 
beim Acquisition Board und beim Attenuator Board vorliegen. Zwar kann 
ich weiterhin noch Signale messen. Aber richtig getriggert bekomme ich 
es nicht. Ein weiteres Problem ist, dass die ganze Zeit ein Warnton am 
Pfeifen ist, was unglaublich nervig ist.
Nun die Frage: Hatte jemand vielleicht das gleiche Problem bzw. weiß 
woran es genau liegen könnte? Bei meiner Recherche im Internet wird im 
mehreren Foren über defekte, ausgelaufene oder zerstörte Kondensatoren 
gesprochen. Ein erster Sichttest konnte dies aber nicht bestätigen. Wie 
sieht es eigentlich mit den internen Batterien aus? Könnten die nicht 
auch eventuell leer sein?
Da ich bisher in Oszilloskope-Reparieren noch keine Erfahrung habe, 
wollte ich außerdem Fragen, wie ich da am besten vorgehen sollte. Nicht 
das ich noch mehr Schaden anrichte. Über Tipps wäre ich da sehr dankbar.
Oder lohnt sich eine Fehlersuche und die Reparatur bei so einem "alten" 
Schätzen nicht mehr?
LG

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Kai S. schrieb:
> Da ich bisher in Oszilloskope-Reparieren noch keine Erfahrung habe,
> wollte ich außerdem Fragen, wie ich da am besten vorgehen sollte. Nicht
> das ich noch mehr Schaden anrichte. Über Tipps wäre ich da sehr dankbar.

Den besten Tipp gibt dir das Skope doch schon selbst:
"Consult Service Manual for fault Isolation"

Versuche das entsprechende Service Manual zu bekommen (mit hoher 
Wahrscheinlichkeit im Netz irgendwo aufzufinden).
In diesen sind oft Ablaufdiagramme angegeben die man abarbeiten kann um 
so den FEhler noch weiter einzugrenzen.

Ohne Service Manual ist es hingegen ein stochern im Nebel!
Da kann man höchstens ein paar sehr bekannte Schwachstellen abarbeiten.
Also mal schauen wie di eversorgungsspannungen aussehen. (Falls 
auffindbar: Stimmen die Werte, falls keine Angaben zu finden sind: sind 
diese Stabil oder am zittern... z.B. weil Stützkondensatoren taub sind.)

Ausserdem ist dieses Gerät eines aus dem berüchtigten ZEitalter der 
besonders häufig "versagenden" SMD Elkos. Teilweise sogar massiv 
auslaufend (und dabei Leiterbahnen zerstörend).
Diese könnte man auch noch überprüfen.
Aber über dieses beiden Universalratschläge hinaus kann man wohl nur mit 
dem Service Manual wirklich weiterkommen. (Wobei die beiden oben 
genannten Punkte schon eine MEnge bekannter Defekte betreffen)

> Oder lohnt sich eine Fehlersuche und die Reparatur bei so einem "alten"
> Schätzen nicht mehr?
Das kommt darauf an...

Ist es Hobby und du rechnenst deine ZEit nicht, hast vielleicht sogar 
spass daran, dann lohnt es sich auf jeden Fall so lange du keine teuren 
Ersatzteile wie diverse ASICs kaufen musst.

ISt es für dich aber eher müßig oder muss man sogar ordentlich geld in 
die HAnd nehmen um das Ding zu reparieren (reparieren zu lassen), dann 
lieber mit angabe des Defektes bei Ebay reinstellen, noch einiges Euros 
kassieren und das Geld in etwas moderneres investieren.
Es ist halt so das dieses 420 zwar vier Kanäle hat, aber ansonsten jetzt 
nicht so über herausragende Spezifikationen verfügt. (Ein TDS 460 wäre 
da schon eher eine Überlegung wert, 350MHz Analogbandbreite kosten auch 
heute noch richtig Geld)
WEnn man dann noch bedenkt das man nach einer gründlichen Reparatur, 
evtl. unter Entschärfung der sonstigen bekannten Tretminen zwar die 
Chance hat noch ettliche Jahre Spass an dem Gerät zu haben, es aber 
aufgrund des alters auch nicht völlig unwahrscheinlich ist das bald 
wieder ein anderer Defekt auftritt, dann sollte man schnell zu dem 
Schluss kommen das sich das große Reinbuttern hier nicht mehr lohnt!

Gruß
Carsten

P.S.: Es müssen hier nicht zwei unabhängige Fehler vorliegen. Es können 
durchaus auch mehrere Fehlermeldungen auf einen einzigen Fehler 
zurückzuführen sein. Z.B. wenn eine Funktion defekt ist die beim Test 
beider Boards benötigt wird, oder aber vor allem wenn der ganz 
klassische Fehler mit instabilen Versorgungsspannungen vorliegt.

von Uwe B. (Firma: TU Darmstadt) (uwebonnes)


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Der Fehler deutet auf einen Fehler in der Eingangsstufe (_ATT_enuator) 
und den ADCs (_AQU_ire) hin.

von Kai S. (luxell)


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Danke euch beiden für eure Antwort. Ich werde mal schauen ob ich mit dem 
Service Manual weiter komme bzw. die Eingangsstufen oder die ADCs 
überprüfe. Sollte ich schnell einen Fehler finden, versuche ich es zu 
reparieren. Wenn nicht, wird es bald bei Ebay sein.

von Soul E. (Gast)


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Carsten S. schrieb:

> Versuche das entsprechende Service Manual zu bekommen (mit hoher
> Wahrscheinlichkeit im Netz irgendwo aufzufinden).

Oder bei Tek. Da ist aber nur Level 2 Service beschrieben, d.h. 
Baugruppentausch. So wie früher Bauteile austauschen und auf 
Leiterplatten messen ist nicht mehr.

Fehlerquelle Nummer Eins bei den Kisten sind ausgelaufene SMD-Elkos und 
daraus resultierende Korrosionsschäden.

Bau das Ding auseinander und guck dir die kleinen Alubecher an. Halt mal 
die Nase drüber, wenn es nach Essig riecht, kleine Pfützen drunter sind 
oder die Leiterbahnen mit schwarzen Flecken oder grünen Kristallen 
verziert sind, liegt's daran.


Einmal alle Elkos tauschen dauert seine Zeit, im Nezt findet man aber 
genug Leute die das durchgezogen haben. Als kurzfristige Maßnahme hilft 
auch ein Gang durch die Spülmaschine. Gerade beim ACQ-Board mit seinen 
Relais, Abschwächern und Keramik-Hybriden geht das aber nicht, nur bei 
den CPU-Platinen!

von Kai S. (luxell)


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So. Endlich konnte ich wieder etwas Zeit der Problemsuche vom 
Oszilloskop widmen. Und siehe da. Die ersten Probleme wurden gefunden. 
Scheinbar handelt es sich um die typische Problemursache. Und zwar, dass 
die Elkos auslaufen. Wie auf den Bild hoffentlich zu erkennen ist, ist 
das IC 139 (TL074C) durgeschmort und eine Leitung zum Transistor 
aufgebrochen. Auch sind viele Lötstellen matt, die sich in der Nähe der 
Kondensatoren befinden. Scheinbar durch die Flüssigkeit der 
ausgelaufenen Kondensatoren. Ich würde jetzt wie folgt vorgehen. Das 
Oszi komplett auseinander schrauben. Schauen ob sonst keine größeren 
Fehler zu erkennen sind. Die Platinen reinigen. Da bin ich mir noch 
unsicher, ob ich sie per Hand oder per Spülmaschine reinigen soll. Dann 
alle Elkos, das IC und den Transistor tauschen. Und alle matten 
Lötstellen nochmal verlöten. Sollte ich bei dieser Vorgehensweise noch 
was beachten?
Da die Leiterbahn ziemlich nah am Transistor kaputt gegangen ist, will 
ich diesen zur Sicherheit auch tauschen. Weiß einer vielleicht um was 
für ein Transistor es sich handeln könnte? Leider kann ich seine 
Beschriftung nicht genau erkennen. Es könnte 2AB oder 2AR lauten. Mit 
dieser Beschriftung kann ich aber keinen Transistor finden.
Danke für eure Hilfe.

von Markus K. (Firma: Companion 41) (markus5000)


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Hi

schau dir hier mal die Reparaturberichte der TDS Geräte an. Da gibts 
einiges zu lesen, was so alles nach dem C-Harakiri mit in den Tod 
gerissen wird. Die Seite ist eine gute Inspirationsquelle :)

http://www.amplifier.cd/Test_Equipment/Messtechnik_Test_Equipment.htm

von Michael R. (michara)


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Hallo, peinlich alles reinigen! Ich lege die Platinen (bis auf die 
Attenuator Platine) immer in den Geschirrspüler...danach nochmals genau 
schauen ob Leiterzüge durch auslaufendes Elektrolyt zerstört wurden. 
Alle SMD Elkos tauschen. Die TDS4XX besitzen auch einen RS232 Port auf 
der CPU-Karte, hier sieht man detaillierte Infos beim booten und über 
den Selbst-Test.

Micha

von DJ5LY (Gast)


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Hatte vor einiger Zeit einen Kandidaten mit denselben Symptomen. Mir 
schien es zu gewagtt, die Leiterplatten in die Spülmaschine zu stellen, 
deshalb habe ich sie von Hand mit einer Zahnbürste gereinigt, nachdem 
ich zuvor alle Elkos ausgelötet habe: erster Gang mit destilliertem 
Wasser und Geschirrspülmittel, zweiter Gang mit destilliertem Wasser aus 
einer Spritzflasche, dritter Gang mit Isopropanol, ebenfalls aus der 
Spritzflasche (um die Wasserreste zu verdrängen). Danach eine Nacht bei 
80°C im Backofen trocknen und anschließend neue Elkos bestücken. Danach 
waren Warnton und Fehlermeldungen weg. Wenn man Pech hat, hat 
ausgelaufenes Elektrolyt weitere Bauteile korrodiert, die dann ebenfalls 
ersetzt werden müssen.

Übrigens sind nicht nur die beiden von der Chassisunterseite her zu 
erreichenden Leiterplatten fällig: auch das Bedienfeld hinter der 
Frontplatte ist mit diesen Elkos bestückt, und auf dem CPU-Board ist 
auch einer.

Wo das Gerät gerade zerlegt ist, solltest Du noch einen Blick auf das 
Netzteil werfen (A25 LVPS - ein Zukaufteil mit der Bezeichnung PS1690).
Hier ist ein Foto zu sehen: 
http://obrazki.elektroda.net/22_1256479063.jpg

Das Bauteil in der unteren rechten Ecke ist der automatische Umschalter 
für den Weitbereichseingang; in meinem Gerät war er defekt mit der 
Folge, daß die gleichgerichtete Primärkreisspannung viel zu hoch war. Im 
Fehlerfall kann man das Teil ausbauen und das Netzteil fest für 230V 
Netzspannung verschalten).

Zwischen den beiden großen Elkos steht der Emitterwiderstand des 
primärseitigen Schalttransistors. Falls er weiß und viereckig ist, 
solltest Du ihn ersetzen: diese Bauform neigt offenbar dazu, spontan 
hochohmig zu werden, mit der Folge, daß der Strom sich stattdessen 
seinen Weg durch das grüne Hybridmodul sucht und es dabei zerstört. Für 
dieses Modul ist kein Ersatz zu finden, und ein Nachbaunetzteil wäre 
auch kein Schnäppchen...

Viel Erfolg bei der Reparatur!

von Kai S. (luxell)


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Vielen danke für eure Lösungen und Vorschläge. Dann schaue ich mal, dass 
ich sobald wie möglich es auch in die Tat umsetze. Muss nur noch die 
nötige Zeit und Nerven dafür aufbringen. :D

von JO (Gast)


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Hallo,

Ich habe ein Tektronix TDS410 bei dem das üblich elko Problem
aufgetreten ist.

Ich habe alle Elkos entfernt und noch ein paar C dazu, um alles
ordentlich zu reinigen.

Jetzt meine Frage, ein C (siehe Bild)ist auf dem ACQ_Board zerstört,
kann jemand für mich an einem intakten Board mal messen was das für ein
C ist?

Danke und Grüße

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