Wellenwiderstand / Kabelseele

Gast #4440521
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo

Ich habe hier ein Kabel gekauft.
www.lappkabel.de/produkte/online-kataloge-shop/datenuebertragungssysteme 
/datenleitungen-niederfrequenz/din-farbcode/unitronic-liyy.html

Zwei Fragen hätte ich dazu:

1. Der Wellenwiderstand ist nicht direkt angegeben, wohl aber die 
Beläge. Ausgerechnet habe ich ~75 Ohm. Seht ihr das auch so? 120nF und 
650nH.

2. Angegeben sind 6 Adern, aber beim Aufschneiden habe ich 7 Mäntel 
gefunden. Der Mittlere enthält eine ganz dünne, weisse Kunststofffaser. 
Sie besteht auch sehr vielen kleinen extrem dünnen Fäden. Ist auch 
federleicht. Weiss jemand, was das sein soll? Für eine Zugentlastung ist 
die imho viel zu dünn. Geschätzt nur halb so dünn wie die 0.25mm² 
Litzen.
#4440541
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Jörg,

die Angabe eines Wellenwiderstandes macht nur Sinn wenn zwischen den 
Adern ein klarer Bezug möglich ist. Beispiel Koaxialkabel oder paarweise 
verdrillte Leitungen wie bei LAN-Kabel u.s.w.

Habe nur das Bild gesehen. Die Leitungen sind miteinander in einem 
Bündel verdrillt und damit gibt es mehere Nachbarleitungen zu denen eine 
gleiche Verkopplung besteht. Der angegebene Kapazitätsbelag ist 
möglicherweise die Summe zu allen benachbarten Leitungen. Die müssten 
dann alle auf Masse liegen um zum gewünschten Wellenwiderstand zu 
kommen.

Aus den angegebenen Werten kann man eventuell ableiten wie lange es 
dauert bis ein Signal eingeschwungen ist oder wie stark die Verkoppung 
zu den Nachbarleitungen ist. Für den Wellenwiderstand würde ich das eher 
nicht heranziehen.

Gruß, Thomas.
Gast #4440566
Lesenswert?
• ▲
▼
Achim H. schrieb:
> Ist denn der Wellenwiderstand bei einer "Datenleitung für
> niederfrequente Anwendungen" überhaupt relevant?

Umgekehrt: das Kabel hat keinen definierten Wellenwiderstand (wie schon 
von Thomas beschrieben), u.a. daher ist es für höhere Frequenzen nicht 
geeignet.

Georg
#4440597
Lesenswert?
• ▲
▼
Das mit dem Wellenwiderstand gilt im Prinzip für alle Frequenzen. Ob es 
relevant ist hängt eher mit dem Verhältnis Kabellänge und Frequenz 
zusammen.

Als man noch analoge Telefonie betrieb wurde am Ende auch auf den 
Wellenwiderstand der Leitung angepasst und das bei Frequenzen bis 
3,4kHz. Sonst würde eine Gabelschaltung (siehe Wikipedia) zur Trennung 
der Richtungen nicht funktionieren.

Für Anwendungen bei der der Wellenwiderstand im Design verwendet wird 
ist das Kabel oben eher wenig geeignet. Bei solchen Kabeln geht man eher 
ohne Anpassung über die Einschwingzeit der Signale an das Problem ran.

Antwort schreiben

Eine eigene Frage? Dieser Thread ist über 10 Jahre alt. Stell sie in einem eigenen Thread – dort lesen mehr Leute mit, und sie wird öfter und schneller beantwortet.

Neuen Thread starten

Eine Lösung, Ergänzung oder Rückmeldung zu diesem Thread? Dann antworte hier.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.