Forum: Offtopic Was ist das für ein Motor?


von Peter M. (dx193)


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Hi Alle,

ich hab diesen Motor aus einem Brotbackautomaten ausgebaut. Dort drin 
dreht er mit einer Untersetzung ca. 100 U/min. Wie auf den Bildern zu 
sehen, hat er nur 3 Anschlusskabel.

1) Wie schließe ich den an?
2) Was kann ich bezüglich der Drehzahl erwarten?

Der Motor war an einer Steuerplatine angeschlossen. Wird die Drehzahl 
durch die Platine gesteuert (nur 3 Anschlüsse), oder wird er am 220V 
Netz mit einer konstanten Drehzahl laufen?

MfG

von Icke ®. (49636b65)


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Kann man so pauschal nicht sagen. Es könnte ein Drehstrommotor sein, der 
mit Hilfs- oder Betriebskondensaor am Einphasennetz läuft. Ein Bild der 
Platine wäre hilfreich.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Das erste Bild nochmal aus etwas anderer Perspektive. Kann man, wenn man 
durch die Lüftungsschlitze sieht, einen Kommutator und Bürsten/Kohlen 
sehen?

von Bernd G. (Gast)


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Die Ständerwicklung scheint fast die gesamte axiale Dimension 
einzunehmen.
Da ist kein Platz mehr für Kommutator und Bürsten.

von Jens G. (jensig)


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>ich hab diesen Motor aus einem Brotbackautomaten ausgebaut. Dort drin
>dreht er mit einer Untersetzung ca. 100 U/min. Wie auf den Bildern zu
>sehen, hat er nur 3 Anschlusskabel.

1) Wie schließe ich den an?

das sollte Dir der Brotbackautomat sagen können, aus dem Du den Motor 
ausgebaut hast. Also mal Leitungen verfolgen ...

2) Was kann ich bezüglich der Drehzahl erwarten?

Ergibt sich aus den Durchmessern beider Zahnriemenscheiben, wenn Du 
schon weist, daß da nach der Untersetzung was mit 100U/min dreht ...

von Sinus T. (micha_micha)


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Erste einfache Mesung: wenn du einen Durchgangsprüfer/Ohmmeter o.ä. 
hast, miss einmal, ob irgeneiner der 3 Drähte mit dem Gehäuse verbunden 
ist. Wenn ja, ist das der Schutzleiter und an die anderen beiden kommt 
dann der Saft. Wenn kein Trafo im Automaten drin ist, werden es wohl 
230V sein.

von Peter M. (dx193)


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Hi,
war verhindert und habe erst heute die Antworten gelesen.

1) der Motor hat keine Kohlen oder Anker.

2) Die Platine gibt es leider nicht mehr. Soweit ich mich erinnere, 
waren da Relais drauf, die vllt. die 220V schalten. Es war auch ein 
Kondensator auf der Platine.
3) Keines der Kabel hat Verbindung zum Gehäuse. Wenn ich rot und schwarz 
ans Multimeter anschließe und ihn leicht drehe, entsteht bis 0,3V (oder 
sowas Einstellung 200V Wechslstrom, Anzeige: 0,3)

4) Es ist kein Trafo für den Motor in dem Brotbäcker gewesen.

Ich frage mich wegen der Drehzahl (100U/min  IM Bäcker) ob der Motor 
geregelt sein kann und er, wenn ich ihn direkt an 220V anschließe, 
vielleicht überdreht. Aber eine Regelung mit 1 Kabel erscheint mir dann 
auch nicht möglich.

Was mach ich nun? Ich habe 2 Kabel aus der Steckdose und 3 am Motor. An 
welche Farbe schließe ich die an UND was mach ich mit dem dritten Kabel?

Gibt es eine Idee, wie man so ein Experiment (einfach Kabel dran und 
Strom einschalten) am Besten absichert?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Peter M. schrieb:
> Gibt es eine Idee, wie man so ein Experiment (einfach Kabel dran und
> Strom einschalten) am Besten absichert?

Du betreibst ihn am besten erstmal mit niedrigerer Spannung, z.B. 24V~ 
oder so. Dann sollte er zumindest ein bisschen was tun. Vorher kannst du 
ja nochmal die Widerstände der einzelnen Wicklungen messen und mal 
aufschreiben, was du zwischen den Farben gemessen hast.

Wenn du den Typ des Brotbackers noch weisst, kannst du auch mal nach 
Unterlagen im Netz suchen.

von R. M. (Gast)


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Von aussen ist schon an der Wicklung zu erkennen, das es ein 
Mehrphasenmotor ist. Das es ein Asynchronmotor (Kurzschlussläufer) sein 
muss, ergibt sich daraus, das er beim Drehen, keine nennenswerte 
Spannung abgibt. Also bleiben nur noch 2 Möglichkeiten:
Auf der Leiterplatte war ein (drehstrom) Wechselrichter, oder die 
wahrscheinlichste Variante - 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatormotor
Jetz wäre noch zu klären, wie die beiden Wicklungen liegen. Das lässt 
sich mit 2 Widerstandsmessungen klären, wobei auch erkennbar ist, ob 
beide Wicklungen gleich sind, oder es eine Haupt- und eine Hilfswicklung 
(hochohmiger) gibt. Die grösste Herausforderung ist jetzt noch, die 
Größe des erforderlichen Kondensators. Da diese aber immer ein 
Kompromiss für die jeweilige Lastsituation ist, wäre etwas Probieren 
erforderlich. Idealerweise vergleicht man mit dem Oszi (Achtung: 
Netztrennung!), die Spannung über den Wicklungen, bei annähernd der zu 
erwartenden Last. Phasenverschiebung sollte 90° sein. Ist sie zu klein, 
ist der Kondensator zu groß und umgekehrt.
Aber wie gesagt, auch in der Originaldimensionierung wird es ein 
Kompromiss sein, da die Belastung des Motors im Brotbackautomaten auch 
nicht konstant gewesen sein dürfte.
Würde etwa eine Drehzahl von 1400U/min erwarten und mit einem 
5µF/400V-MKP Kondensator beginnen.

von Dieter B. (debe)


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Das ist ein Einphasen-Kurzschlussläufermotor mit Hilfswicklung.
Mit einem Ohmmeter die Wicklungen messen, Ader gegen Ader. Es ergeben 
sich drei Werte. Beim größten Wert sind beide Wicklungen in Reihe. Die 
jetzt freie Leitung ist Mp. Von Mp aus gemessen die nierderohmigere 
Wicklung kommt an L1. Die andere über einen Kondersator auch an L1.

Gruß debe

von Dieter B. (debe)


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Da bin jetzt wohl zu spät gekommen.
Ich habe zwei solcher Motore aus Backautomaten hier liegen, die scheinen 
mir aber etwas größer zu sein. Da ist ein 4µF 450V~ Kondensator vor der 
Hilfswicklung.

von Peter M. (dx193)


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Dieter B. schrieb:

> Ich habe zwei solcher Motore aus Backautomaten hier liegen ...

Was machst du mit denen?

Also ich würde gerne mit meinem eine Getreidemühle bauen. Die Mahlsteine 
habe ich schon aus Granit hergestellt.
Deshalb benötige ich auch die niedrige Drehzahl.

R.M und debe:
Das mit dem Ausmessen liefere ich bald nach.

von Dieter B. (debe)


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Peter M. schrieb:
> Was machst du mit denen?

Die dürfen sich ausruhen, z.Z. nichts mit im Sinn.

Das Blechpaket des Motors ist 104 x 104 x 24mm.
Die Zahnriemenscheiben haben 16/128 Zähne, also Übersetzung 8:1. Bei 
1400 n/min sind das 3 Umdrehungen/sek. Ist das nicht etwas reichlich für 
eine Getreidemühle?
Der Zahnriemen, ist auch noch vorhanden, hat eine gestreckte Länge von 
ca. 560mm.

debe

von Dieter B. (debe)


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Habe mir den Motor mal vorgenommen. Beide Wicklungen haben ca. 109Ohm.
Dieser Motor ist also für Rechts- und Linkslauf geeignet.

von Paul B. (paul_baumann)


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Dieter B. schrieb:
> Dieser Motor ist also für Rechts- und Linkslauf geeignet.

Muß ja: Im Teig ist ja auch rechts- bzw. linksdrehende Milchsäure 
enthalten.

MfG Paul

von Peter M. (dx193)


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Dieter B. schrieb:
> Habe mir den Motor mal vorgenommen. Beide Wicklungen haben ca. 109Ohm.


Meiner hat: weiß zu rot: 171 Ohm, weiß zu schwarz:87, schwarz zu rot: 84

Es war noch ein Kondensator 4 yF +- 5%, 450V ~DB-C dabei.

Der Brotbäcker dreht ja links und rechtsrum.

Wie schieße ich jetzt an? Brauche nur eine Drehrichtung.
Wie heißen die Bezeichnungen für die drei Kabel?
Vllt. git es ja nen Link, wie der angeschlossen wird?

Danke mal für die bisherigen Antworten.

von Michael S. (mikel_x)


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schwarz an L

zwischen weiß und rot den Kondensator

je nach gewünschter Drehrichtung dann N an weiß oder rot

von Thomas W. (thomas_v2)


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Dieter B. schrieb:
> Habe mir den Motor mal vorgenommen. Beide Wicklungen haben ca. 109Ohm.
> Dieser Motor ist also für Rechts- und Linkslauf geeignet.

Was haben die Widerstände denn mit einer Eignung für die eine oder 
andere Drehrichtung zu tun?
Bei einem Einphasen-Wechselstrommotor mit Arbeits- und Hilfsphase wird 
der Drehsinn getauscht, indem du eine von beiden Wicklungen andersherum 
anschließt.
Geeignet für Rechts- und Linkalauf ist ein Motor bei den nur 3 Enden 
ausgeführt sind schon, es muss allerdings dazu die Wicklung geöffnet 
werden.

von R. M. (Gast)


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> Was haben die Widerstände denn mit einer Eignung für die eine oder
> andere Drehrichtung zu tun?

Wenn der Motor nur 3 Anschlüsse hat, bleibt nur, die beiden Wicklungen 
zu tauschen (die vorher hinter dem Kondensator war, dann direkt und 
umgekehrt).
Wenn die Hilfswicklung schwächer ausgeführt wäre, dann würde sich sich 
jetzt schwer tun. Sowas macht man aber normalerweise nur mit Motoren, 
die nicht unter Vollast anlaufen müssen, z.B. Lüftern und Kreiselpumpen.

von Peter M. (dx193)


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Michael S. schrieb:
> schwarz an L
>
> zwischen weiß und rot den Kondensator
>
> je nach gewünschter Drehrichtung dann N an weiß oder rot

Danke!

von Thomas W. (thomas_v2)


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R. M. schrieb:

> Wenn der Motor nur 3 Anschlüsse hat, bleibt nur, die beiden Wicklungen
> zu tauschen (die vorher hinter dem Kondensator war, dann direkt und
> umgekehrt).
> Wenn die Hilfswicklung schwächer ausgeführt wäre, dann würde sich sich
> jetzt schwer tun. Sowas macht man aber normalerweise nur mit Motoren,
> die nicht unter Vollast anlaufen müssen, z.B. Lüftern und Kreiselpumpen.

Ich habe bisher auch noch keinen Einphasen-Motor gesehen, bei den 
Arbeits- und Hilfsphase die gleiche Wicklung haben. Ich habe fast 10 
Jahre als Elektromaschinenbauer gearbeitet, und dabei auch etliche 
Einphasen-Motoren neu gewickelt. Ich habe allerdings schon die Wicklung 
von Motoren die bisher nur 3 Enden ausgeführt hatten "losgeprokelt" und 
den gemeinsamen Anschluss ausgeführt, um einen Wechsel der Drehrichtung 
möglich zu machen. Bei Billigmotoren ist das meistens nicht schwer, weil 
die Wicklung nur sehr leidlich bandagiert und vergossen ist.

von Asko B. (dg2brs)


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Thomas W. schrieb:
> und dabei auch etliche
> Einphasen-Motoren neu gewickelt. Ich habe allerdings schon die Wicklung
> von Motoren die bisher nur 3 Enden ausgeführt hatten "losgeprokelt" und
> den gemeinsamen Anschluss ausgeführt, um einen Wechsel der Drehrichtung
> möglich zu machen. Bei Billigmotoren ist das meistens nicht schwer, weil
> die Wicklung nur sehr leidlich bandagiert und vergossen ist.

kannst Du evtl. einem Noob wie mir erklaeren wie ich einen
2-poligen Motor in der Drehrichtung umkehre ?

Gruss asko

von Walta S. (walta)


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Also mein Brotbacker dreht nur in eine Richtung.

Walta

von Dieter B. (debe)


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Wenn man an die Wicklung nicht gut dran kommt, läßt sich die 
Drehrichtung  ändern, in dem man den Stator oder den Rotor umdreht. Ist 
bei obigen Motoren sehr leicht möglich. Allerdings nicht im Betrieb!!

debe

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