Hat das schonmal jemand aus Versehen gemacht? Eventuell defektes Gate oder so? Was passiert dabei? Fliesst der Strom dann direkt durch einen anderen Pin nach Masse und nur der uC wird gegrillt, oder legt der uC aus Rache die 30 Volt an all seine Pins, um möglichst viel von der übrigen Schaltung mit sich in den Tod zu reissen?
Der Strom fließt dann über die internen Schutzdioden zum VCC des uCs und versorgt ihn quasi dann mit 30V. Man kann z.B. über einen entsprechend großen Serienwiderstand den Strom begrenzen wenn er dort nicht stört um den Strom der über die Schutzdioden zu begrenzen
Mit anderen Worten, einmal ein 30V 1A Netzteil aus Versehen an einen IO-Pin gesetzt und die ganze Schaltung geht in Rauch auf, da VCC jetzt 30 V führt.
Timmo H. schrieb: > Der Strom fließt dann über die internen Schutzdioden zum VCC des uCs und > versorgt ihn quasi dann mit 30V. Du sprichst über die AVRs bzw. Controller mit Schutzdioden. Gerade 5V tolerante Controller haben diese Schutzdioden nicht. Interne Schutzdioden sind übrigens recht schwach. Sobald ein größerer Strom (mA-Bereich) fließt, brennen sie durch.
avr schrieb: > Interne Schutzdioden sind übrigens recht schwach. Sobald ein größerer > Strom (mA-Bereich) fließt, brennen sie durch. Welch neue Erkenntniss - darum Timmo H. schrieb: > Man kann z.B. über einen entsprechend großen Serienwiderstand den > Strom begrenzen
Moin, Vor vielen Jahren ist mir mal an so einem Typ-30V3A Netzteil, das auf 5V stand und durch die Schaltung vielleicht so mit 500mA belastet wurde, der Leistungstransistor durchlegiert,d.h. da standen dann >30V statt 5V an. Resultat waren Tantalelkos (diese ockergelben SMD-Typen), die leuchteten wie rote Leuchtdioden, nur staerker qualmten dabei und in vielen der Chips Loecher, Risse und abgesprengte Gehaeusepartikel. Da war, nachdem erstmal klar war, dass das Netzteil die Ursache war, auch schnell klar, dass dann an dem angeschlossenen Prototypen wirklich nix mehr zu reparieren war... Gruss WK
avr schrieb: > Du sprichst über die AVRs bzw. Controller mit Schutzdioden. Gerade 5V > tolerante Controller haben diese Schutzdioden nicht. Doch, die haben auch Schutzdioden. Nur sind da noch Z-Dioden in Reihe geschaltet damit sie erst später, also über 5V, anfangen zu leiten. Bei 30V an nem µC wird es vermutlich zum Latchup kommen und der gesamte IC wird niederohmig. Da der IC natürlich auch an Masse angeschlossen ist, liegen nicht dauerhaft 30V an den anderen Pins an, sondern nur der Spannungsabfall zwischen den 30V und Masse. Je nach fließendem Strom kann das aber auch zu viel sein. Und wenn das Masse-Bondwire durchbrennt, sucht sich der Strom halt einen anderen Weg.
Gerd E. schrieb: > Doch, die haben auch Schutzdioden. Nur sind da noch Z-Dioden in Reihe > geschaltet damit sie erst später, also über 5V, anfangen zu leiten. Bei den STM32 gehen die Schutzdioden an den 5V-toleranten Pins auf eine eigene interne Leitung Vdd_ft. Da diese unabhängig vom Wert von Vdd auf (min) 5,5V begrenzt dürfte Vdd von einer Überspannungspannungsableitung per Schutzdiode an Eingängen nicht unmittelbar betroffen sein. Allerdings verreckt natürlich irgendwann diese Vdd_ft Begrenzung durch Überlastung und der Rest vom Chip ggf. durch Latchup.
avr schrieb: > Sobald ein größerer Strom (mA-Bereich) fließt, brennen sie durch. Na ja, eher passiert etwas, das sich latch up nennt, ein interner Thyristor zündet und verbindet VCC und GND. Daher die Maximalangabe des Eingangsstroms im Datenblatt, z.B. 100mA http://www.ti.com/lit/an/slya014a/slya014a.pdf
Bessere Karten hat man bei den 4049/50, die an den Inputs jeweils eine Art Z-Diode gegen GND enthalten, die im Fairchild Datasheet der CD4049/50 erst um die 30V wirksam wird. Bis dahin passiert also erst einmal überhaupt nichts, auch keine Ableitung gegen Vdd mit entsprechenden Folgen für Vdd. Jenseits davon sorgt je nach Hersteller u.U. eine Art interner Serienwiderstand für Strombegrenzung. Mangels positiver Ableit-Diode entfällt auch der Latchup (bei negativer Eingangsspannung sieht das anders aus).
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