Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Trafo ausmessen


von Bernd.B. (Gast)


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Hallo,

hab einen Trafo hier in der Bastelkiste gefunden ohne Beschriftung:

Seite 1:
Dicker Draht, zwei Anschlüsse, 0,1Ohm gemessen

Seite 2:
Dünner Draht, 4 Anschlüsse, die beiden linken Anschlüsse haben 
zueinander 2,5 Ohm, die beiden rechten Anschlüsse haben zueinander 3 Ohm

Darüber hinaus sind alle Anschlüsse zueinander hochohmig.
Wie schließe ich das Teil ans Netz an?
Etwa so?
Seite 2: ganz links Neutralleiter, ganz rechts Phase, die beiden 
mittleren verbinden?

von Dietrich L. (dietrichl)


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Bernd.B. schrieb:
> Wie schließe ich das Teil ans Netz an?

Wenn das kein Netztrafo für 230V/50Hz ist am besten gar nicht.

Um das festzustellen, müsste man z.B. einen Stelltrafo an einer Wicklung 
anschließen und den Strom messen. Wenn beim Hochdrehen der Spannung der 
Strom stark ansteigt geht der Trafo in die Sättigung und man kennt die 
max. Spannung dieser Wicklung.
Wenn man gleichzeitig noch die Spannungen an den anderen Wicklungen 
misst, kennt man auch die Übertragungsverhältnisse und kann daraus 
errechnen, ob irgendwo auch 230V angeschlossen werden kann.

Gruß Dietrich

von Reinhard #. (gruebler)


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Bernd.B. schrieb:
> hab einen Trafo hier in der Bastelkiste gefunden ohne Beschriftung:

Dann würde ich ihn niemalsnimmernicht an
Netzspannung legen.
Da die Isolation zwischen prim. und sek. Wicklung
nicht klar ist, wäre ein Betrieb an Netzspannung
lebensgefährlich.
So teuer sind gute Netztrafos nicht, dass man das
Risiko eingehen sollte.

von Andrew T. (marsufant)


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Bernd.B. schrieb:
> Wie schließe ich das Teil ans Netz an?
> Etwa so?
> Seite 2: ganz links Neutralleiter, ganz rechts Phase, die beiden
> mittleren verbinden?

Ja. Und für den allerersten Test in Reihe mit der "Primärwicklung" eine 
230V/60W Gluhbirne (kein ESL, keine LED).

Noch besser ist wenn Du zusätzlich einen Trenntrafo an Deinem 
Arbeitsplatz beim ersten Test nutzt.

Sofern die Glühbirne nicht aufleuchtet, stehen die Chancen gut das Dein 
"gefundener Trafo" auch  an 230V zuverlässig läuft.

Wir haben dieses Vorgehen aber schon vielfach hier detailliert 
besprochen, somit: suchfunktion nutzen  macht Sinn...

von Michael B. (laberkopp)


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Andrew T. schrieb:
> Wir haben dieses Vorgehen aber schon vielfach hier detailliert
> besprochen

Warum hältst du dich dann nicht ans Besprochene ?

Dietrich sagte, wie's geht.

Da man nicht weiss, für welche Spannung die Wicklungen sind, kann man 
nur an einem Stelltrafo die Spannung langsam erhöhen und per Oszilloskop 
oder wenigstens TrueRMS Multimeter gucken, ab wann der Trafo langsam in 
die Sättigung geht.

Dann durch das Spannungsverhältnis bei deutlich geringere Spannung als 
für erkennbare Sättigung, sagen wir die Hälfte, das Wicklungsverhältnis 
der unterschiedlichen Wicklungen ermitteln. Achtung: Die Spannung gibt 
unter Belastung nach, im Leerlauf bekommt man das Windungsverhältnis 
aber nicht unbedingt die Nennausgangsspannung.

Bliebt der Strom. Wenn es wirklich eine geteilte Primärwicklung und nur 
eine Sekundärwicklung ist, kann man in Katalogen nachgucken, welche 
Leistung normalerweise von so einem Kern bereitgestellt werden kann.

Dann belastet man die Sekundärwicklung (na, ich sag mal nicht mit 100% 
sondern 80%) und ermittelt die Nennspannung.

Da man aber NICHT weiss, wie gut die Isolierung des Trafos ist, kann man 
ihn nicht in SELV netzgetrennten Schaltungen einsetzen, sondern nur in 
PELV.

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