Hallo Zusammen,
ich werde ab dem nächsten Monat ein Praktikum bei einer Firma machen die
Steuergeräte für PKW´s entwickelt.
Meine Aufgabe wird es sein, verschiedene Tests an Steuergeräten zu
machen.
Ich kenne zwar im allgemeinen die Funktion und Aufgabe von PKW
Steuergeräten aus der Automobilelektronik Vorlesung (Motorsteuergerät,
Airbag usw), hatte aber noch nie eins in der Hand.
Bevor das Praktikum losgeht würde ich mir mal gerne eins angucken!
Gibt es hier zufällig jemand der Steuergeräte besitzt, gerne auch etwas
älter oder Defekt, und sie mir verschenkt/günstig verkauft?
Ich würde mich sehr über ehrlich gemeinte Antworten freuen!
Auch wenn jemand einen Tipp hat, wie man sein wissen über Steuergeräte
vertiefen kann
Hatte vorletzte Woche noch eins ein und ausgebaut. Das ist einfach nur
ein Kasten, wie ein "kleiner Fernsehreceiver" und 10-12 Wannensteckern
mit insgesamt ~Kabeln. Nichts weltbewegendes. Wenn du ein Auto hast,
oder ein bekannter dann kannst da ja mal evtl. schauen, je nachdem wie
aufwendig das verbaut ist.
Praktikant schrieb:> Ich kenne zwar im allgemeinen die Funktion und Aufgabe von PKW> Steuergeräten aus der Automobilelektronik Vorlesung
Das ist ja wirklich bemerkenswert, dass man solch praxisrelevante Sachen
im Studium hört. Also ich kenne die Inhalte von zumindest einer Uni und
einer FH recht genau. In beiden ist dieses Thema undenkbar. Da macht man
normalerweise nur Theorie, die absolut zeitlos ist und in ein paar
hundert Jahren wohl noch genauso gültig ist.
Die Sache ist, warum du wahrscheinlich keins von einer Werkstatt
bekommen wirst ist, dass die Dinger eig immer eingeschickt werden.
Entweder zum Hersteller oder irgendwohin zum reparieren lassen. Weil die
ja so teuer sind.
Deshalb müsstest du schon viel Glück haben, wenn du eine Werkstatt
findest, wo gerade eins rumliegt, weil die ja auch eher selten kaputt
gehen.
Marko schrieb:> Das ist ja wirklich bemerkenswert, dass man solch praxisrelevante Sachen> im Studium hört.
Wie praxisrelevant das ist, siehst Du ja an der Ahnungslosigkeit
desjenigen, der daran teilgenommen hat.
Wann kommt denn endlich die "Schuhe zubinden"-Vorlesung? Dann ist
vielleicht gewährleistet, dass jeder mitkommt. Wäre ja sonst "ungerecht"
...
Jötze schrieb:> Wann kommt denn endlich die "Schuhe zubinden"-Vorlesung? Dann ist> vielleicht gewährleistet, dass jeder mitkommt. Wäre ja sonst "ungerecht"
Das kommt ganz schnell wenn uns die ausländischen Ingenieure beim
Berufseinstieg überholen, weil sie nur 3 Wochen Einarbeitungszeit
benötigen und sich schnell in weitere Vertiefungsrichtungen einarbeiten
können, während die Ingenieure von deutschen Hochschulen erst mal ein
halbes oder ganzes Jahr Einarbeitungszeit benötigen um irgendetwas auf
die Reihe zu bekommen und somit erstmal nur Kosten erzeugen. Wenn die
Inhalte des Studiums größtenteils nur für diejenigen 0,1% die in die
Grundlagenforschung gehen relevant sind, läuft vieles falsch. Aber es
wäre in Deutschland ja nicht vertretbar, dass die Professoren auch mal
was Neues lernen müssten und nicht 40 Jahre lang die gleiche Vorlesung
vorlesen könnten.
Ich würde das nicht nur auf die Professoren schieben. Wenn ein Dipl Ing
weder Kopfrechnen kann noch die Prozentrechnung beherrscht, ist er
innerhalb von Tagen in der Probezeit wieder raus. Und das ist nicht nur
einmal passiert. Das Basiswissen ist grauslig schlecht geworden.
auf nem Schrotti bekommst du normalerweise ein Steuergerät, welches in
der Regel noch funktioniert. Da fehlen dann zwar die Inputs, aber die
kann man simulieren. Sind dann aber nur analoge Werte, welche statisch
sind. Hubnadelgeber von Dieselmotoren, oder Zündwerte der Benziner sind
da schwer simulierbar, aber realisierbar.
Ein übliches Steuergerät dieses Jahrhundert in die Finger zu bekommen
wird dir nichts nützen. Die bestehen im Grunde genommen nur noch aus
Software. Ein und dasselbe Steuergerät kann für alle möglichen Fahrzeuge
eingesetzt werden, die Software ändert sich (manchmal auch nur die
Parameter der Software) und man merkt von aussen gar nichts.
Das mag bei so 90er Jahre Golf 2 Steuergeräten möglicherweise anders
sein, allerdings wirds da möglicherweise schon wieder ZU einfach:
Deutlich laschere Abgasvorschriften und billigerer Sprit haben komplexe
Steueralgorithmen damals noch nicht nötig gemacht.
Ich baue mir gerade selbst ein Steuergerät für einen 1.8l RP Motor. Die
Primitivität dieses 70er Jahre Stahlklotzes ist für mich reichlich
erstaunlich. Ich besitze eine CBF600 die ich für untere Mittelklasse
halte. Aber im Vergleich dazu hat der RP Motor Traktorcharakter. Die
Lambdaregelung ist mit großer Wahrscheinlichkeit das komplizierteste an
dem ganzen Ding - und die war damals ein einfacher Zweipunktregler wenn
mich nicht alles täuscht.
Was für dich allerdings interessant sein könnte:
http://www.volkspage.net/technik/ssp/index1_ger.php