Hallo, obwohl es einen Haufen Threads zum Thema ESD Schutz gibt, möchte ich hier meine eigenen Fragen nochmal stellen. Bis jetzt habe ich nicht sonderlich viel Wert auf ESD Schutz gelegt. Wenn ich einen PC Zusammengebaut habe, habe ich mal an ein blankes Stück Heizung gepackt und das wars dann. Trotzdem glaube ich einige AVRs schon durch ESD hingerichtet zu haben. Anders könnte ich es mir in diesen Fällen nicht erklären. So ein AVR ist schnell ausgetauscht, also im Hobbybereich kein Problem. Nun habe ich mir ein FPGA Board zugelegt und mich heute damit einige Stunden beschäftigt. Damit es noch weitere Stunden werden können möchte ich meinen Schreibtisch ein wenig ESD Sicherer machen. Reicht es sich eine ESD Matte zu besorgen, ein ESD Hand(Fuß-)band und alles an der Heizung zu erden? Nach der Benutzung kommen bei mir Eval Boards immer zurück in ihre ESD Folie. Egal ob STK500 oder FPGA board.
M. M. schrieb: > Reicht es sich eine ESD Matte zu besorgen, ein ESD Hand(Fuß-)band und > alles an der Heizung zu erden? Ja. In einer richtigen Werkstatt kommen dann noch ableitender Fußboden, ESD-Stühle, ESD-Schuhe und ESD-Kittel dazu. Und ein nerviger Typ, der aufpasst, daß das auch eingehalten wird. Viel wichtiger ist es allerdings, die Bauteile richtig zu lagern. Also DILs mindestens auf leitenden Schaumstoff stecken, ansonsten ESD-Fächer, geerdete Schubladen... Aber manchmal kann man auch die Kirche im Dorf lassen. Die Bauteile fallen auch nicht sofort aus. Das ESD etwas bringt, zeigt sich statistisch bei großen Stückzahlen.
Mein grosses V. schrieb: > Viel wichtiger ist es allerdings, die Bauteile richtig zu lagern. Also > DILs mindestens auf leitenden Schaumstoff stecken... Also zur Lagerung lasse ich ICs immer auf dem Schaumstoff auf dem sie gekommen sind wenn ich sie nicht benutze. Die Fächer an sich sind normale Kunststofffächer. Also nicht ESD sicher. Das dürfte aber ok sein oder? Kittel, Schuhe, und Boden etc. Scheinen mir Überflüssig da ich nicht herumlaufe wenn ich mit den Sachen Arbeite. Außerdem würde das den WAF Wert sprengen. Gibt es etwas worauf man bei dem Kauf von ESD Matte und Armband achten sollte? Bestimmte Widerstandswerte oder sonstiges?
Hi, Kommt auch ein bisschen darauf an, welche Bauteile und wie man damit umgeht. Man kann ein Bauteil auch aus der Verpackung hohlen und direkt löten ohne groß die Kontakte zu berühren. Wenn man paranoid ist, fasst man vorher einmal an den Heizkörper. AVRs sind ziemlich unkritisch. Ich würde sagen, dass bei der Nutzung der Kontakte zur Außenwelt mehr ESD zu erwarten ist. Gruß Marvin
gibt auch (so gelbe) esd stecker für die steckdose -> praktischer als heizung
Mein grosses V. schrieb: > Aber manchmal kann man auch die Kirche im Dorf lassen. Wichtiger als Ausrüstung ist ESD-gerechtes Verhalten: * wenn Du vom Stuhl aufstehst, lass eine Hand auf dem Tisch bzw auf der Matte * wenn Du Leiterplatten oder Bauteile transportierst, fass erst mit der anderen Hand den Tisch bzw die Matte an, bevor Du das Teil ablegst oder aufnimmst * beim Einbau von PC-Komponenten: fass erst mit der einen Hand die ESD-Tüte und mit der anderen das Blechgehäuse an Grundsätzlich geht es immer darum, Potentialdifferenzen zu vermeiden bzw abzuleiten. Die ESD-Schutzausrüstung nimmt Dir das zum großen Teil ab, Du kannst aber auch selber drauf achten.
Der Königsweg ist, die betreffende Platine ESD-fest zu machen, was gar nicht schwer ist.
Danke für die Infos. Alexxx schrieb: > Der Königsweg ist, die betreffende Platine ESD-fest zu machen, was > gar > nicht schwer ist. Bei einer bereits fertigen Platine? Geht es dir also um ein Gehäuse was vor direktem Kontakt schützt? Eine Weitere Frage habe ich da noch, es mag zwar vielleicht offensichtlich sein, aber gerade bin ich mir nicht sicher. Kann es passieren, dass sich eine Platine statisch auf lädt, beim anfassen / hinlegen auf eine ESD Matte dann entlädt und trotzdem einen Schaden davon trägt? Ich vermute jetzt einfach mal, dass mitunter deshalb die Matten und Armbänder einen so hohen Widerstand haben. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass Platinen zu gut leiten um sich Statisch auf zu laden.
M. M. schrieb: > Kann es passieren, dass sich eine Platine statisch auf lädt, beim > anfassen / hinlegen auf eine ESD Matte dann entlädt und trotzdem einen > Schaden davon trägt? Selbstverständlich. Deshalb sollst Du erst mit der anderen Hand die Matte anfassen und dann die Platine ablegen. Es nützt auch wenig, wenn Du mit Deinem Erdungsarmband vor Deiner Matte sitzt und dann jemand anderes durch den Raum läuft und Dir die Platine in die Hand drückt. Immer erst die Ladung ableiten, d.h. Tisch anfassen.
Wie willst du eine (nackte) Platine ESD-fest machen? Du kannst ja niemanden daran hindern, mit dem (geladenen) Finger direkt in einen Controller reinzuschießen... Da nützt der Vorwiderstand an einem Eingang nix, wenn man den Finger entsprechend platziert...
Glücklicher Lusthase schrieb: > Wie willst du eine (nackte) Platine ESD-fest machen? Du kannst ja > niemanden daran hindern, mit dem (geladenen) Finger direkt in einen > Controller reinzuschießen... Da nützt der Vorwiderstand an einem Eingang > nix, wenn man den Finger entsprechend platziert... Das ist weit hergeholte Behauptung. Wenn alle Leiterzüge mit einem realen Widerstand miteinander verbunden sind, kann ESD der Leiterplatte nichts anhaben. Leiterzüge, die über Pull-Ups, Pull-Downs, Elkos, Bipolar-Transistoren oder Dioden verbunden sind in Bezug auf ESD immer als "niederohmig genug miteinenander verbunden" anzusehen. Die einfachste Variante, eine nackte Leiterplatte nahezu 100% ESD-fest zu bekommen wäre, jeden Leiterzug über 1MOhm gegen GND zu verbinden. Das wäre nicht mehr "ultra low power"-Design (und kann auch in vielen Schaltungen die ursprüngliche Funktion verhindern) - aber da kannst Du Deinen Finger oder ein Human-Body-Modell überall hinplazieren, ohne daß die Schaltung ESD-gefährdet wäre. Nicht umsonst sagt man beim Bestücken: Erst einmal alle passiven Bauteile, und wenn die Platine dann ausreichend niederohmig geworden ist die aktiven Bauteile.
Zur ESD Umgebung. Vermeiden sollte man Kunststofftepiche und Plasikschuhe... Ich habe meine Messgeraete in einem Metallgitter Gestell, das ueber die vielen geerdeten Geraete auch auf Erde ist. Das fass ich automatisch an. Dabei sollte ich hinzufuegen, dass ich generell nicht mit Netz arbeite. Aber sonst waere da noch der FI. Fuer mich, nicht fuer die Elektronik.
Walter T. schrieb: > Das ist weit hergeholte Behauptung. Wenn alle Leiterzüge mit einem > realen Widerstand miteinander verbunden sind, kann ESD der Leiterplatte > nichts anhaben. Leiterzüge, die über Pull-Ups, Pull-Downs, Elkos, > Bipolar-Transistoren oder Dioden verbunden sind in Bezug auf ESD immer > als "niederohmig genug miteinenander verbunden" anzusehen. wenn man keine Ahnung hat.... 1MOhm hilft zwar dageben das sich genügend Ladung aufbaut. Allerdings sicher nichts gegen eine Entladung eines schon aufgeladenen Gegenstandes/Fingers/usw.
dgfh schrieb: > wenn man keine Ahnung hat.... ...greift eine bestimmte Kategorie von Zeitgenossen gern zur Unhöflichkeit. Human Body Modell: 300pF, 1k5 Ohm, 40kV. OK, 1MOhm ist wirklich etwas hoch gegriffen. Ändert aber nichts an der Tatsache, daß sich viele Leiterplatten tatsächlich ESD-sicher aufbauen lassen, wenn das eine Anforderung ist.
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