Ich habe einige Timingprobleme beim verwenden von Kondensatoren in SMD Bauform. Benötigte Kapazität ist einige mikrofarad und die jetzige Größe ist ein 0805 10V 10uF. Scheinbar sinkt die Kapazität von meinen jetzigen Bauteilen umdie 50% bei Temperaturanstieg von 20° auf 50°....das sorgt für timing Probleme. Gibt es da eine gute Lösung für? Ich habe einige Datenblätter gewälzt und die meisten haben enorme Kapazitätseinbußen bei steigender Spannung und Temperatur... Ich bin kurz davor mir paar Wima MKs zu betstellen und draufzulöten... Wenn jemand nen Tipp für einen möglichst kleinen(physisch) Kondensator mit geringer Temperaturdrift hat wäre ich sehr dankbar dafür.
Matthias S. schrieb: > die meisten haben enorme Kapazitätseinbußen bei steigender Spannung Die Spannungsabhängigkeit kannst du kräftig reduzieren, indem du die Feldstärke im Kondensatordielektrikum verkleinerst, i.e. Kondensatoren mit höherer Maximalspannung verwendest.
Von Murata z.B.: - GRM219R61A106KE44 - GRM21BR61A106KE19 - GRM21BC81A106KE18 - GRM21BR71A106KA73 - GRM21BR71A106KE51 Bei denen ist die Kapazität im Bereich zwischen 20 und 50% nahezug konstant (~ -0.5% - +3%).
Wolfgang schrieb: > Matthias S. schrieb: >> die meisten haben enorme Kapazitätseinbußen bei steigender Spannung > > Die Spannungsabhängigkeit kannst du kräftig reduzieren, indem du die > Feldstärke im Kondensatordielektrikum verkleinerst, i.e. Kondensatoren > mit höherer Maximalspannung verwendest. Muss ich nicht genau diese Aussage anzweifeln, wenn ich https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index.mvp/id/5527 lese und mir Figure 1 anschaue? Im Text darunter schreibt der Autor ja sogar, dass höheres Voltage Rating oft keinen Effekt zu haben scheint, diesen Effekt zu reduzieren. Einzig die Baugröße und Dielektrikum scheinen einen signifikanten Effekt zu haben. Vielleicht kann mich jemand aufklären, denn ich hatte mir auch gedacht, dass ein höheres voltage-rating "besser" sei...
Da musst du nach der Temperaturcharakteristik schauen. X7R sind deutlich besser als das was du da hast. (Z5U?) Möglicherweise reicht das. Aber ich würde eher Tantal nehmen, damit bist du besser dran. Auch im Punkt Baugröße können die mithalten. Deren Kapazität ist dann auch unabhängig von der angelegten Spannung. Wenn du den kleinen ESR brauchst, nimm Polymer-Tantal. Die kommen in den Bereich von Kerkos herunter. Die vereinen die Vorteile von MLCC und Tantals, bei gleicher Baugröße. Ist halt etwas teurer, aber noch bezahlbar. Beispiel: http://www.kemet.com/Lists/ProductCatalog/Attachments/421/KEM_T2015_T520.pdf
Matthias S. schrieb: > Ich habe einige Timingprobleme beim verwenden von Kondensatoren in SMD > Bauform. Benötigte Kapazität ist einige mikrofarad und die jetzige Größe > ist ein 0805 10V 10uF. Timing aus der Kapazität von Kondensatoren, insbesondere im Bereich von µF, abzuleiten, ist ein grober Designfehler. MfG Klaus
Danke für die Tipps, hatte bisher y5V(könnte günstig 1000Stück ergattern...daher benötigte ich auch 10uF damit bei hoher Temperatur und Spannung überhaupt noch was Übrig bleibt. Werde mir nun bessere bestellen.
Tobias S. schrieb: > Wolfgang schrieb: >> Matthias S. schrieb: >>> die meisten haben enorme Kapazitätseinbußen bei steigender Spannung >> >> Die Spannungsabhängigkeit kannst du kräftig reduzieren, indem du die >> Feldstärke im Kondensatordielektrikum verkleinerst, i.e. Kondensatoren >> mit höherer Maximalspannung verwendest. > > Muss ich nicht genau diese Aussage anzweifeln, wenn ich > https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index.mvp/id/5527 lese und > mir Figure 1 anschaue? Die Aussage von Maxim passt. 0805(2012), 10 uF +-10%, X5R, 35 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 6.x Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM21BR6YA106KE43%23.pdf 0805(2012), 10 uF +-10%, X5R, 25 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 4.x Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM219R61E106KA12%23.pdf 0805 (2012), 10 uF +-10%, X5R, 16 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 3.5 Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM219R61C106KA73%23.pdf 0603 (1608), 10 uF +-10%, X5R, 16 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 3.5 Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM188R61C106KAAL%23.pdf (von 0805 auf 0603 ändern sich allerdings die AC und Temperaturspezifikationen) 0402 (1005), 10 uF +-20%, X5R, _6.3 VDC_, 50% der Kapazität bei etwa 2.5 Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRJ155R60J106ME11%23.pdf 0805(2012), 10 uF +-10%, X7S, 25 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 7.x Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM21BC71E106KE11%23.pdf 0805(2012), 10 uF +-10%, X7R, 10 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 5.5 Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GCJ21BR71A106KE01%23.pdf 0805(2012), 10 uF +-10%, X7R, 25 VDC, 50% der Kapazität bei etwa 5 Volt http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM21BZ71E106KE15%23.pdf Die Y5V kann man eigentlich direkt entsorgen, außer die Schaltung muss nur in einem sehr eingeschränkten Temperaturbereich korrekt funktionieren...
Tobias S. schrieb: > Muss ich nicht genau diese Aussage anzweifeln, wenn ich > https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index.mvp/id/5527 lese und > mir Figure 1 anschaue? Wie meinst du das? Beim 0805-X7R-10V geht die Kapazität von 4.7µF @ 0V auf 1.8µF @ 10V runter, beim 1812-X7R-25V von 4.7µF @ 0V auf 4.3µF @ 10V. IMHO ist das ein kräftiger Unterschied, ob sich die Kapazität um 62% oder um 9% ändert. Stabil ist natürlich trotzdem etwas anderes, aber für einen Oszillator, der mit stabiler Amplitude schwingt, sollte das trotzdem ziemlich unrelevant sein.
Wolfgang schrieb: > Beim 0805-X7R-10V geht die Kapazität von 4.7µF @ 0V auf 1.8µF @ 10V > runter, beim 1812-X7R-25V von 4.7µF @ 0V auf 4.3µF @ 10V. Du schriebst in Deinem ersten Post >[...] Kondensatoren mit höherer Maximalspannung verwendest und diese Aussage zweifele ich an, denn in dem Artikel von Maxim steht, dass die Spannungsfestigkeit alleine keinen Einfluss hat, sondern, dass Baugröße und/oder Dielektrikum die ausschlaggebenden Größen sind. Laut dem Artikel macht es keinen (signifikanten) Unterschied, ob ich einen 0805-10V-X7R oder einen 0805-25V-X7R bei 10V verwende, die resultierende Kapazität wird in etwa die gleiche sein... In Deinem Vergleich oben vergleichst Du aber nicht die Spannungsfestigkeit von den Kondensatoren bei gleicher Baugröße, sondern weniger spannungsfeste kleine Kondensatoren mit spannungsfesteren großen Kondensatoren. Dass da ein Unterscheid auftritt, verwundert mich jetzt weniger.
Matthias S. schrieb: > Ich habe einige Timingprobleme beim verwenden von Kondensatoren in SMD > Bauform. Benötigte Kapazität ist einige mikrofarad und die jetzige Größe > ist ein 0805 10V 10uF. Praktisch alle anderen Kondensatortechnologien haben bessere Stabilität über Temperatur, Zeit und Spannung als ausgerechnet ein Keramik-Typ (wohl X7R) in 0805 Bauform. Traditionell ist das die Domäne von Folienkondensatoren, z.B. MKT. Allerdings sind 10µF MKT viel größer als 0805. Und wahrscheinlich gar nicht als SMD Bauteil verfügbar. Deswegen ist der zweite kanonische Trick, die Schaltung so zu ändern, daß sie mit kleineren Kapazitäten klarkommt. Entweder indem man die zugehörigen Widerstände entsprechend größer macht. Gelobt sei CMOS! Oder indem man langsame Takte oder Verzögerungszeiten digital von einem höheren Takt ableitet. In der TäTäRä gabs dafür den genialen E355. Dieses IC enthält einen Oszillator vom 555 Typ, diverse Teiler und eine Pin-programmierbare Flipflop-Logik. Damit konnte man z.B. Monoflops im Stundenbereich bauen, die trotzdem nur einen 100nF Kondensator brauchen. Mit einem µC im SO8 oder SOT23-6 Gehäuse geht das heute noch kleiner.
Hi >In der TäTäRä gabs dafür den genialen E355. >Dieses IC enthält einen Oszillator vom 555 Typ, diverse Teiler und eine >Pin-programmierbare Flipflop-Logik. Etwas ähnliches gibt es auch als HEF/CD/... 4541. MfG Spess
spess53 schrieb: >>In der TäTäRä gabs dafür den genialen E355. >>Dieses IC enthält einen Oszillator vom 555 Typ, diverse Teiler und eine >>Pin-programmierbare Flipflop-Logik. > > Etwas ähnliches gibt es auch als HEF/CD/... 4541. Vielleicht hat ja dereinevom anderen abgekuckt. Fragt sich nur, wer von wem. :-)
Hi >Vielleicht hat ja dereinevom anderen abgekuckt. >Fragt sich nur, wer von wem. :-) Ich habe 'ähnlich' geschrieben. E355 - 18pol. I2L-IC (Erweiterbar mit dem E351) 4541 - 14pol. CMOS-IC Kannst du Unterschiede erkennen? MfG Spess
Ich bin letztens mit WIMA-Kondensatoren (metalisierte Folie) ca. 47nf/100V in SMD so richtig Schiffbruch erlitten. Die haben oft nicht den SMD-Lötprozeß beim Bestücker überlebt, geschweige denn den manuellen Lötprozeß. THT oder Keramik ist da meine Wahl. Bei diesen Kapazitäten bleibt nur X7R oder Tantal übrig, aber bei solchen Kapazitäten würde ich kein Timing drauf bauen. Glimmer-Kondensatoren gibt es immer noch.
So die 1uF 50V x7R Sind angekommen und mein Problem ist gelöst. Danke für all die tipps.
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