Hallo Leute, mein Beitrag bezieht sich nicht auf Hacker die im Internet unterwegs sind, sonder Hardware Hack! Ich habe neulich einen Vortrag darüber gesehen wie man Hardware "re-engineered" Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu machen. Macht das jemand von euch? Zb wurde ein Joystick der für Computerspiele verwendet wird, umgestaltet und als Steuerung für ein RC Car verwendet. Freue mich auf sinvolle Beiträge
Tja wie erlangt man Wissen? Willst du darauf jetzt ernsthaft eine Antwort? Dabei ist es egal ob man mit Hardware basteln, Programmieren, am KFZ schrauben oder Rosen züchten will. Grundlagen anschauen, ausprobieren, schauen wie es andere gemacht haben, andere fragen. Und das immer im Kreis. Welche Kenntnisse in Elektronik und Programmierung (dein Beispiel mit dem Joystick erfordert wahrscheinlich beides) hast du denn bereits?
Auf die gleiche Art und Weise wie man sich Wissen um Software-Hacks aneignet: Grundlagen lernen, verstehen, ausprobieren, grübeln warum's bei Dir nicht geht wo's doch bei anderen geht, darauf aufbauen... Erwarte halt nicht dass Du als erstes Projekt die Geschichte mit dem Laserbelichter baust die irgendwo hier als Ewigthread rumgeistert.
Hardware-Hack schrieb: > Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie > man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu > machen. Grundwissen ist eine Sache. Hinzu kommt die Erfahrung und nicht zuletzt Kreativität und Einfallsreichtum. Grundwissen muss man sich auf dem Weg, der einem am besten liegt, erarbeiten. Erfahrung kommt nicht automatisch durch Erlangen von Grundwissen, sondern durch Umsetzen von Projekten und dem Lernen aus Erfolg und Niederlage. Kreativität und Einfallsreichtum gibt es leider (oder gottseidank) auch nicht auf Rezept ;-) EInfach mal schauen, was andere schon umgesetzt haben und sich inspirieren lassen, die Dinge zu ändern und zu verbessern.
Schüttelreim dazu: Viel besser noch als Hacker werden: Kauf Schafe und hüt' wacker Herden! MfG Paul
Wenn man Hardware - also auf Leiterplatten aufgebaute Schaltungen "hacken" und Revers Ingenieur werden will, dann muss man schon sehr viele Schaltungen vom Prinzip her erkennen können, anhand der Anschlusspins und auch typischen Beschaltungen... Selbst wenn ICs mit umgebogenen Pins (180 Grad) eingebaut wurden, weil das Layout seitenverkehrt erstellt wurde - das braucht viel Schaltungswissen in vielen Bereichen der Elektronik... Es ist oft besser, Holz zu "hacken", damit es im "Hackerbüro" dann auch angenehm warm ist... Liebe Grüsse Mani
Hardware-Hack schrieb: > Macht das jemand von euch? Ständig. Da selbst simpelste Modifikationen an existierenden Gerätschaften heute unter dem Buzzword Hardware Hacking laufen sind wir wohl alle Hardware Hacker. Hardware-Hack schrieb: > wie man an das Grundwissen kommt Das ist einfach. Du entwickelst am besten schon in jungen Jahren den Wunsch das zu lernen und verbringst den Rest Deines Lebens damit das zu tun. An unterschiedlichen Punkten dieser nie endenen Lernkurve kannst Du halt unterschiedlich komlizierte 'Hacks' ausführen.
Als erstes mal ordentliches Werkzeug anschaffen: http://www.idealo.de/preisvergleich/ProductCategory/23022F2428512.html Gruß, Holm
Wenn man fragt, wie man Hacker wird, bzw. sich nur darauf konzentriert, einer zu werden, ist man diesem Ziel eigentlich ferner denn je ;-) Es gibt so viele individuelle Wege, das wohl keiner dem anderen gleicht. Es gibt Leute, die können gut mit Elektronik, andere besser mit Software. Der eine hat's studiert, der nächste sich selbst angelesen, wieder ein anderer ist mehr der Praktiker, dann gibt es Leute, die einfach drauf los experimentieren... Was auch recht hilfreich ist, Aufgabenstellungen und Probleme auf unorthodoxe Art zu lösen, auf die "kein normaler Mensch" käme. Beispiel: Vor ca. 15-20 Jahren wollte ich ein Programmiergerät um Flash-Bausteine beschreiben zu können. 400 Äste sprengten aber mein Budget. Ich hatte ein altes Mainboard rumliegen und erinnerte mich daran, das man das BIOS per Diskette flashen kann. Irgendwo hatte ich davon gelesen, das man per Hotflash den Chip eines toten Mainboards mit einem identischen 2. funktionierenden Mainboard wiederbeleben kann, indem man nach dem Booten den BIOS Chip unter Spannung tauscht und flasht - Hotflash! Das ist erstmal sehr riskant. Also überlegte ich, wie man das Risiko minimieren kann und das Verfahren verbessern kann. Statt des billigen Stecksockels auf dem Mainboard verwendete ich huckepack einen Schwenkhebelsockel. Ich setzte meinen BIOS Chip in den Schwenkhebelsockel, startete und tauschte danach gegen einen leeren Chip und beschrieb den. Test: das Board bootete auch von dem. Phase 2: ich wollte auch Chips mit anderen Binärfiles beschreiben, wie mit einem Programmiergerät. Autsch! Das BIOS-Upateprogramm erkannte, das meine Datei kein BIOS war. Also andere Programme von anderen Herstellern und andere Programmrevisionen getestet, bis ich fündig wurde. Schließlich fand ich ein Programm, das mich zwar warnte, ich die Warnung aber ignorieren konnte. Logisch, ich wollte ja was anderes flashen ;-) Für mich stellte sich nie die Frage, ob das hacken ist. Ich wollte ohne viel Kohle abzudrücken Chips beschreiben können. Das Board hatte einen Zeitwert von vielleicht 10-20 Euro, der Prozessor war gebraucht und lag rum. Das RAM war ein lächerlich kleiner Riegel, der ebenfalls in der Wühlkiste lag. Eine Schwenkhebelfassung, die ich mal neu und günstig auf dem Flohmarkt ergattert hatte. Dazu eine vergoldete Stiftleiste. Also hatte ich für ca. ein Zehntel des Preises ein "Programmiergerät", das meinen Ansprüchen genügte. Aber mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt. Das mußte doch noch simpler gehen! Mir fiel meine olle Netzwerkkarte ein, die sich per BOOT-ROM nachrüsten ließ - nur waren deren Lötaugen blind und es war kein Sockel bestückt. Kein Problem, dann lötet man den halt nachträglich auf :-) Ab auf die Seite des Chipherstellers und gucken, was der so zum Download bietet. Dort auch mal in alle "Ecken" gucken, z.b. AppNotes für OEM Kunden usw... dort fand ich ein Flash-Tool. Also einen Chip in den Sockel und mal probiert, ob sich Daten mit dem Proggi schreiben lassen. Bingo, dem Tool war's sogar egal, was ich ihm da unterschob! So konnte ich mit einer 4€ Karte Chips beschreiben ;-))) Manche Dinge tat ich nicht aus einer Notwendigkeit heraus, sondern aus sportlichem Ehrgeiz. Besagte Netzwerkkarte hatte einen kleinen seriellen EEPROM, den man mit einem DOS Programm konfigurieren konnte. Was man mit der Software aber nicht konnte, war die ebenfalls in diesem Chip gespeicherte MAC ID, eine weltweit eindeutige Nummer, ändern. Also lötete ich diesen Chip aus, las ihn auf einem Programmiergerät aus und fahndete mit dem HEX-Editor nach der MAC ID, die ich von der Karte schon kannte. Bingo, da war sie. Also überschrieb ich die Nummer mal probeweise am Programmer, lötete den Chip wieder auf und warf das DOS Proggi an. Es moserte, das die Prüfsumme nicht stimmte, bot mir aber an, das zu korrigieren :-D Jemand, der mehr Erfahrung mit Software hat, hätte vielleicht das DOS Programm, so "bearbeitet", das es die MAC-ID ändern kann. Viele Wege führen nach Rom, oder ins ROM :-) Doch ist nicht alles, was man so durch "Spielerei" lernt, nutzlos. In meinem Job hatten wir das Problem, das das Mainboard einen Industrie-PC's gestorben war. Bei einem Austausch des Boards mußte aber Windows neu installiert werden, weil auf dem neunen Board mit zwar identischer Hardware die onboard Netzwerkkarte eine andere MAC-ID hatte und das Betriebssystem daran die Karten unterscheidet. Nur den Treiber ändern war unter dem krätzigen Windows-NT nicht. Der Servicetechniker sagte: Neuinstallieren! Ich guckte mir das MoBo an und sah, das das EEPROM des Netzwerkchips gesockelt war. Was tat ich? Ich tauschte von beiden Platinen die EEPROMs! So konnte ich sogar noch was dem Servicemenschen beibringen ;-) Das sind ein paar Beispiele. Jeder Hardcorebastler, der nicht nur andere fragt, sondern selbst recherchiert und probiert, kann sicherlich ähnliche, oder auch ganz andere Dinge zum Besten geben, denke ich.
Michael K. schrieb: > Das ist einfach. > Du entwickelst am besten schon in jungen Jahren den Wunsch das zu lernen > und verbringst den Rest Deines Lebens damit das zu tun. > An unterschiedlichen Punkten dieser nie endenen Lernkurve kannst Du halt > unterschiedlich komlizierte 'Hacks' ausführen. Ack... Kann man unmöglich in einem Kurs lernen, aaaaußer der dauert dann 30 Jahre und mehr...
Hardware-Hack schrieb: > Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie > man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu > machen. Also, eigentlich hast Du Dir die Frage schon selbst beantwortet: a.) Jegliches Wissen, auch Grundwissen, erlangt man durch lernen. b.) Erfahrung hat man, wenn man sie gesammelt hat. Erfahrung sammeln tut man durchs tun. Und da dabei hauptsächlich durch Misserfolge. Um zum echten "Hacker" zu werden, kommen noch einige essentielle Dinge dazu: c.) Geduld, Hartnäckigkeit und Ausdauer, hohe Frustationstoleranz, ein absolute Wille zum Ziel zu gelangen, egal wie schwer und zermürbend der Weg ist. d.) "Respektlosigkeit": Man muss irgendwie gut schätzen können, was funktionieren kann, und was nicht. D.h. manches "geht nicht" ist unüberwindbar (Mathematik, Naturwissenschaften), und manches "geht nicht" ist nur Show (Vorschriften, Gewohnheiten). e.) Spieltrieb, Neugierde, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit: Du willst etablierte Wege verlassen, Dinge anders machen als der Rest der Welt. Ein Hacker macht viel, einfach um zu schauen, was geht und was nicht. Er spielt. Und am aller wichtigsten ist, auch wenn es etwas komisch klingt, eine gewisse Intelligenz die schon ein gutes Stück über dem Durchschnitt angesiedelt ist. Das hat aber nichts mit Schulnoten zu tun. Schulnoten sagen gar nichts über die Intelligenz aus. Aber allen (erfolgreichen) Hackern ist eines gemein: Sie sind sehr intelligent und clever. So oder so.
Ich habe so um 1990 eine Computerplatine für einen IBM kompatiblen PC mit 10 MHz gehackt, das war eine Steckplatine ca. 10 x 30 cm, doppelseitig und ca. 35 ICs (samt Delays)... Da diese damals sehr teuer war, beschlossen ein Kollege und ich, diese nachzubauen... Die Lötseite und Bestückungsseite wurden in einem normalen Kopierer halbwegs abgenommen, die Leiterbahnen mit dem Ohmmeter ausgeforscht samt Durchkontaktierungen - Schaltplan gab es natürlich nicht, und das Ergebnis wurde auf Folien mit schwarzen Bändern nachgeklebt - eine Riesenarbeit über einen Monat... Dann ließen wir die Leiterplatte fertigen und nach Bestückung hat sie auf Anhieb funktioniert - kaum zu glauben... Das war wohl der größte Hack von Hardware in meinem Leben obwohl ich heute nicht mehr weiß, wozu diese Steckplatine gut war...
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