Forum: Offtopic Hacker werden


von Hardware-Hack (Gast)


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Hallo Leute,

mein Beitrag bezieht sich nicht auf Hacker die im Internet unterwegs 
sind,
sonder Hardware Hack!

Ich habe neulich einen Vortrag darüber gesehen wie man Hardware 
"re-engineered"
Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie 
man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu 
machen.

Macht das jemand von euch?

Zb wurde ein Joystick der für Computerspiele verwendet wird, umgestaltet 
und als Steuerung für ein RC Car verwendet.

Freue mich auf sinvolle Beiträge

von Dennis S. (eltio)


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Aufschrauben, gucken was drin ist und verstehen.

von Cyblord -. (cyblord)


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Tja wie erlangt man Wissen? Willst du darauf jetzt ernsthaft eine 
Antwort? Dabei ist es egal ob man mit Hardware basteln, Programmieren, 
am KFZ schrauben oder Rosen züchten will. Grundlagen anschauen, 
ausprobieren, schauen wie es andere gemacht haben, andere fragen. Und 
das immer im Kreis.

Welche Kenntnisse in Elektronik und Programmierung (dein Beispiel mit 
dem Joystick erfordert wahrscheinlich beides) hast du denn bereits?

von Heinz L. (ducttape)


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Auf die gleiche Art und Weise wie man sich Wissen um Software-Hacks 
aneignet: Grundlagen lernen, verstehen, ausprobieren, grübeln warum's 
bei Dir nicht geht wo's doch bei anderen geht, darauf aufbauen...

Erwarte halt nicht dass Du als erstes Projekt die Geschichte mit dem 
Laserbelichter baust die irgendwo hier als Ewigthread rumgeistert.

von Chris M. (yoblid) Benutzerseite


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Hardware-Hack schrieb:
> Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie
> man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu
> machen.

Grundwissen ist eine Sache. Hinzu kommt die Erfahrung und nicht zuletzt 
Kreativität und Einfallsreichtum.
Grundwissen muss man sich auf dem Weg, der einem am besten liegt, 
erarbeiten. Erfahrung kommt nicht automatisch durch Erlangen von 
Grundwissen, sondern durch Umsetzen von Projekten und dem Lernen aus 
Erfolg und Niederlage.
Kreativität und Einfallsreichtum gibt es leider (oder gottseidank) auch 
nicht auf Rezept ;-)
EInfach mal schauen, was andere schon umgesetzt haben und sich 
inspirieren lassen, die Dinge zu ändern und zu verbessern.

von Paul B. (paul_baumann)


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Schüttelreim dazu:
Viel besser noch als Hacker werden:
Kauf Schafe und hüt' wacker Herden!

MfG Paul

von Mani W. (e-doc)


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Wenn man Hardware - also auf Leiterplatten aufgebaute Schaltungen
"hacken" und Revers Ingenieur werden will, dann muss man schon
sehr viele Schaltungen vom Prinzip her erkennen können, anhand der
Anschlusspins und auch typischen Beschaltungen...

Selbst wenn ICs mit umgebogenen Pins (180 Grad) eingebaut wurden,
weil das Layout seitenverkehrt erstellt wurde - das braucht viel
Schaltungswissen in vielen Bereichen der Elektronik...


Es ist oft besser, Holz zu "hacken", damit es im "Hackerbüro" dann
auch angenehm warm ist...


Liebe Grüsse

Mani

von Michael K. (Gast)


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Hardware-Hack schrieb:
> Macht das jemand von euch?

Ständig.
Da selbst simpelste Modifikationen an existierenden Gerätschaften heute 
unter dem Buzzword Hardware Hacking laufen sind wir wohl alle Hardware 
Hacker.

Hardware-Hack schrieb:
> wie man an das Grundwissen kommt
Das ist einfach.
Du entwickelst am besten schon in jungen Jahren den Wunsch das zu lernen 
und verbringst den Rest Deines Lebens damit das zu tun.
An unterschiedlichen Punkten dieser nie endenen Lernkurve kannst Du halt 
unterschiedlich komlizierte 'Hacks' ausführen.

von Holm T. (Gast)


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Als erstes mal ordentliches Werkzeug anschaffen:

http://www.idealo.de/preisvergleich/ProductCategory/23022F2428512.html

Gruß,

Holm

von Gerald B. (gerald_b)


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Wenn man fragt, wie man Hacker wird, bzw. sich nur darauf konzentriert, 
einer zu werden, ist man diesem Ziel eigentlich ferner denn je ;-)

Es gibt so viele individuelle Wege, das wohl keiner dem anderen gleicht.
Es gibt Leute, die können gut mit Elektronik, andere besser mit 
Software. Der eine hat's studiert, der nächste sich selbst angelesen, 
wieder ein anderer ist mehr der Praktiker, dann gibt es Leute, die 
einfach drauf los experimentieren...
Was auch recht hilfreich ist, Aufgabenstellungen und Probleme auf 
unorthodoxe Art zu lösen, auf die "kein normaler Mensch" käme.

Beispiel: Vor ca. 15-20 Jahren wollte ich ein Programmiergerät um 
Flash-Bausteine beschreiben zu können. 400 Äste sprengten aber mein 
Budget. Ich hatte ein altes Mainboard rumliegen und erinnerte mich 
daran, das man das BIOS per Diskette flashen kann. Irgendwo hatte ich 
davon gelesen, das man per Hotflash den Chip eines toten Mainboards mit 
einem identischen 2. funktionierenden Mainboard wiederbeleben kann, 
indem man nach dem Booten den BIOS Chip unter Spannung tauscht und 
flasht - Hotflash!
Das ist erstmal sehr riskant. Also überlegte ich, wie man das Risiko 
minimieren kann und das Verfahren verbessern kann. Statt des billigen 
Stecksockels auf dem Mainboard verwendete ich huckepack einen 
Schwenkhebelsockel. Ich setzte meinen BIOS Chip in den 
Schwenkhebelsockel, startete und tauschte danach gegen einen leeren Chip 
und beschrieb den. Test: das Board bootete auch von dem.
Phase 2: ich wollte auch Chips mit anderen Binärfiles beschreiben, wie 
mit einem Programmiergerät. Autsch! Das BIOS-Upateprogramm erkannte, das 
meine Datei kein BIOS war. Also andere Programme von anderen Herstellern 
und andere Programmrevisionen getestet, bis ich fündig wurde. 
Schließlich fand ich ein Programm, das mich zwar warnte, ich die Warnung 
aber ignorieren konnte. Logisch, ich wollte ja was anderes flashen ;-)
Für mich stellte sich nie die Frage, ob das hacken ist. Ich wollte ohne 
viel Kohle abzudrücken Chips beschreiben können. Das Board hatte einen 
Zeitwert von vielleicht 10-20 Euro, der Prozessor war gebraucht und lag 
rum. Das RAM war ein lächerlich kleiner Riegel, der ebenfalls in der 
Wühlkiste lag. Eine Schwenkhebelfassung, die ich mal neu und günstig auf 
dem Flohmarkt ergattert hatte. Dazu eine vergoldete Stiftleiste. Also 
hatte ich für ca. ein Zehntel des Preises ein "Programmiergerät", das 
meinen Ansprüchen genügte.
Aber mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt. Das mußte doch noch simpler 
gehen! Mir fiel meine olle Netzwerkkarte ein, die sich per BOOT-ROM 
nachrüsten ließ - nur waren deren Lötaugen blind und es war kein Sockel 
bestückt. Kein Problem, dann lötet man den halt nachträglich auf :-)
Ab auf die Seite des Chipherstellers und gucken, was der so zum Download 
bietet. Dort auch mal in alle "Ecken" gucken, z.b. AppNotes für OEM 
Kunden usw... dort fand ich ein Flash-Tool. Also einen Chip in den 
Sockel und mal probiert, ob sich Daten mit dem Proggi schreiben lassen. 
Bingo, dem Tool war's sogar egal, was ich ihm da unterschob! So konnte 
ich mit einer 4€ Karte Chips beschreiben ;-)))
Manche Dinge tat ich nicht aus einer Notwendigkeit heraus, sondern aus 
sportlichem Ehrgeiz.
Besagte Netzwerkkarte hatte einen kleinen seriellen EEPROM, den man mit 
einem DOS Programm konfigurieren konnte. Was man mit der Software aber 
nicht konnte, war die ebenfalls in diesem Chip gespeicherte MAC ID, eine 
weltweit eindeutige Nummer, ändern.
Also lötete ich diesen Chip aus, las ihn auf einem Programmiergerät aus 
und fahndete mit dem HEX-Editor nach der MAC ID, die ich von der Karte 
schon kannte. Bingo, da war sie. Also überschrieb ich die Nummer mal 
probeweise am Programmer, lötete den Chip wieder auf und warf das DOS 
Proggi an. Es moserte, das die Prüfsumme nicht stimmte, bot mir aber an, 
das zu korrigieren :-D
Jemand, der mehr Erfahrung mit Software hat, hätte vielleicht das DOS 
Programm, so "bearbeitet", das es die MAC-ID ändern kann.
Viele Wege führen nach Rom, oder ins ROM :-)
Doch ist nicht alles, was man so durch "Spielerei" lernt, nutzlos.
In meinem Job hatten wir das Problem, das das Mainboard einen 
Industrie-PC's gestorben war. Bei einem Austausch des Boards mußte aber 
Windows neu installiert werden, weil auf dem neunen Board mit zwar 
identischer Hardware die onboard Netzwerkkarte eine andere MAC-ID hatte 
und das Betriebssystem daran die Karten unterscheidet. Nur den Treiber 
ändern war unter dem krätzigen Windows-NT nicht.
Der Servicetechniker sagte: Neuinstallieren!
Ich guckte mir das MoBo an und sah, das das EEPROM des Netzwerkchips 
gesockelt war. Was tat ich? Ich tauschte von beiden Platinen die 
EEPROMs! So konnte ich sogar noch was dem Servicemenschen beibringen ;-)
Das sind ein paar Beispiele. Jeder Hardcorebastler, der nicht nur andere 
fragt, sondern selbst recherchiert und probiert, kann sicherlich 
ähnliche, oder auch ganz andere Dinge zum Besten geben, denke ich.

von Mani W. (e-doc)


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Michael K. schrieb:
> Das ist einfach.
> Du entwickelst am besten schon in jungen Jahren den Wunsch das zu lernen
> und verbringst den Rest Deines Lebens damit das zu tun.
> An unterschiedlichen Punkten dieser nie endenen Lernkurve kannst Du halt
> unterschiedlich komlizierte 'Hacks' ausführen.



Ack...


Kann man unmöglich in einem Kurs lernen, aaaaußer der dauert dann
30 Jahre und mehr...

von Unbekannt U. (Gast)


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Hardware-Hack schrieb:

> Das ganze fand ich sehr interessant, sodass ich gerne wissen würde wie
> man an das Grundwissen kommt um die Erfahrung zu haben, so etwas zu
> machen.

Also, eigentlich hast Du Dir die Frage schon selbst beantwortet:

a.) Jegliches Wissen, auch Grundwissen, erlangt man durch lernen.

b.) Erfahrung hat man, wenn man sie gesammelt hat. Erfahrung sammeln tut 
man durchs tun. Und da dabei hauptsächlich durch Misserfolge.


Um zum echten "Hacker" zu werden, kommen noch einige essentielle Dinge 
dazu:

c.) Geduld, Hartnäckigkeit und Ausdauer, hohe Frustationstoleranz, ein 
absolute Wille zum Ziel zu gelangen, egal wie schwer und zermürbend der 
Weg ist.

d.) "Respektlosigkeit": Man muss irgendwie gut schätzen können, was 
funktionieren kann, und was nicht. D.h. manches "geht nicht" ist 
unüberwindbar (Mathematik, Naturwissenschaften), und manches "geht 
nicht" ist nur Show (Vorschriften, Gewohnheiten).

e.) Spieltrieb, Neugierde, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit: Du 
willst etablierte Wege verlassen, Dinge anders machen als der Rest der 
Welt. Ein Hacker macht viel, einfach um zu schauen, was geht und was 
nicht. Er spielt.


Und am aller wichtigsten ist, auch wenn es etwas komisch klingt, eine 
gewisse Intelligenz die schon ein gutes Stück über dem Durchschnitt 
angesiedelt ist. Das hat aber nichts mit Schulnoten zu tun. Schulnoten 
sagen gar nichts über die Intelligenz aus. Aber allen (erfolgreichen) 
Hackern ist eines gemein: Sie sind sehr intelligent und clever. So oder 
so.

von Mani W. (e-doc)


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Ich habe so um 1990 eine Computerplatine für einen IBM kompatiblen
PC mit 10 MHz gehackt, das war eine Steckplatine ca. 10 x 30 cm,
doppelseitig und ca. 35 ICs (samt Delays)...


Da diese damals sehr teuer war, beschlossen ein Kollege und ich,
diese nachzubauen...


Die Lötseite und Bestückungsseite wurden in einem normalen
Kopierer halbwegs abgenommen, die Leiterbahnen mit dem
Ohmmeter ausgeforscht samt Durchkontaktierungen - Schaltplan gab
es natürlich nicht, und das Ergebnis wurde auf Folien mit
schwarzen Bändern nachgeklebt - eine Riesenarbeit über einen
Monat...


Dann ließen wir die Leiterplatte fertigen und nach Bestückung
hat sie auf Anhieb funktioniert - kaum zu glauben...


Das war wohl der größte Hack von Hardware in meinem Leben obwohl
ich heute nicht mehr weiß, wozu diese Steckplatine gut war...

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