Hallo gar nicht mal so wenige Videotutorials und Erklärungen aus dem Bereich Elektronik, Physik und Grundlagenvideos in englischer Sprache stammen von Indern. Während die eigentliche Erklärungen Inhaltlich oft sehr gut sind, habe ich mit den sprachlichen Verständnis doch fast immer größere Probleme. Egal ob jetzt "einfacher" privater Hobbybastler oder ein Professor bei einen "öffentlichen" Vortrag, es ist fast immer sehr schwer und anstrengend diese rein sprachlich zu verstehen-irgendwie klingt das oft wie ein gezogener "Sing-Sang" der zusätzlich auch irgendwie genuschelt ist (obwohl es "Nuscheln" auch nicht ganz genau trifft). Wenn hingegen ein Osteuropäer, Niederländer, Franzose, Deutscher ;-)... englischsprachige in Videos spricht ist das meist sehr gut verständlich. Wie sind da eure Erfahrungen, seht ihr das auch so oder ist euere Erfahrungen da ganz anders? Vielleicht sind hier auch Muttersprachler in Hindi(?) unterwegs die aus erste Quelle etwas dazu sagen können, vor allem da doch Englisch auch Amtssprache in Indien ist? Mir ist klar das diese Frage eigentlich in das Offtopic Forum gehört, aber dank den Anmeldezwang wird das wohl der Moderator erledigen... Apu
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Apu schrieb: > mit den sprachlichen Verständnis doch fast immer größere Probleme. Egal ob Ostfriesen, Inder oder Texaner: Da muß man sich "reinhören".
Sie bleiben in ihrer Sprachfamilie, daher der Sing-sang und Begleiteffekte. Deutliches Zeichen für ein sehr spätes oder rudimentäres Lernen der Zweitsprache. Genauso wie man ein chinesisches Datenblatt schon daran erkennt, daß es 'malerische' Schriftarten verwendet. Das ist in den Augen eines Chinesen einfach der schönere Schriftsatz - denn er sieht so aus wie ihre eigene Schriftsprache. Aus der Sicht des Inders sind wir wahrscheinlich unglaublich hart und wenig formenreich in unserer eigenen Aussprache.
Ich war mal auf einem Analog Devices Seminar. Ein älterer Mitarbeiter sprach feinstes Oxford English, wunderbar zu verstehen. Ein anderer sprach diesen spitzen schottischen Akzent, auch noch gut zu verstehen. Aber der aus Amiland sprach dieses genuschelte Kaugummi-Amerikanisch, fast völlig unverständlich.
Peter D. schrieb: > Ich war mal auf einem Analog Devices Seminar. > Ein älterer Mitarbeiter sprach feinstes Oxford English, wunderbar zu > verstehen. > Ein anderer sprach diesen spitzen schottischen Akzent, auch noch gut zu > verstehen. > Aber der aus Amiland sprach dieses genuschelte Kaugummi-Amerikanisch, > fast völlig unverständlich. Gibts auch innerhalb von England, bei Meetings mit Leuten aus diversen Teilen der Insel kann auch mal "Back to english, please" in den Raum gerufen werden damit die Leute ihr niederbayrisch-Äquivalent wieder ablegen ;)
Ich habe die umgekehrte Erfahrung gemacht: In einem Hotel in London waren fast nur Leute aus Indien als Angestellte. Sie sprachen alle einen sehr harten Akzent und weil sie auch (auf mein Bitten) langsam sprachen, verstand ich sie sehr gut. MfG Paul
ich telefoniere regelmäßig mit Kollegen in Jaipur oder Manila. Einige davon sind auch hier bei uns. Während man die Jungs und Mädels von den Philippinen in aller Regel sehr gut versteht, ist es bei den indischen Kollegen meist wirklich sehr anstrengend. Man kann sich irgendwann "einhören", aber es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. In Indien selbst ist die Verständigung über Landesteile hinweg auf Grund der sprachlichen Vielfalt wohl auch nur in Englisch möglich. Allerdings hat sich in Indien halt ein sehr eigener Dialekt entwickelt, der mit dem Oxford-Englisch nicht wirklich vergleichbar ist. Das gleiche Phänomen findet man aber auch an anderer Stelle. Ich bin öfter mal in Namibia. Da ist Englisch auch Amtssprache - allerdings auch mit einem sehr eigenen Dialekt, der auch wieder meilenweit von dem entfernt ist, was in Indien gesprochen wird. Dort waren halt andere Einflüsse am Werk. Sprache ist nunmal keine statische Angelegenheit - sie entwickelt sich. Und dort wo unterschiedliche Einflüsse einwirken, ist auch die Entwicklung anders. In Indien hat sie sich halt in eine Richtung entwickelt, die für uns oft nur schwer verständlich ist.
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Apu schrieb: > es ist fast immer sehr schwer und > anstrengend diese rein sprachlich zu verstehen Ich nehme an, Du warst noch nicht in den Südstaaten der USA. Dann würdest Du Dich zu den Indern zurücksehnen. Und Franzosen, die englisch sprechen? Komm, das hast Du jetzt aber aus Grimms Märchen.
Timm T. schrieb: > Und Franzosen, die englisch sprechen? Komm, das hast Du jetzt aber aus > Grimms Märchen. Hatte er davon irgendwo geschrieben? Ansonsten: das ist eine Frage des (Un-)Willens. Ich habe anlässlich einer FreeBSD-Konferenz vor vielen Jahren mit einem französischen FreeBSD-Entwickler den Yosemite-Nationalpark besucht, wir hatten keinerlei Probleme, uns zu unterhalten. Auch die anderen Franzosen dort waren besser zu verstehen als manch Amerikaner.
Jörg W. schrieb: > Hatte er davon irgendwo geschrieben? Apu schrieb: > Wenn hingegen ein Osteuropäer, Niederländer, Franzose, Deutscher ;-)... > englischsprachige in Videos spricht ist das meist sehr gut verständlich. Das mit den Franzosen war sicher nicht ganz ernst gemeint. Das Vorurteil hört man aber häufiger.
Naja, also den Prof. Fernandes aus dem Video finde ich gar nicht mal so schlimm. Das Audio ist halt übersteuert. ein Inder, der meint, Deutsch zu verstehen würde auch die Hände über dem Kopf schlagen, wenn er einem Bayer zuhören müsste. Wir hatten an der Uni nen Dozenten, der war Schwabe, das sind die wo kein Deutsch könne, weischt? Es fuhr einem jedes mal ein Schauer den Rücken runter, wenn man sich mit ihn nach der Vorlesung oder im Büro auf Deutsch unterhalten hat, aber in der Vorlesung hat er perfektes, akzentfreies Englisch gesprochen.
Alexander S. schrieb: > Das mit den Franzosen war sicher nicht ganz ernst gemeint. Das > Vorurteil hört man aber häufiger. Nene, das ist kein Vorurteil, das ist Erfahrung. Selbst im Hotel, Englisch an der Rezeption: Keine Chance.
Günter M. schrieb: > ch bin öfter mal in Namibia Da soll doch auch noch deutsch gesprochen werden, wie hört sich das eigentlich an?
Oliver S. schrieb: > Da soll doch auch noch deutsch gesprochen werden Wenig bis gar nicht. Warum auch? Der Kaiser ist da schon lange weg. Seine Beamten sind rechtzeitig wieder nach Hause gegangen.
Apu schrieb: > Wenn hingegen ein Osteuropäer, Niederländer, Franzose, Deutscher ;-)... > englischsprachige in Videos spricht ist das meist sehr gut verständlich. Für dich. Spricht hingegen ein Texaner, Waliser, Japaner oder Peruaner Englisch oder was sie dafür halten, verstehst du auch kein Wort. Alexander S. schrieb: > Das mit den Franzosen war sicher nicht ganz ernst gemeint. Das > Vorurteil hört man aber häufiger. Das kann er ja auch noch nie gehört haben, die sprechen einfach kein Englisch. Das fällt bei denen unter not invented here.
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Michael B. schrieb: > Das kann er ja auch noch nie gehört haben, die sprechen einfach kein > Englisch. Geht halt nichts über ein gepflegtes Vorurteil.
Timm T. schrieb: > Nene, das ist kein Vorurteil, das ist Erfahrung. Selbst im Hotel, > Englisch an der Rezeption: Keine Chance. Interessant. Hast Du vorher ein, zwei Worte Französisch ausprobiert, oder bist Du gleich mit Englisch auf die Leute zugegangen? Meine Erfahrungen sehen da etwas anders aus; jüngere Franzosen (unter 40) sprechen durchaus Englisch, und das sowohl passabel als auch gerne. Es kann sogar vorkommen, daß sie es einem aufnötigen, obwohl man sich mit ihnen auf französisch unterhalten will (und so schlecht ist mein Französisch dann auch wieder nicht, als daß man sich aus Notwehr des Englischen bemächtigen müsste). Das war lustig; ich war in einem Telephonladen und wollte eine eingeborene Telephonkarte kaufen, der Verkäufer erklärte mir auf Englisch, daß er meine Wünsche leider nicht erfüllen könnte, nachdem ich ihm auf Französisch erklärt habe, was ich will. Interessant ist auch noch, wo in Frankreich. Ich war unter anderem vor ein paar Jahren in der Auvergne (Massif Central und Umgebung) und in der Bretagne. Beides touristisch nicht so massiv überlaufene Gegenden wie die Île de France oder der Mittelmeerraum.
Jörg W. schrieb: > Wenig bis gar nicht. Warum auch? Der Kaiser ist da schon lange weg. DAS haben aber noch nicht alle mitbekommen: http://www.az.com.na/ Liest sich wie eine Landpostille aus der Eifel.
Timm T. schrieb: > Alexander S. schrieb: >> Das mit den Franzosen war sicher nicht ganz ernst gemeint. Das >> Vorurteil hört man aber häufiger. > > Nene, das ist kein Vorurteil, das ist Erfahrung. Selbst im Hotel, > Englisch an der Rezeption: Keine Chance. Das ist deren Art zu sagen: 'Wir wollen dich hier nicht. Wir wollen hier nur Franzosen (bzw. keine Deutschen)' Die sprechen genauso gut oder schlecht Englisch wie die Deutschen. Ich war bei Airbus in Toulouse und da braucht man schon ein dickes Fell wenn die offensichtlich über dich sprechen, lachen, faxen machen aber nur ins englische wechseln wenn es bei deren Problemen hilft. Mag auch daran gelegen haben das ich bei 1AT Troubleshooting keine übertriebene Rücksicht auf die Befindlichkeiten unerfahrener Ings nehmen konnte. Das Leben ist kein Ponyhof.
Zu der ursprünglichen Frage gibt es noch einen älteren Text, den ich vor Jahren zu verstehen versucht habe. Googlen nach "ruin sorbees" oder "Tendjewberrymud" (room-service und thank-you-very-much) findet das dutzendfach. http://dict.leo.org/forum/viewGeneraldiscussion.php?idThread=742583 Auch als Video: https://www.youtube.com/watch?v=tIjrNZchMiM
Da macht sich jemand über non-native-Speakers lustig. Haha. Wer das nicht versteht, was der Mensch am anderen Ende der Leitung von sich gibt, spricht/versteht schlicht und einfach nicht besonders gut Englisch. Richtig dumm ist die komplett falsche Transkription, die wohl den "Witz" ausmachen soll. Haha. Irrsinnig komisch.
Ist das Englisch für die Inder eine "native" Sprache? Ich weiß nicht wieweit zweihundert Jahre Kolonialgeschichte das geändert haben. In der Bahn höre ich gelegentlich französisch sprechende Afrikaner, das ist mit dem europäischen Französisch im Ohr auch schwer verständlich, scheint aber ihre Alltagssprache zu sein. Klar die "Lautschrift" ist natürlich absichtlich so verfasst.
Christoph K. schrieb: > Ist das Englisch für die Inder eine "native" Sprache? Es wird nicht als solche angesehen, das ist nur eine Zweitsprache. Klingt halt für die, die nur deutsches Schulenglisch gewohnt sind, sehr ungewohnt, aber das tut ja schon Dave Jones, obwohl der nur Australier ist (und damit eindeutig zu den "native speakers" zu rechnen ist). Andererseits klingt das deutsche Schulenglisch für englische Muttersprachler auch ... eigenartig. "Vat is zat?" Das besondere beim Englischen ist halt, daß es wesentlich mehr Nichtmuttersprachler als Muttersprachler gibt, die sich der Sprache bedienen.
Es kann auch sein, dass man eine Sprache besser und schneller spricht als man sie versteht. Das führt dann natürlich dazu, dass die Person am anderen Ende das automatisch falsch einschätzt. Grad bei Englisch, mit dem man sehr viel schriftlich zu tun hat und Vokabular und Ausdrucksformen auch daraus lernt, kann das vorkommen. Nur fehlt dann die Übung im Verständnis gesprochener Sprache. Völlig normal ist es, dass man sich mit Dialekten in einer Fremdsprache wesentlich schwerer tut als in der Muttersprache. Selbst wenn sie nur relativ dezent rüberkommen. Eine Amerikanerin, die im Grenzbereich zur Schweiz lebte, betrachtet schon Schweizer Hochdeutsch als Halskrankheit (O-Ton).
Bei der Einschätzung der eigenen Sprachfähigkeit sollte man auf eine Falle achten. Sowohl Wahrnehmung als auch Verwendung der phonetischen Elemente einer Sprache wird im Kindesalter perfektioniert. Phonetische Elemente, die die Muttersprache nicht enthält, werden dabei nicht eingeübt. Später lässt sich das nur begrenzt nachholen. Als Folge davon ist auch die Wahrnehmung von subtilen Unterschieden und Fehlern in diesem Bereich, ob die eigenen oder die anderer, entsprechend eingeschränkt. Es ist dieser Effekt, der beispielsweise Japanern das Problem mit "l" und "r" im Deutschen einbringt und hierzulande für allerlei Sprachwitze sorgt. Die diversen deutschen Phoneme dazu gibt es im Japanischen nicht, oder deutlich anders. Das hat Folgen sowohl für die Aussprache, als auch für die Wahrnehmung der Laute. Das führt zwar einerseits dazu, dass Sprachen mit verwandter Phonetik besser erfassbar sind. Andererseits führt es aber auch leicht dazu, dass man Fremdsprachen-Sprecher mit phonetisch verwandten Muttersprachen anders einschätzt, als andere Fremdsprachen-Sprecher. Man das also nicht objektiv sieht. Pointiert ausgedrückt: Wenn man die Sprachfähigkeit einer Gruppe von Leuten einschätzt, die alle Englisch relativ gut als Fremdsprache sprechen, dann kann es leicht passieren, dass derjenige, den man als besten Sprecher einschätzt, Deutscher ist. Nicht weil er so gut ist, sondern weil er jene Fehler macht, die man aus genanntem Grund selbst schlechter wahrnimmt.
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Marek N. schrieb: > aber in der Vorlesung hat er perfektes, > akzentfreies Englisch gesprochen. Wobei es bekanntlich auch Englisch mit schwäbischem Einschlag gibt. Seither wollen die Engländer raus aus der EU. ;-) Eine meiner Englischlehrerinnen war passenderweise partout der Ansicht, dass die Lautbildung des Schwäbischen dem Englischen näher sei als im Hochdeutschen.
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