Hallo Leute, ich habe hier im Forum auch Fragen beantwortet, die über meine bisherigen Anliegen hinausgingen. Somit mal eine ungewöhnliche Frage, die vllt. nicht so viel mit Elektronik zu tun hat: Ich arbeite an der Neuentwicklung eines Drucksystems. Bald wird sich die Frage nach der Evaluierung der Ausdrucke stellen: Wie gut etc... sind diese. Nun verfügen wir bereits über ein hochauflösendes Scansystem. Es bleibt "nur" die Frage, wie ich mit einer Software Testausdrucke bewerten kann. Es entstehen verschiedene Parameter, wie Schärfe, Farbechtheit etc... aber auch typisch druckspezifische Fragen wie auftretende Streuung (Satteliten) der Tropfen, Geradheit von einpixeligen Linien, Farbverläufe, Greyscale etc.... Wäre ja irgendwie cool, wenn es da eine Software gebe, die mir das macht... ImageJ kommt schon recht gut an die Realität ran, scheint aber seinen Schwerpunkt mehr auf der quantitativen Bildanalyse zu haben, was ich möchte ist mehr die qualitative Analyse.
Hallo,
sich nur auf einen Scanner / eine Software verlassen um die Qualität
eines Ausdruckes zu bewerten geht nur mit einwandfrei sauberen und
kalibrierten Systemen...
Sollte außerdem ein mehrfaches an Auflösung haben als die
Druckauflösung.
Sende mal deine Ausdruck an mich, ich schaue mal mit meinem Fadenzähler
´drüber ;-)
P.S.: welche Auflösung soll dein neu entwickeltes Drucksystem haben?
Benutzt du einen Druckkopf von Canon, Epson oder HP oder hast du
dir selber einen gebaut ?
Bitte halte mich auf dem laufenden, interessiert mich wirklich !
Du solltest mal "über den Gartenzaun" sehen - ist wohl ein typisches
IT-Problem.
Im Druckgewerbe bzw. heute bei den "Mediengestaltern" und
"Medienoperatoren" für "Print" weiss man schon seit einigen Jahrzehnten,
wie man Drucke bewertet - unabhängig davon, wie sie zustande kommen.
Im Wesentlichen sind das folgende Eigenschaften:
- Tonwertumfang & Farbraum (Gamut)
- Tonwert/Farbabweichungen von Vorgaben ("Delta-E")
- Reproduzierbarkeit/Gleichmäßigkeit (systematischer/stochastischer
Fehler)
- Haltbarkeit/Lichtechtheit
- Auflösung
... das wars auch schon.
Habe einen alten HP Business Inkjet 1200. Der testet seine Ausdrucke z.B. nach dem Einstecken neuer Druckköpfe selbst! Dazu druckt der natürlich nicht kleine Buchstaben und scannt sie anschließend hochauflösend, sondern er druckt mehrere Streifenmuster mit Distanzvariationen. Bei den Ausdrucken sieht man dann selbst von 1m Abstand, ob sauber gedruckt wurde oder nicht. Der Drucker "scannt" das mit irgendeiner bläulichen Lichtquelle am Druckkopf, sieht man ggf. recht gut. Kurz gesagt, ein Scanner ist nicht nötig, nur die Testseite die zum Drucker gesendet wird muss passen.
Michael S. schrieb: > Hallo & Danke für die Mail, war interessant! Hallo, Hätten Sie in der Hinsicht eine Idee, wir haben da jetzt auch einige Halblösungen mal angefangen weiter zu verfolgen.... mal schauen wie's wird.
...naja, ich bin Techniker für Farbkopiersysteme & Plotter. Hier ist es auch so das es einige Geräteeigene Kalibrierungen & Qualitätseinstellungen gibt. Plotter = großer Tintenstrahler, wie von Uwe S. bereits beschrieben erfolgt hier bei den besseren Modellen auch ein Selbsttest, bei Canon z.B. mit einem Multisensor, sitzt direkt neben dem Druckkopf und verfügt über RGB-LED und Sensor, hier erfolgt bei Erst-Install. oder später bei Justage u.a. vor allem die Farbregistrierung, d.h. die bekannten Strichmuster oder Barcodeähnlichen Muster werden gedruckt und wieder eingelesen und justiert, musste man ja früher bei vielen Druckern von Hand machen. Bei den Farbmaschinen aller Hersteller gibt es auch eine ganze Reihe von Justagen, kann eine regelrechte Justageabfolge von bis zu 30 Punkten sein bei der Installation. Zunächst die Bildgeometrie, mittiger / rechtwinkliger Einzug aus allen Kassetten und Multifeedeinzug, überall korrekte und gleiche Seitenränder etc. Dann Farbkalibrierung, hierzu sieht die Maschine sich erzeugte Patterns (C,M,Y,Bk) auf dem Transferbelt an, mit meist 2 ID-Sensoren. Das kann auch schonmal etwas länger dauern wenn z.B. die Umweltbedingungen nicht stimmen, sprich die Maschine in der Nähe einer Tür steht und sich Temp. / Luftfeuchtigkeit plötzlich kurzzeitig ändern... Der Farbraum (Gamut) wird im Wesentlichen durch die verwendeten Farbsubstanzen (Toner bei den Kopierern / Tinte bei den Plottern) vorgegeben sowie die Trommelmaterialien usw. (das Papier spielt auch eine nicht zu unterschätzende Rolle!) Weiterhin erfolgt auch hier eine Farbregistrierung, vor nicht allzulanger Zeit noch per Ausdruck und manueller Kontrolle per Fadenzähler & Eingabe der Werte, nun aber auch automatisch möglich und in wenigen Sekunden erledigt. Meiner Meinung nach ist jedoch immer der Scanner der Knackpunkt. D.h. man muß nach einer Justage immer noch in der Lage sein zu beurteilen ob das Ergebniss plausibel ist oder die Maschine nur etwas vorgaukelt. Beispiel: Neues Gerät ist beim Transport mit der Spedition ´leicht umgefallen´ , nun ist Rahmen etwas verzogen, Schlittenlauf vom Scanner dementsprechend schief. Die automatische Justage per Scanner erfolgt aber trotzdem - das zieht natürlich einen schönen Versatz auf den Ausdrucken nach sich.... Oder das Gerät steht im Container in einer Werkhalle, d.h. Staub, Staplerverkehr, Schweißgeräte, Raucher... Spiegel, ID-Sensoren, Transferband verschmutzen, belegen sich - Kalibrierung kann niemals stimmen - Farbdrucke stichig / fehlfarbig. Somit ist es event. sinnvoll sich eine / mehrerer Referenzvorlagen per Druck oder Fototechnik erstellen zu lassen und damit kann man dann die mit dem Gerät erstellten Ausdrucke in allen wichtigen Belangen vergleichen, sprich sowohl Bildgeometrie als auch Farbraum usw. Wenn dann hierfür ein qualitativ hochwertiger, kalibrierbarer Scanner verwendet wird sollten sich auch schon durch Scans nebeneinander oder übereinander legen Abweichungen oder andere Defizite erkennen lassen. Die im ersten Beitrag genannte Problematik der Sattelitentropfenbildung bei Tintenstrahldruckern ist auch bei den ´großen Herstellern´ ein Thema. Nicht umsonst werden die genauen Tintenzusammensetzungen wie das CocaCola-Rezept gehütet. Bei der von Canon von Anfang an verwendeten ´BubbleJet´-Technologie welche auf der Bildung winziger Dampfblasen durch Heizelemente beruht ist das nicht gerade einfach zu beherrschen, hier kommt es durch das Zusammenfallen der Dampfblase und nach Ausstoß des primären Tintentropfens meist noch zu einem schwächeren ´Nachschuß´ - der Druckkopf hat sich in der Zwischenzeit aber vielleicht schon weiterbewegt und andere Düsen (beim Kopf PF-04 um die 12.000 Düsen) drucken nun schon eine andere Farbe... Auf jeden Fall ist die Ansteuerelektronik für den Kopf eine eigene Wissenschaft für sich ;-) Ich habe mich nur mal dafür interessiert um herauszufinden ob sich Platinen irgendwie mit der Technik herstellen lassen. Hintergrund: noch zu Lehrzeiten stellten wir Platinen in mühevoller Handarbeit mit Abreibesymbolen her (wer suchen, sprich googeln möchte: ´Typofix´ war der Name der Folien) Gibt es ja heutzutage als Schriftsymbole etc. immer noch. Dann stellte sich heraus das eine bestimmten Tusche auch ausreichend ätzbeständig war - Karminrot ! Damit konnte man mit den Tuschezeichenstiften (Scribent) für technische Zeichner arbeiten und die vorher gut gesäuberten Platinen zeichnen - sah echt gut aus nach dem ätzen! Hatte mir dann später EPSON R800 gekauft, zieht statt des CD-Trays auch Platinen ein, kann man auch rot bedrucken, Platinen müssen dann aber noch gut erwärmt werden, dann ätzen - fertig. Aber dann diese Technik aufgegeben wegen dem ganzen Ätzvorgang - macht ja mehr Schaden, - da kann man sich die Platinen die man braucht auch so bestellen.... So, nun höre ich mal auf, habe eben schon fast Paltine statt Platine geschrieben ;-) Tschüß & wech !
danke für die ausführliche Darstellung. Platinen zu bedrucken, sollte prinzipiell möglich sein. Soweit ich das Weiß ist unsere Tinte ebenfalls Ätzbeständig, nur ist die Frage ob zwei LayerPlatinenDrucker irgendwie relevant sein können in unserer Zeit?
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