Forum: Offtopic Druckqualität beurteilen mit einer Software


von Benito P. (benito_juarez)


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Hallo Leute,
ich habe hier im Forum auch Fragen beantwortet, die über meine 
bisherigen Anliegen hinausgingen.
Somit mal eine ungewöhnliche Frage, die vllt. nicht so viel mit 
Elektronik zu tun hat:
Ich arbeite an der Neuentwicklung eines Drucksystems. Bald wird sich die 
Frage nach der Evaluierung der Ausdrucke stellen: Wie gut etc... sind 
diese.

Nun verfügen wir bereits über ein hochauflösendes Scansystem. Es bleibt 
"nur" die Frage, wie ich mit einer Software Testausdrucke bewerten kann.
Es entstehen verschiedene Parameter, wie Schärfe, Farbechtheit etc...
aber auch typisch druckspezifische Fragen wie auftretende Streuung 
(Satteliten) der Tropfen, Geradheit von einpixeligen Linien, 
Farbverläufe, Greyscale etc....
Wäre ja irgendwie cool, wenn es da eine Software gebe, die mir das 
macht...
ImageJ kommt schon recht gut an die Realität ran, scheint aber seinen 
Schwerpunkt mehr auf der quantitativen Bildanalyse zu haben, was ich 
möchte ist mehr die qualitative Analyse.

von Michael S. (bitpulse)


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Hallo,

sich nur auf einen Scanner / eine Software verlassen um die Qualität 
eines Ausdruckes zu bewerten geht nur mit einwandfrei sauberen und 
kalibrierten Systemen...
Sollte außerdem ein mehrfaches an Auflösung haben als die 
Druckauflösung.

Sende mal deine Ausdruck an mich, ich schaue mal mit meinem Fadenzähler 
´drüber ;-)

P.S.:  welche Auflösung soll dein neu entwickeltes Drucksystem haben?
       Benutzt du einen Druckkopf von Canon, Epson oder HP  oder hast du
       dir selber einen gebaut ?

Bitte halte mich auf dem laufenden, interessiert mich wirklich !

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Du solltest mal "über den Gartenzaun" sehen - ist wohl ein typisches 
IT-Problem.

Im Druckgewerbe bzw. heute bei den "Mediengestaltern" und 
"Medienoperatoren" für "Print" weiss man schon seit einigen Jahrzehnten, 
wie man Drucke bewertet - unabhängig davon, wie sie zustande kommen.

Im Wesentlichen sind das folgende Eigenschaften:

- Tonwertumfang & Farbraum (Gamut)
- Tonwert/Farbabweichungen von Vorgaben ("Delta-E")
- Reproduzierbarkeit/Gleichmäßigkeit (systematischer/stochastischer 
Fehler)
- Haltbarkeit/Lichtechtheit
- Auflösung

... das wars auch schon.

von Michael S. (bitpulse)


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Hallo & Danke für die Mail, war interessant!

von Uwe S. (regionalligator)


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Habe einen alten HP Business Inkjet 1200. Der testet seine Ausdrucke 
z.B. nach dem Einstecken neuer Druckköpfe selbst! Dazu druckt der 
natürlich nicht kleine Buchstaben und scannt sie anschließend 
hochauflösend, sondern er druckt mehrere Streifenmuster mit 
Distanzvariationen. Bei den Ausdrucken sieht man dann selbst von 1m 
Abstand, ob sauber gedruckt wurde oder nicht. Der Drucker "scannt" das 
mit irgendeiner bläulichen Lichtquelle am Druckkopf, sieht man ggf. 
recht gut.
Kurz gesagt, ein Scanner ist nicht nötig, nur die Testseite die zum 
Drucker gesendet wird muss passen.

von Benito P. (benito_juarez)


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Michael S. schrieb:
> Hallo & Danke für die Mail, war interessant!

Hallo, Hätten Sie in der Hinsicht eine Idee, wir haben da jetzt auch 
einige Halblösungen mal angefangen weiter zu verfolgen.... mal schauen 
wie's wird.

von Michael S. (bitpulse)


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...naja, ich bin Techniker für Farbkopiersysteme & Plotter. Hier ist es 
auch so das es einige Geräteeigene Kalibrierungen & 
Qualitätseinstellungen gibt.

Plotter = großer Tintenstrahler, wie von Uwe S. bereits beschrieben 
erfolgt hier bei den besseren Modellen auch ein Selbsttest, bei Canon 
z.B. mit einem Multisensor, sitzt direkt neben dem Druckkopf und verfügt 
über RGB-LED und Sensor, hier erfolgt bei Erst-Install.  oder später bei 
Justage u.a. vor allem die Farbregistrierung, d.h.  die bekannten 
Strichmuster oder Barcodeähnlichen Muster werden gedruckt und wieder 
eingelesen und justiert, musste man ja früher bei vielen Druckern von 
Hand machen.

Bei den Farbmaschinen aller Hersteller gibt es auch eine ganze Reihe von 
Justagen,  kann eine regelrechte Justageabfolge von bis zu 30 Punkten 
sein bei der Installation.

Zunächst die Bildgeometrie, mittiger / rechtwinkliger Einzug aus allen 
Kassetten und Multifeedeinzug, überall korrekte und gleiche Seitenränder 
etc.

Dann Farbkalibrierung,  hierzu sieht die Maschine sich erzeugte Patterns 
(C,M,Y,Bk) auf dem Transferbelt an,  mit meist 2 ID-Sensoren.
Das kann auch schonmal etwas länger dauern wenn z.B. die 
Umweltbedingungen nicht stimmen, sprich die Maschine in der Nähe einer 
Tür steht und sich Temp. / Luftfeuchtigkeit plötzlich kurzzeitig 
ändern...

Der Farbraum (Gamut)  wird im Wesentlichen durch die verwendeten 
Farbsubstanzen (Toner bei den Kopierern / Tinte bei den Plottern) 
vorgegeben sowie die Trommelmaterialien usw.     (das Papier spielt auch 
eine nicht zu unterschätzende Rolle!)

Weiterhin erfolgt auch hier eine Farbregistrierung,  vor nicht 
allzulanger Zeit noch per Ausdruck und manueller Kontrolle per 
Fadenzähler & Eingabe der Werte, nun aber auch automatisch möglich und 
in wenigen Sekunden erledigt.

Meiner Meinung nach ist jedoch immer der Scanner der Knackpunkt. D.h. 
man muß nach einer Justage immer noch in der Lage sein zu beurteilen ob 
das Ergebniss plausibel ist oder die Maschine nur etwas vorgaukelt.

Beispiel:  Neues Gerät ist beim Transport mit der Spedition ´leicht 
umgefallen´ , nun ist Rahmen etwas verzogen, Schlittenlauf vom Scanner 
dementsprechend schief.
Die automatische Justage per Scanner erfolgt aber trotzdem - das zieht 
natürlich einen schönen Versatz auf den Ausdrucken nach sich....

Oder das Gerät steht im Container in einer Werkhalle, d.h.  Staub, 
Staplerverkehr, Schweißgeräte, Raucher...     Spiegel, ID-Sensoren, 
Transferband verschmutzen, belegen sich - Kalibrierung kann niemals 
stimmen - Farbdrucke stichig / fehlfarbig.

Somit ist es event. sinnvoll sich eine / mehrerer Referenzvorlagen per 
Druck oder Fototechnik erstellen zu lassen  und damit kann man dann die 
mit dem Gerät erstellten Ausdrucke in allen
wichtigen Belangen vergleichen, sprich sowohl Bildgeometrie als auch 
Farbraum usw.
Wenn dann hierfür ein qualitativ hochwertiger, kalibrierbarer Scanner 
verwendet wird sollten sich auch schon durch Scans nebeneinander oder 
übereinander legen Abweichungen oder andere Defizite erkennen lassen.

Die im ersten Beitrag genannte Problematik der Sattelitentropfenbildung 
bei Tintenstrahldruckern ist auch bei den ´großen Herstellern´ ein 
Thema.  Nicht umsonst werden die genauen Tintenzusammensetzungen wie das 
CocaCola-Rezept gehütet.  Bei der von Canon von Anfang an verwendeten 
´BubbleJet´-Technologie  welche auf der Bildung winziger Dampfblasen 
durch Heizelemente beruht  ist das nicht gerade einfach zu beherrschen, 
hier kommt es durch das Zusammenfallen der Dampfblase und nach Ausstoß
des primären Tintentropfens meist noch zu einem schwächeren ´Nachschuß´ 
- der Druckkopf hat sich in der Zwischenzeit aber vielleicht schon 
weiterbewegt und andere Düsen (beim Kopf PF-04 um die 12.000 Düsen) 
drucken nun schon eine andere Farbe...

Auf jeden Fall ist die Ansteuerelektronik für den Kopf eine eigene 
Wissenschaft für sich  ;-)

Ich habe mich nur mal dafür interessiert um herauszufinden ob sich 
Platinen irgendwie mit der Technik herstellen lassen.

Hintergrund: noch zu Lehrzeiten stellten wir Platinen in mühevoller 
Handarbeit mit Abreibesymbolen her  (wer suchen, sprich googeln möchte: 
´Typofix´ war der Name der Folien) Gibt es ja heutzutage als 
Schriftsymbole etc. immer noch.

Dann stellte sich heraus das eine bestimmten Tusche auch ausreichend 
ätzbeständig war - Karminrot !    Damit konnte man mit den 
Tuschezeichenstiften (Scribent) für technische Zeichner arbeiten und die 
vorher gut gesäuberten Platinen zeichnen - sah echt gut aus nach dem 
ätzen!

Hatte mir dann später EPSON R800 gekauft,  zieht statt  des CD-Trays 
auch Platinen ein, kann man auch rot bedrucken, Platinen müssen dann 
aber noch gut erwärmt werden, dann ätzen - fertig.
Aber dann diese Technik aufgegeben wegen dem ganzen Ätzvorgang - macht 
ja mehr Schaden, - da kann man sich die Platinen die man braucht auch so 
bestellen....

So, nun höre ich mal auf, habe eben schon fast Paltine  statt Platine 
geschrieben  ;-)

Tschüß & wech !

von Benito P. (benito_juarez)


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danke für die ausführliche Darstellung.
Platinen zu bedrucken, sollte prinzipiell möglich sein.
Soweit ich das Weiß ist unsere Tinte ebenfalls Ätzbeständig, nur ist die 
Frage ob zwei LayerPlatinenDrucker irgendwie relevant sein können in 
unserer Zeit?

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