Es gibt - als billige Notversion - auch die Möglichkeit über einen
Scanner. Die hat aber ganz prinzipielle Schwächen, weil ein Scanner nur
RGB-Daten erfassen kann. Die Erstellung eines guten Farbprofiles
erfordert aber deutlich detailiertere - vor allem spektrale -
Informationen als nur drei "poplige" Farbkanäle. Damit ist ein Scanner
als Messgerät (egal wie gut er sonst sein mag) nur ein billigstes
3-Band-Colorimeter.
Will man es professionell machen, muss man ein "richtiges" Messgerät,
ein sog. Spektralfotometer, benutzen. Dazu wird vom Drucker zunächst
(mindestens) ein Testbild mit um die 1000 Messfelder, bei höheren
Ansprüchen auch mehrere Seiten mit insgesamt mehreren 1000 Messfeldern
ausgegeben.
Eine spezielle Profilierungs-Software kennt die Farbdaten in der
Testbilddatei (die Sollwerte) und berechnet aus den gemessenen Werten
vom Ausdruck (den Ist-Werten) ein sog. ICC-Farbprofil, welches die
Farbdruckereigenschaften beschreibt.
So ein Profil gilt aber nur für einen Drucker mit genau den
Einstellungen und Materialien, die bei der Erstellung verwendet wurden.
Sog. "Standardprofile" der Hersteller sind meist besser als Nichts, aber
nat. mitnichten individuell.
Farbprofile werden üblicherweise im Betriebssystem verankert (Windows:
"Farbverwaltung", Mac: "Colorsync"). Programme, die damit umgehen können
(und das sind definitiv nicht alle), verändern mit Hilfe des Profiles
die zum Drucker zu sendenden Daten so, dass die Ausgabe hernach relativ
richtig erfolgt.
Übrigens sind Farbdrucker, die über normale Druckertreiber an einem
Desktop-Betriebssystem angeschlossen werden aus Sicht des
Betriebssystems zu 99% RGB-Geräte. Natürlich wird am Ende mit CMYK
gedruckt, aber die Umrechnung dorthin, die sog. "Farbseparation" führt
der Druckertreiber oder die Druckerhardware ohne Einflussmöglichkeiten
aus.
Allerdings nützt ein profilierter Drucker ohne einen ebenfalls
profilierten Monitor nicht allzuviel, weil man Bilder und Farbflächen
vorher nicht visuell verlässlich abschätzen kann. Die Kette muss also
geschlossen sein, sonst funktioniert Colormanagement nicht.
Beispiel: http://www.colorpartner.de/images/CS_A+_I1.jpg