Hallo an alle, ich bin Mitglied eines Schützenvereins. Unsere Schießanlage befindet sich in einem Keller, etwa 8 m unter der Erde in einen Felsen gehauen. Die gesamte Mechanik der Schießscheibenwagen, der Schienen, der Seilzüge sowie der Motorsteuerungen ist aus normalem Baustahl gefertigt, die Steuerung der Kraftstrommotoren erfolgt über mechanische Endlagenschalter. Durch das feuchte Klima ist die ganze Sache hohem Verschleiß ausgesetzt. Das heißt, neben den an- und durchgerosteten Stellen der Schienen usw. sind die Schwachpunkte vor allem die Endlagenschalter und die Motoren, die an beiden Enden abrupt von 100 auf null abgebremst werden. Die Lösung bisher war, die Geschwindigkeit der Motoren so weit zu drosseln, dass das Abstoppen nicht so abrupt erfolgte. Der Wermutstropfen: Die Geduld der Schützen wurde stark strapaziert, weil allein auf der 25 m-Bahn für Hin- und Rückweg mal gut zwei Minuten Wartezeit einzurechnen sind, eher sogar mehr. Bei der 100 m-Bahn wird das zum Geduldsspiel. Unsere Überlegungen gehen dahin, dass wir erstens korrosionsfeste Materialien verwenden wollen (das gehört nicht hierher), und dass wir zweitens die Steuerung der Motoren digital gestalten möchten. Und hier brauche ich Eure Hilfe. Die Motoren arbeiten mit Kraftstrom und haben etwa 3 kW Leistung. Die Wagen mit den Scheiben sollen halbwegs schnell von einem Ende zum anderen kommen, aber an beiden Enden langsam abstoppen. Das Ganze möglichst ohne mechanische Bauteile, also über Lichtschranken oder Hall-Sensoren, so dass man die ganze Geschichte nach IP54 aufbauen kann. Die bisherigen Schalter erlauben per Knopfdruck die Befehle "vor", "zurück" und "stop" und sollten so beibehalten werden können. Hat jemand eine vernünftige, das heißt praktikable Lösung für dieses Problem. Obere Prämisse wäre: Möglichst einfach und störunanfällig und für den Dauergebrauch tauglich. Herzlichen Dank an alle im Voraus Michael
Hallo, mit Frequenzumformer die Motoren ansteuern, haben Rampen für Start und Stopp LG Willi
Michael B. schrieb: > sind die Schwachpunkte vor allem die Endlagenschalter und die > Motoren, die an beiden Enden abrupt von 100 auf null abgebremst werden. Meiner Meinung nach funktioniert das auch mit der bisherigen Schützsteuerung, wen man den Wagen nicht direkt an den Anschlag knallen lässt sondern den Motor etwas früher abschaltet.
1 | <----Bremsweg----> |
2 | |
3 | \ Schiene am Wagen / |
4 | \====================/ () Pos1 Endschalter mit Rollhebel |
5 | () Pos2 |
https://www.conrad.de/de/endschalter-220-vdc-380-vac-6-a-rollenhebel-tastend-panasonic-azd1050cej-ip67-1-st-702294.html Könnte man auch mit induktiven Näherungssensoren (IP68) machen, hat dann aber die Kosten einer Hilfsspannungsversorgung 12-24V. Wie lange ist eigentlich der derzeitige Bremsweg bei voller Geschwindigkeit d.h. wenn man inmitten der Bahn ausschaltet? Falls notwendig, kann man auch noch Endlagendämpfer und/oder eine elektronische Motorbremse einsetzen. Und - sind 3kW Motorleistung für diesen Zweck nicht etwas überdimensioniert?
bhan schrieb: > Wie lange ist eigentlich der derzeitige Bremsweg bei voller > Geschwindigkeit d.h. wenn man inmitten der Bahn ausschaltet? Der Wagen steht sofort. Aber die Vmax liegt auchnur bei vielleicht 15 cm/s. Zu 2. Ja, 3 kW sind sicher zu viel. Aber die sind dort gerade eingebaut (sicher waren die irgendwo übrig)
Alternative zu Frequenzumformer sollte ein Softstarter sein. Das anfahren sowie stoppen erfolgt in sanft. Das macht sich preislich sehr bemerkbar.
Schreib mal den Typen an. Vielleicht hat er den 230V Sanftstarter noch. Beitrag "[V] Diverses Elektromaterial. Lagerauflösung."
Bei Aufzügen mit Schützsteuerung ist das über zwei verschiedene Motorwicklungen gelöst. Eine für Normal- und eine für Langsamfahrt. Beim Anfahren wird die mechanische Bremse gelöst und die Normalfahrt-Wicklung direkt eingeschaltet. Am Haltepunkt gibt es zwei Kontakte. Beim ersten wird auf die Wicklung für Langsamfahrt umgeschaltet und der Motor bremst elektrisch ab. Beim zweiten Kontakt wird der Motor abgeschaltet und die mechanische Bremse eingelegt. Da eure Motoren bestimmt keine zwei Wicklungen haben, müßte man das Umschalten mit einem Frequenzumrichter erledigen. Viele FUs haben Eingänge für vorgegegebene Geschwindigkeiten, die man einfach aktivieren kann. Die Steuerung müßte man dann auf den jeweiligen FU zuschneiden. Also Messing- und Bleischrott wegbringen und FUs kaufen! ;)
> Die Lösung bisher war, die Geschwindigkeit der >Motoren so weit zu drosseln, Dann drossel den halt (statt ständig) nur einige m zuvor, und schalt erst danach ganz ab, 2 Geschwindigkeiten. Man braucht keinen FU dafür.
die Welt kostet ein FU auch nicht http://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw=frequenzumrichter+400v&_osacat=0&_from=R40&_trksid=p2045573.m570.l1313.TR0.TRC0.H0.Xfrequenzumrichter+400v+3kw.TRS0&_nkw=frequenzumrichter+400v+3kw&_sacat=0
Michael B. schrieb: > Möglichst einfach und störunanfällig und für den Dauergebrauch tauglich. Induktive Näherungssensoren, so an der Bahn anbringen, daß vor dem Endschalter schon ein Langsamfahrtschalter erreicht wird. Dann ein Motor mit 2 Geschwindigkeitsstufen, klassisch ein alter Drehstrom-Waschmaschinenmotor vom Schrott mit Waschgang und Schleudergang und ein paar Schütze (dicke Relais). Ein FU ist Elektronik, die Platine wird euch bei der Luftfeuchte weggammeln. Näherungsschalter sind üblicherweise vergossen.
Wie sind die aktuellen Motoren jetzt angeklemmt? Stern oder Dreieck? Michael B. schrieb: > Die Lösung bisher war, die Geschwindigkeit der > Motoren so weit zu drosseln, dass das Abstoppen nicht so abrupt > erfolgte. Wie wurde das denn realisiert? Offenbahr ist da schon irgendetwas installiert.
Carsten R. schrieb: > Wie wurde das denn realisiert? Offenbahr ist da schon irgendetwas > installiert. Leute, Leute, das übersteigt ja alle meine Erwartungen. So eine Lawine wollte ich gar nicht lostreten. Aber eines ist mir jetzt schon klar: Wir brauchen mehr Informationen. Das Thema ist doch umfangreicher, als ich dachte (Ich bin dummerweise bisher immer von der Regelung von Gleichstrommotoren ausgegangen; die wäre ja vergleichbar einfach). Also, nach dem obigen Zitat muß ich erst mal 'ne künstlerische Pause einlegen, weil ich die Fragen nicht beantworten kann, ohne noch mal in den Keller zu steigen. Sobald ich das geschafft habe, melde ich mich an dieser Stelle wieder. Bis dahin erst mal ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die sich bisher Gedanken gemacht haben und mich zum Selbststudium angeregt haben. ;-)
Nur weil du was nach IP54 aufbauen willst brauchst du nicht unbedingt auf mechanische Schalter verzichten und je nach Verschaltung können die Sinnvoller sien wie die von dir geplanten Inis
Ok, auch das wäre eine Lösung - wenn's denn halbwegs wasserdicht ist. Deshalb habe ich mich ja an die Experten gewandt. Mein "Tätigkeitsfeld" ist mehr die Steuer- und Regeltechnik im Bereich bis 24 V, und dann auch noch Gleichstrom. :)) Ich organisiere die genauen Daten, und dann machen wir Nägel mit Köpfen.
Im Industriellen Umfeld wird das über Frequenzumrichter wie z.B. die Micromaster von Siemens (Es gibt auch preiswertere Hersteller) gelöst. Die Endlagen und Bremspunkte werden dann meist über Näherungsschalter (Induktive oder optische Sensoren, die funktionieren auch ohne Spiegel) abgefragt. Hier mal eine Bezugsquelle (als Beispiel) von solchen Sensoren die auch Wasserdicht sind. http://www.balluff.com/ Vorteil einer Lösung mit Frequenzumrichter ist der dass unter anderem die Anfahr- und Bremsrampen, die max. Drehzahl usw. frei parametrierbar sind. Du kannst also mit maximaler Geschwindigkeit fahren und dennoch materialschonend Beschleunigen und Bremsen. Ach ja, einige Frequenzumrichter bringen die 24V Versorgung für die Sensoren der Periperie bereits mit und haben auch entsprechende Eingänge für Sensoren. Es wäre dann kein zusätzliches Netzteil nötig. Nachteil der Lösung ist der höhere Preis, der Vorteil liegt allerdings in der Zuverlässigkeit. Solche Anlagen laufen locker mal über 15 bis 20 Jahre auch unter nicht sehr elektronikfreunflichen Umgebungen.
Nachtrag: Michael B. schrieb: > Die bisherigen Schalter erlauben per Knopfdruck die Befehle "vor", > "zurück" und "stop" und sollten so beibehalten werden können. Das ist dann auch ganz einfach machbar.
Wenn die Leistung des Motors nicht allzu groß ist, kann man eine Langsam-Stufe über eine Steimetz-Schaltung ausbilden. Die lässt sich einfach per Phasen/an/abschnitt regeln. Umschalten zwischen Steinmetz und voller Leistung könnte man dann mittels Schütz/Relais.
Wenn da mehrere (unabhängige) Antriebe im Einsatz sind, schreit das förmlich nach einer SPS und mehreren FUs oder Servoverstärkern. Wenn man weiss was man benötigt, kann man das auch günstig gebraucht bei ebay zusammen kaufen. Mit freundlichen Grüßen Thorsten Ostermann
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