Warscheinlich wirst du sowohl bessere als auch schlechtere Uhrenwuarze
finden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine geregelte Heizung sehr
hilfreich sein kann, die Taktfrequenz zu stabilisieren.
Etwa so: http://www.qsl.net/hb9kab/Heizung_T7F.html
Nein, fuer Timer und Uhren ist die Genauigkeit entscheidender wie die
Stabilitaet.
Ob sie hin und wieder eine Minute vor- oder nachgeht, aber etwas stimmt
ist eher tolerierbar wie wenn sie pro Tag eine halbe Minute weglaeuft.
*GAST* schrieb:> wenn ich es richtig verstanden habe, kommt es bei Taktquellen (für> Uhren, Stoppuhren, Timer, etc.) eher auf die FrequenzSTABILITÄT, als auf> den FrequenzFEHLER an.> Also lieber ein größerer (bekannter) Fehler, der dafür dann aber stabil> und damit möglichst konstant ist.
Das kann man so sehen, weil man einen konstanten Fehler berücksichtigen
kann. Dann bleiben nur noch die (pseudo)zufälligen Schwankungen durch
z.B. Änderungen der Umgebungstemperatur. Andererseits geht das nicht
immer.
> Außerdem habe ich hier gelesen, dass Quarzoszillatoren in der Stabilität> besser sein sollen (u.a. wegen Temperaturkompensation) als einfache> Quarze mit Kondensatoren.
Nur wenn sie auch kompensiert sind. "Quarzoszillator" ist ein weites
Feld. Die normalen Metallbüchsen sind unkompensiert. Es gibt aber auch
TCXO (TC = temperature compensated) und OCXO (OC = oven controlled aka
beheizt).
> Und andere schreiben, dass für den Bau einer Uhr eine Quarz im> MHz-Bereich stabiler ist, also Uhrenquarze mit 32,768 kHz.
Das kann man so allgemein nicht sagen. Es gibt gute und schlechte Quarze
in beiden Lagern.
Speziell bei einer Uhr ist es oft am einfachsten, wenn man sie mit einem
Zeitservice synchronisiert. Das kann ein HF-Empfänger sein für z.B.
DCF-77. Oder GPS. Oder ein Computer-Netzwerk.
GAST schrieb:
> Aus den Datenblättern ist ersichtlich, dass der Uhrenquarz wesentlich> stabiler als der Oszillator ist..... Aber vermutlich habe ich da etwas> falsch interpretiert, oder??
Vermutlich hast du das Quadrat beim "Temperature Coefficient" vom
Uhrenquarz übersehen. Über den gesamten Temperaturbereich ist dieser
Quarz also kaum besser als der schlechteste Oszillator. Bei
Zimmertemperatur ist er allerdings sehr gut, während der Oszillator
dafür nicht spezifiziert ist. Er kann genauso gut oder viel schlechter
sein, je nachdem, wie die Frequenz von der Temperatur abhängt (linear
eher nicht).
Es kommt also sehr auf den Verwendungszweck an -- und auf die Stückzahl.
Wenn man jede Uhr einzeln abgleicht, spielt der FrequenzFEHLER
tatsächlich keine Rolle. Aber spätestens nach der 10. Uhr wird das sehr
lästig.
Oh D. schrieb:> Nein, fuer Timer und Uhren ist die Genauigkeit entscheidender wie die> Stabilitaet.> Ob sie hin und wieder eine Minute vor- oder nachgeht, aber etwas stimmt> ist eher tolerierbar wie wenn sie pro Tag eine halbe Minute weglaeuft.
Die Genauigkeit kannst du aber wegkalibrieren. Die Stabilität nicht.
*GAST* schrieb:> Aus den Datenblättern ist ersichtlich, dass der Uhrenquarz wesentlich> stabiler als der Oszillator ist..... Aber vermutlich habe ich da etwas> falsch interpretiert, oder??
Ja. gar sehr.
Bedenke mal, daß ein Quarzoszillator eine in sich geschlossene
Veranstaltung ist - ein einzelner Uhrenquarz hingegen nicht. Selbiger
muß noch mit Ballastkondensatoren und einer Oszillatorschaltung im µC
versehen werden, damit da überhaupt was schwingt. Und das ist einer der
Gründe, weswegen der separate Quarz zusammen mit Leiterplatte und
anderen BE zumeist deutlich schlechter ist als der Quarzoszillator. Ein
zweiter Grund ist, daß die ganze 32 kHz-Quarzschwingerei auf geringen
Stromverbrauch aussgelegt ist, also alles sehr hochohmig. Per
Handkapazität (Hand einfach in der Nähe) kommt es schon zu meßbaren
Frequenzabweichungen, ebenso durch etwaiges Antasten mit der Oszispitze
oder auch durch unterschiedliche Feuchte der LP in Quarznähe.
W.S.
Cheffe schrieb:> Sven B. schrieb:>> Die Genauigkeit kannst du aber wegkalibrieren.>> Das ist Schwachsinn.
Weil? Wenn der Oszillator stabil 1% zu langsam geht, kannst du deinem
Mikrocontroller sagen er soll 1% schneller zählen ...
*GAST* schrieb:> wenn ich es richtig verstanden habe, kommt es bei Taktquellen (für> Uhren, Stoppuhren, Timer, etc.) eher auf die FrequenzSTABILITÄT, als auf> den FrequenzFEHLER an.>> Also lieber ein größerer (bekannter) Fehler, der dafür dann aber stabil> und damit möglichst konstant ist.
Ja, so könnte man das durchaus treffend zusammenfassen. Bei genauerer
Betrachtung ergibt sich nämlich: Ein bekannter und konstanter Fehler ist
überhaupt kein Fehler, sondern einfach nur normales Verhalten.
Ein Fehler kann also nur ein Programm darstellen, was von irgendwas
anderem ausgeht, als dem was sowieso bekannt ist...
Ja, manches ist rein ein Frage der Betrachtung...
Ist das eine philosophische Betrachtung, oder möchtest du etwas
genau messen? - Auch wenn es "nur" die Zeit ist.
Rückfragen:
Wie genau soll es sein?
Wie schnell soll es sein?
Wie stabil soll es sein?
Wieviel Strom darf verbraucht werden?
Was darf es (Bauelemente) kosten?
Was darf es (Abgleich = Arbeitszeit) kosten?
Welchen Einfluss hat die Frequenzgenauigkeit überhaupt auf die
Qualität des geplanten Geräts?
W...
All diese Fragen muss man für das endgültige Produkt betrachten,
dann kann man eine Entscheidung treffen.
Sven B. schrieb:> Cheffe schrieb:>> Sven B. schrieb:>>> Die Genauigkeit kannst du aber wegkalibrieren.>>>> Das ist Schwachsinn.>> Weil? Wenn der Oszillator stabil 1% zu langsam geht, kannst du deinem> Mikrocontroller sagen er soll 1% schneller zählen ...
Das wäre aber eine KOMPENSATION und keine Kalibrierung...
Die kann aber natürlich anhand der bei Kalibrierung ermittelten
Ergebnisse erfolgen.
Eine Kalibrierung ist nur eine Feststellung incl. Dokumentation des IST
Zustandes. Es wird also nur überprüft und dokumentiert wie groß die
Abweichung überhaupt ist.
Eingestellt oder ähnlich wird da nichts. Das wäre dann der Abgleich bzw.
die Justierung die z.b. nötig ist wenn der festgestellte Fehler
ausserhalb des akzeptablen Bereichs ist.
Also:
KAlibrierung == Feststellung und Dokumentation des IST Zustandes...
(Wie groß ist die Frequenzabweichung des Quarzes)
Abgleich == Korrektur der festgestellten Abweichung zum Soll Zustand
soweit möglich.
(Z.B. Beheben/ erhebliches Verkleinern einer Frequenzabweichung durch
nachstellen eines Kapazitätstrimmer welcher am Quarz als Last-C
eingebaut ist. )
Kompensation == Die AUSWIRKUNGEN eines Fehlers werden durch
technische/Softwaretechnische Gegenmaßnahmen minimiert ohne den FEhler
selbst zu beheben.
(Wenn der Quarz um 1% zu schnell schwingt wird halt jeder 101 Impuls
ignoriert...)
Allerdings:
>>> Die Genauigkeit kannst du aber wegkalibrieren.
Natürlich kann man die GEnauigkeit durch Abgleich deutlich
verschlechtern... (Und ganz selten macht das sogar sehr viel Sinn!)
Aber in den allermeisten will man dann doch eher den FEhler in der
Genauigkeit beheben, Umgangssprachlich die "UN-Genauigkeit beseitigen"
Gruß
Carsten
und
Carsten S. schrieb:> Eine Kalibrierung ist nur eine Feststellung incl. Dokumentation des IST> Zustandes. Es wird also nur überprüft und dokumentiert wie groß die> Abweichung überhaupt ist.>> Eingestellt oder ähnlich wird da nichts. Das wäre dann der Abgleich bzw.> die Justierung die z.b. nötig ist wenn der festgestellte Fehler> ausserhalb des akzeptablen Bereichs ist.
Der Duden sagt aber etwas anderes, und nun?
Dudler schrieb:>> Eingestellt oder ähnlich wird da nichts. Das wäre dann der Abgleich bzw.>> die Justierung die z.b. nötig ist wenn der festgestellte Fehler>> ausserhalb des akzeptablen Bereichs ist.>> Der Duden sagt aber etwas anderes, und nun?
LOL.
Habe die genaue Definition nicht im Kopf, aber in etwa so:
Beim kalibrieren werden die geprüften Exemplare entsprechend dem
festgestelltem Fehler in bestimmte Bereiche/Klassen eingeordnet.
Und natürlich ist die Stabilität VIEL wichtiger als der Fehler.