Forum: Offtopic CRM + ERP System


von Pat (patrick_s81)


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Hi,

welche CRM(Customer-Relationship-Management) bzw. 
ERP(Enterprise-Resource-Planning) Systeme setzt ihr so im Unternehmen 
ein (SAP, Dolibarr, etc. ) ?

von Günter M. (redround)


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Eigenbau. Ist für Klein- und Mittelständler in der Regel auch billiger 
als z. B. SAP, sofern Software-Know-How vorhanden ist und es keinen 
Zwang zu einer Standardlösung gibt. Zudem passt es dann auch tatsächlich 
auf die Anforderungen - was bei SAP und Konsorten auch nach 
Extrem-Customizing (und mehreren 100k € dadurch verursachter Kosten) 
meist immer noch nicht der Fall ist.

von Pat (patrick_s81)


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Wenn man eine Open Source Lösung nehmen würde, wie Dolibarr und diese 
einfach anpassen würde? Ist es nicht aufwendig auf Eigenbau zu setzen? 
Vor allem die Portierung wird doch später, falls man wächst auf ein 
anderes System zu wechseln.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Wir sind gerade dabei, auf der Basis von Filemaker Pro eine Planungs-, 
Workflow- und Abrechnungssoftware für uns selbst zu entwickeln. Wir 
haben auch schon diverse Open Source-ERPs ausprobiert.

Die sind natürlich im kaufmännischen Bereich, bei Mailanbindung und 
Kalender etc. unserer selbstgestrickten Lösung (derzeit) haushoch 
überlegen.

Was sie aber garnicht können (oder wir nicht mit vertretbarem Aufwand 
einrichten), ist die Abbildung unseres sehr speziellen Workflows 
(Spezialbeschilderung auf Datenbank-Basis für Gleisbau- und 
Messfahrzeuge) ...

von Pat (patrick_s81)


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Filemaker sieht natürlich sehr interessant aus. Man muss sich nicht mit 
der Programmierung befassen. Hat man da aber nicht später das Problem, 
wenn man auf eine andere Plattform wechseln will bzw. muss, das man da 
nicht mehr an die eigentlichen Daten ran kommt?

Was macht man eigentlich, wenn das System weiterentwickeln will, fehlt 
da nicht eine Community, die die Plattform weiter entwickelt? Das wäre 
doch bei den Eigenentwicklungen sehr aufwendig.

Was aber allen Systemen fehlt (außer SAP?), das man diese nicht 
Individualisieren kann, da finde ich den Ansatz von Dolibarr nicht 
schlecht. Wenn man etwas spezielles braucht, kann man ein Modul 
entwickeln bzw. entwickeln lassen. Da Dolibarr in PHP entwickelt wird, 
ist da eine große Community und die Sprache ist nicht schwer erlernbar.

Eine andere Open Source Plattform kenne ich zur Zeit nicht, die so aktiv 
weiter entwickelt wird?

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Patrick S. schrieb:
> Filemaker sieht natürlich sehr interessant aus. Man muss sich nicht mit
> der Programmierung befassen. Hat man da aber nicht später das Problem,
> wenn man auf eine andere Plattform wechseln will bzw. muss, das man da
> nicht mehr an die eigentlichen Daten ran kommt?

Die Filemaker-Software gibts für Windows und Mac OS, die Lösungen sind 
vollständig crosskompatibel. Außer der Datenhaltung mit den Relationen 
und der grafischen GUI-Gestaltung verfügt Filemaker über eine 
Scriptsprache sowie eine Plugin-Schnittstelle. Es gibt hunderte freie 
und kostenpflichtige Plugins für alles nur irgendwie Denkbare - vom 
HBCI-Kontoabruf bis zur UPS/DHL/FedEx-Etikettenausgabe. Desweiteren kann 
man in der GUI-Komponente "Webviewer" Javascript ausführen und natürlich 
Webseiten aufrufen. Zusätzlich kann man per ODBC von anderen Programmen 
aus auf Filemaker-Datenbanken zugreifen und SQL ausführen. Für iOS 
(leider nicht für Android) gibts die Clientsoftware "Filemaker-ToGo". 
Für das Produkt Filemaker-Server gibts eine PHP-Schnittstelle und zu 
guter Letzt kann man Filemaker-Datenbanken im Web anzeigen und bedienen 
("WebDirect"). ... also mir reicht das vorerst.:-)

Ach ja ... für Entwickler gibts noch die Möglichkeit, Filemaker-Lösungen 
zu "binden", d.h. sie wird mit einer Laufzeitumgebung verbunden und kann 
dann auch von Anwendern verwendet werden, die selber keinen Filemaker 
besitzen.

>
> Was macht man eigentlich, wenn das System weiterentwickeln will, fehlt
> da nicht eine Community, die die Plattform weiter entwickelt? Das wäre
> doch bei den Eigenentwicklungen sehr aufwendig.

Für mein spezielles Problem gibts natürlich nur wenig Hilfe, aber für 
Filemaker allgemein gibts eine riesige Community.

von Günter M. (redround)


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Wir haben auch erst Freeware wie OpenERP oder LxOffice evaluiert. Aber 
auch hier gilt: der Customize-Aufwand ist enorm und erfordert 
Programmier-Know-How. Wenn man das nicht hat, muss man es für viel Geld 
einkaufen. Mit der Installation (und selbst die ist nicht banal) alleine 
ist es bei diesen Systemen einfach nicht getan.

FileMaker hatte ich das letzte Mal vor 10 Jahren in der Hand. Wirkt zwar 
auf den ersten Blick schön, allerdings stößt man damit recht schnell an 
Grenzen, die sich meist zwar umschiffen lassen, aber nur mit viel 
Gefrickel und vertieftem KnowHow. Zu denken, dass man das mal eben so 
nebenbei machen kann ist ein Trugschluß. Das gleiche gilt zum Beispiel 
auch für Lösungen auf Basis von MS Access. Ich würde eine 
unternehmenskritische Anwendung nie auf einer solchen Plattform 
aufsetzen. Ich würde für solche Systeme IMMER auf eine Client/Server 
Architektur mit "richtiger" transaktionaler Datenbank setzen.

Aber wie gesagt: wir haben auch das KnowHow dafür. Am Ende des Tages 
solltet Ihr eine Lösung wählen, für die Ihr das nötige interne KnowHow 
habt. Alles extern machen zu lassen ist unabhängig von der Plattform auf 
Dauer zu teuer.

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