Hi, welche CRM(Customer-Relationship-Management) bzw. ERP(Enterprise-Resource-Planning) Systeme setzt ihr so im Unternehmen ein (SAP, Dolibarr, etc. ) ?
Eigenbau. Ist für Klein- und Mittelständler in der Regel auch billiger als z. B. SAP, sofern Software-Know-How vorhanden ist und es keinen Zwang zu einer Standardlösung gibt. Zudem passt es dann auch tatsächlich auf die Anforderungen - was bei SAP und Konsorten auch nach Extrem-Customizing (und mehreren 100k € dadurch verursachter Kosten) meist immer noch nicht der Fall ist.
Wenn man eine Open Source Lösung nehmen würde, wie Dolibarr und diese einfach anpassen würde? Ist es nicht aufwendig auf Eigenbau zu setzen? Vor allem die Portierung wird doch später, falls man wächst auf ein anderes System zu wechseln.
Wir sind gerade dabei, auf der Basis von Filemaker Pro eine Planungs-, Workflow- und Abrechnungssoftware für uns selbst zu entwickeln. Wir haben auch schon diverse Open Source-ERPs ausprobiert. Die sind natürlich im kaufmännischen Bereich, bei Mailanbindung und Kalender etc. unserer selbstgestrickten Lösung (derzeit) haushoch überlegen. Was sie aber garnicht können (oder wir nicht mit vertretbarem Aufwand einrichten), ist die Abbildung unseres sehr speziellen Workflows (Spezialbeschilderung auf Datenbank-Basis für Gleisbau- und Messfahrzeuge) ...
Filemaker sieht natürlich sehr interessant aus. Man muss sich nicht mit der Programmierung befassen. Hat man da aber nicht später das Problem, wenn man auf eine andere Plattform wechseln will bzw. muss, das man da nicht mehr an die eigentlichen Daten ran kommt? Was macht man eigentlich, wenn das System weiterentwickeln will, fehlt da nicht eine Community, die die Plattform weiter entwickelt? Das wäre doch bei den Eigenentwicklungen sehr aufwendig. Was aber allen Systemen fehlt (außer SAP?), das man diese nicht Individualisieren kann, da finde ich den Ansatz von Dolibarr nicht schlecht. Wenn man etwas spezielles braucht, kann man ein Modul entwickeln bzw. entwickeln lassen. Da Dolibarr in PHP entwickelt wird, ist da eine große Community und die Sprache ist nicht schwer erlernbar. Eine andere Open Source Plattform kenne ich zur Zeit nicht, die so aktiv weiter entwickelt wird?
Patrick S. schrieb: > Filemaker sieht natürlich sehr interessant aus. Man muss sich nicht mit > der Programmierung befassen. Hat man da aber nicht später das Problem, > wenn man auf eine andere Plattform wechseln will bzw. muss, das man da > nicht mehr an die eigentlichen Daten ran kommt? Die Filemaker-Software gibts für Windows und Mac OS, die Lösungen sind vollständig crosskompatibel. Außer der Datenhaltung mit den Relationen und der grafischen GUI-Gestaltung verfügt Filemaker über eine Scriptsprache sowie eine Plugin-Schnittstelle. Es gibt hunderte freie und kostenpflichtige Plugins für alles nur irgendwie Denkbare - vom HBCI-Kontoabruf bis zur UPS/DHL/FedEx-Etikettenausgabe. Desweiteren kann man in der GUI-Komponente "Webviewer" Javascript ausführen und natürlich Webseiten aufrufen. Zusätzlich kann man per ODBC von anderen Programmen aus auf Filemaker-Datenbanken zugreifen und SQL ausführen. Für iOS (leider nicht für Android) gibts die Clientsoftware "Filemaker-ToGo". Für das Produkt Filemaker-Server gibts eine PHP-Schnittstelle und zu guter Letzt kann man Filemaker-Datenbanken im Web anzeigen und bedienen ("WebDirect"). ... also mir reicht das vorerst.:-) Ach ja ... für Entwickler gibts noch die Möglichkeit, Filemaker-Lösungen zu "binden", d.h. sie wird mit einer Laufzeitumgebung verbunden und kann dann auch von Anwendern verwendet werden, die selber keinen Filemaker besitzen. > > Was macht man eigentlich, wenn das System weiterentwickeln will, fehlt > da nicht eine Community, die die Plattform weiter entwickelt? Das wäre > doch bei den Eigenentwicklungen sehr aufwendig. Für mein spezielles Problem gibts natürlich nur wenig Hilfe, aber für Filemaker allgemein gibts eine riesige Community.
Wir haben auch erst Freeware wie OpenERP oder LxOffice evaluiert. Aber auch hier gilt: der Customize-Aufwand ist enorm und erfordert Programmier-Know-How. Wenn man das nicht hat, muss man es für viel Geld einkaufen. Mit der Installation (und selbst die ist nicht banal) alleine ist es bei diesen Systemen einfach nicht getan. FileMaker hatte ich das letzte Mal vor 10 Jahren in der Hand. Wirkt zwar auf den ersten Blick schön, allerdings stößt man damit recht schnell an Grenzen, die sich meist zwar umschiffen lassen, aber nur mit viel Gefrickel und vertieftem KnowHow. Zu denken, dass man das mal eben so nebenbei machen kann ist ein Trugschluß. Das gleiche gilt zum Beispiel auch für Lösungen auf Basis von MS Access. Ich würde eine unternehmenskritische Anwendung nie auf einer solchen Plattform aufsetzen. Ich würde für solche Systeme IMMER auf eine Client/Server Architektur mit "richtiger" transaktionaler Datenbank setzen. Aber wie gesagt: wir haben auch das KnowHow dafür. Am Ende des Tages solltet Ihr eine Lösung wählen, für die Ihr das nötige interne KnowHow habt. Alles extern machen zu lassen ist unabhängig von der Plattform auf Dauer zu teuer.
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