Alex schrieb:
> Physikalisch gesehen erwartet man ein
> umgekehrtes Verhalten. Vielleicht hat jemand eine Erklärung.
Warum erwartest du das?
Der Temperaturkoeffizient der Zellspannung kann positiv, negativ oder
Null sein.
Nicht wenige andere Systeme, wie etwa der Bleiakku oder der NiCd-Akku,
haben auch einen negativen Tk.
Das hängt i.W. von der Entropieänderung bei der Entladung ab und diese
wird von der Chemie der Zelle bestimmt.
Man kann die Höhe und die zu erwartende Änderung der EMK mittels der
Gibbs-Helmholtz-Gleichung annähernd vorausberechnen.
Vereinfacht gesagt gibt es Systeme, die sich bei der Entladung erwärmen
und solche, die sich bei der Entladung abkühlen.
Diejenigen, die sich bei der Entladung abkühlen, nehmen Wärmeenergie aus
der Umgebung auf und verwandeln sie in Nutzenergie.
Da die Ladungsmenge sich bei einem Formelumsatz ja nicht ändert,
bedeutet diese höhere Nutzenergie eine Erhöhung der EMK, also einen
positiven Tk.
Entsprechend erwärmen sich Systeme mit negativem Tk der EMK bei der
Entladung und kühlen sich bei der Ladung ab.
Diese Effekte sind i.d.R. aber klein, wenige mV pro K, und sie haben
nichts mit der bei schneller Entladung zu beobachtenden Erwärmung von
Batterien zu tun, welche durch den inneren Widerstand, hauptsächlich des
Elektrolyten, bedingt ist.