Hallo,
Eine Frage an Elektrotechniker: Wie gefährlich ist es einen Multimeter
ohne geeignete Schutz zu benutzen? Es bezieht sich hauptsächlich auf
Geräte aus Asien.
Die Messung erfolgt ausschließlich von einer Steckdose. Die Stromanlagen
(Verteilerkasten) sollte man bei der Beantwortung vernachlässigen. Es
geht NUR um die Messung von der Steckdose. Genau so wie Zustand des
Gerätes, wenn so ein Fall auftritt, sollte nebensächlich sein. Es
geht nur um den Benutzer und die Gefahren, die er eventuell ausgesetzt
wird.
Ich hoffe, dass jemand sich die Zeit nimmt, um die Frage zu
beantworten.
Danke
Christian schrieb:> Wie gefährlich ist es einen Multimeter> ohne geeignete Schutz zu benutzen?
Hä? Wenn das Gerät keinen Schutz hat, endet das tödlich. Aber du
solltest evtl. mal beschreiben, ob es um ein konkretes Gerät geht, und
ob du Messgeräte 'ohne Schutz' überhaupt findest. Immerhin haben auch in
Asien schon viele Leute den Umgang mit Messgeräten überlebt.
Ist das denn wirklich SOOO schwer zu beantworten? Eine 5 Euro
Billiggurke sollte man nicht für Messungen am 230V Netz benutzen, auch
wenn es derartige Meßbereich hat. Kauf dir ein halbwegs gescheites
Markenmeßgerät für 50 Euro oder so. Das sollte dir deine Sicherheit und
Gesundheit wert sein.
Falk B. schrieb:> Ist das denn wirklich SOOO schwer zu beantworten? Eine 5 Euro> Billiggurke sollte man nicht für Messungen am 230V Netz benutzen, auch> wenn es derartige Meßbereich hat. Kauf dir ein halbwegs gescheites> Markenmeßgerät für 50 Euro oder so. Das sollte dir deine Sicherheit und> Gesundheit wert sein.
Oha, es geht wieder los....
Ich hol dann mal das Popcorn ;-)
Old-Papa
PS: Die 5,- Gurke geht gar nicht, aber auch für 50,- kann man den
gleichen Schrott kaufen.
Christian schrieb:> Es> geht nur um den Benutzer
Ist der Nutzer ausgebildeter Elektriker (mindestens) oder Laie?
Ersterer müsste jegliche Gefahren selbst erkennen, letzterer darf in
eine Steckdose nur einen (VDE-zugelassenen) Stecker stecken.
Christian schrieb:> Wie gefährlich ist es einen Multimeter ohne geeignete Schutz zu benutzen
Was wäre denn deiner Meinung nach ein geeigneter Schutz ?
https://www.dehn.de/de/persoenliche-schutzausruestung-psa-0
Ein CAT III Messgerät ist zum Messen an Steckdosen gebaut. Man sollte
trotzdem nicht im Amperebereich beide Prüfstrippen in die
Steckdosenlöcher stecken, um zu messen wie viel Strom denn nun so eine
Steckdose liefern kann, sonst löst die Sicherung aus.
Ein wenig Grundintelligenz sollte man aber auch bei geeigneten
Messgeräten walten lassen.
Ich möchte wissen, was da genau passieren kann. Weil alle reden, dass
es gefährlich ist. Aber keiner kann erklären, warum das so ist. Nein,
es gibt kein spezielles Modell. Es wird halt sehr oft die Sicherheit von
Asia Geräten bemängelt.
Vor allem, was kann da groß passieren, wenn man das Gerät bei der
Messung nicht in der Hand hält. d. h. die einzige Verbindung erfolgt
über die Messspitzen.
Christian schrieb:> Es wird halt sehr oft die Sicherheit von> Asia Geräten bemängelt.>> Vor allem, was kann da groß passieren, wenn man das Gerät bei der> Messung nicht in der Hand hält.
irgendwas wird man in der Hand halten, sei es die Messpitzen oder die
Kabel und es kann ja auch mal Überspannung von draussen in die
Hausinstallation kommen während man am Messen ist.
Also je mehr man sich beim Messen draussen (also Richtung Zähler) nähert
wäre bessere Isolation wünschenswert, es gibt noch genug Freileitungen
oder Fehler in Umspannwerke.
Mir war so als wenn 230V Installation bis 1500V Prüfspannung aushalten
muss, schön wäre es wenn das auch für Messmittel zutrifft.
Dir empfehle ich folgendes:
*Keine Steckdosen aufschrauben, aufhebeln und sonstige Versuche an die
Kabel zu kommen
*nichts in die Steckdose zu stecken ausser einen Netzstecker.
*die besseren Energiemessgeräte aus dieser Kategorie:
https://www.reichelt.de/Energiemessgeraete/2/index.html?&ACTION=2&LA=3&GROUPID=5664
sollten es dir gestatten alles zu messen was ein Multimeter auch misst
bei deutlichen geringerem Risiko eine Fehlbedienung.
Christian schrieb:> Eine Frage an Elektrotechniker: Wie gefährlich ist es einen Multimeter> ohne geeignete Schutz zu benutzen? Es bezieht sich hauptsächlich auf> Geräte aus Asien.
Überleben an der Steckdose ist keine Frage des Messgerätes sondern der
richtigen Schulung im Umgang mit elektrischen Strom. Auch mit dem beste
Messgerät kann man sich und andere vom leben in den Tod befördern.
MfG,
@Christian (Gast)
>es gefährlich ist. Aber keiner kann erklären, warum das so ist.
Doch, kann man.
>Vor allem, was kann da groß passieren, wenn man das Gerät bei der>Messung nicht in der Hand hält. d. h. die einzige Verbindung erfolgt>über die Messspitzen.
Das reicht. Wenn man versehentlich im STROMmessbereich die SPANNUNG der
Steckdose messen will, gibt es einen Kurzschluß. Bei ausreichend
gesicherten Geräten kommt sofort die Sicherung und nix passiert. Bei
schlechten Billiggeräten brennt das Multimeter ab, ggf. brennen auch die
Meßleitungen, die du in der Hand hast, weg.
Ähmliches kann passieren, wenn man z.B. im Dioden- oder Widerstandstest
an die Steckdose geht. Gute Geräte haben damit kein Problem und sind
geschützt.
And last but not least kann auch im normalen (Netz)spannungsmeßbereich
ein Meßgerät durchbrennen, wenn in dem Moment zufällig eine
Hochspannungspitze im Netz auftritt. Auch hier gibt es mit qualitativ
guten Meßgeräten kein Problem, die schlucken das ohne Mucken.
Darüberhinaus haben billigste Geräte nur einfach PVC-isolierte
Meßleitungen. Die werden nach vielen Jahren spröde und können
aufbröseln. Bessere Geräte haben Gummileitungen, die sind deutlich
flexibler und haltbarer.
> Wie gefährlich ist es einen Multimeter> ohne geeignete Schutz zu benutzen?
???
Also ein nacktes Messwerk mit blanken Anschlussdrähte?
> Die Messung erfolgt ausschließlich von einer Steckdose.
PKW Zigarettenanzündersteckdose, 12V=?
Wandsteckdose in Wohnräume, 240V~?
Wandsteckdose in Werkstatt, 3x 240V~?
---
Unterm Strich ist es nicht gefährlicher als ganz ohne Messgerät in die
Steckdose zu greifen.
Der FI-LS schaltet aus sobald Strom falsch geleitet wird oder zuviel
Strom gezogen wird.
Wobei: ist das Multimeter arg falsch gebaut, kann von (giftigem) Rauch,
Stichflammen, Verpuffung bis Explosion mit rumfliegenden
Multimetertrümmer (Kunstoff-/Metall-/Glas-Splitter, heisser Elektrolyt)
alles mögliche entstehen.
Ende Der Vernunft schrieb:> Wobei: ist das Multimeter arg falsch gebaut, kann von (giftigem) Rauch,> Stichflammen, Verpuffung bis Explosion mit rumfliegenden> Multimetertrümmer (Kunstoff-/Metall-/Glas-Splitter, heisser Elektrolyt)> alles mögliche entstehen.
also nur mit Lederschürze und Schutzhaube wie beim CRT Wechsel!
Christian schrieb:> Wie gesagt, nichts mit Zähler oder irgendwelche Anlagen. Nur die> Messung von der Steckdose. Die Berührung erfolgt nur über Messspitzen.
Nein, wenn du kein Risiko eingehen willst steckst Du keine
MultimeterMmessspitzen in die Steckdose. Mit der richtigen "spitze" ist
ruckzuck die Isolation durchstossen.
Schau dir mal die Messleitungen von Profigeräten an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Digital_spannungspruerfer.JPG
Die werden extra dicker das der stift nicht wersehentlich in die Dose
"flutscht", haben extra einen Abrutschschutz für die Finger, etc. etc.
MfG,
so wie die Frage gestellt ist, würde man meinen Elektrizität werde eine
Entdeckung der Zukunft.
So wie unsere Vorfahren -insbes. Pioniere- mit Elektrizität umgingen,
hätte ja die Menscheit nicht überleben dürfen...
kopfschüttel
Ok, danke Falk Brunner. Das ist schon mal der Punkt. Aber wie sieht
es aus, wenn man die bessere Messspitzen extra kauft, weil die, die
bei billigen Geräten dabei sind, sind meistens unbrauchbar.
Wie schnell schmilzt eigentlich so eine Leitung? Ich meine, ob man die
Zeit hat, etwas zu unternehmen. Oder erfolgt es explosionsartig?
Christian schrieb:> Wie schnell schmilzt eigentlich so eine Leitung? Ich meine, ob man die> Zeit hat, etwas zu unternehmen. Oder erfolgt es explosionsartig?
Explosion ist wohl eher nicht das Thema, ein Kabel in der Hand zu halten
das sich übermäßig erwärmt ist vergleichbar mit dem Effekt einen
Lötkolben an der falschen Seite anzufassen.
https://www.youtube.com/watch?v=glzLlPO6CjY
bei 4:20 ist gut zu sehen wie "leicht" die Spitze aus der Isolation zu
ziehen ist.
MfG,
Ende Der Vernunft schrieb:> Wandsteckdose in Wohnräume, 240V~?> Wandsteckdose in Werkstatt, 3x 240V~?
In welcher Welt lebst du denn ? 240V~ ? Seit 10 Jahren abgeschafft. Gab
es sowieso nur in England. Hier haben wir 230V. Aber Sachkenntnis ist ja
nicht nötig, um FuD zu verbreiten. Vernunft ist hier ja rar gesät, wie
man an deinem Beitrag sieht.
@Christian (Gast)
>Ok, danke Falk Brunner. Das ist schon mal der Punkt. Aber wie sieht>es aus, wenn man die bessere Messspitzen extra kauft, weil die, die>bei billigen Geräten dabei sind, sind meistens unbrauchbar.
Naja, besser als nix, aber nicht wirklich empfehlenswert. Denn damit
kauft man sich die Illusion von Qualität.
>Wie schnell schmilzt eigentlich so eine Leitung? Ich meine, ob man die>Zeit hat, etwas zu unternehmen. Oder erfolgt es explosionsartig?
Meisten hat man schon ein paar Sekunden, bevor die Leitung schmilzt,
außerdem ist die Leitung nicht unbedingt das schwächste Glied in der
Stromkette, da zerlegt es zuerst meist deutlich schwächere Teile im
Multimeter.
Christian schrieb:> Ich möchte wissen, was da genau passieren kann. Weil alle reden, dass> es gefährlich ist. Aber keiner kann erklären, warum das so ist. Nein,> es gibt kein spezielles Modell. Es wird halt sehr oft die Sicherheit von> Asia Geräten bemängelt.
Ein CAT III Gerät ist zum Messen an Steckdosen gebaut. Punkt. KLar kann
ein Hersteller CAT III draufschreiben und trotzdem Pfusch abliefern,
aber das kann nicht Masstab sein.
Was kann passieren wenn man sich doof anstellt ?
Messgerät im Amperebereich, eine Messpitze in die Steckdose an Phase,
die andere fliegt noch in der Gegend rum und kommt an deine nackten
Unterschenkel. Da hättest du gleich direkt in die Steckdosee fassen
können. Kein Gerät kann Vollidioten von geplantem Selbstmord abhalten.
Richtig benutzt ist ein CAT III Gerät aber sowohl gegen Überspannung
(bis 2.5kV an der Steckdose) ausreichend isoliert, als auch in jedem
Bereich gegen Fehlschaltung (Ohmbereich oder Amperebereeich) abgesichert
- was nicht heisst, daß es danach noch funktioniert, sondern nur, daß
die Sicherung ausgelöst hat bevor es abbrennt.
Billige Messgeräte (ohne CAT III) lösen sich bei Fehlbedienung ggf. in
Rauch auf bei der Leistung, die eeine Steckdose zur Verfügung stellt,
das hast du ja in den Filmchen gesehen. Richtig bedient kann man mit
ihnen aber auch 230V~ messen, wenn nicht gerade ein Überspannungsimpuls
auf der Leitung liegt (Zündung von Leuchtstoffröhren, Blitzeinschlag in
der Nähe, Abschaltung in der Trafostation), man misst mit ihnen also
besser die 230V~ nach einem Trenntrafo.
Diese CAT Spezifizierung können wahrscheinlich nur die Großen anhalten.
Für Privat sind sie doch mMn viel zu überteuert.
PS: Ich fasse mal zusammen:
Fehlerquelle 1: Der falsche Messbereich ~85%
Fehlerquelle 2: Netzschwankungen ~10%
Fehlerquelle 3: Hardware sind zu schwach ausgelegt ~5%
Christian schrieb:> PS: Ich fasse mal zusammen:> Fehlerquelle 1: Der falsche Messbereich ~85%
Zu unpräzise. Gemeint ist Fehlbedienung, das schliesst falsch gesteckte
Buchse am Multimeter ein. Deshalb haben die richtigen Spannungsprüfer
keine Buchsen sondern fest verbundene Kabel:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c3/Spannungspruefer1.jpg
Ferner beachte man wie einfach es bei diesen Profigeräten ist,
gleichzeitig den Sitz der Kontaktspitzen und die Anzeige im Blick zu
behalten.
Es ist schon mancher mit den Spitzen abgerutscht weil er zum Ablesen der
Anzeige den Körper/Kopf/Blick wenden musste.
MfG,
Christian schrieb:> Diese CAT Spezifizierung können wahrscheinlich nur die Großen anhalten.> Für Privat sind sie doch mMn viel zu überteuert
Bist Du noch Schueler und bei der Taschengelderhoehung uebergangen
worden? Es kurzes googlen zeigt CAT iii Geraete fuer 33 Euro bei der
'Apotheke' (Hausmarke). Ich gebe jetzt kein Urteil zu dem Geraet ab,
aber es wuerde mich wundern wenn es diese Spezifikation nicht einhalten
wuerde.
Christian schrieb:> Eine Frage an Elektrotechniker: Wie gefährlich ist es einen Multimeter> ohne geeignete Schutz zu benutzen?
Das hängt insgesamt weniger vom Messgerät ab, als von demjenigen, der es
verwendet. Heute ist es üblich, Messkabel dick zu isolieren, Stecker und
Buchsen idiotensicher zu bauen und die Messgeräte intern abzusichern.
Das war nicht immer so. Ein früher allseits beliebtes Messgerät hatte
beispielsweise Messbuchsen, die grad mal 2mm Abstand Kontaktabstand zur
Oberfläche hatten, und dünne Kabel mit häufig defekten Steckern:
https://cdn.thingiverse.com/renders/fd/77/b7/a5/7a/IMG_20151129_110938_preview_featured.jpg
Intern gab es nur eine Sicherung im Widerstandsbereich und von
irgendwelchen Sicherheitsabständen im 1000V Bereich ist auf der Platine
auch nicht viel zu sehen:
http://cloud2.todocoleccion.net/aparatos-reparacion-radios-antiguas/tc/2010/09/25/21741230_5532736.jpg
Ich behaupte mal, dass die meisten Nutzer dieser Geräte nicht wegen
Messungen umgekommen sind. Weil sie meistens wussten was sie taten. Und
genau das ist der Punkt. Heutige Messgeräte suggerieren eine Sicherheit,
die nicht immer gegeben sind. Absicherung ist gut, aber eine 250V
Feinsicherung trennt eben keinen 1000V Bereich, auch wenn noch so dick
CAT III 1000V aufgedruckt ist.
Merke: Beachte immer selber, was du tust. Verlass dich nicht darauf,
dass andere Leute für dich schon vorgedacht haben und dir ja nichts
passieren kann, bloss weil das Teil so robust aussieht.
Dumdi D. schrieb:> Es kurzes googlen zeigt CAT iii Geraete fuer 33 Euro bei der> 'Apotheke' (Hausmarke). Ich gebe jetzt kein Urteil zu dem Geraet ab,> aber es wuerde mich wundern wenn es diese Spezifikation nicht einhalten> wuerde.
Umgekehrt. Recht oft darfst du bei Geräten dieser Preisklasse davon
ausgehen, dass ein CAT III Aufdruck mit mehr als 250V schlichtweg
gelogen ist, weil die intern verbaute 5x20 Feinsicherung bei höheren
Spannungen nicht mehr sicher trennen kann.
A. K. schrieb:> Recht oft darfst du bei Geräten dieser Preisklasse davon ausgehen, dass> ein CAT III Aufdruck mit mehr als 250V schlichtweg gelogen ist, weil die> intern verbaute 5x20 Feinsicherung bei höheren Spannungen nicht mehr> sicher trennen kann.
ist ein cat iii 250. Bräuchte man mehr?
Dumdi D. schrieb:> ist ein cat iii 250. Bräuchte man mehr?
Allenfalls im Sicherungskasten und beim mit Drehstrom befeuerten Herd.
Da gilt dann (sowieso) Finger weg - oder eben aufpassen.
Oft steht bei Geräten dieser Preisklasse aber 600-1000V drauf. Nicht nur
bei Ali, sondern u.U. auch bei Bezug über deutsche Shops.