Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Loetzinnproblem


von St. E. (reval)


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Bisher habe ich mit bleihaltigem loetzinn gearbeitet und bin damit gut 
zurechtgekommen ..v
Versuche mit bleifreiem Lot bingen mehr oder weniger daneben .Was ist 
der Trick ?
Danke im Vorraus

von Flip B. (frickelfreak)


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Gutes Lot und konstant geregelte, etwas höhere temoaratur. nicht 
übertreiben bei der temperatur!

von Klaus R. (klara)


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Stephan E. schrieb:
> Bisher habe ich mit bleihaltigem loetzinn gearbeitet und bin damit gut
> zurechtgekommen ..v

Dann bleib doch dabei. Ohne temperaturgeregelte Lötstation wird es sonst 
schwierig.
mfg klaus

von Löti (Gast)


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Hallo,

Du benötigst das richtige Lötzinn, von Feder sagt man, und eine 
passende/ neue Lötspitze.

von Peter R. (pnu)


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Warum bleifrei?

Bei Reparaturen und im nichtkommerziellen Bereich ist "mit Blei" doch 
erlaubt.

Ohne Blei ist die Temperaturführung beim Löten so eng toleriert, dass 
sie fast nur mit automatisiertem Löten eingehalten werden kann, wobei 
vorgeheizt wird und dann nur kurz auf Löttemperatur gebracht wird. Dazu 
bestehen auch hohe Anforderungen an die verwendeten Flussmittel. Sie 
müssen zwar so scharf sein, dass sie das Lötobjekt lötbar machen, dürfen 
aber keine Rückstände bilden. Ihre chemischen Eigenschaften sind nicht 
allzu stabil, sodass sie altern. Dazu kommt dann noch der wesentlich 
höhere Preis für das Lot.

All das würde ich mir wirklich nicht antun, aber wenn Du meinst:

Temperaturgeregelter Kolben ist ein Muss. Die passende Temperatur der 
Lötspitze zu finden eine Erfahrungssache. Die Dauer des Kolbenkontakts 
an der Lötstelle eine Übungssache. Das Lot mit genau passender Schärfe 
des Flussmittels zu finden eine Glückssache.

von Stefan F. (Gast)


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Bleifreies Lötzinn ist für Handarbeiten nicht empfehlenswert. Ist 
einfach schlecht zu verarbeiten und hält nicht so lange und zuverlässig, 
wie bleihaltiges.

von MinIstEr (Gast)


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Peter R. schrieb:
> im nichtkommerziellen Bereich ist "mit Blei" doch
> erlaubt.

Ich meine, bleihaltiges Lot darf auch bei gewerblichen Produkten 
verwendet werden, man darf das Produkt dann nur nicht als 
~umweltschonend (wie auch immer das konkret heißt) verkaufen.

von Rene H. (Gast)


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MinIstEr schrieb:
> Peter R. schrieb:
> im nichtkommerziellen Bereich ist "mit Blei" doch
> erlaubt.
>
> Ich meine, bleihaltiges Lot darf auch bei gewerblichen Produkten
> verwendet werden, man darf das Produkt dann nur nicht als
> ~umweltschonend (wie auch immer das konkret heißt) verkaufen.

Nein, dass ist seit 2006 verboten. Privat darf man bleihaltig löten, 
gewerblich nicht. ROHS Konform ist Pflicht wegen der Entsorgung.

PS: Privat würde ich mir bleifrei nicht antun, da ich keine Vorteile 
ausser dem Umweltschutz sehe.

von MinIstEr (Gast)


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Rene H. schrieb:
> Nein, dass ist seit 2006 verboten. Privat darf man bleihaltig löten,
> gewerblich nicht. ROHS Konform ist Pflicht wegen der Entsorgung.

Bist du sicher? Mir hat neulich ein Profi etwas anderes erzählt (stecke 
da aber auch nicht so drin).

von Bernd K. (prof7bit)


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Rene H. schrieb:
> Nein, dass ist seit 2006 verboten.

Für jede EU-Verordnung mit mehr als 12 Seiten gibts irgendwo ne 
zugehörige Ausnahmeregelung mit mindestens 42 Seiten auf denen genau 
erklärt ist in welchen Clubs man Mitglied sein muß oder welche wichtigen 
Sachen man zu tun behaupten muß um von der Erschwernis nicht betroffen 
zu werden.

von Nase (Gast)


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Ausnahmen von RoHS sind/waren u.A. Life Support und Automotive.

von Rene H. (Gast)


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MinIstEr schrieb:
> Bist du sicher? Mir hat neulich ein Profi etwas anderes erzählt (stecke
> da aber auch nicht so drin).

Ja, ich bin mir sicher.

Bernd K. schrieb:
> Für jede EU-Verordnung mit mehr als 12 Seiten gibts irgendwo ne
> zugehörige Ausnahmeregelung mit mindestens 42 Seiten auf denen genau
> erklärt ist in welchen Clubs man Mitglied sein muß oder welche wichtigen
> Sachen man zu tun behaupten muß um von der Erschwernis nicht betroffen
> zu werden.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Medizin, Luftfahrt, Militär und Medizin. 
Das ist aber deswegen nicht die Regel.

PS: und für Reparaturen.

von Peter D. (peda)


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Bleifreies Lot benetzt auch viel schwerer. Nach Öffnen der 
Bauteileverpackung sind diese daher kurzfristig zu verarbeiten.
Bauteile, die wochenlang offen rumliegen sind zu oxydiert für bleifrei.
Für Privat würde ich mir bleifrei nicht antun.

von Lukas D. (programmierer12)


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Ich habe schon immer bleifrei gelötet und kenne deshalb auch den 
Unterschied nicht. Persönlich verwende ich das Felder NiGe-Lötzinn(0,8mm 
bie ELV) und verarbeite es bei 300°C aber max. 350°C bei großen Flächen 
Drähten. Mit meiner Lötstation 80 Watt und gut verzinnten Spitzen hatte 
ich damit noch nie größere Probleme.

von Harald W. (wilhelms)


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Rene H. schrieb:

> PS: Privat würde ich mir bleifrei nicht antun, da ich keine Vorteile
> ausser dem Umweltschutz sehe.

Wenn man seine gelöteten Platinen nicht in den Hausmüll wirft,
sondern in der Elektronikschrottsammelstelle abgibt, gibts auch
keine Probleme mit dem Umweltschutz.

von MM (Gast)


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Harald W. schrieb:
> Wenn man seine gelöteten Platinen nicht in den Hausmüll wirft,
> sondern in der Elektronikschrottsammelstelle abgibt, gibts auch
> keine Probleme mit dem Umweltschutz.

Wozu erst was löten, wenn man es gleich danach wegwirft? Mit der 
nichterstlöten-Methode spart man ne Menge Geld, Zeit und Energie.

 ;-D

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