DIY Solid State Relais

Gast #4584560
Lesenswert?

Ich möchte einen Motor mit 230V und 250W mehrmals pro Minute ein- und 
ausschalten. Ein klassisches Relais kommt bei der geplanten Lebensdauer 
her eher nicht in Frage.
Also ein Solid-State Relais.
Meine Frage: Wie problematisch ist es, sich mit einem z.B IL410 
Optocoupler mit Phototriac Output und Zero Crossing selbst zu bauen?
Falls das doch nicht ganz so einfach ist: Welche Solid-State Relais für 
induktive Lasten zur Platinenmontage sind empfehlenswert und von welchen 
Herstellern sollte man besser die Finger lassen?
Gast #4584754
Lesenswert?

Weshalb?

Ein Triac schaltet sowieso immer im Strom Nulldurchgang ab.

Mit dem  Nulldurchgang - Optokoppler wird im Spannungs Nulldurchgang 
zugeschalten.
RC-Glied und Varistor zur Schutzbeschaltung.
Problem?

Ein SSR macht es auch so.
#4584803
Lesenswert?

Peter U schrieb:
> Problem?

Bei induktiver Last sind Strom und Spannung phasenverschoben. Im 
Idealfall hast du bei Null-Spannung das Maximum des Stromes. Nennt sich 
übrigens Inrush Effekt.


A transformer draws inrush current that can exceed saturation current at 
power up.
The Inrush Current affects the magnetic property of the core.
This happens even if the transformer has no load with its secondary 
open.
The magnitude of the inrush current depends on the point on the AC wave 
the transformer is switched on.
If turn-on  occurs when the AC voltage wave is at its peak value, there 
will be no inrush current drawn by the transformer. The magnitude of the 
current in this case will be at normal no load value.
If at turn-on, the AC wave is going through its zero value, then the 
current drawn will be very high and exceed the saturation current (see 
Figure 1).

http://www.ametherm.com/inrush-current/transformer-inrush-current.html
Gast #4584816
Lesenswert?

Problem ist die Remanenz. Ist das Eisen nach dem Eisen noch z.B. 
"positiv" magnetisiert und man schaltet an der positiven Halbwelle ein, 
kommt es zu einem Stromspike wegen Sättigung. Ist vermutlich bei einem 
250W-Motor nicht so ausgeprägt, Schnittband- oder Ringkern-Trafos sind 
da kritischer.
Gast #4584864
Lesenswert?

Georg G. schrieb:
> Induktive Last und im Nulldurchgang zu schalten ist keine gute
> Kombination.

Weshalb?
Also nicht Synchronisiert schalten und hoffen das zufällig nicht im 
Nulldurchgang geschaltet wird?


Georg G. schrieb:
> Bei induktiver Last sind Strom und Spannung phasenverschoben. Im
> Idealfall hast du bei Null-Spannung das Maximum des Stromes. Nennt sich
> übrigens Inrush Effekt.

Glaub das lernt man 1. LJ, ist also bekannt...
Gast #4584897
Lesenswert?

Georg G. schrieb:
> Bei induktiver Last sind Strom und Spannung phasenverschoben. Im
> Idealfall hast du bei Null-Spannung das Maximum des Stromes. Nennt sich
> übrigens Inrush Effekt.

Es geht um das Einschalten eines stehenden Motors. Wo soll da bei 0 
Spannung am Motor ein Strom herkommen?
Gast #4584903
Lesenswert?

Georg G. schrieb:
> Im
> Idealfall hast du bei Null-Spannung das Maximum des Stromes.

Aber nicht beim ersten Einschalten.

Gedankenexperiment: Ich habe eine ganz ganz langsame Wechselspannung.

1 Mio Volt, 0.00000000000000000001 Herz.

Da schalte ich jetzt eine Induktivität dran. Im Nulldurchgang.

Nach deiner Idee habe ich jetzt einen mordsmäßigen Inrush-Current, mit 
den Ohmschen Verlusten in der Leitung kann ich meine Wohnung heizen, hab 
immer Warmwasser, und kann auch den See vor der Stadt den Winter durch 
auf 30° halten.

Nach ein paar Jahren komme ich auf die Idee, dass die Wechselspannung 
mit 1 Mio Volt viel zu teuer zu erzeugen ist, und schalte die ganze 
Sache wieder ab.

Wo ist der Denkfehler?
Gast #4584931
Lesenswert?

Also, im Nulldurchgang der Spannung einschalten ist doch eigentlich kein 
Problem. Im Nulldurchgang abschalten viel eher. Aber wenn schon. Darüber 
muss man sich bei einem mechanischen Relais auch Gedanken machen, sonst 
hält es wirklich nicht lange (Kontaktabbrand).
Bei DC würde man da eine Freilaufdiode spendieren. Bei AC einen 
Varistor, wenn er genug Zeit bekommt, sich zwischen den Vorgängen wieder 
abzukühlen.
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #4585379
Lesenswert?

Direkt beim Einschalten wird erst mal die Induktivität wirksam, das 
heißt, der Strom steigt langsam an. Erst wenn das Wicklungspaket in 
Sättigung geht, weil der Motor noch steht, geht er Strom hoch. Das 
Einschalten des Triacs ist somit kein Problem. Das Abschalten ist jedoch 
ein Problem, da die Energie der u.U. noch magnetisierten Wicklung 
irgendwo hin muss. Hier treten Snubber und Varistor oder TVS-Diode auf 
den Plan. Einen Motor mit Vollwellen oder Phasenanschnitt zu steuern, 
ist weder Hexenwerk, noch ungewöhnlich, da schon 10.000.000 Male so 
aufgebaut (etwa ;-p).

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren