Hallo, ich habe ein Verständnisproblem bezüglich der Regelungstechnik. Ich möchte eine Spannungsregelung realisieren (Netzteil), nichts verrücktes. Reicht dafür ein einfacher P-Regler, oder benötige ich einen PI-Regler? Mir fällt es schwer heraus zu finden, was ich nun brauche. Einen I-Anteil brauche ich doch nur um eine Regeldifferenz zu vermeiden. Entsteht diese bei einer Spannungsregelung überhaupt? Dann wäre doch der P-Regler die bessere Wahl, da er schneller ist oder nicht? Grüße
I Regler sind Träge. Aber nur mit einem P Anteil ist es in der Realität nicht getan, weil alle Bauteile nicht linear reagieren. Du kannst einem Transistor nicht einfach sagen "So, jetzt lass mal bitte 10mA mehr fließen, damit die Spannung um 1mV steigt". Falls du von einem linearen Spannungsregler sprichst, die funktionieren in der Regel so, dass die den aktuelle Spannung mit einer Differenz vergleichen und wenn die Ausgangsspannung zu gering ist, wird der längs-Transistor stärker angesteuert. Ein angemessener Verstärkungsfaktor verhindert Überschwinger. Tiefpässe unterdrücken Schwingungen. Gute Netzteile erfordern einiges an praktischer Erfahrung und Experimenten. Diese Schaltungen kann man nicht einfach so im Voraus durchrechnen, wie Du dir das denkst. Das ist eher wie bei Lautsprechern. Zuerst berechnet man grob, dann probiert man aus und merkt, dass die Praxis zickig ist. Und dann bessert man durch wiederholtes Messen und Experimentieren nach, bis das Netzteil sich so verhält, wie man es haben möchte.
> Ich möchte eine Spannungsregelung realisieren (Netzteil), > nichts verrücktes. Ich gebe Dir mal ein Beispiel, eine Grundschaltung:
1 | Eingang o-------+---------+ |
2 | unstabil | | |
3 | |~| | |
4 | R1 |_| | |
5 | | |/ |
6 | +-------| T1 |
7 | | |\> |
8 | | | |
9 | | +-------o Ausgang geregelt |
10 | | | |
11 | \| |~| |
12 | T2 |----->| | R2 |
13 | </| |_| |
14 | | | |
15 | GND o-----------+---------+-------o GND |
Beim Einschalten der Eingangsspannung bekommt die Basis von T1 über R1 Strom, so daß T1 leitet. Die Ausgangsspannung steigt an. Als Referenz dient die B-E Strecke von T1. Wenn die durch R2 geteilte Ausgangsspannung ca. 0,7V übersteigt, beginnt T2 zu leiten und nimmt daher dem T1 seinen Steuerstrom weg. Dadurch sinkt die Ausgangsspannung. Wenn die Transistoren eine hohe Stromverstärkung haben, ist hier mit Schwingungen zu rechnen. Wenn sie eine zu geringe Stromverstärkung haben, ist die Ausgangsspannung zu instabil. Ich denke, dass dieser Regler vom PID Prinzip weit entfernt ist, da er ohne absichtliche Verzögerungen arbeitet und keine klar definierten Werte für die drei Faktoren hat. Und doch funktioniert er - er hätte das gedacht?
Sorry, ich hab mich oben vertippt: > dass die den aktuelle Spannung mit einer Differenz vergleichen Sollte heissen: > dass die den aktuelle Spannung mit einer referenz vergleichen
Danke für die Hinweise! Ich habe mir mal Schaltpläne von Netzteilen angesehen und musste feststellen, dass da immer nur P-Regler verwendet werden. Daher frage ich mich ob es überhaupt einen Sinn macht bei einem Linearregler ein PI-Glied zu verwenden. Ich kann mir auch nicht erklären wo die bleibende Regeldifferenz her kommen soll.
Bei einem Linearregler kommt es in der Regel zu keinen größeren Verzögerungen in der Regelstrecke (im Gegensatz zu getakteten Spannungsreglern) Daher kann der Verstärkungsfaktor groß gewählt werden und Regelabweichungen fallen nicht ins Gewicht. Sind aber natürlich trotzdem theoretisch vorhanden.
Boris schrieb: > Entsteht diese bei einer Spannungsregelung überhaupt? Das kommt auf die Regelstrecke an. Normalerweise musst du z.B. einen Transistor mit Spannung ansteuern, damit du am Ausgang eine Spannung erhältst. Sobald du aber deine Zielspannung erreichst, ist diese gleich der Vorgabe, also ist die Abweichung 0 und damit wird auch der Transistor nicht mehr angesteuert, und die Ausgangsspannung ist Null. Das würde nur bei unendlich großer Verstärkung funktionieren. In der Realität pendelt sich die Spannung mit einer Abweichung zum Sollwert ein (solange die Verstärkung nicht zu groß ist und der Kreis schwingt). Mit einem zusätzlichen I-Regler oder einem I-Anteil in der Strecke (Kondensator z.B.) bekommst du die Abweichung dann auch noch weg. > Dann wäre doch der > P-Regler die bessere Wahl, da er schneller ist oder nicht? Ein PI-Regler ist primär meist noch immer ein P-Regler, mit einem zusätzlichen kleinen I-Regler. Braucht man einen I-Anteil, dann ist der PI-Regler besser. Braucht man keinen, dann wird der I-Anteil einfach Null und aus dem PI ein P.
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