Hallo,
ich soll in unserer Firma ein kleines Elektroniklabor einrichten mit der
Aufgabe, eigene Messtechnik für Spezialaufgaben zu bauen und
instandzuhalten. Dabei geht es hauptsächlich um DMS und ähnliche
Aufnehmer. Es sollten also Platinen bestückt und ausführlich geprüft
werden können. Platinen sollen extern gefertigt werden. Außerdem sollten
einfache Prüf- und Instandhaltungsaufgaben an vorhandenen Maschinen
durchgeführt werden können.
Für Gehäusebau und sonstige mechanische Arbeiten gibt es eine separate
Werkstatt.
Ich habe mal eine Liste zusammengestellt. Habe ich etwas vergessen? Gibt
es Tips, Anmerkungen?
Stromversorgung
Labornetzgerät, 2-fach 0-30V, 0-5A
Labornetzgerät, einfach 0-30V, 30A
Leitungen, Adapter
Laborleitungen 4mm diverse Lägen und Farben
Krokodilklemmen 4mm
Prüfspitzen, Prüfklemmspitzen groß/klein
Diverse Adapter BNC, SMA, TNC etc.
Tastköpfe
Messgeräte
Handmultimeter
Tischmultimeter
Oszilloskop, digital, möglichst bis 200 MHz
Zangen-Amperemeter
Phasenprüfer für Elektroinstallation
Infrarotthermometer
Funktionsgenerator bis 20 MHz
Elektronik-Zangen
Abisolierzange universell
Abisolierzange Luftfahrt AWG
Kraft-Seitenschneider
Seitenschneider fein für CU-Drähte
Crimpzange Modularstecker
Crimpzange Flachsteckhülsen isoliert
Crimpzange Flachsteckhülsen unisoliert
Crimpzange Aderendhülsen
Crimpzange BNC-Steckverbinder
Crimpzange Luftfahrt-Sub-D, z.B. DMC AFM-8
Schlauchschneider
Kabelbinderzange
Sonstige Handwerkzeuge
Satz Feinschraubendreher
Bitsatz "Tamper Proof"
Pinzetten für Bestückung
Cuttermesser
Dremel mit Zubehör
Heißklebepistole
Heißluftföhn mit verschiedenen Düsen
Löten, Entlöten
Lötstation Weller
Verschiedene Lötspitzen
Heißluftstation für SMD
Lötdampfabsauger
Entlötsaugpumpe
Verbrauchsmaterial
Lötlack
Platinenreiniger
Lötzinn bleifrei, verschiedene Durchmesser
Kupferlackdraht, verschiedene Durchmesser
Lötpaste in Spritze für SMD
Entlötsauglitze
Flussmittelstift
Löthonig
Lötspitzenreiniger
Sekundenkleber / 5-Minuten-Epoxy
Material zur Kabelbeschriftung
Arbeitsplatz
"Dritte Hand"
Bestückungsrahmen
Lupenleuchte
ESD-Armband
ESD-Matte
Steckdosenleiste
Schubladenmagazine für Kleinteile
Halter für Messleitungen
Grundvorrat
Flachsteckhülsen
Ringkabelschuhe
Aderendhülsen
Stoßverbinder
Sortiment Feinsicherungen
Lochrasterplatinen
M3, M4: Schrauben, Scheiben, Muttern
Sortiment Distanzbolzen
Kabelbinder
Schrumpfschlauch
Stereomikroskop
Kleiner handlicher Akkuschrauber
Arterienklemmen
Gutes (d.h. stabiles, handreißbares, klebendes, rückstandsfrei
entfernbares) Gaffer-Tape
Aceton, Isopropanol/Ethanol, Zahnbürste, fusselfreie Labortücher
Druckluft
Eine hohe Grundhelligkeit, keine Schreibtischlampen, die immer im Weg
sind und störende Schatten werfen.
Kugelgelenk-Schraubstock a la Bernstein
> Lötdampfabsauger
dessen Saugleistung/Lärm-Verhältnis zur Benutzung motiviert.
Proxxon IBS statt Dremel
Gute Pinzetten, mindestens Edsyn (oder die teuren von Farnell)
Kontaktloser Prüfstift statt Phasenprüfer
Lötlack und -honig ist IMHO unnötig, besser eon gutes Flussmittelgel
Kabelbinderzange nur wenn nötig, ich schneide die lieber glatt ab
Heissluftföhn unbedingt mit Temperaturregler
Lötkolben definitiv JBC, die machen alle anderen platt
Kleinteilemagazin finde ich umständlich, ich habe Raaco Boxen mit 20-30
kleinen Fächern oder und dann sofort einen kompletten Teilesatz oder
eine E-Reihe am Tisch.
Die herausnehmbaren Einsätze sind gut für Schrauben, wenn ich
versehentlich die 500er Packung bestelle kippe ich die einfach im nächst
größeren Einsatz zusammen.
Für die Netzgeräte musst du deine Anforderungen anschauen. Für
Mikrocontroller nehme ich lieber mein gutes Agilent 0-15V mit schneller
Regelung statt den 30V China Trafoklotz.
Für Inbetriebnahme evtl. ein VDE/BGV Tester inkl. Aufklebern?
Wenn ihr viel bestückt unbedingt noch ein Stereomikroskop dazu holen.
Evtl. lohnt sich auch ein kleiner Kühlschrank für Lötpaste und ein
Handrakel (oder Japanspachtel), das geht deutlich schneller.
Und ganz wichtig, viel Licht und ein Fenster zum Lüften!
Jochen Schneidereit schrieb:> Habe ich etwas vergessen?
Eine "Rundreise" durch die die diversen Gesetze und Verordnungen, wie
Arbeitsstättenverordnung, TRGS, BGI, VDE, Betriebssicherheitsverordnung.
Jochen Schneidereit schrieb:> Labornetzgerät, einfach 0-30V, 30A
Wofür brauchst Du 900W?
Ich komme meistens mit 2*40V/2,5A aus.
Für die Reparatur von Geräten mit Netzanschluß habe ich einen
Trennstelltrafo.
Ein Tischmultimeter lohnt sich nur für hohe Anforderungen.
Einen Phasenprüfer habe ich nicht.
Suche die Ausrüstung nach Deinem tatsächlich zu erwartenden Bedarf aus,
nicht nur den Katalog runterblättern.
Jochen Schneidereit schrieb:> Phasenprüfer für Elektroinstallation
Also dafür gibts schonmal ne Klatsche. Der "Phasenprüfer" ist im
professionellen/gewerblichen Umfeld einfach ein NoGo, ich benutze sowas
nicht mal mehr privat.
Jochen Schneidereit schrieb:> Ich habe mal eine Liste zusammengestellt. Habe ich etwas vergessen? Gibt> es Tips, Anmerkungen?
Fang mal an, die normale Grundausstatung des Labors einzurichten und leg
Dir die Liste zurecht. Besorge dann je nach Dringlichkeit die restlichen
Dinge nach. Sonst Bekommst Du jetzt eine "Megabestellung" zusammen die
keiner abnickt und die Du tatsächlich zu 95% nicht benötigst.
Mein Labortisch in der Firma besteht aus:
Arbeitstisch mit ESD Matte
Scope mit Logikanalyzer
Netzteil
Lötstation
Heißluftstation
Stereo-Mikroskop
Kabel
SMD-Werkzeug: Pinzeltte, Sonden, Schraubendreher
SMD-Elektronikmaterial
That's it.
Was Du nicht kaufen kannst: Intelligenz, feinmechanisches Gefühl
rgds
M. K. schrieb:> Jochen Schneidereit schrieb:>> Phasenprüfer für Elektroinstallation>> Also dafür gibts schonmal ne Klatsche. Der "Phasenprüfer" ist im> professionellen/gewerblichen Umfeld einfach ein NoGo, ich benutze sowas> nicht mal mehr privat.
Tja, wer keinen Verstand hat, plappert halt nach, was die Werbeabteilung
des Duspols erfunden hat.
Ein Phasenprüfer erlaubt zuverlässig festzustellen, welche Drähte man
anfassen kannn und welche nicht. Das ist also deine Sicherheit.
Ein Duspol erlaubt zuverlässig festuzstellen, zwischen welche beiden
Drähte eine Lampe darf. Das ist bloss eine Funktionskontrolle.
MaWin schrieb:> Ein Phasenprüfer erlaubt zuverlässig festzustellen, welche Drähte man> anfassen kannn und welche nicht.
Ich nehme dazu lieber den Schaltplan und das Multimeter.
Ich glaube nicht, daß man die Restladung am Zwischenkreiselko (380V) mit
dem Phasenprüfer zuverlässig erkennt. Auf neueren Platinen habe ich da
ne LED dran, die sieht man noch bis ~10V glimmen.
Ich hab auch einige Schaltungen mit 5000V, da möchte ich auch nicht den
Phasenprüfer ranhalten, sondern nehme den 15kV Tastkopf.
Ich brauche also keinen Phasenprüfer.
Peter D. schrieb:> Ich nehme..Peter D. schrieb:> Ich glaube nicht..Peter D. schrieb:> habe ich..Peter D. schrieb:> Ich hab auch..Peter D. schrieb:> Ich brauche also keinen Phasenprüfer.
Die Frage war nicht: Was brauche ICH als Egoist für eine
Grundausrüstung.
Du bist nicht das Maß aller Dinge.
Jochen Schneidereit schrieb:> Außerdem sollten> einfache Prüf- und Instandhaltungsaufgaben an vorhandenen Maschinen> durchgeführt werden können.
Dafür kann der TO mit Sicherheit einen Phasenprüfer gebrauchen.
Ich hab auch keinen Phasenpruefer. Mit Netz mach ich nichts. Was soll
ich damit ?
Nein, Ich bau auch kein Netzteil, das kauf ich. Wegen der Vorschriften,
Normen und der Haftung.
Peter D. schrieb:> MaWin schrieb:>> Ein Phasenprüfer erlaubt zuverlässig festzustellen, welche Drähte man>> anfassen kannn und welche nicht.>> Ich nehme dazu lieber den Schaltplan und das Multimeter.
Nunja, das mit dem zuverlässig kann man schon unterschreiben, was die
Sicherheit bzgl anfassen betrifft.
Er zeigt aber auch bei Leitugen an, welche man wirklich anfassen kann.
Ein Multimeter kann auch schon wie ein Phasenprüfer wirken, ob seines
hohen Eingangswiderstandes, da hat der Duspol schon seine
Daseinsberechtigung.
Ich habe keinen Duspol und messe daheim mit Multimeter, Phasenprüfer und
bei Zweifeln mit einer Baustellenfassung mit ner 25 W Glühlampe.
Bei Messungen an vorhandenen Maschinen ist ein Duspol neben dem MM
durchaus eine sinnvolle Sache, um auch mit Last zu messen.
Manchmal nehme ich auch ne 24 V Leuchtmelderlampe zur Messung mit Last,
gelegentlich auch die heute üblichen LED-Leuchtmelderlampen, um
Wackelkontakte zu finden, da die nicht träge sind.