Forum: Offtopic Wie würde man das el. Verbundstromnetz hochfahren nach einen Komplettausfall?


von Zurzel (Gast)


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Hallo

unser Stromverbundnetz war ja nicht immer vorhanden sondern ist 
historisch gesehen sogar relativ Jung.
Wie wurden eigentlich die ersten Wechselstrom 3Phasen Kraftwerkverbünde 
zusammen geschaltet - gab es eine Art "Urkraftwerk" an den sich dann die 
anderen "drangehangen" haben oder haben sich die anfangs relativ wenigen 
und Leistung schwachen Kraftwerke selbst gegeneinander "eingependelt" 
und erst später mussten die Frequenzen und Phasenlagen extrem genau 
eingehalten werden?

Wenn heute das Euronische Verbundnetz aus irgend einen Grund komplett 
Ausfallen würde, also auch alle Unternetze innerhalb des Großen Netzes - 
wie würde das wieder anfahren aussehen - wer (was) würde die 50Hz 
Netzfrequenz vorgeben, und fast noch wichtiger, wer (und wie)gibt die 
Phasenlage vor- irgendeiner müsste doch mit einer "Vorgabee" oder auch 
Referenz anfangen, an die sich dann die anderen "anhängen" müssten.. 
oder?

Zuzel

von Hans_l (Gast)


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früher schaltete man die Leiter auf auf die Anschlüsse von Leuchten,
in etwa so:
Kraftwerk 1  Leuchte  Kraftwerk 2
    L1-----------O--------L1
    L2-----------O--------L2
    L3-----------O--------L3
dann wurde Kraftwerk 2 angefahren und in der Drehzahl auf die 
Nenndrehzahl gebracht,durch Feinverstellung der Drehzahl veränderte sich 
auch die Phasenlage zum Masterkraftwerk, wenn alle Leuchten dunkel 
wurden (gleiche Phasenlage) wurde Kraftwerk 2 zugeschaltet, beide 
Kraftwerke haben sich dann gegenseitig synchronisiert.
Als Frequenzmesser gabs Zungenfrequnzmesser, das hat ausgereicht.
Master war vermutlich das stärkste Kraftwerk.
Gruß
Hans

von MiWi (Gast)


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von Zurzel (Gast)


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Hallo

Danke an Hans für die kurze historische Erklärung und an MiWi für den 
Link zu den wohl sehr interessanten Vortrag in den ich Abschnittsweise 
ganz kurz reingeschaut habe.
Werde mir den ganzen Vortrag in einer ruhigen und "hellwachen" ;-) 
Stunde ansehen - scheinbar bin ich nicht der einzige Laie der tiefer 
gehendes Interesse am Verbundnetz hat.

Zurzel

von L. H. (holzkopf)


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Zurzel schrieb:
> unser Stromverbundnetz war ja nicht immer vorhanden sondern ist
> historisch gesehen sogar relativ Jung.

Ja - so, wie wir es kennen, ist es nicht mal 100 Jahre alt.
Begonnen hat es eigentlich mit der Weiterentwicklung von 
Schienen-Fahrzeugen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_elektrischen_Antriebs_von_Schienenfahrzeugen

Parallel dazu liefen aber schon längst Stromversorgungen mit DC-Gen.
Allerdings eher örtlich oder von den Gegebenheiten (Wasserkraft-Nutzung) 
her beschränkt.

Die flächendeckende Verbreitung des öffentlichen Drehstromnetzes begann 
ab etwa 1920.
Zwar gab es auch schon längst DASM.

Aber noch viel länger gab es DC-Mot. sowie DC-Gen. ;)
Auch im Inselbetrieb in Unternehmen.
Und dagegen mußten die Lieferanten von Drehstrom "anstinken" können.
Was dauerte und dauerte.
Teils bis nach dem zweiten Weltkrieg.

> Wie wurden eigentlich die ersten Wechselstrom 3Phasen Kraftwerkverbünde
> zusammen geschaltet - gab es eine Art "Urkraftwerk" an den sich dann die
> anderen "drangehangen" haben oder haben sich die anfangs relativ wenigen
> und Leistung schwachen Kraftwerke selbst gegeneinander "eingependelt"
> und erst später mussten die Frequenzen und Phasenlagen extrem genau
> eingehalten werden?

Die Zusammenschaltung geht ja nur per (An-)Synchronisierung an ein 
(bestehendes) Netz.
Und ja, es gibt dabei immer "Urkraftwerke".

> Wenn heute das Euronische Verbundnetz aus irgend einen Grund komplett
> Ausfallen würde, also auch alle Unternetze innerhalb des Großen Netzes -
> wie würde das wieder anfahren aussehen - wer (was) würde die 50Hz
> Netzfrequenz vorgeben, und fast noch wichtiger, wer (und wie)gibt die
> Phasenlage vor- irgendeiner müsste doch mit einer "Vorgabee" oder auch
> Referenz anfangen, an die sich dann die anderen "anhängen" müssten..
> oder?

Schau Dir dazu das hier mal an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stromausfall_in_Europa_im_November_2006

Am Schluß bleibt auch wieder nur die (An-)Synchronisierung.
Du kannst Dir das bei einem Komplett-Ausfall des "Hauptnetzes" etwa so 
vorstellen:
Die Haupt-Gen. (des Netzbetreibers) müssen heruntergefahren werden, um 
größere Schäden zu vermeiden bzw. die Ausfallursache zu beseitigen.

Es gibt aber jede Menge anderer Gen., die nur z.B. bei 
Spitzenbedarfs-Zeiten routinegemäß an's Netz fahren.
Ansonsten stehen die "in Bereitschaft" still.

Die Funktion eines Urkraftwerkes hängt nicht unbedingt von seiner Größe 
ab.
Im Zusammensbruchsfall werden die Schnittstellen des Verbundes ohnehin 
unterbrochen.
Und dann genügt an sich ein einziger dieser Gen., um ein Teil-Netz 
(notfalls) wieder "hochpäppeln" zu können.
Großartig Strom braucht der zunächst nicht liefern zu können.
Nur Spannung und seine Frequenz (so ca. 50 Hz).
Und dann kommen mehr und mehr dieser Gen. dazu, und am Schluß kann sich 
dann (notfalls) das EVU auch wieder ansynchronisieren.

Die EVU's kennen natürlich all ihre "Bereitschafts-Lieferanten", und es 
ist dann eine Frage der Absprache, wer was wann am besten macht. :D

Erstaunlich genug, daß (nur) mangels klarer Absprachen der Stromausfall 
2006 geschah. ;)

von Sebastian S. (amateur)


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Schau mal unter dem Stichwort: Phasenschieber nach.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Wenn das Netz komplett ausfallen würde, müßte man als erstes ein 
schwarzstartfähiges Kraftwerk starten. Das bedeutet, daß das Kraftwerk 
ohne Energie von außen angefahren werden kann. Die meisten 
Wasserkraftwerke können das und viele Großkraftwerke besitzen 
schwarzstartfähige Gasturbinen, mit denen dann das eigentliche Kraftwerk 
angefahren werden kann.

Dieses "erste" Kraftwerk übernimmt die ersten Verbraucher und versorgt 
nicht-schwarzstartfähige Kraftwerke, die dadurch ebenfalls angefahren 
werden können, sich mit dem vorhandenen Netz synchronisieren und weitere 
Verbraucher versorgen können. So kann man das Netz dann Stück für Stück 
reaktivieren.

Da elektrischer Strom nicht als solcher gespeichert werden kann, muß 
jederzeit so viel Strom erzeugt werden, wie gleichzeitig verbraucht 
wird. Wird zuviel Strom erzeugt, steigt die Drehzahl der Turbosätze bzw. 
Generatoren und dadurch steigt die Netzfrequenz ebenfalls. Wird zu wenig 
Strom erzeugt, sinkt die Netzfrequenz. Das Gleichgewicht wird durch 
bereitgestellte Regelleistung hergestellt. Die regelbaren Kraftwerke 
versuchen ständig, konstant 50Hz zu erzeugen und steuern die Leistung 
ihrer Dampfturbinen bzw. Antriebe entsprechend nach. Die Netzspannung 
wird von Spannungsreglern an den Synchrongeneratoren der Großkraftwerke 
bestimmt, die über ihre Erregung auch Blindleistung zur Verfügung 
stellen.

Bei sehr starken Änderungen bei Verbrauch oder Erzeugung von 
elektrischem Strom kann das Ungleichgewicht nicht schnell genug von der 
Regelleistung ausgeglichen werden. In diesem Fall werden entweder 
Verbraucher abgeschaltet um einen großflächigen Stromausfall zu 
vermeiden (Lastabwurf) oder bei einem Überangebot können auch Kraftwerke 
abgeworfen werden (vornehmlich Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie, 
weil diese nach Stabilisierung schnell wieder zur Verfügung stehen). 
Werden fossile oder nukleare Kraftwerke abgeworfen (oder durch einen 
Fehler vom Netz getrennt), versuchen die meisten Anlagen, sich im 
Eigenbedarf zu fangen (Lastabwurf auf Eigenbedarf). Das bedeutet, daß 
das Kraftwerk nur noch so viel Strom erzeugt, wie es für den eigenen 
Betrieb verbraucht. Dadurch stehen sie beim Wiederaufbau des Netzes 
schnell wieder zur Verfügung.

von DÖF (Gast)


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Zurzel schrieb:
> Hallo
>
> unser Stromverbundnetz war ja nicht immer vorhanden sondern ist
> historisch gesehen sogar relativ Jung.
> Wie wurden eigentlich die ersten Wechselstrom 3Phasen Kraftwerkverbünde
> zusammen geschaltet - gab es eine Art "Urkraftwerk" an den sich dann die
> anderen "drangehangen" haben oder haben sich die anfangs relativ wenigen
> und Leistung schwachen Kraftwerke selbst gegeneinander "eingependelt"
> und erst später mussten die Frequenzen und Phasenlagen extrem genau
> eingehalten werden?
>
> Wenn heute das Euronische Verbundnetz aus irgend einen Grund komplett
> Ausfallen würde, also auch alle Unternetze innerhalb des Großen Netzes -
> wie würde das wieder anfahren aussehen - wer (was) würde die 50Hz
> Netzfrequenz vorgeben, und fast noch wichtiger, wer (und wie)gibt die
> Phasenlage vor- irgendeiner müsste doch mit einer "Vorgabee" oder auch
> Referenz anfangen, an die sich dann die anderen "anhängen" müssten..
> oder?
>
> Zuzel

Nach der Nummer 2006 war das eur. Netz in 3 nicht synchrone Gebiete 
geteilt.

http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Energie/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Berichte_Fallanalysen/Bericht_9.pdf?__blob=publicationFile&v=1

von Hans_l (Gast)


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Alle werden sterben schrieb im Beitrag #4608515:
> kann das Verbundnetz nicht wieder angefahren werden,
> sondern es muss neu aufgebaut werden, was Monate oder Jahre dauern wird.

Dafür hast aber schon eine belegbare Begründung? oder
(ohne glaube ich es nicht)

Gruß
Hans

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Alle werden sterben schrieb im Beitrag #4608515:
> Fällt das Netz aus und sind die Notstromaggregate
> aufgebraucht, kann das Verbundnetz nicht wieder angefahren werden,
> sondern es muss neu aufgebaut werden, was Monate oder Jahre dauern wird.

Das ist Unsinn.
Es ist natürlich möglich, wie oben erwähnt, ein Netz mit Hilfe von 
'schwarzstart' fähigen KW wieder hochzufahren, und zwar innerhalb 
weniger Stunden/Tage. Das Problem beim Starten ist bei Kohle- und 
Ölkraftwerken die Versorgung mit Gas, das zum 'Vorglühen', also zum 
Anfahren der Brenner, Lüfter und Dosierer benötigt wird.

(West) Berlin hat jahrzehntelang vorgemacht, das ein kleines Netz mit 
wenigen Kraftwerken schon sehr stabil laufen kann, ohne irgendwelche 
Ausfälle. Umso mehr ist ein grosses Netz natürlich noch viel redundanter 
- das Verbundnetz fällt sicher nicht aus.

von sischer (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> - das Verbundnetz fällt sicher nicht aus.

Na klar. Wer's hofft und dafür betet. Man sollte nur die Steuerungen 
noch enger vernetzen, damit das Versprechen der absoluten Sicherheit 
auch ganz bestimmt eingehalten werden kann.

von Gästchen (Gast)


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Alle werden sterben schrieb im Beitrag #4608515:
> Zurzel schrieb:
>> Wenn heute das Euronische Verbundnetz aus irgend einen Grund komplett
>> Ausfallen würde, also auch alle Unternetze innerhalb des Großen Netzes -
>> wie würde das wieder anfahren aussehen
>
> Es wird kein Wiederanfahren geben. Das heutige Netz funktioniert nur mit
> einer Steuerung von Hochleistungsrechnern im Hintergrund, die wiederum
> vom Netz abhängig ist. Fällt das Netz aus und sind die Notstromaggregate
> aufgebraucht, kann das Verbundnetz nicht wieder angefahren werden,
> sondern es muss neu aufgebaut werden, was Monate oder Jahre dauern wird.

Hu?
Das wäre mir neu. Bin jetzt allerdings kein Spezialist für Stromnetze, 
aber glauben kann ich das so nicht.

Daher muss ich höflichst um Quellen bitte.

Im Endeffekt ist ein Stromausfall von mehreren Wochen allerdings das 
Ende der Welt, in einem recht praktischen Sinn:
Wie wir dank Fukushima wissen, explodieren Atomkraftwerke wie Popcorn, 
wenn zulange kein Strom noch Notstrom verfügbar ist. Weil die Kühlung 
ausfällt und die Abklingbecken irgendwann trocken laufen.
Nach mehreren Wochen Stromausfall (irgendwann ist der Diesel in jedem 
Kernkraftwerk aus) würden daher alle Brennelemente in allen 
Abklingbecken in Europa anfangen zum schmelzen. Alle Reaktoren hätten 
eine Kernschmelze. Als Effekt würde vermutlich alles verstrahlt, und 
zumindest Europa.
Ich vermute, die Strahlung wäre viel schlimmer, als alles was ein 
Atomkrieg verursachen würde. 100 Tschernobyls, und das nur in Europa...

von oszi40 (Gast)


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sischer schrieb:
>> - das Verbundnetz fällt sicher nicht aus.
> Na klar. Wer's hofft und dafür betet.

Auch Pumpen und Notstromaggregate brauchen Betriebsstoffe wie man nach 
Fukushima weiß. Ob dieser Vorrat ausreicht oder der gelagerte 
"BIOdiesel" sich schon zersetzt hat, wäre noch genauer zu testen! Merke: 
Biodiesel ist nicht ewig lagerfähig!!!

von Pandur S. (jetztnicht)


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Deswegen haben wir alle Atomkraftwerke an einem grossen Fluss. Die 
Franzosen uebrigens auch.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Das Wiedereinschalten ist eine gefaehrliche Sache, und selbstheilend, 
Dabei werden die Verbraucher wie Schutt vom Bulldozer abgeraeumt. Beim 
Wiedereinschalten koennen induktive Spitzen entstehen, die die 
ueblichenn elektronischen Elektrogeraete zappen. Die gehen dann entweder 
auf Offen oder Kurz, und sind nachher weg vom Netz. Die Spannung des 
Netzes steigt, Die Motoren und Transformatoren fliegen bei 
Ueberspannung, Saettigung und Ueberstrom per Sicherung auch raus.

Vorsorgliche Geraetebesitzer schlten ihre Verbraucher aus, und warten 
mit dem Einschalten bis der Strom wieder zuverlaessig da ist. .

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Haben wir denn tatsächlich ein komplettes europäisches phasenstarres 
Verbundnetz? Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass Teilnetze mit 
Gleichstromkopplungen verbunden sind. Damit wäre komplette 
Frequenz/Phasengleichheit nicht erforderlich.

von Clemens S. (zoggl)


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H.Joachim S. schrieb:
> Haben wir denn tatsächlich ein komplettes europäisches phasenstarres
> Verbundnetz?

zusammengefasst: Kontinentaleuropa Minus die baltischen Staaten + 
Türkei, Marokko, Algerien Tunesien und die Westsahara hängen in einem 
Netz.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Verbundsystem

von Peter M. (r2d3)


Angehängte Dateien:

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Alle werden sterben schrieb im Beitrag #4608515:
> Es wird kein Wiederanfahren geben. Das heutige Netz funktioniert nur mit
> einer Steuerung von Hochleistungsrechnern im Hintergrund, die wiederum

Was machen denn die "Hochleistungsrechner" denn so?
Das würde mich brennend interessieren, denn von "Hochleistungsrechnern" 
und ihren Aufgaben habe ich noch nie etwas gehört.


Zurzel schrieb:
> wie würde das wieder anfahren aussehen

Nach meinem Verständnis läuft es so ab:

1. Die schwarzstartfähigen (=alleinstartfähigen) Kraftwerke starten im 
Inselbetrieb.
2. Je nach Stabilitätserwägungen werden Verbraucher selektiv 
zugeschaltet.
3. Mit Hilfe der schwarzstartfähigen Kraftwerke werden die nicht 
schwarzstartfähigen Kraftwerke gestartet.
4. Zwei benachbarte Inselnetze versuchen sich zu einem gemeinsamen 
Verbundnetz zu synchronisieren.
5. Der Vorgang unter 4 wird so oft wiederholt, bis das europäische 
Verbundnetz wiederhergestellt ist.

Haarig ist dabei die Synchronisation der Teilnetze.
Die Führungsgröße ist ja die Netzfrequenz.

Das angehängte Bild stellt einen Aussschnitt aus der Präsentation 
"Anforderungen zum dynamischen Verhalten von Kraftwerken im Netzverbund" 
vor sieben Jahren an der FH Hannover dar.

Wie man schön sehen kann, zeigt sich eine mangelnde Paarungsbereitschaft 
zwischen Gebiet 2 und 1+3. Da muss man halt immer wieder probieren, 
irgendwann fließt der Saft.

von Timm T. (Gast)


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Oh D. schrieb:
> Deswegen haben wir alle Atomkraftwerke an einem grossen Fluss. Die
> Franzosen uebrigens auch.

Stimmt. Und dann?

Bringen die das Wasser mit Eimerketten in die Kühlbecken? Selbst wenn 
keine Verstrahlung wie in Fukushima auftritt: Woher nimmst Du die Leute, 
die dort Wasser schleppen sollen?

Wenn ringsum seit Tagen Stromausfall ist?
Wenn die Leute kein Benzin haben, weil die Tankstellen nicht pumpen 
können?
Wenn die Leute nichts zu essen haben, weil keine Supermarktkasse geht 
und die Schiebetüren nicht öffnen?
Wenn Du dank Abschaltung der Mittel- und Langwellensender, Ausfall der 
lokalen UKW-Sender (die auch keinen Strom haben), Ausfall des 
Voip-Netzes (da das analoge Telefonnetz mit passiven Geräten und 
Notversorgung abgeschafft wurde), Ausfall von Internet, Ausfall von 
Mobilfunk (da keine Notversorgung in den Sendemasten) mit den Leuten 
nicht kommunizieren kannst?
Die Leute werden sich erstmal um sich und ihre Familien kümmern, anstatt 
brav zum Eimerschleppen anzutreten.
Achja, die Bundeswehr. Welche Bundeswehr?

von L. H. (holzkopf)


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Peter M. schrieb:
> Was machen denn die "Hochleistungsrechner" denn so?
> Das würde mich brennend interessieren, denn von "Hochleistungsrechnern"
> und ihren Aufgaben habe ich noch nie etwas gehört.

Naja - mit Hochleistungsrechnern kann man z.B. auch 
Sicherheitssimulationen fahren.
Geht halt manchmal auch "in die Hose".
Wird aber dennoch als absolut sicher "verkauft".

Man muß das nur gebetsmühlenartig immer wieder wiederholen.
So lange, bis es jeder glaubt.
Manchmal auch wider besseres Wissen.
http://www.atomunfall.de/1986-Tschernobyl-Sowjetunion.shtml

Jede noch so gute Technik kann auch versagen.
Nicht zuletzt evtl. auch durch menschliche Bedienungsfehler.

von Peter M. (r2d3)


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L. H. schrieb:
> Peter M. schrieb:
>> Was machen denn die "Hochleistungsrechner" denn so?
>> Das würde mich brennend interessieren, denn von "Hochleistungsrechnern"
>> und ihren Aufgaben habe ich noch nie etwas gehört.
>
> Naja - mit Hochleistungsrechnern kann man z.B. auch
> Sicherheitssimulationen fahren.

Na ja, aber der Endzeitfreund weiter oben schrieb:

Alle werden sterben schrieb im Beitrag #4608515:
> Es wird kein Wiederanfahren geben. Das heutige Netz funktioniert nur mit
> einer Steuerung von Hochleistungsrechnern im Hintergrund, die wiederum
> vom Netz abhängig ist. Fällt das Netz aus und sind die Notstromaggregate

Ich wüste nicht, wozu man einen oder mehrere Hochleistungsrechern 
braucht im Zusammenhang mit der Steuerung des Netzes. Was bitte soll da 
gesteuert werden?

Die Hochleistungsrechner sind ja gar nicht so alt.
Vorher lief das Netzt auch - ganz ohne "Hochleistungsrechner".

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Zurzel schrieb:
> wie würde das wieder anfahren aussehen

Im Rahmen der Y2k Vorbereitung wurde damals in Thüringen ein 
akkubetriebenes Notfunknetz mit 13 FM-Relaistationen vorbereitet. Dieses 
sollte u.a. dafür dienen, die Koordination zum Anfahren des 
Energienetzes sicher zu stellen. Als schwarzstartfähiges Kraftwerk war 
ein Pumpspeicherwerk vorgesehen.

von K. J. (Gast)


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Naja so wie ich das verstanden habe zerfehlt das Gesamtnetz in einzelne 
Inselnetze durch Abwurf der Überlastrelays und ähnlichen Geschichten,
das Gesamtnetz ist Weitestgehend selbstregelnd (dafür sorgt schon die 
Netzfrequenz), das Problem dabei ist es ehr die einzelnen Inselnetze 
wieder zu Synchronisieren, die dann alle unterschiedliche Frequenzen 
haben das dürfte gerade bei Turbinen und Co. ein Problem werden wen die 
mit der Falschen Frequenz wieder ins Netz gehen werden die das wohl 
nicht überleben, und die Laststeuerung wird dann auch ein Problem aber 
wahrscheinlich wird dann erstmal alles abgeschaltet was viel Strom zieht 
um eine Stabile Netzfrequenz aufzubauen, der Rest wird dann nach und 
nach wieder zugeschaltet.

Was ich recht interessant fand im dem Video von CCC das die Netzfrequenz 
hauptsächlich von der Schwungmasse der Turbinen stabielgehalten wird das 
müssen zusammen gewaltige Kräfte sein.

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