Hallo,
Ich baue mir aktuell einen Backup Server mit einer 3ware 9650se.
Folgendes Phaenomen: Wenn ich 12 Platten in 4 Raid5 arrays mit je 3 HDDs
zerlege, habe ich eine gute schreib performance (ca. 100-120MB/s).
Schliesse ich jedoch mindestens 4 in einem Raid5 Verbund zusammen, geht
die Datenrate runter auf bis zu 8MB/s
Da stimmt also etwas nicht... hat jemand eine Idee?
Oje, 3ware... Waren zwar zuverlässig (hatte selber 6 Jahre einen 8506
mit 10 Platten im Raid5), aber beim Schreiben im Raid5-Mode
schnarchlahm. Das ist bei den späteren 9er-Versionen mit PCIe nicht
signifikant besser geworden. Das Web ist voll mit allen möglichen Tips,
die aber das eigentliche Problem nicht lösen (können). AFAIR war das
wichtigste das Anschalten des Write-Caches, der ohne Battery-Pack nicht
automatisch an ist. Dann gabs noch (unter Linux) ein paar
/proc/sys/*-Tricks, aber über 30-40MB/s bei wirklich grossen Files bin
ich nie gekommen. Falls das Linux ist, wäre ein Soft-Raid
überlegenswert, die "kleinen" HW-Raid-Controller ala Areca oder LSI
(Dell, ...) haben IMO inzwischen keine wirklichen Vorteile mehr und fast
nur noch Nachteile.
So,
Ich habe meinen Baseclock auf 100Mhz zurueck genommen - jetzt habe ich
fast 300MB/s schreiben - damit kann ich Leben!
Trotzdem Danke fuer die Hilfe! :)
Hm,
Backup und Hardware Raid?
Was machst du wenn der Raid Controller das zeitliche segnet...
Nimm lieber Softraid, das kannst du bei Linux einfach in ein neues
System einbinden und fertig. (Sollte halt nichts exotisches sein.)
Habe hier einen Proliant mit 3x3 Platten im Raid Z1, der schreibt auch
alles was G-Bit LAN hergibt und ich kann die Raid Stapel jederzeit in
eine andere Maschine einbinden. (NAS4Free mit ZFS Dateisystem, Vorsicht
ZFS verfrühstückt Arbeitsspeicher und CPU Leistung ohne Probleme)
Ganz wichtig, bevor du deinen Backup Daten anvertraust, testen, was
passiert, wenn mal eine Platte ausfällt. (Also Platte wechseln und
Rebuild starten?) und was passiert, wenn der Rechner ausfällt (Kannst du
den Raid Verband in einen anderen Rechner einbinden?)
mfg
Gast
_Gast schrieb:> (NAS4Free mit ZFS Dateisystem
Alternativ btrfs.
Vergleich ZFS/btrfs/ext4/XFS: "The results from the Fileserver profile
in the Filebench experiment is showing that Btrfs has consistently the
highest performance for all the disk setups whereas ZFS is showing the
lowest performance."
https://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:822493/FULLTEXT01.pdf
Bisher keine Probleme damit (debian, RAID 1).
A. K. schrieb:> _Gast schrieb:>> (NAS4Free mit ZFS Dateisystem>> Alternativ btrfs.
Das ist alles noch viel zu wenig abgehangen. Vor allem die Tools zur
Reparatur (sofern überhaupt existent). Meine MD RAIDs habe ich bis jetzt
immer noch repariert gekriegt. Wobei es meist darauf hinauslief, dem
MD-Treiber zu verklickern daß er auch die Platten mitbenutzen soll, die
geringfügig zu alt sind.
Als Filesystem empfehle ich xfs oder ext4.
Axel S. schrieb:> Meine MD RAIDs habe ich bis jetzt immer noch repariert gekriegt.
Wobei ich es vorziehe, sie nicht erst kaputt zu machen. ;-)
Einen (unfreiwillig) simulierten Plattenausfall habe ich hinter mir, den
hat btrfs gut überstanden.
Ich habe zudem ein gewisses Grundvertrauen in das
transaktionsorientierte Arbeitsprinzip von COW Filesystemen. Weil die
bestehende Daten grundsätzlich nicht überschreiben, sondern anderswo neu
schreiben und (dem Prinzip nach) nur konsistente Zustände finalisieren.
Filesysteme alten Stils benötigen zwingend Reparaturtools, fsck oder
Journalling, weil sie diese Eigenschaft nicht besitzen und daher bei
crash/powerdown einen inkonsistenten Zustand hinterlassen.
> Ich habe zudem ein gewisses Grundvertrauen in das> transaktionsorientierte Arbeitsprinzip von COW Filesystemen. Weil die> bestehende Daten grundsätzlich nicht überschreiben, sondern anderswo neu> schreiben und (dem Prinzip nach) konsistente Zustände finalisieren.
Wobei ich jetzt mit ext3 und ext4 auch keine besonderen Probleme hatte.
jfs dagegen hatte nach einem unerwartetem Abschalten auf einmal
Binär-Müll in ein paar /etc/-Config-Dateien, die ganz sicher nicht
beschrieben wurden... Da nehm ich dann lieber noch FAT ;)
Georg A. schrieb:> Wobei ich jetzt mit ext3 und ext4 auch keine besonderen Probleme hatte.
Wobei diese Filesysteme (wie auch NTFS) sehr die Geduld vieler Leute
strapazieren können, wenn das Filesystem recht viele Files enthält und
das System mal eben weg war. Privat ist das weniger problematisch, aber
ein sehr länglicher fsck beim Powerup kommt @biz immer zum falschen
Zeitpunkt.
> jfs dagegen hatte nach einem unerwartetem Abschalten auf einmal> Binär-Müll in ein paar /etc/-Config-Dateien, die ganz sicher nicht> beschrieben wurden... Da nehm ich dann lieber noch FAT ;)
JFS ist kein transaktionsorientiertes Filesystem. Wobei ich mit JFS/JFS2
unter AIX bisher nur gute Erfahrungen gemacht hatte. Reparatur war kaum
jemals nötig.
A. K. schrieb:> Ich habe zudem ein gewisses Grundvertrauen in das> transaktionsorientierte Arbeitsprinzip von COW Filesystemen.
...
> Filesysteme alten Stils benötigen zwingend Reparaturtools, fsck oder> Journalling, weil sie diese Eigenschaft nicht besitzen und daher bei> crash/powerdown einen inkonsistenten Zustand hinterlassen.
Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, anzunehmen BTRFS oder ZFS bräuchten
keine Reparaturtools, weil sie COW machen. Das ist nur knapp vor "ich
brauche kein Backup, ich hab ja ein RAID".
Insbesondere zu diesen beiden Kandidaten möchte ich noch auf
https://blog.fefe.de/?ts=a9f560e2 verweisen ...
Axel S. schrieb:> Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, anzunehmen BTRFS oder ZFS bräuchten> keine Reparaturtools, weil sie COW machen.
Habe ich auch nicht behauptet. Es ist nur so, dass dabei anders als in
klassischen Filesystemen vom Arbeitsprinzip her keine inkonsistenten
Zustände auftreten. Inkonsistenzen sind damit eine Fehlfunktion, während
sie in klassischen Filesystemen inhärent sind und durch Reparatur oder
Journaling abgefangen werden müssen.
> Das ist nur knapp vor "ich> brauche kein Backup, ich hab ja ein RAID".
Mir gefällt der besser: "Ich brauche kein Backup, ich hab ja fsck". ;-)
A. K. schrieb:> Georg A. schrieb:>> Wobei ich jetzt mit ext3 und ext4 auch keine besonderen Probleme hatte.>> Wobei diese Filesysteme (wie auch NTFS) sehr die Geduld vieler Leute> strapazieren können, wenn das Filesystem recht viele Files enthält und> das System mal eben weg war. Privat ist das weniger problematisch, aber> ein sehr länglicher fsck beim Powerup kommt @biz immer zum falschen> Zeitpunkt.
Hm, bei "mal eben weg" gibts eigentlich so gut wie nie einen fsck.
Ausser man hat vergessen, max-mount-count/time passend zu verstellen.
Oder das FS hat schon vorher was übles festgestellt... Bei uns gurken so
200TB rum, von denen Radio/TV läuft, da würden längere Wartezeiten auch
etwas betriebshinderlich sein ;)