Forum: Offtopic Geld für Kleinigkeiten verlangen


von Frank H. (horni)


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Hallo,

mich würde mal interessieren, wie ihr mit "Kleinigkeiten" bei der Arbeit 
umgeht, die ihr für Kunden oder gar dritte erledigen müsst.

Ein aktuelles Beispiel. Wir verwalten für eine Werbeagentur einen 
Server, auf denen die Kundenwebsites hosten. Jetzt wollte so ein 
End-Kunde sich von irgendeinem fremden Designer eine neue Website 
basteln lassen. Es ging etwas hin und her, der hat uns genervt mit 
verschiedenen Behauptungen, dass "auf dem Server  nichts funktionieren 
würde", etc. Hat während wir ihm kostenlos geholfen haben, ein CMS 
aufzusetzen, Dateien von uns überschrieben, usw.

Jetzt kam eine Anfrage rein, dass er gerne einen Backup der Seite und 
der Datenbank haben möchte. Für mich ist es eine Arbeit von 3 Minuten. 
Wenn er es klug anstellt, dann sind es für ihn auch 3 Minuten oder ein 
paar Stunden Arbeit für den Rechner, in denen er ein paar Tausend 
Dateien herunterladen muss.

Ich habe diesem Designer jetzt zurück geschrieben, dass wir das Backup 
nur für Geld erstellen können. x € pro angefangene halbe Stunde Arbeit.

Okay, in dem Fall finde ich es auch gerecht. Aber es gibt andere Fälle, 
bei denen ist es nicht so einfach. Auf der anderen Seite, wenn ich die 
Arbeit anderer in Anspruch nehme, dann verlangen die auch Geld für jede 
Kleinigkeit.

von Jeffrey L. (the_dude)


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Ich denke da muss man ein wenig zwischen "gutem Service" und dem 
"Anbieten einer Dienstleistung" abwägen.

Wenn mich jemand um eine 3-M;inuten-Arbeit bittet, dann ist das 
(kostenloser) Service.
Wen der Typ aber stetig nervt und mehr Zeit als 3 Minuten in Anspruch 
nimmt, dann lasse ich ihm die Preise für meine Dienstleistungen 
zukommen.

Ist eben alles Ermessenssache, einem jahrelang zahlendem und guten 
Kunden werde ich sicher eher mal was für umme machen als jemanden, der 
kommt, meine Zeit klaut und mir unterstellt, dass irgendwas von meinem 
Zeugs nicht funktioniert.
Man kann ja als ahnungsloser Kunde auch mal leise anfragen ob es sein 
kann, dass XY nicht richtig arbeitet, man muss nicht immer schreien 
"Euer Kack geht nicht!"


Nebenbei: man (ich) macht sowieso eigentlich viel zu viel unentgeldlich. 
Anderseits, ohne guten Service funktioniert kein Geschäft auf Dauer!

von Soul E. (Gast)


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Welchen Stundensatz hat Eure Buchhaltung? Die Rechnung stellen, 
versenden, Zahlungseingang kontrollieren, verbuchen -- das gibt's auch 
nicht umsonst. Nicht ohne Grund schicken viele Firmen lieber kostenlose 
Muster anstatt Kleinmengen zu verkaufen.

von Michael B. (laberkopp)


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soul e. schrieb:
> Welchen Stundensatz hat Eure Buchhaltung? Die Rechnung stellen,
> versenden, Zahlungseingang kontrollieren, verbuchen -- das gibt's auch
> nicht umsonst

Also wenn heutzutage, mit Computerunterstützung und Buchhaltungsprogramm 
mit eingebautem Mahnwesen, die Erstellung einer Rechnung für 3 Minuten 
Arbeit mehr als eine Briefmarke und 30 Arbeitssekunden kostet, dann 
würde ich die unfähige Buchhaltung entlassen, die hat dann ja wohl den 
Schuss nicht gehört.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Neulich an der Tankstelle.
>  Was kostet ein Tropfen Benzin?
>> Ähm... nichts.
>  Na dann tropfen sie mal voll!

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