Hallo,
ich habe einige LCD-Displays bekommen, die jedoch keinen Controller
beinhalten. Es sind 40 Pins pro Display, es ist keinerlei Nummer,
Hersteller oder sonstwas aufgedruckt. Habe ich eine Chance hier zu
erfahren, welcher Pin welche Funktion hat und ggf. das dann mit einer
synchronen Logikschaltung an einem Mikrocontroller zu nutzen? Gibt es da
etwas, wie ein Standard-Pin-Out o. Ä.?
Viele Grüße und vielen Dank
Hingucken.
Wenn das nackte reflektive Displays sind (wie z.B. in Taschenrechnern
o.ä. verbaut), kann man bei geeignetem Lichteinfall die Metallisierung
auf den Glasscheiben sehen, und sich die Zuordnung der Segmente zu den
Anschlüssen abmalen.
So etwas lässt sich dann mit einem µC mit eingebautem LC-Controller
ansteuern, wie es z.B. auf dem AVR Butterfly gemacht wurde.
Oder ist an den Dingern noch etwas Elektronik dran? Bild?
LCD-Display schrieb:> Hallo,>> ich habe einige LCD-Displays bekommen, die jedoch keinen Controller> beinhalten. Es sind 40 Pins pro Display, es ist keinerlei Nummer,> Hersteller oder sonstwas aufgedruckt. Habe ich eine Chance hier zu> erfahren, welcher Pin welche Funktion hat und ggf. das dann mit einer> synchronen Logikschaltung an einem Mikrocontroller zu nutzen? Gibt es da> etwas, wie ein Standard-Pin-Out o. Ä.?>> Viele Grüße und vielen Dank
Hallo,
halte das Teil mal gegen das Licht. Vielleicht sehen wir dann etwas ?
Oder poste ein Bild, das würde evtl. auch helfen.
Die Bilder sind anbei, man sieht leicht reflektierend bei den pins eine
duenne Schicht, man kann auch Zahlen, Punkte und Doppelpunkte erkennen,
wenn man sie gegen das Licht haelt..
Sieht für mich aus wie ein Display aus früheren Messgeräten. Ansteuerung
über z.B. ICL7106. Könnte auch für LCD-Uhren geeignet sein. Kannst Du
links eine einzelne 1 und 3 Stellen als 8 erkennen ? Dann wäre es für
ein Messgerät, 3,5 stellig.
Danke erstmal für die vielen hilfreichen Antworten. Alle vier Digits
sind quasi vollständige Sieben-Seqmente. Das erklärt (inkl. Dotpoint
plus ein Doppelpunkt) 33 Pins. Kann ich davon ausgehen, dass die anderen
entweder gemeinsame Kathode oder Anode sind? Denn es verbleiben 7 Pins
für nichts, was mir sonst einfallen könnte.
Viele Grüße und besten Dank!
LCD-Display schrieb:> Kann ich davon ausgehen, dass die anderen> entweder gemeinsame Kathode oder Anode
Im Prinzip ja, nur das LCDs ohne Controller etwas anders anzusteuern
sind wie ein LED-Display. Leider müsste ich jetzt selbst googeln, das
überlasse ich daher Dir. Ein LCD wird nicht statisch angesteuert sondern
mit einer kleinen Frequenz. Ich weiß nur nicht mehr ob über den
gemeinsamen Anschluss oder die einzelnen Segmente. Ein LCD verhält sich
elektrisch wie ein Kondensator. Auch deshalb kleine Frequenz um den
Strom gering zu halten. LCDs sind aber so träge das die kleine Frequenz
auch für das menschliche Auge reicht.
LCD-Display schrieb:> Kann ich davon ausgehen, dass die anderen> entweder gemeinsame Kathode oder Anode sind?
NEIN!!!
Bei sowas gibt es keine Anode oder Kathode.
Du hast stattdessen N Segmente und M Backplanes. Bei deinen LCD's nehme
ich mal stark an, daß du 1 Backplane hast und für alle anzuzeigenden
Dinge je ein Segment.
also 4 * 8 --> 32 Segmente für 4 Stellen (7+dp)
dann vermutlich einige Sonderzeichen wie Doppelpunkt zwischen Stelle 2
und 3, evtl. ein Batteriesymbol oder so.
Anzusteuern sind die, indem man immer abwechselnd den Pegel der
Backplane auf High oder Low legt und all die Segmente, die schwarz
werden sollen auf den entgegengesetzten logischen Pegel legt. Due
segmente, die nicht erscheinen sollen, legt man auf den gleichen log.
Pegel wie die Backplane. Die Wiederholfrequenz kann man so im 50..100 Hz
Bereich ansiedeln.
Ich nehme für solche Zwecke entweder nen µC, der so eine Logik bereits
eingebaut hat oder (wenn nicht) eben 4 Schieberegister (74HC164 wenn ich
mich recht erinnere), die ich dann mit dem 10 ms SysTick-Interrupt
seriell beschreibe. Da dies rasant schnell geht im Vergleich zur
Trägheit des Displays, sieht man vom Geschiebe nix.
W.S.
Jeder kleine MC kann LCD ansteuern, wie man das macht und ein paar LCD
Grundlagen beschreibt z.B. Microchip in seiner AN658:
http://ww1.microchip.com/downloads/en/AppNotes/00000658B.pdf
Wenn du mit den Fingern über die Anschlüsse streichst, bekommt du
wahrscheinlich auch schon ein paar Segmente sichtbar, daraus kann man
mit ein wenig Mühe auch die Anschlussbelegung rauskriegen. Microchip
beschreibt den Aufbau recht gut, viel Spass beim Lesen.
Möglicherweise hat das LCD auch noch ein paar Sonderzeichen (AM/PM) °C/F
oder so, die die übrigen Anschlüsse erklären würden.