Hallöchen,
nur zu meinem Verständnis: Wozu werden VCC und AVCC eigentlich getrennt
ausgeführt? Eigentlich wollte ich bei einem ATTINY88 AVCC benutzen, um
eine Referenzspannung anzuschließen, die ungleich VCC ist. Aber dann bin
ich auf diesen Satz im Datenblatt gestoßen:
> The voltage difference between supply voltage pins VCC and AVCC may> not exceed 0.3V.
Also muss AVCC praktisch gleich VCC sein. Was bringt das dann? geht es
nur darum, dass man für AVCC eine exaktere Spannung nehmen kann, als für
VCC, die aber gleich groß ist? Da würde ich doch eher zusehen, dass mein
VCC stabil ist!?
Jörg schrieb:> Wozu werden VCC und AVCC eigentlich getrennt ausgeführt?
Damit die Störungen, die der Prozessor selbst durch seine
unterschiedliche Stromaufnahme der der Arbeit an VCC produziert, nicht
auf den A/D-Wandler an AVCC durchschlagen, vorausgesetzt du hast den
vorgesehenen LC Filter drangelötet, sonst ist es nämlich Essig mit 10
bit.
Hallo,
also die Referenzspannung ist ARef, AGnd und Avcc gehören zusammen und
bilden die Versorgungsspannung von den ADC und bei den atmegaXY8 auch
für PortC.
Gnd und Vcc dann für den Rest des Atmel AVR.
Es gibt auch einige Application Notes von Atmel zu ADC, diese sollte man
alle Lesen.
Jörg schrieb:> Wozu werden VCC und AVCC eigentlich getrennt> ausgeführt?
Wegen der Störungen.
> Also muss AVCC praktisch gleich VCC sein. Was bringt> das dann?
Wie gesagt: Weniger Störungen.
Du kannst AVCC z.B. aus VCC abzweigen und ein zusätzliches
LC-Glied (Tiefpass) einfügen.
Jörg schrieb:> Eigentlich wollte ich bei einem ATTINY88 AVCC benutzen, um> eine Referenzspannung anzuschließen, die ungleich VCC ist.
Wie kommst du auf diese merkwürdige Idee?
AVcc ist die Versorgungsspannung des analogen Teil im µC. Wenn der ADC
eine externe Referenzspannung nutzen kann, dann gibt es dafür einen
extra Pin. Oder eben auch nicht und dann entfällt diese Möglichkeit.
Daß AVcc getrennt angeschlossen werden kann, hat einen anderen Grund.
Man kann so die analoge Versorgungsspannung besser filtern. Und
insbesondere die Störungen die der µC selber auf seiner digitalen
Versorgungsspannung erzeugt, vom Analogteil fernhalten.
Michael B. schrieb:> vorausgesetzt du hast den> vorgesehenen LC Filter drangelötet, sonst ist es nämlich Essig mit 10> bit.
Das kann man nicht so pauschal sagen.
10Bit schafft auch ein ATtiny25 ohne extra AVCC.
Die Wirkung des LC-Filters darf man nicht überbewerten. Ohne das Filter
muß man vielleicht etwas mehr auf das Layout und Abblockung achten, das
wars aber auch schon. Wunder vollbringt das LC-Filter jedenfalls keine.
Ich hab auch mal nachträglich eine ATmega8 Platine mit ADC-Benutzung
nachgerüstet, d.h. AVCC war direkt an VCC. Auch da waren 10Bit kein
Problem.
Peter D. schrieb:> Auch da waren 10Bit kein Problem.
Na bei dir schon.
Aber wer weiss schon in welch rauher Spannungs-Umgebung
manche Leute ihre Controller betreiben. Da können schnell
mal zwei, drei Bit verloren gehen wenn der Störpegel
jenseits von Gut und Böse liegt ..... und sie noch nichts
von Abblock-Kondensatoren gehört haben ...
Peter D. schrieb:> Ich hab auch mal nachträglich eine ATmega8 Platine mit ADC-Benutzung> nachgerüstet, d.h. AVCC war direkt an VCC
Das ist beim Atmega8 doch immer der Fall, war da nicht ein Designfehler
drin der Vcc und AVcc intern ständig verbunden ist? Ich mein das war
erst mit dem Atmega8A eliminiert.
However, oft ist das eigentlich völlig wurscht, da kann man Vcc und AVcc
zusammen legen, gerne auch ohne LC-Filter. Den LC-Filter braucht man nur
wenn Vcc relativ stark belastet ist sodass man die Belastung auf dem
Analogteil störend sieht. Es ist hier halt von der Anwendung abhängig ob
man das LC-Filter mit einbauen sollte oder nicht. Ich sehe es in der
Regel vor, hab es bisher aber nur ein einziges Mal gebraucht (von
gefühlt 19834 mal).
OK, dann geht es also wirklich nur um die Stabilität der Spannung. Hätte
man das Filter dann nicht einfach in den Controller integrieren können?
Mir fällt jetzt kein Fall ein, es dem das keinen Sinn machen würde.
Was mich zu Frage führt, wieso eigentlich die obligatorischen 100nF
Abblock-kondensatoren nicht auch gleich integriert werden? Ich komme vom
Thema ab, aber das kann mir doch sicher auch jemand erklären?
Axel S. schrieb:> Jörg schrieb:>> Eigentlich wollte ich bei einem ATTINY88 AVCC benutzen, um>> eine Referenzspannung anzuschließen, die ungleich VCC ist.>> Wie kommst du auf diese merkwürdige Idee?
Mein Controller hängt direkt an einem Lipo Akku. Alle weiteren
Verbraucher an einem zwischengeschalteten LDO, den der Controller zum
Strom sparen ein und ausschalten kann. Jetzt macht es natürlich keinen
Sinn, die Lipo Spannung als Referenzspannung zu benutzen. Also wollte
ich die vom LDO nehmen. Fand das eigentlich gar nicht so merkwürdig.
Aber egal. Ich nehme dann einfach die interne Referenzspannung des µCs
und gut ist.
Bernd schrieb:> Hätte> man das Filter dann nicht einfach in den Controller integrieren können?
die Spule ist meist größer als das Silizium. Dann hätte man es einfacher
das Controller in den LC-Filter zu integrieren.
Bernd schrieb:> Ich komme vom> Thema ab, aber das kann mir doch sicher auch jemand erklären?
Preis. Wird ja nicht immer gebraucht und schau mal wie groß (mechanisch)
die Kapazitäten und Induktivitäten sein müssen um nennenswerten Schutz
zu gewährleisten: Lohnt sich absolut nicht diese Teile in das IC zu
integrieren.
Bernd schrieb:> OK, dann geht es also wirklich nur um die Stabilität der Spannung. Hätte> man das Filter dann nicht einfach in den Controller integrieren können?
Hast du eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel Platz eine 10µH Spule
auf dem IC braucht? Oder ein 100nF Kondensator? Um wieviel größer (und
damit teurer) der IC dadurch würde?
> Was mich zu Frage führt, wieso eigentlich die obligatorischen 100nF> Abblock-kondensatoren nicht auch gleich integriert werden?
Wie gesagt. Einfach mal ein bischen googlen und lesen, was an Bauteilen
integrierbar ist und wieviel Chipfläche das jeweils verbraucht.
> Axel S. schrieb:>> Jörg schrieb:>>> Eigentlich wollte ich bei einem ATTINY88 AVCC benutzen, um>>> eine Referenzspannung anzuschließen, die ungleich VCC ist.>>>> Wie kommst du auf diese merkwürdige Idee?>> Mein Controller hängt direkt an einem Lipo Akku. Alle weiteren> Verbraucher an einem zwischengeschalteten LDO, den der Controller zum> Strom sparen ein und ausschalten kann. Jetzt macht es natürlich keinen> Sinn, die Lipo Spannung als Referenzspannung zu benutzen.
Warum das? Das hängt doch wesentlich davon ab, was man messen möchte.
Wenn man ratiometrisch mißt, also z.B. das Teilerverhältnis eines
Spannungsteilers aus einem NTC und einem Festwiderstand, dann spielt die
absolute Höhe der Spannung gar keine Rolle. Und wenn man absolute
Spannungen messen will, dann hat der AVR die eingebaute
Referenzspannungsquelle.
> Also wollte ich die vom LDO nehmen.> Fand das eigentlich gar nicht so merkwürdig.
Du fandest es nicht merkwürdig, daß du dem µC die Betriebsspannung für
die Hälfte seiner Innereien mit dem LDO abschalten wolltest? Lies doch
bei Gelegenheit mal das Datenblatt. Da steht drinnen, was AVcc noch
alles versorgt. Tip: es ist mehr als bloß der ADC.
Nebenbei, es macht keinen Sinn, den ADC mit weniger spannung laufen zu
lassen. Es trifft nicht zu, dass der ADC mit 100mV versorgt 50 mal
kleinere spannungen messen kann, wie wenn es 5V waeren. Der Grund dazu
sind intern generierte Spikes, interne Stoerungen usw. Bei hoeheren
Anforderungen muss man einem externen ADC einsetzen.
Axel S. schrieb:> Hast du eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel Platz eine 10µH Spule> auf dem IC braucht? Oder ein 100nF Kondensator? Um wieviel größer (und> damit teurer) der IC dadurch würde?
Beide Bauteile kann man m.W. nicht "in Silizium" bauen. Sie müssten
also zusätzlich ins IC-Gehäuse eingebaut werden. Solche "ICs" gibt
es ja z.B. als Schaltreglerersatz für die 78xx-Regler. Sie sind aber
m.W. nach wie vor deutlich teurer als reine Schaltregler-ICs.
Karl M. schrieb:> also die Referenzspannung ist ARef, AGnd und Avcc gehören zusammen und> bilden die Versorgungsspannung von den ADC und bei den atmegaXY8 auch> für PortC.
Mal ne Bitte, zeig mir mal den pin für den analog gnd.