Suche eine Schaltung, die bei einem kurzen Eingangssignal den Ausgang
schaltet, bei einem langen Eingangssignal jedoch nicht. Ob zusätzlich
negiert oder nicht, ist dabei egal.
Wie nennt man das, oder wie baut man es?
Komplizierte Möglichkeiten fallen mir durchaus dazu ein, aber oft gibt
es ja einen simplen Kniff mit Widerstand, Kondensator und Gatter?!
Der Ausgang darf entweder dauerhaft high bleiben, bis er manuell
abgeschaltet wird. Oder alternativ kann er auch monostabil sein.
0,7734 schrieb:> Suche eine Schaltung, die bei einem kurzen Eingangssignal den Ausgang> schaltet, bei einem langen Eingangssignal jedoch nicht.
Dann müsste die Schaltung also einen Puls erkennen, und die Pulsdauer
soll kleiner sein als ein gewisser Wert (den wir nicht kennen).
0,7734 schrieb:> Komplizierte Möglichkeiten fallen mir durchaus dazu ein, aber oft gibt> es ja einen simplen Kniff mit Widerstand, Kondensator und Gatter?!
In dem Fall - nicht dass ich wüsste. Sowas wie eine "peak detect and
hold" Schaltung kann man mit zwei OPVs und zwei diskreten Bauteilen
realisieren:
http://www.planetanalog.com/author.asp?section_id=396&doc_id=562072
Aber mit der Zeitbedingung wird es dann schwieriger. Ist meiner Meinung
nach ein klassischer Fall für die Realisierung per Mikrocontroller :-)
Schau mal, wie bei den erweiterten Routinen zur Tastenentprellung die
Erkennung von kurzen und langen Tastendrücken realisiert wird. Genau so
einen Diskriminator brauchst du.
Sobald das Zeitfenster für "kurz" wieder geschlossen ist, wird dein
Ausgangssignal unterdrückt. Das ist mittels µC recht einfach zu
realisieren. Eine Latenzzeit mit der Länge des Zeitfensters muss jedoch
in Kauf genommen werden.
Idee1:
Ein RC und ein Fensterkomparator dahinter.
Drückst du eine Taste, wird ein Kondensator über einen Widerstand
geladen. Ein Fensterkomparator (der nur bei losgelassener Taste aktiv
ist) bewertet diese Spannung. Nur wenn du die Taste ein bestimmtes
Zeitfenster lange gedrückt hast, liefert er das gewünschte High, weil
nur dann die Spannung im Bereich für High liegt. Das Zeitfenster ist
damit frei einstelbar.
Details müsste man ausprobieren.
Idee2:
Dann kommen einem natürlich Sachen wie Monoflops oder Timer in den Sinn
(wie der beliebte NE555).
Damit dürfte das ebenfalls lösbar sein. Musst dir halt die
Standardschaltungen ankucken. Eigentlich braucht man nur ein Timer, der
bei der auf die Flanke des Tasters (drücken) startet, für eine
eingestellte Zeit HIgh ist. Den muss man dann mit dem Status des Tasters
vergleichen, z.B. mit einem UND. Nur wenn der Taster während dieser Zeit
losgelassen wird, tut die Schaltung was. Sonst nicht.
Für denkfaule, oder wenn es klein sein muss:
Mit einem µC ist das natürlich ganz einfach. Kann jeder µC, der kleinste
PIC12 im SOT23-6 reicht dazu.
0,7734 schrieb:> Suche eine Schaltung, die bei einem kurzen Eingangssignal den> Ausgang schaltet, bei einem langen Eingangssignal jedoch nicht.
Das ist sehr simpel. Hat allerdings in der gewünschten Kombination den
Haken, daß es unintuitiv zu bedienen ist. Der "kurze" Impuls kann ja
erst dann als kurzer Impuls erkannt werden, wenn er endet. Wenn da also
eine Person auf eine Taste drückt, erst beim Loslassen der Taste. Viele
Leute empfinden es als unintuitiv, wenn ein Schaltvorgang erst beim
Loslassen der Taste ausgelöst wird.
Besser ist es, wenn der lange Impuls den Schaltvorgang auslösen soll.
Dann bedeutet das für den Anwender "Taste gedrückt halten bis das
Gewünschte passiert"
> Wie nennt man das, oder wie baut man es?
Hat keinen eigenen Namen. "Impulslängen-Diskriminator" könnte man dazu
sagen. Ist aber am Ende auch nur eine Beschreibung der Funktion.
Bauen kann man das, indem man am Beginn des Impulses ein Monoflop
auslöst und am Ende des Impulses schaut, ob das Monoflop schon
abgelaufen ist (langer Impuls) oder nicht (kurzer Impuls). Statt eines
Monoflops geht natürlich auch ein Zähler, der von einem bestimmten
Startwert rückwärts zählt. Oder in einem µC ein Timer.
Axel S. schrieb:> Das ist sehr simpel. Hat allerdings in der gewünschten Kombination den> Haken, daß es unintuitiv zu bedienen ist.
Nicht unbedingt. Es kommt darauf an, welche Zeit mit "kurz" gemeint ist.
Wenn Du am PC sitzt, klick mal mit Deiner Maus herum: da werden Links
auch erst aufgrufen, wenn die Taste losgelassen wird.
0,7734 schrieb:> Suche eine Schaltung, die bei einem kurzen Eingangssignal den Ausgang> schaltet, bei einem langen Eingangssignal jedoch nicht.
Na ja, klar ist, dass die Schaltung erst reagieren kann, wenn nach dem
kurzen Tastendruck wieder losgelassen wurde.
Wie lang die Zeit auch immer sein soll, vielleicht 0.5Sekunden beginnend
an dem Drücken der Taste.
Die Zeitverzögerung macht ein MonoFlop oder zumindest ein RC Glied am
Schmitt-Trigger-Eingang, die Erfassung macht ein flankengesteuertes
FlipFlop.
Mit zwei mal ...
0,7734 schrieb:> Widerstand, Kondensator und Gatter
sollte es wie gewünscht funktionieren.
Viele schreiben von "Taster", der TO schreibt nur von einem
"Eingangssignal".
Ist es ein Taster oder irgend ein anderes Signal, das hier ausgewertet
werden soll?
Falls es sich um einen Taster handelt, dann ist noch eine Entprellung
erforderlich.
0,7734 schrieb:> Wie nennt man das, oder wie baut man es?
Ich kenne das unter Bezeichnungen wie Interlocked <irgendwas>. Wobei
<irgendwas> = Timers|Monoflops|Monostable Multivibrators
Auf Deutsch müsste das so etwas wie verzahnte oder verriegelte
Zeitschaltwerke genannt werden, aber das habe ich noch nirgendwo
gelesen.