Projekt-Arbeit bei VW-Zulieferer

Gast #4681097
Lesenswert?

So manche Automotive-Firmen haben ja einen ganz strikten Kurs was 
Freiberufler betrifft. Conti/Lindau beschäftigt Selbständige nur als 
ANÜ, ähnlich Daimler, ZF, ...

Ich hatte gestern über einen Dienstleister ein telefon. Projektinterview 
mit einer Firma, die haben einen Großauftrag von VW bekommen.
Als sie von den Arbeitsbedingungen sprachen, wurde mir ganz schlecht.
Die suchen einen Scheinselbständigen, der sich wie ein Angestellter in 
den internen Arbeitsablauf der Firma integriert.

Ich hätte gedacht, dass Automotive-Firmen und -Zulieferer sowas nicht 
mehr dulden. Wie ist das VW? Kann man da noch als Scheinselbständiger 
arbeiten?
Wenn nicht, dann würde VW das bei den Zulieferern auch nicht dulden 
(???)
An sich schauen die Automotive-OEMs darauf, dass ihre Zulieferer die 
Prozesse sauber einhalten.
Gast #4681349
Lesenswert?

Freiberufler schrieb:
> Die suchen einen Scheinselbständigen, der sich wie ein Angestellter in
> den internen Arbeitsablauf der Firma integriert.

Ist doch super, dann kannst du nach dem Job per Gericht die Firma zur 
anteiligen Zahlung deiner Sozialversicherungsbeiträge verklagen.

> Wenn nicht, dann würde VW das bei den Zulieferern auch nicht dulden

Die wissen das gar nicht. Die haben zwar sicher einen Rahmenvertrag in 
dem sie vom Zulieferer bestätigt haben wollen daß der alle gesetzlichen 
Vorschriften einhält, aber selbst sehen sie deinen Vertrag nicht.
Gast #4700361
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> Ist doch super, dann kannst du nach dem Job per Gericht die Firma zur
> anteiligen Zahlung deiner Sozialversicherungsbeiträge verklagen.

Das ist leider nicht super, weil Du dann selber alle Vorteile der 
Selbständigkeit verlierst und eine Prüfung bekommst!

Die Prüfung allein kostet Dich rund 30h Arbeit:
2000,- Umsatzverlust!

Die einbehaltene MwSt muss für alle EK-Rechnungen zurückgezahlt werden:
Bei mir wären das etwa 1000,- Verlust!

Die ausgewiesene UST in allen Leistungsrechnungen muss rückabgewickelt 
werden:
Bei mir wären das etwa 15000,-, die nochmal durch alle Bücher laufen.

Es müssen rund 20 Rechnungen neu geschrieben werden und die komplette 
EUR für 2 Jahre, wegen der Überlappung neu gemacht werden, dazu 2x UST 
Anmelungen neu

Der Gesamtaufwandd wären nochmal 50h Arbeit.

Gfs kriegt man auch zuviel gezahlte Steuer nicht zurück und die neuen 
Beiträge für die RV die man abführen muss, kann man nicht nachträglich 
geltend machen!

Das ist ein Minusgeschäft!

Ich mache das anders:

Wenn mir einer ein faules Paket anbietet, melde ich das bei den 
zuständigen Sozialbehörden vorort. Dann kriegt die Firma mal Besuch vom 
Wirschaftsprüfer!

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren