Patrick schrieb:
> Das System verfügt nach aussen nur über einen Netzwerkanschluss (eine
> der RJ45 Buchsen). Diesen Netzwerkanschluss müssen sich das Qseven und
> ein PC teilen, wobei das Qseven nur zeitweise Internet benötigt. Die
> Umschaltung erfolgt also von:
> RJ45-1 --> RJ45-2
> auf:
> RJ45-1 --> Qseven
OK, verstehe.
> Das Kabel zwischen Baseboard und Connectorboard ist ein 40-poliges,
> abgeschirmtes Flachbandkabel, über das auch noch andere Signale zum
> Connectorboard übertragen werden.
>
> Im Designguide steht beschrieben, wie auf dem Baseboard der
> Netzwerkanschluss mit Übertrager auszusehen hat. Die maximale
> Signallänge ab Qseven zu einem Übertrager wird mit 4" angegeben. In
> meinem Fall habe ich aber auf dem Baseboard selbst gar keinen direkten
> Netzwerkanschluss, somit ist die Distanz vom PHY bis zum MAX4890 bis zu
> 2m.
Mit einem Flachbandkabel hätte ich bei 2m und 1G-Ethernet meine
Bedenken. Sicherheit bringt nur Nachmessen mit einem teuren Scope.
Nicht umsonst werden maximal 4" spezifiziert.
> Oder kann ich in meinem Fall den 40-poligen FFC Stecker als
> "Netzwerkanschluss" ansehen und muss somit direkt vor dem Stecker einen
> Übertrager platzieren?
Warum klemmst Du das Connecting Board nicht mit einem kurzen Kabel an
das Baseboard? Dann müssen halt die beiden Netzwerkkabel jeweils 2m
länger sein.
Du kannst zumindest zum Funktionstest des Baseboards einen geeigneten
(!) 1G-Übertrager nebst RJ45 direkt per eigenem "Connecting Board" (ohne
MAX4890) anschließen.
Noch etwas:
Moderne 1G-PHYs haben Voltage-Mode-Ausgänge, die bei den chipseitigen
Mittenanzapfungen der Übertrager meist nur je einen
100nF-Stützkondensator benötigen, wobei die Mittenanzapfungen nicht
untereinander verbunden sind.
Details hierzu findet man in den Referenz-Designs des jeweiligen
1G-PHY-Herstellers. Vorschläge der Übertragerhersteller sind nur dann
relevant, falls dabei auch ein bestimmter PHY erwähnt ist.
Die Q7- bzw. COM Express-Empfehlungen, alle chipseitigen
Mittenanzapfungen der 1G-Übertrager untereinander zu verbinden und an
eine Versorgungsspannung zu legen, passt nur für Current-Mode-Ausgänge.
1G-PHYs mit Current-Mode-Ausgängen gibt es nicht viele (bzw. sind
reichlich alt). Bei Fast-Ethernet-PHY sind Current-Mode-Ausgänge das
Übliche, allerdings gibt es seit einiger Zeit auch welche mit
Voltage-Mode-Ausgängen.
Wenn die chipseitigen Mittenanzapfungen der vier 1G-Übertrager
untereinander verbunden sind (z.B. im RJ45), sollte man sie bei
Voltage-Mode-Ausgängen des PHYs wenigstens floaten lassen, damit der
Arbeitspunkt nicht unnötig verschoben wird. Besser sind sicher
voneinander getrennte Mittenanzapfungen (vor allem, wenn der 1G-PHY auch
im Fast-Ethernet-Mode arbeitet).
Außer den chipseitigen Mittenanzapfungen sind auch die chipseitigen
Abschlusswiderstände von großer Bedeutung. Moderne Ethernet-PHYs haben
diese integriert, so dass sie dann (und nur dann) an den Übertragern
entfallen müssen.
Vielleicht zeigst Du uns auch noch den Schaltplan des Connecting Boards
und wie der 88E1118 auf dem Baseboard beschaltet ist.