Kondensator an jede Verbindung wegen EMV-Verbesserung?

Gast #4699213
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Hallo,

ich habe eine kurze Frage zu einer Beschaltung, die ich bei uns in der 
Abteilung schon häufiger gesehen habe. Dabei wird  so gut wie an jede 
Kupferbahn vom Controller ein Kondensator im pF-Bereich gehängt. Egal ob 
GPIO, das nur einen Taster einliest oder ADC-Leitung. Auf mein 
Nachfragen sagte man mir, das wäre dazu da um die EMV-Eigenschaften zu 
verbessern und die ganzen EMV-Prüfungen besser zu bestehen.

Eingesetzter Controller ist aus der der STM32F1-Reihe, der im 
Industrie-Umfeld (24V) eingesetzt wird und mit messen, schalten und 
kommunizieren beschäftigt ist.

Jetzt bin ich noch nicht so lange dabei, aber bisher hatte ich nur die 
Abblockkondensatoren am VCC auf dem Schirm, nicht aber, dass man an 
jeden Pin einen hängt. Auch in sonstigen Schaltplänen (die nichts mit 
der Firma zu tun haben, habe ich das noch nicht (so extrem) gesehen. Wie 
seht ihr das? Ist das sinnvoll?
Gast #4699380
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Wenn du an einen Ausgangs-Pin einen kleinen Kondensator hängst, werden 
die Flanken bei Pegelwechsel flacher. Die Abstrahlung von HF wird an den 
angeschlossenen Leitungen reduziert.

Allerdings reduziert sich auch die Qualität der Signale (nicht mehr 
sauberes Rechteck) und die maximal übertragbare Frequenz.
Gast #4699838
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Mark S. schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> Franken schrieb:
>>> Wie seht ihr das? Ist das sinnvoll?
>> Da hat sich mal einer an einem speziellen Fall die Finger verbrannt und
>> macht die Dinger "sicherheitshalber"  immer dran...
>
> Danach sieht mir das auch aus. Halte ich für ziemlich schlechte Praxis.
> Besser sind Serienwiderstände in Treiberleitungen.

Sehe ich auch so. Und, ich befürchte, dass man zusätliche Stromspitzen 
auf der Versorgung generiert, die den EMV-Problemen auch nicht 
zuträglich sind.
#4699845
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In meiner alten Firma haben wir Schaltregler hergestellt, die im 100 
kHz-Bereich gearbeitet haben und dabei hohe Leistungen bereitgestellt 
haben (ab 200W - 1000W aufwärts). Dort hatte ich mal gelernt, dass man 
bei EMV-Problemen erst einmal auf dem heimischen Teststand das 
Abstrahlverhalten untersucht. Dann versucht man herauszufinden, woher 
die spezifischen Amplituden in der FFT stammen. Wenn man die kritischen 
Pfade kennt (erfahrende Layouter wissen das zumeist schon beim Entwurf 
der Leiterplatte), versucht man zuerst einmal, diese Pfade soweit zu 
verändern, dass das Abstrahlverhalten verbessert wird. Man kann dann 
auch Angstkondensatoren vorsehen, die dann im Falle eines Fehlschlags 
der Verbesserung bestückt werden. Das ist aber eigentlich nie der Fall 
bisher bei uns gewesen.

Jede EMV-Prüfung schlägt eigentlich primär am schlechten Layout fehl.
Gast #4699971
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Franken schrieb:
> Jetzt bin ich noch nicht so lange dabei, aber bisher hatte ich nur die
> Abblockkondensatoren am VCC auf dem Schirm, nicht aber, dass man an
> jeden Pin einen hängt.

Habe die Kondensatoren auch schon gesehen, waren dann aber eher bein 
Thema Einstrahlen im Funkbereich drinnen.
Nennt man Angstkondensatoren. Wenn die ins Layout reingehen, kein 
Problem. Kann man dann bei der EMV Stück um Stück rauswerfen. Ich habe 
keine dran, setze STM32F1 ein.


rgds

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